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Freitag, 11. Juli: Get Well Soon (D)

Get Well Soon (photo credit: Jan Windszus)
Get Well Soon (photo credit: Jan Windszus)

„Rest Now, Wearly Head You Will Get Well Soon” ist ein kleines Wunder, das aus allen Nähten platzen möchte vor lauter Referenzen. Songwriting, ambitioniert und frisch – Opulenz und Eleganz in kongenialer Zweisamkeit. Nach den Auftritten in Glastonbury und beim Electric-Picnic-Festival in Irland sorgen Get Well Soon, die deutsche (sic !) Band um Konstantin Gropper auch hierzulande für Furore.

Gropper hat mit seinem Debüt dramatische Breitbildepen geschaffen, die sich dank ihrer Schönheit zu Durchhaltehymnen wandeln. Songs wie “I sold my Hands …” erinnern an Sigur Rós, und Gropper singt mit einer Stimme, die je nach Tonlage an Thom Yorke, Tom Waits oder Nick Cave erinnert. Er erfindet eine grandiose Coverversion von Underworlds “Born slippy” und mit “Witches! Witches! Rest now in the Fire” eine irrwitzige Michael-Holm-Variation. Konstantin Gropper mag Stanley Kubricks Werke und so bunt und schwelgerisch wie dessen Filmkunst ist auch die Musik von Get Well Soon. Konstantin Groppers Devise: überschwängliche Melodien pfeifen statt Trübsal blasen.

Er ist klassisch ausgebildeter Multiinstrumentalist, Popakademiker, aber in erster Linie romantischer Melancholiker. Barockes Weltuntergangsdrama, fantastisches Abenteuer, Murder Story, Italo-Western, Beirut-Balkanschlager und jede Menge Herzschmerz-Tragödie – Get Well Soon liefern den Score für weltabgewandte Tage vorm emotionalen Heimkino. Schwermütiges Kraftfutter für die Seele, das erst demoralisiert und dann mit einem erbauenden Gefühl von Frühling wieder aufrichtet: “And then the sky cleared up / And everything you said became true to me”. Wir legen uns hier einmal fest: eine der schönsten Platten des Jahres. Bezaubernd, intelligent und elegant krachend. Auf der Bühne wächst das Einmannprojekt zur achtköpfigen Band mit Akkordeon, Geige, Trompete und mehr - und dann taugen nur noch Arcade Fire und Bright Eyes als Orientungsgrößen. hier aus allen Nähten platzen möchte vor lauter Referenzen. Ein Songwriting, so ambitioniert und frisch und heutig, dass es einem süße Stiche in die Brust versetzt.” TAZ

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