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Freitag, 18. Juli: Ida Sand (S)

Ida Sand (photo credit: Jim Rakete)
Ida Sand (photo credit: Jim Rakete)

Nils Landgren, der bereits Esbjörn Svensson, Viktoria Tolstoy oder Rigmor Gustafsson die Türen zum deutschen Markt geöffnet hat, hat eine neue Entdeckung in Schweden gemacht, die mit erstaunlich erdiger Soulstimme daherkommt: Ida Sand. Doch diesmal kommt aus dem schwedischem Talentpool keine dieser entrückt intonierenden Elfen. Dies hier klingt erdig-markant, vom Blut des Blues durchtränkt und jazzverwittert.

Nils Landgren bringt es auf den Punkt: “With the gospel in her soul, pure gold in her voice and soul in her body an yet, she is from Sweden of all places”.”Meet me around midnight”, das Debütalbum der schwedischen Sängerin ist ein hervorragendes Album an der Nahtstelle zwischen Soul, Pop, Blues, Jazz und Gospel. Ida Sand wuchs in einem musikalischen Umfeld auf, die Mutter Kirchenorganistin, der Vater Opernsänger. Trotzdem hat sie sich das Klavierspielen und Singen autodidaktisch erarbeitet.

Mit mächtigem Volumen, viel Sensibilität und manchem Loop, der an Donny Hathaway erinnert, macht sich die Vocalistin über Eigenkompositionen und viele puristisch instrumentierte Coverversionen her, die von Bill Withers`“Use Me“ bis zu „Here comes the rain again“ von den Eurythmics reichen. Man staunt über eine solche klangliche Vielschichtigkeit, die mühelos zwischen innigstem Seelengefühl und unbekümmerter Frische pendelt. Ida Sand schichtet Texturen, die wunderbar transparent und unkompliziert elegant sind. Wir stellen uns vor, wie Humphrey Bogart an der Bar sitzt und mit Joe, dem Pianisten plaudert. Es gibt da ein flirrendes Gefühl von Einsamkeit und Sehnsucht. In Schweden nennt man die Stunde ab Mitternacht ‚die Stunde des Wolfes’. In der hat Ida Sand trefflich geheult.

Ida Sand (voc., piano, keys); Ole Gustafsson (guitar); Andreas Helund (drums); Thobias Gabrielsson (bass).

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