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Agnes Obel (DK)

Philharmonics

Aug ’11
5
19:30

Agnes ObelEin wunderbares Debüt hat die dänischen Künstlerin Agnes Obel da hingelegt; stilistisch bewegt sie sich zwischen Katie Melua und Feist. Agnes Obel ist dem deutschen Publikum allerseits über ihren fantastischen Song „Just so“ bekannt, der von der Telekom in einer ihrer letzten groß angelegten Kampagnen verwendet wurde - einmal gehört hat man den Song nie wieder vergessen! Agnes Obél schreibt, komponiert, singt und produziert ihre Musik allein. Und das nicht in einem der zahlreichen Musikstudios, sondern in ihrem Schlafzimmer. “Als Kind habe ich begonnen, klassisches Piano zu lernen. Damals hörten meine Eltern sehr unterschiedliche Musik, mein Vater meistens Jazz während meine Mutter Lauri Anderson und Talking Heads hörte. Ein Künstler, der mich damals ziemlich beeinflusst hat, war der schwedische Jazzpianist Jan Johansson, der traditionelle europäische Folk-Melodien als Jazz spielte. Wahrscheinlich habe ich so die Folk-Musik entdeckt.“ Ab und an verirren sich dezente Celloklänge in den Klangfluss, mal gemahnt die Begleitung in ihrem verlässlichen Ostinato an ein Spieluhrwerk, tröstend und verstörend zugleich. Das Geheimnisvolle in Obels Musik speist sich nicht aus Klangeffekten, sondern eher aus der Stille. Hier ist nichts symphonisch-romantisch übersteigert oder gar verschwurbelt; bei Obel dominiert eine Klarheit, die ihresgleichen sucht. Nichts Überflüssiges haben die Songs an sich; sie bestechen durch eine klassische Schnörkellosigkeit jenseits des Zeitgeistes. Die Songs der Agnes Obel ruhen in sich selbst; ihnen wohnt eine nahezu Bach’sche Strukturiertheit und Sakralität inne, gepaart mit einer Stimme, zu geerdet um als ätherisch beschrieben zu werden. Philharmonics lässt sich wirklich schwer zuordnen: Würde man es in die Schublade „Piano–Pop“ oder „Folk“ schieben, täte man dieser Musik wirklich Unrecht. Agnes Obel schafft es mit einer überschaubaren Anzahl an Instrumenten Liedstrukturen zu schaffen, die man zurecht als zeitlos bezeichnen kann. Lediglich das Klavier zieht sich fortwährend wie ein „grüner“ Faden durch die Songs. Begleitet von Cello, Gitarre und zurückhaltenden Percussion – Obel verkleidet jedes einzelne Kleinod mit klassischer Instrumentierung: reduziert, verspielt, mit lachendem und weinendem Blick.

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