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China Moses (USA)

The one’s for Dinah

Aug ’10
15
19:30

China Moses (photo credit Benoit Peverelli)

Bei Kindern berühmter Eltern stellt sich immer wieder die Frage: name-drop or not? Aber es hilft ja nichts. Wenn man die Tochter von Dee Dee Bridgewater ist, führt kein Weg an der Nennung der prominenten Mama vorbei.  Doch China Moses ist als individuelle Künstlerin bei weitem mehr als die Tochter einer berühmten Mutter. Ihre Professionen werden mit Sängerin, Autorin, Songwriterin, Produzentin und Moderatorin umschrieben.

Im Grunde abeChina Moses (photo credit Benoit Peverelli)r ist sie Entertainerin im besten Wortsinne. Nach einigen vielversprechenden Projekten mit dem französichen Pianisten Raphaël Lemonnier,steht die Umsetzung der gemeinsamen Liebe zu Dinah Washington, der Königin des Blues an: Das Tribute-Album “This One’s For Dinah” erscheint 2009 und enthält, neben der Hommage “Dinah’s Blues”, viele Washington-Songs. China Moses interpretiert einfühlsam und authentisch das Œuvre der „Queen of the Blues“, indem sie nämlich nicht bloß bekannte Songs von Dinah Washington interpretiert, sondern die ganze Stimmung und auch den Sound aus den jazzigen 50er-Jahren mitnimmt. Neben Standards wie „Cry me a river“ oder „Goodbye“ sind auch Eigenkompositionen von Moses und Lemmonier „Fine fine daddy“ und, großartig interpretiert: „Dinah Blues“ zu hören, bei denen man sich förmlich vorstellen kann, dass Dinah Washington bei den Aufnahmen vor dem Mikrophon stand.

Als Dinah Washington im Jahr 1963 die tödliche Mischung aus Schlafmitteln, Alkohol und Diättabletten nahm, war sie kaum Vierzig. Jetzt werden die großen Lieder der afroamerikanischen Blues-Sängerin wieder geehrt. Das schwarze Publikum liebte die Mehrdeutigkeit der von Dinah Washington gesungenen Texte. Bei ihrer Großmutter habe sie deren Platten nur heimlich gehört, erzählt die Sängerin China Moses. Blues sei afroamerikanische Kultur, die Musik ihrer Vorfahren zeuge von der Freude am Leben – auch angesichts widriger Umstände. „Sie singt die Lieder, als seien es ihre eigenen“, stellt Christian Broecking auf ZEIT Online fest, „das klingt richtig gut, weil sie erst gar nicht erst versucht, ihr Vorbild zu übertreffen“.

Ihr lässiger Ansatz gefällt auf ganzer Linie: „Das Ergebnis ist faszinierend: China Moses gelingt es mit ihrer Powerstimme, Energie, Verve und Witz von Washingtons Songs rüberzubringen, ohne in platte Imitation zu verfallen. Sie entstaubt die Klassiker, die Arrangements der Stücke rücken Chinas Stimme, die sie enorm kraftvoll und dennoch mit präziser Sensitivität einsetzt, in den Mittelpunkt der Songs. „Die Musik von China Moses klingt so authentisch, dass man fast meinen könnte, sie sei in einem Jazz-Club der 50er- oder 60er-Jahre aufgenommen worden“, schwärmte Sarah Seidel auf hr2-kultur. Und das Süddeutsche Zeitung Magazin bringt die Faszination der Musik von China Moses so auf den Punkt: „Jede einzelne Silbe klingt sexy“.

Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding GmbH

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