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Manu Katché Quartet (F)

Manu Katché

Aug ’13
17
19:30

25-manu-katche-c-gildas-bocle1Auf seinem vierten Album für ECM, schlicht „Manu Katché“ betitelt, gibt der Franzose mit den afrikanischen Wurzeln den Rahmen und die Richtung mit seinem unverwechselbaren Schlagzeugspiel vor, wobei seine Kompositionen und Arrangements förmlich aus den Rhythmus-Mustern herausstrahlen. Sein kraftvoll vorwärtstreibender und dabei doch entspannter Groove unterscheidet sich von dem aller anderen Schlagzeuger und trägt die Solisten in neue Höhen.

25-manu-katche-1-c2a9visualZur Besetzung der Katché-Band gehören derzeit auch der Norweger Tore Brunborg, der in den 1980er Jahren in der Band Masqualero erstmals auf ECM zu hören war. Der britische Keyboarder Jim Watson beeindruckt gleichermaßen mit seinem minimalistisch-beharrlichen, und doch lyrischen Klavier - wie auch mit seinem süffigen, wirbelnden Orgelspiel. Kaum zu glauben, welchen Rang ein Schlagzeuger einnimmt, der seit fast dreißig Jahren Musikern aus Pop, Rock und Jazz die rhythmische Basis geliefert hat - und jetzt eine neue Produktion unter eigenem Namen herausgebracht hat, die man freilich unter die Meisterwerke des Jazz einreihen muss: Manu Katché. Alles, was im Jazz herausragendes Handwerk eines Schlagzeugers seit Gene Krupa und über Elvin Jones vereint. Man fragt sich, woher dieser Drive und diese Intensität kommen. Entspannt entspinnen sich die sketchartigen Kompositionen Katchés. Sein luzides Schlagwerk drängt sich nie in den Vordergrund. Ohne die ungeheuer einfühlsamen, aber dennoch stets groovenden Schlagzeugkünste Manu Katchés wäre die Popwelt (und nicht nur die) deutlich ärmer. Katché trat zwar schon Ende der 70er Jahre mit Größen wie der damals in Paris lebenden brasilianischen Pianistin und Sängerin Tânia Maria oder dem Jazzpianisten Bobby Few auf, ins Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit geriet er aber eigentlich erst ab 1986, nachdem er an der Einspielung von Peter Gabriels Pop-Klassiker “So” mitgewirkt hatte. Seitdem hat Katché mit zahllosen Größen der internationalen Musikwelt zusammengespielt: Sting, Joni Mitchell, Dire Straits, Simple Minds, Tears For Fears, und und und… Schon dieser gekürzte Auszug aus der Liste der Künstler, die Katché in beinahe zwanzig Jahren begleitete, zeigt zum einen seine geradezu universelle Vielfältigkeit als Drummer, zum anderen aber auch, daß er bei der Auswahl der Musiker, mit denen er zusammenarbeitet, hohe Qualitätsstandards setzt. Das Schlagzeug Manu Katchès scheint zu singen, er verfügt über eine filigrane und elegante Spielkultur, eine poetische Einfühlsamkeit. Seinen Schlagzeug-Stil bezeichnete Katché selbst einmal als ein “Amalgam aus afrikanischen Rhythmuskonzepten und klassischem Schlagzeugspiel, illuminiert durch die ad hoc entstehende Interaktion des Jazz”. Manu Katché lässt spüren, dass das, was er spielt, nur den Bruchteil seines Könnens darstellt. Darunter ist ein Vulkan verborgen.

Luca Aquino, tp; Tore Brunborg, sax; Jim Watson, piano; Manu Katche, drums

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