Menü

Johannes Oerding (D)

Das Konzert ist ausverkauft

Aug ’13
10
19:30

21-johannes-oerding-credit-ben-wolf51Ein Mann und seine Gitarre. Und einen Rucksack voll Lieder. Mehr braucht es ja - zum Glück - nicht, um gute Musik zu machen. Johannes Oerding nahm sich diese einfache Formel schon vor Jahren zu Herzen und bereicherte damit die erfreulich angewachsene Riege deutscher Singer/Songwriter um ein ziemlich markantes Kapitel. Denn Johannes Oerding nennt eine Stimme zu eigen, wie man sie hierzulande lange nicht gehört hat: eine rauchige, leicht brüchige und trotzdem einschmeichelnde Stimme, meilenweit entfernt vom sahnigen Soul eines Xavier Naidoo, dessen unzählige Kopien jahrelang das deutsche Liedgut beherrschten.

21-johannes-oerding-credit-ben-wolf11Oerdings Stimme ist weit erdiger, eine, die direkt vom prasselnden Lagerfeuer um die Ecke zu kommen scheint. Und mit ihr singt er denn auch von klassischen Lagerfeuerthemen, von Fernweh, von unerfüllter (und erfüllter) Liebe, vom Leben allgemein oder auch schlicht: vom Sommer. Das ist bester, großer Folkpop, und so eigentümlich nah und intim, dass selbst Studioaufnahmen klingen, als säße Oerding direkt auf dem Schoß des Zuhörers. Mit der Klampfe in der Hand, natürlich.
Es versteht sich von selbst, dass auch ein Johannes Oerding seine Musikerkarriere nicht an den Lagerfeuerplätzen der Republik starten konnte. Im Gegenteil, für ihn kann es gar nicht groß genug sein. Das Jahr 2013 startete er als Support für den großen alten Gott der Reibeisenstimme, Mr. Joe Cocker himself, vor bis zu 50.000 Zuhörern. Möglicherweise liegt hier das Geheimnis der Nähe und Intimität in Oerdings Songs: er ist schlicht und einfach eine echte Rampensau. Im besten Sinne. Einer, der Konzerte und Publikum braucht wie andere die Luft zum Atmen, oder die fricklige Ruhe des privaten Musikstudios. Sei es nun das heimelige Lagerfeuer oder die große Mega-Arena, Johannes Oerding ohne Ohren, die zuhören, und Hände, die klatschen, das geht scheinbar gar nicht.

21-johannes-oerding-credit-ben-wolf31Auf dieser Symbiose hat Johannes Oerding auch seine gesamte Musikerlaufbahn aufgebaut. Aus dem heimischen Geldern am Niederrhein, wo es naturgemäß viel Vieh und Landschaft gibt, aber wenige Ohren und Hände zum Klatschen, pendelte er schon Ende der 1990er Jahre, im zarten Alter von 17 regelmäßig nach Hamburg, um als Musiker zu arbeiten und die Umgegend in echten Ochsentouren komplett zu besingen. Und erst viel später, nachdem er dort bei nahezu jeder Milchkanne einmal vorbei geschaut hatte, machte er sich ganz gemächlich daran, auch im Studio zu arbeiten und ein eigenes Album aufzuzeichnen. Erst 2009, fast zehn Jahre nach den ersten Konzerten, erschien schließlich die erste Oerding-Platte “Erste Wahl”. Und - er machte da weiter, wo er aufgehört hatte, bei den Konzerten. Mehr als hundert Gigs im Jahr, zwei weitere Alben, Touren mit Künstlern wie Simply Red oder Stefanie Heinzmann - Johannes Oerding hat es geschafft, sein ganz privates Lagerfeuer ziemlich zu erweitern.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.