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The Brandt Brauer Frick Ensemble

Mr. Machine

Aug ’13
7
19:30

18-thebrandtbrauerfrickensemble-copyright-harry-weber“Emotionale Körpermusik” nennen sie ihren Sound, “der sich anhört als hätte man Steve Reich und Theo Parrish auf einen Nenner gebracht” (Groove Magazin) – genial. Stehende Ovationen und tosender Applaus allerorten: Brandt Brauer Frick spielen mit ihrem zehnköpfigen Orchesterensemble Techno im großen Stil – live und ganz ohne elektronische Hilfsmittel verbinden sie ihn mit Neuer Musik und Jazz. Eine House-Band ist schon eine feine Sache - wenn sie klingt, wie dieMusiker von Brandt Brauer Frick, die mit ihrem Debütalbum einen großen Wurf landeten, der versammelte Popdiskurs geriet tatsächlich für einen Moment ins Stocken. Dass Tuba, Harfe und Posaune auch grooven können, beweisen Brandt Brauer Frick mit ihrem neuen Album “Mr. Machine”. Die zum Ensemble gewachsenen Shooting Stars lassen die Synthesizer ruhen, um Klassik und Techno zu fusionieren. Das Ensemble ist nun angetreten, die Demarkationslinie zwischen rhythmischer Beat-Plastik und Akustik zu besetzen. Auch wenn es noch immer Vorurteile gegenüber club-affiner Musik gibt, die sich der akustischen Instrumentierung bedient, so schlägt das Wahl-Berliner Trio Brandt Brauer Frick eben diese Richtung ein. Nach ihrem pittoresken Debüt “You Make Me Real” greifen Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick nun zu Piano, Pauke und Posaune. Für die Klassikadaption wuchs ein Ensemble heran, das zehn Musiker umfasst. Das Kollektiv macht Schluss mit der mechanischen Regentschaft und tauft das in fünf Tagen aufgenommen Zweitwerk dennoch “Mr. Machine”.

18-the-brandt-brauer-frick-2Mensch oder Maschine, Elektronik oder Akustik – große Fragen. Keineswegs episch zieht das Tentett seine Arrangements auf, es sucht auch im Stillen den großen Knall. Durch Paukenschläge wird “Teufelsleiter” in eine rasante Grundstimmung überführt, ehe Harfe, Tuba und Violine endgültig die Regie übernehmen – Paul Frick, so etwas wie der geheime Dirigent des Ensembles, klingt manchmal gar wie ein junger Dave Brubeck. Das Brandt Brauer Frick Ensemble reproduziert seine eigenen Ideen, da hört sich der Spagat zwischen Avantgarde und Klassik-motiviertem Techno überbordend an. Dass sie die Überfülle der orchestralen Möglichkeiten nicht ausschöpfen, ist nicht als Mangel, sondern als Entschlossenheit zur Filigranität zu deuten. Hier stellen die Jungs ihr anziehendes Talent für poly-rhythmische Sounds unter Beweis. Auf Platte super, live überragend.

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