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Rebekka Bakken (NW)

Morning Hours

Aug ’10
18
19:30

Rebekka BakkenWer sie mag, kennt sie vermutlich gut. Wer sie nicht zu mögen vorgibt, hat sie womöglich nie erlebt: Die Dämmerung in aller Herrgottsfrühe, wenn die Sonne langsam den Nebel vertreibt und die Tautropfen noch verheißungsvoll glänzen. Was genau aber ist an den frühen Morgenstunden, die Rebekka Bakkens neuem Album den Titel gaben, für die Musikerin so besonders? Ein morgendlicher Anruf soll Klärung bringen.

„Das ist jene Zeit, zu der sich der Tag noch nicht mit Impressionen angefüllt hat. Wenn dein Geist also noch jungfräulich da liegt, ein wundervoller Zustand. Alles kommt aus einem bestimmten Nichts und hat seine Geheimnisse noch nicht verloren, ich mag das wirklich gern.“ „Morning Hours“ lässt ihren Songs viel Raum für Entfaltung. „Für mich ist dieser viele Platz sehr wichtig“, sagt Rebekka Bakken. Ihr viertes Album klingt anders als seine Vorgänger, es ist ihre bislang romantischste Arbeit. „Das habe ich zunächst gar nicht so bemerkt. Ich mag das Album vor allem deshalb, weil seine Songs so klingen, wie ich sie geschrieben habe.

th_rebekka-bakken-3Nichts steht zwischen mir und ihnen, ich habe ihnen nicht allzu viel angetan, vielmehr fühlte ich mich mit ihnen sofort wohl.“ Dass die Norwegerin lange in New York und Wien lebte, malt reizvolle Kontraste in ihr Schaffen. Noch immer wird die Musik ihres Heimatlandes gern mit Klischees versehen. Aber Rebekka sieht sich nicht als musikalische Landschaftsmalerin, „Ich hatte niemals das Gefühl, dass meine Umgebung mich allzu sehr inspirierte, ob es nun die fremde oder meine heimatliche war.“ Und trotzdem findet, wer will, die langen Winter, die klare Bergluft und die mystischen Landschaften der Fjorde in ihren Werken wieder.  Auf „Morning Hours“ jedoch ist alles anders, ihr erstes Album, das in Amerika entstand. Hier also kann man sich in amerikanischen Landschaften wähnen, kann an die Hitze des Südens oder raue Ostküsten-Motive denken und gelangt hier und da zur countryesken Idylle, die eher den Indian Summer vor dem inneren Auge erstehen lässt als die skandinavische Weite.

Eigene Erfahrungen – auch solche romantischer Art - müssen aber Teil der Inspiration gewesen sein, sonst nämlich könnte sie sich kaum mit ihrer Drei-Oktaven-Stimme derart innig durch solch vielfarbige Preziosen singen wie auf „Morning Hours“ und dabei auch einfach mal eine der drei Oktaven charmant weglassen. „Diese Songs haben mich einfach nicht zu übertriebener Akrobatik eingeladen.“

Ein Glück.

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