Menü

Hindi Zahra (Marocco)

Handmade Tour 2011

Aug ’11
10
19:30

th_hindi-zahra-photo-credit-hassan-hajjajHindi Zahra ist das neue Gesicht einer jungen Generation emanzipierter, kosmopolitischer Songwriterinnen Nordafrikas. Sie hat alles, um als Künstlerin erfolgreich zu sein: Ein Name, der Orientalisches vermuten lässt, einen multikulturellen Hintergrund, Vielsprachigkeit und, wie ihre bunten Gewänder verraten, die nötige Prise Originalität. Als Tochter eines Franzosen in Marokko aufgewachsen, fließen in ihre Musik französische und afrikanische Elemente ein. Doch die afrikanischen Wurzeln machen nur einen Teil des Erbes aus, von dem Zahra zehrt.

th_efr366-014-mfMit ihrem Vater siedelte sie in jungen Jahren nach Paris über, bekam mit 18 Jahren einen Job im Louvre. “Das war mein großes Treffen mit der Kunst”, sagt sie, “als Kind war ich nachdenklich und eng mit der Natur verbunden. Die Gemälde haben bei mir ganz ähnliche Empfindungen ausgelöst”. Chansons muss sie auch viele gehört haben in dieser Zeit; diesen Geist atmen die Lieder fast alle. Als Backgroundsängerin hat sie in Paris und London Hip Hop, Jazz und Soul aufgesaugt und nun aus dem kunterbunten Haufen eine eigene Mischung kreiert.

th_efr366-009-mf2Manu Chao trifft Portishead - Die junge Hindi Zahra schöpft aus Pop, Chanson, Jazz und verbindet sie mit marokkanischen Elementen. “Handmade” heißt ihr sonniges Debütalbum. Schwermütige Nebel verhängen eine global inspirierte Szenerie, gedämpfte Klänge überraunen afrowurzelige Rhythmen, der Gesang schlurft eher, als dass er tänzelte. Ihre Texte hat Hindi Zahra in teilweise eigenwilligem Englisch und in Tamazight geschrieben, und selbst produziert hat sie das Album auch. Das britische Magazin The Wire hat Hindi Zahra mal als Symbiose aus Django Reinhardt und Billie Holiday bezeichnet, lange, bevor es ihre Musik zu kaufen gab.

th_efr366-003-mfUm in Zahras Gitarrenspiel Anklänge an Djangos Gypsy-Jazz zuhören, muss man schön frei assoziieren. Die Stimme von Lady Day ist allerdings wirkliche nicht weit. Hip-Hop liebt sie genauso wie amerikanischen Blues, nordafrikanische Rhythmen ebenso wie Jazz. Ihrem kürzlich bei Blue Note erschienenen Debüt „Handmade“ hört man all diese und viele weitere Einflüsse an. Was den musikalischen Kosmos gleichwohl zusammenhält und zu einem geschlossenen Werk macht, ist die melancholische Grundfärbung ihrer Songs und Hindi Zahras zwischen Billie Holiday und Feist changierende Stimme. Zu ihren Vorbildern gehören Ella Fitzgerald und die ägyptische Sängerin Oum Kalthoum – die Strecke zwischen den USA und Afrika ist für Zahra eben nur ein Katzensprung.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.