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Sonntag, 3. August: Shantel & Bucovina Club Orkestar (SRB/D/A/SLO)

Shantel Bucovina Club Orkestar (photo credit: Harald H Schroeder)
Shantel Bucovina Club Orkestar (photo credit: Harald H Schroeder)

Der Balkan ist dank Shantel im Club angekommen, mit dem Bucovina Club wurde gar eine neue Pop-/Clubkulturwelle ausgelöst, die sich frei von Klischees, ethnologischem Ballast oder musealem Denken an den Klängen Osteuropas erfreut. Angefangen hat alles im renommierten Schauspiel Frankfurt – wo die Bukovina Abende längst Kult sind. Seither versammelt Shantel nächtens eine burleskre Truppe östlicher Musiker rund um seinen Plattenteller – und mit Polka, Punk und Beat nimmt er die ganze Meute mit auf eine musikalische Reise, hinüber in die Bukovina, das ehemalige „Buchenland“. Ein neuer Sound wurde so salonfähig gemacht.

Hier berühren sich Club- wie traditionelle Musik, denn beide sind im besten Sinne niemals statisch, sondern ständigen Veränderungen und Anpassungen an das aktuelle Lebensgefühl unterworfen. Eine andere Inspiration verbindet Shantels Vorleben als Electronica-Produzent mit den Roma: Die Roma, ohne die das musikalische Leben des Balkans undenkbar wäre, hatten die Kunst des Sampelns erfunden.

Auf ihrem langen Weg durch Länder und Kulturen nahmen sie hier eine Hookline, dort einen Rhythmus, ein Melodiefragment oder einen Chorus mit, um sie neu zusammenzusetzen und etwas ganz Eigenes daraus zu schaffen. Im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert wurde Sampling die vorherrschende Produktionsmethode einer ganz anderen Szene - der Electronica- und Dancemusic-Szene. Nicht im sterilen Konzertsaal, sondern im Setting des Clubs oder der Party an einem ungewöhnlichen Ort entfaltet der Sound seine ganze Magie. Und der neue Sound kommt in den europäischen Szeneläden Nouveau Casino und Favela Chic (Paris), Futuro Flamenco/Nottinghill Arts Club (London), P.P.C. (Graz), beim MTV-Festival im größten Club Bukarests, bei den legendären Transmusicales in Rennes, in Tel-Aviv, beim Balkan-Fever-Festival (Wien) wie auch an den Orten der Hochkultur, in den Schauspielhäusern Wien, Hamburg, Stuttgart, in der Berliner Staatsoper und dem Hebbel Theater Berlin oder bei den Wiener Festwochen bestens an.

Als Abschluss des Station-to-Station-Festivals in Florenz ließen sich über 10.000 in den Bucovina Club entführen. Und diese einmalige Atmosphäre und Energie ist im Bucovina Club erlebbar, wenn Menschen, die sich noch nie begegnet sind, gemeinsam den Hora tanzen, die Bühne geentert wird, um direkt vor den Musikern den Cocek zu tanzen oder sich beim DJ einen Schluck Wodka abzuholen. Der Bucovina Club verwandelt jede Location, die er besetzt, in ein exterritoriales Gebiet und schafft ein euphorisches Ereignis allererster Güte, das Altersgruppen und Nationalitäten zusammenführt, durcheinander würfelt.

Auszeichnungen: Sieger des BBC World Music Awards 2006 / Platz 1 der World Music Charts Europe Juli & Jahrescharts 2005 Platz 10 / Best Album of 2005 / Bestes Worldmusic-Album 2005

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