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CocoRosie (USA)

Grey Oceans

Jul ’10
21
19:30

Coco Rosie CD-CoverCocoRosie sind nicht etwa Coco und Rosie, sondern die bezaubernd anzustaunenden Schwestern Sierra und Bianca Casady. Ihre Jugend verbrachte die Eine in Paris, die Andere in New York. Geboren wird die Band CocoRosie als Bianca ihre “französische” Schwester in Paris besucht und dann doch ein wenig länger bleibt.  In einer kleinen Wohnung im 18. Bezirk spielte Sierra Gitarre und Flöte und Bianca die Percussions.

Nach acht emsigen Monaten hält das Geschwisterpaar ihr Debut “La Maison De Mon Rêve” (”Das Haus meiner Träume”) in den Händen, auf dem nicht nur beider Stimmen, sondern auch jede Menge Hintergrundgeräusche festgehalten wurden. In bonbonfarbiger musikalischer Verpackung gibt es Texte über Straßenkämpfe, Rassismus und Kinderprostitution. Herrlich schön kauzig, herrlich schön schräg!  Anfänglich nur von Insidern beobachtet, hat sich in New York eine erfrischende Avantgarde-Szene gegründet.

Die Darlinge heißen Devendra Banhart, Antony Hegarty (AntonyCoco Rosie credit CocoRosies Mom And The Johnsons) und CocoRosie, sämtlich miteinander verbandelt. Die  Songs von CocoRosie entstehen ganz flatterhaft in Brooklyn, Paris, einem Stall in der französischen Camargue und zwischen den vielen Auftritten. Große Technik brauchen die zwei nicht, eher schon die vielen lustigen Kinder- und Spielzeug-Instrumente, die Pferde wiehern und Katzen miauen lassen.

Ihre Musik ist eine Mischung aus elektronischen Samples, klassischem Gesang und verzerrtem, kindlichem Lied von Bianca, sie kombiniert traditionelle Songmuster und Instrumentierung mit elektronischer Musik und Oper. Dabei verwenden CocoRosie originelle „Instrumente“ wie etwa eine Popcornmaschine, Kinderspielzeug oder einen Föhn. Trotz der oft naiv und kindlich anmutenden Musik sind die Texte meist sehr feministisch und politisch motiviert.

CocoRosie haben ein außergewöhnliches  Gespür für Sprache und Symbolik. Die Songs des Duos sind akustisch-schräge Folk-Tabletten, was sie auf der Bühne zaubern, ist unique und der Einsatz ganz spezieller kleiner Instrumente erzeugt einen ebenso skurrilen wie bezaubernden Sound. Fragmentarischen Stücke, Kammermusik, frankophile Momente oder kleine Pop-Hymen bilden eine andere Soundwelt, in der Bianca singt wie ein weiblicher Marc Bolan. Live werden die beiden Ladies von ihrer tatkräftigen Band unterstützt.

Als echte Künstler haben CocoRosie natürlich ihre Finger in zahlreichen Projekten im Spiel. Ihr Label Voodoo-Eros veröffentlicht allerlei Bands und Sierra ist neuerdings eine Hälfte der Band Metallic Falcons, in der sie gemeinsam mit Matteah Baim - ganz ähnlich wie in ihrer Hauptarbeitstelle - zärtliche Melodien von sphärischen Klängen begleiten lässt.

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