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BOY (CH/D) support: NIAS

Aug ’12
12
19:30

Boy; © Benedikt SchnermannDem Eröffnungsfest der diesjährigen Berlinale haben Boy den Drive verliehen.
«Drive darling, drive…» BOY - das sind Valeska Steiner und Sonja Glass. Erstere kommt aus Zürich, zweitere aus Hamburg; die Texte sind englisch, die Songs von Weltformat. Es sind elektrisierende Popstücke. Reich an Facetten, filigran arrangiert.Nina Kinert kommt einem in den Sinn, skandinavisches Songwritertum. Aber auch Indie-Pop. Wie in «Drive». Der Song sagt: volle Fahrt voraus. Valeska Steiner singt «Drive darling, drive». BOY geben Gas. Plötzlich sind da Beats, die gemahnen gar an Phoenix, die französischen Synthie-Rocker. Ganz von ungefähr kommt das nicht: Bei vier Stücken ist der Drummer von Phoenix höchstpersönlich am Werk.

Boy; © Inga SeeversHerbert Grönemeyer sagte über die Mini-Girlgroup: “Boy ist lebensbejahende, augenzwinkernde, vortreffliche, klare Musik. Direkt aus tiefen Herzen, melodiös, becircend. Wohltuend!”. Der Sound des Duos klingt wie eine Mischung aus der rockenden Eleganz von Phoenix, der quirligen Musikalität von Feist und der emotionalen Tiefe eines Bon Iver. Die beiden Frauen haben sich an einem Popkurs in Hamburg kennengelernt und gaben ihr Debut mit dem Album «Mutual Friends», das auf Grönemeyers Label Grönland erschien.. Übrigens war Valeska Steiner als Solo-Singer/Songwriterin eine der ersten MX3 Entdeckungen, die auf DRS Virus zu hören waren. BOY – das ist ein junges Duo, das sich seinen eigenen musikalischen Weg bahnt. Eine Art Songwriter-Pop, der berührend und verspielt klingt, und sich seine Geschichten aus dem eigenen Leben angelt. Die Single “Little Numbers” ist ein Nachzügler auf dem Album. Aber genau deshalb – weil alles erledigt war, und die Arbeit spielerisch wurde – besitzt “Little Numbers” diesen ausgelassenen Drive, etwas ungestüm Wildes und eine frisch verliebte Heiterkeit. BOY beweist, dass man auch heutzutage  ohne digitale Bässe viel Stimmung machen kann!  Der Song wurde zum Soundtrack des Kinofilmes „Sex ist auch keine Lösung“.

Die klare Stimme von Sängerin Valeska Steiner steht immer im Zentrum des Geschehens. Und das ist auch gut so, denn die Schweizerin überzeugt mit angenehm lasziven Vocals.  Die Hit-Dichte ist beachtlich. Ob “Little Numbers”, “Drive Darling” oder das flotte “Oh Boy”; alles Songs mit Ohrwurmqualitäten. Die Gitarren werden gezupft, manchmal kräftig angeschlagen. Feinfühlige Keyboard-Themen und unverschnörkelte Rhythmen bilden das musikalische Fragment für eine wunderbar entspannte Musik. «This is the beginning», heisst es im Opener. Es ist erst der Anfang. Von BOY wird noch viel zu hören sein.
Freuen darf man sich auch auf den support: NIAS sind in Berlin ein heiss gehandelter Geheimtipp:Rauhe Stimmen, synthetische Bässe sowie ein alles bewegender Beat treffen bei NIAS auf harmonischen Reichtum und kühle Eleganz.
Das ergibt große Popmusik, die in die Beine und nicht mehr aus dem Ohr geht und man die Band ganz unverlegen in eine Reihe mit Größen wie Metronomy, Chromeo, Nôze und Bloc Party stellen kann.

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