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Mittwoch, 30.7.: Stacey Kent (USA)

Stacey Ken (photo credit: Nicole Nodland)
Stacey Ken (photo credit: Nicole Nodland)

“Stacey ist eine Offenbarung! Sie hat den Stil solcher Größen wie Billie Holiday und Ella Fitzgerald. Und sie singt die Worte wie Nat Cole - sauber, klar und nahezu beiläufig mit perfekter Phrasierung. Besser geht es einfach nicht!” Jay Livingstone (Songwriter- dreifacher Oscar Gewinner). Sorgfalt klingt als Eigenschaft für eine Sängerin vielleicht etwas merkwürdig, aber Stacey Kent ist eine sorgfältige Sängerin. Die Art und Weise, in der sich diese Sorgfalt äußert, hat nichts von Mühe und Absicht, sondern wirkt wie ein Zen-Garten – so selbstvergessen aufgeräumt, dass ein Mensch sich darin ganz auf seine Natur besinnen kann.

In Frankreich ist sie bereits ein gefeierter Star. Nun setzt die aparte Sängerin ihren künstlerischen Weg unter neuen Prämissen fort. Ihr neues Album, “Breakfast On The Morning Tram”, ist zugleich ihr Debüt auf dem Jazzlabel Blue Note. Den Text des Titelsongs sowie die Lyrics zu drei weiteren Songs schrieb der englische Schriftsteller Kazuo Ishiguro (Was vom Tage übrig blieb). Sei es die kristalline Schönheit von “The Ice Hotel”, die wunderbare Stimmung des Titelsongs, das sanfte Fernweh in “I Wish I Could Go Travelling Again” oder das amouröse “So Romantic” Stacey Kent verbindet auf perfekter Art und Weise Poesie, Literatur und Jazz. “Landslide”, eine der schönsten Akustikballaden von Fleetwood Mac, klingt noch zärtlicher und elegischer als das Original.

Selbst bei den ganz herzschweren Interpretationen behält ihre völlig ungekünstelte und intonationssichere Stimme einen Ton stiller Freude. Dazu klingt es aus den, mit dem Besen geschlagenen, Becken des Schlagzeugers Matt Skelton wie sanft klirrende Eiszapfen, John Paricelli spielt die hellen Gitarrensoli und in Graham Harveys Sounds auf dem Klavier kann man die winterlich klare Luft fast riechen. Jim Tomlinson am Tenorsaxophon komponierte einige der Lieder, die natürlich von der Liebe erzählen. Doch Stacey Kent und ihre Band haben den Jazzstandards keineswegs abgeschworen. Ihre Version von „Never let me go“ ist schlicht und bewegend – als wäre es ein Lied von Schubert und „What a wonderful world“ singt sie so tastend und vorsichtig, als käme sie aus einem heißen Land und ginge das erste Mal über Schnee. Stacey Kent gehört ohne Zweifel neben Diana Krall und Norah Jones zu den besten zeitgenössischen Jazz Sängerinnen. “Breakfast On The Morning Tram” ist mit Sicherheit Anwärter auf das Vocal Jazz Album des Jahres 2008.

Besetzung:
Stacey Kent - Gesang
James Tomlinson - Saxophon
Graham Harvey - Piano
Mathew Skelton - Schlagzeug
David Chamberlain - Bass

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