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Sonntag, 24. Juni: Young German Jazz Night (D)

Mit Nils Wülker Group / Michael Schiefel / Michael Wollnys [em]

Safely Falling ist das neueste und schon vierte Projekt des 29jährigen Trompeters Nils Wülker. Mit Till Brönner wird Nils Wülker oft verglichen. Warm und essentiell klar reduziert setzt das neue deutsche Wunderkind seine Trompete ein. Die Eigenkompositionen haben ihre Wurzeln im Jazz, lassen aber auch Pop und Klassik nicht außer acht. Trotz aller Komplexität wirken Wülkers Kompositionen immer leicht und elegant. Für die FAZ ist er “eine der ganz großen Jazznachwuchshoffnungen”, das brachte auch die für Entdeckungen zuständigen Macher des Bayerischen Rundfunks auf den Plan. Sie suchten für ihren nächtlichen Spacenight-Kult einen neuen Kick. Den hat Nils Wülker ihrer Sendung verschafft, indem er den Jazz in neue Sphären führte. “Spacenight Vol. 10″ stellte Wülker einem begeistertem Publlikum vor. Es folgte “My Game” als drittes Werk. „Stellar“ nennt dies die „Welt“. Nils Wülker gilt als neue deutsches Aushängeschild des Jazz, seine Musik klingt virtuos und ideenreich, Wülkers Ansatz am Flügelhorn ist perfekt, seine Band mit Saxophon, Flügel, Kontrabass und Schlagzeug kongenial.

PDF-DownloadPDF: Konzertkritik aus der HNA

Michael Schiefel ist ein Ausnahmevokalist, seine ungeheuer wandlungsfähige Stimme schraubt sich vom Bauchnabel bis zum Kopf empor, sein Gesang ist ironisch, lakonisch und klingt wunderbar androgyn. Dieser Vocalist ist einer der wenigen deutschen Jazzmusiker mit einem wirklich originären Stil - ein begnadeter Soloperformer, der in seinen unbegleiteten Auftritten seine verspielte Stimme mit elektronischen Mitteln erweitert und verfremdet. Was ihn neben seiner originellen Bühnenshow so einmalig macht, ist seine Fähigkeit, Stimme und Maschine so zu kombinieren, dass er mit sich selbst im Chor singt… Da wo Bobby McFerrin und Al Jarreau aufhören, fängt Michael Schiefel an.

Michael Wollnys EM sind zu dritt und unter dreißig; postmoderne stilistische Beliebigkeit ist ihnen wahrscheinlich ein verquaster intellektueller Begriff von gestern, und was soll der, angesichts des Erlebens der Gleichzeitigkeit von Techno, Hip-Hop, Rotem Bereich, Rosa Rauschen, Keith Jarrett, Cecil Taylor und der jazzakademischen Ausbildung. Letztere muss hervorragend gewesen sein, denn Michael Wollny am Klavier, Eva Kruse am Bass und Eric Schaefer sind Virtuosen auf ihren Instrumenten. Wundervolle Spannungsbögen, überraschende und zugleich elegante Wendungen zeugen von Wollnys enormer dramaturgischer Sensibilität im Klaviertrio. Und dies ist immer spannend, neugierig und innovativ.

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