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15. Juli: Simphiwe Dana (SA)

Simphiwe Danazur Pressekritik

Simphiwe Dana, die junge Sängerin mit der tiefen, unter die Haut gehenden Stimme, ist zur Zeit der absolute Shooting Star der südafrikanischen Musikszene. Ihr Debüt-Album „Zandisile“ hat inzwischen Platin-Status, und ihre Musik ist als Klingelton heiß begehrt. Dabei war der 1980 geborenen Künstlerin, die im Provinzstädtchen Butterworth in Südafrikas ärmster Region Eastern Cape aufwuchs, eine solche Karriere nicht in die Wiege gelegt worden.

Beginn: 19.30 Uhr,
VVK: 14 Euro & 1,50 Euro Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: 16 Euro

Schon als Vierjährige musste sie zum Unterhalt der Familie beitragen: Barfuß holte sie jeden Tage Wasser vom Fluss und Brennholz aus dem Wald. Ihre Musikschule war für die Pfarrerstochter die gleiche wie für zahllose andere Vokalisten in Südafrika und den USA – der Kirchenchor.

Mit der Veröffentlichung von „Zandisile“, das sich stilistisch zwischen Soul, Jazz, Gospel, HipHop und traditionellen a-cappella-Chören bewegt, stieg Simphiwe Dana in Südafrika vom vielbeachteten Newcomer zum Star auf. Bei den South African Music Awards, Südafrikas Äquivalent zum Grammy, bekam sie 2005 die Preise in den Kategorien „Best Newcomer“ und „Best Jazz Vocal Album“; für die Awards als beste Komponistin und beste Künstlerin war sie ebenfalls nominiert. Ihren Song „Ndiredi“ kann in Südafrika jeder mitsingen.

Alle Songs hat Simphiwe Dana selbst geschrieben, zum Teil in Kooperation mit einigen der großen Namen der südafrikanischen Musikszene wie Produzent Thapelo Khomo, Ex-Keyboarder der Kultformationen Stimela und Bayete, oder Carlo Mombelli, der zu den Top-Bassisten in Südafrika zählt. Ebenfalls auf „Zandisile“ zu hören sind Bassist Victor Masondo, Ex-Produzent von Miriam Makeba, und Drummer Issac Mtshali, der schon 1985 bei Paul Simon’s „Graceland“ beeindruckte.

Als wichtige Einflüsse nennt Simphiwe Dana die Jazzlegenden Lena Horne und Sarah Vaughan, südafrikanische Veteraninnen wie Dorothy Masuka, aber auch Künstler aus den Bereichen Reggae Jive und traditioneller Xhosa-Musik. Ihren eigenen Stil definiert sie als moderne afrikanische Soul-Musik. Fast alle Lieder, die Simphiwe Dana ihrer ersten Tochter Zazi gewidmet hat, singt sie nicht auf Englisch und zeigt damit, dass auch ihre Muttersprache Xhosa soul-kompatibel ist.

Mit der internationalen Veröffentlichung von „Zandisile“ und der Europa-Tournee in diesem Jahr wird Simphiwe Dana dem Rest der Welt künden, dass sie das ist, was das Internetmagazin von Südafrikas größtem Onlineservice-Provider MWEB über sie schrieb: „The best thing to happen to Afro-soul music since Miriam Makeba.“ Das Potenzial, in die große Fußstapfen von Miriam Makeba und Nina Simone zu treten, hat sie allemal.

Mit freundlicher Unterstützung der Kasseler Sparkasse

 
Sengende Sonne und Jazzkeller
Simphiwe Dana verband im Kulturzelt südafrikanischen Gesang mit verschiedenen Musikstilen

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“Ein Wunder”, so bezeichnet Simphiwe Dana ihre erste Tour durch Europa. “Erstaunlich” findet sie den Erfolg ihres Programms “Zandisile” fern ihrer südafrikanischen Heimat. In der Tat scheinen die zierliche Sängerin und ihre Band das Staunen nicht verlernt zu haben. Echte Freude zeigt sich auf den Gesichtern der neun Musiker ob des begeisterten Applauses im Kasseler Kulturzelt.

Dabei sind es eher die Soulstimme der Sängerin mit ihren ungeahnten Tiefen und die Oktavensprünge des Backgroundgesangs, die zum Staunen verleiten. Afrikanisch traditionell klingt das, wenn Simphiwe Dana die Worte ihrer Muttersprache Xhosa klingen lässt. Ihre Stimme entführt in die sengende Sonne des schwarzen Kontinents, während die Musik das Dunkel eines Jazzkellers heraufbeschwört.

Es ist diese Verbindung aus Jazz und Gospel, Soul und afrikanischem A-cappella, die das Besondere ihrer Musik ausmacht. Und die Inbrunst, mit der das Ensemble sie zum Besten gibt: Simphiwe Dana greift immer wieder nach den Sternen, lässt ihre Hände den Ausdruck des Gesangs unterstreichen. Auch in den Soloeinlagen der Backgroundsängerin und -sänger zeigt sich die reine Lust am Gesang, der sich der Körper nicht entziehen kann.

Stimmgewaltig beklagt die Sängerin die Armut in ihrer Heimat, besingt die innere Freiheit. Simphiwe Dana, mit Turban und gelb-braunem Leinenkleid, erläutert auf Englisch die Bedeutung ihrer Songs. “Oft singen wir traurige Lieder auf eine lustige Weise”, erklärt sie. Und gibt den Text eines Schlaflieds wieder: Dank all den Menschen, die dafür kämpfen, dass unsere Kinder afrikanische Kinder sein dürfen.

Trotz einzelner englisch-sprachiger Songs wie “Troubled soldier” mit stärkerem Jazz-Charakter bleibt Simphiwe Dana dem Xhosa-Gesang treu. In “Ndiredi” mit seinem sich beschwörend wiederholenden Motiv findet das Programm zweifellos seinen wundervollen Höhepunkt.

Von Tanja Festor / HNA

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