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Mittwoch, 23.7.: Till Brönner (D)

Till Brönner (Quelle: www.Karsten-jahnke.de)
Till Brönner (Quelle: www.Karsten-jahnke.de)

Der David Beckham des Jazz wird Till Brönner genannt; doch vor allem verliert der Trompeter den Blick für seine Wurzeln nicht aus den Augen. “Der wichtigste Faktor im Jazz ist die Freiheit, sich in der Minute, in der Sekunde zu überlegen, was man jetzt eigentlich machen möchte. Wir spielen jeden Abend ein anderes Konzert. Jede Nummer klingt jeden Abend anders. Das bleibt Improvisation und Improvisation ist sehr wichtig. Dann ist es ja fast egal, ob es Jazz oder Pop oder Hip Hop oder Klassik ist.” „Oceana“ verbreitet eine einnehmende, aber einsame Eleganz. Hier klingt der Trompetenton, mal mit, mal ohne Dämpfer, warm und dabei essentiell klar reduziert. Selten zu hörende Melodien von Leonard Cohen bis Nick Drake zeugen von einem erstaunlichem musikalischen Grad an Reife. Unterstützt wird Brönner auf „Oceana“vom Gesang einer illustren Damengesellschaft: Carla Bruni, Madeleine Peyroux und Luciana Souza steuern wunderschöne Songs bei und auch Till Brönner singt, reif und ergreifend „River Man“, den Klassiker von Nick Drake.

Der Trompeter, Produzent, Komponist und Sänger festigt abermals seinen Ruf als deutsches Aushängeschild in Sachen Jazz. Till Brönner ist einer jener Protagonisten, der Jazz ganz zeitgemäß mit Elementen des Rap, HipHop und Ambient verbindet und damit mit schlüssiger Synthese in zukünftige Entwicklungen weist. Till Brönners Instrument ist die Trompete, von der man sagt, dass sie der menschlichen Stimme am nächsten sei. Also singt er mit ihr. Till Brönner hat mit Ray Brown und Peter Herbolzheimer gespielt, aber auch mit Chaka Khan, Joy Denalane und Dee Dee Bridgewater. Er bedient sich eines großen musikalischen Erbes, steift dem Repertoire einen Mantel der Aktualität über, in dem seine eigene Identität Platz findet. Dies alles geschieht mit Respekt und einer selten zu findenden Authenzität. Seine Kunst liegt in der Reduktion auf das Wesentliche, er ist ein Meister der musikalischen Intimität. In den Konzerten des Musikers entsteht eine musikalische Spannung, die fast haptische Qualität hat, gerade so, als könne man die Musik berühren.

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