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Polica (USA) support: New Found Land (SE)

Give You The Ghost

Aug ’13
21
19:30

27-policasupport: New Found Land (SE)
Schon 2009 erschien ihr Debut „We All Die“ in ihrer Heimat Schweden, bereits ein Jahr später folgte „The Bell“ auf ihrem eigenen Label Fixe Records und bescherte ihr international Erfolge. Ihre Lieder flirren als Soundtrack in US-amerikanischen TV-Serien und Kinofilmen. Eine Erfolgsgeschichte also. Leute wie Gold Panda, Miracle Fortress oder Little Dragon bieten Inspiration - Depeche Mode ist nach wie vor eine ihrer Lieblingsbands und an Arcade Fire interessiert sie „die Freiheit die sie sich nehmen“. Freiheit zeichnet Anna Roxenholt, Kopf von New Found Land, in ihrer Musik aus. Feinsinniger Electro- und Indiepop, kühl und elegant trifft den Nerv des jungen Jahrtausends. Die Stimme von Anna ist klar wie ein Kristall, auf der Bühne tänzelt die Band facettenreich zwischen analoger Bandmusik und Studioelektronik. Komplexe Melancholie und perfekte Indie Pop-Hymnen geben sich die Hand. Zum Himmel strebende Melodien mit viel Willen zu großen Momenten - die Sogwirkung von New Found Land ist magisch.

“I’ve been listening to this band Poliça from Minneapolis lately. They’re the best band I’ve ever heard.” Gesagt wurde dieser Superlativsatz von keinem Geringeren als Justin Vernon, dem Kopf von Bon Iver und einem der besten Singer/Songwriter, den die amerikanische Musiklandschaft aktuell zu bieten hat. Der Mann meint also, Polica ist das Beste, was er je gehört hat. Ist das zu fassen? Ja, ist es! Von Minneapolis aus verbreitet sich die Kunde dieser jungen Band. Gerade ein Jahr gibt es Poliça, das erste Album „Give You The Ghost“ erschien Mitte des letzten Jahres in Deutschland, und längst sind sich die Blogger, Radiomacher, Zeitungskritiker und Musikerkollegen einig, dass da etwas Großes kommt. Das beste Debüt des Jahres urteilte die ZEIT. Polica, Ableger des umtriebigen Künstlergroßkollektivs Gayngs, unter Regie der Produzenten Ryan Olsen und Jim Eno (Spoon), bestehend aus zwei Drummern, einem Bassisten und der Sängerin Channy Leaneagh (Casselle), treiben ein verblüffendes Spiel mit Stimmungen und widersprüchlichen Emotionen, mit elektronischen Effekten und organischen Klängen. “Tremble at the taste of”: Auch der Konzertbesucher staunt ob dieser atemberaubenden Kompositionen, die angesichts der Fülle an Rohheit und Gefühl, an Präzision, an Synthesizer-Loops und Schlagzeug-Opulenz zu vibrieren scheinen.

27-polica2Die virtuosen Steigerungen, die Spannungsbögen, die die Band entwickelt, die filigranen und doch fulminanten Soundgebilde münden in einer berauschenden Klangsprache. Der grösste gemeinsame Nenner dieser Musik: fette, raumgreifende Synthieloops, die so gewaltig und brachial, so vielschichtig und verschränkt daherkommen, wie man es so kunstvoll sonst nur von Portishead oder Massive Attack kennt. Die Rückbesinnung auf HipHop und R&B der 90er heben Polica deutlich ab von anderen Neo-R&B-Acts der Gegenwart wie The Weekend oder Drake. Polica verwenden stets zwei Drumsets im Studio und auch live und sie setzen konsequent auf Autotune. Channy Leanagh benutzt aber ihr TC Helicon-Effektgerät nicht, um sich dahinter zu verstecken: “Ich benutze es, um meine Stimme zu verändern und zu bearbeiten. Es fängt die Noten meiner Stimme so ein, dass es mich an eine Oboe oder ein Instrument aus dem Mittleren Osten erinnert. Es geht da um dieses sanfte, süße Karma, das sich irgendwie um die Melodien der Instrumente schlängelt. Es gefällt mir, Autotune genau so zu nutzen.” Ihre Musik driftet manchmal in Richtung Punk, dann wieder in Richtung R&B. Immer wendig und total aufregend. In ihren Konzerten feiern Polica Trip-Hop, R’n’B, Postpunk, Indierock, Elektronika und dabei gleichzeitig die Quellen des Folk – aber wer braucht denn hier noch Genrezuordnungen. Hingehen!

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