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Polarkreis 18 (D)

Frei

Aug ’11
13
19:30

pk18_planet_v„Ich werde euch einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen. Ich bin begierig zu sehen, was ihr dazu sagt. Sie haben mich mehr angegriffen, als dies bei anderen der Fall war. Mir gefallen diese Lieder mehr als alle, und sie werden euch auch noch gefallen.“ Franz Schubert „Winterreise“ Polarkreis 18 können – musikalisch gesehen - vom Winter nicht genug kriegen. Vor zwei Jahren wirbelten die sechs Dresdner Jungs mit ihrem äußerlich eisig anmutenden Album „The Colour Of Snow“ ganz nach oben, und ihre Single „Allein Allein“ blieb ganze 40 Wochen quasi als Spitze des Eisbergs, in den Charts. Und auch ihr umjubeltes Debüt-Album „Polarkreis 18“ kam in frostiger Optik daher, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass beim Abspielen je die Gefahr des Global Cooling drohte, im Gegenteil: Die Lieder von Polarkreis 18 sind ganz und gar geeignet, die Polkappen zum Schmelzen zu bringen.
„Frei“, ihr drittes Album, ist zwar erstmals kein winterlicher Titel, dafür nimmt es uns mit auf eine Winterreise. Die 6 Musiker haben Franz Schuberts bald 200 Jahre altes Werk in die Neuzeit geholt und das Thema Winterreise als Orientierung, sowie musikalischen und lyrischen Handlungs- und Interpretationsspielraum genutzt. Das Ergebnis sind nicht 24 Lieder wie bei dem hoffnungslosen Romantiker Schubert, sondern zehn starke, moderne, eigenständige Songs, die, wie in „Unendliche Sinfonie“ von Liebe und Sehnsucht handeln und wie in „Evergreen“,auch auf den Lindenbaum als dem romantischen Sinnbild für Geborgenheit zurückgreifen.

th_pk18_planet1Polarkreis 18 bleiben mit „Frei“ ihrem orchestralen, bisweilen bombastischen Sound genauso treu, wie dem fantasievollen Wechselspiel zwischen deutschen und englischen Texten. Herausgekommen ist ein Liederzyklus mit bisher ungekannter Tiefe und Drama, Energie und Opulenz. Es sind Kompositionen mit kristallklarem Sound und Text. Ein Jahr lang schlossen sich Felix Räuber, Silvester Wenzel, Klavier, Elektronik; Ludwig Bauer, Gitarre; Klavier), Christian Grochau, Schlagzeug; Philipp Makolis, Gitarre, Klavier; Uwe Pasora, Bass und Produzent Sven Helbig quasi ein, arbeiteten erstmals in ihrem eigenen Studio, ihrem „Band-Biotop“ oder ihrer „Kreativ-Zelle“, wie sie ihr Studio nennen, entstanden sind komplexe Kompositionen mit verblüffend einfacher, ergreifender Wirkung, die dem Konzept „Reduce to the max“ folgen. Diese Kunst beherrscht Polarkreis 18 wie keine zweite Band. Es ist zweifellos das stärkste und intelligenteste Werk von Polarkreis 18. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes Frei.

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