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Trombone Shorty & Orleans Avenue (USA)

Jul ’14
22
19:30

th_tromboneshortyorleansavenue_3Wenn Troy Andrews alias Trombone Shorty auftritt, könnte auch eine fette HipHop-Show folgen: Da kommt ein großer junger Typ im Shirt auf die Bühne, zeigt die kräftigen Oberarme und grinst durch die Sonnenbrille das Publikum an. Aber Mr. Andrews rappt daraufhin keineswegs ins Publikum, sondern greift zur Posaune. Er erwarb sich schon in frühester Kindheit eine derartige Meisterschaft auf dem schwierigen Instrument, dass er als Sechsjähriger bei großen Umzügen in seiner Heimatstadt New Orleans mitlief. Derartige musikalische Frühbildung funktioniert natürlich nur in einer ebenso musikalischen Familie – Andrews Großvater war der Sänger Jessie Hill, alle Verwandten spielen in irgendeiner Band – und vor allem: in einer Stadt wie New Orleans.
th_tromboneshortyorleansavenue_2Nur hier, am Quellort der amerikanischen Musik, konnte Andrews so viele verschiedene Stile und Handschriften kennenlernen, vom klassischen New Orleans Jazz der Brassbands über Südstaaten-Dynastien wie die Marsalis’ und die Nevilles bis hin zu Unikaten wie Dr. John. Nur hier konnte der kleine Troy Andrews zum großen Trombone Shorty heranwachsen: mit bisher mehr als einem Dutzend veröffentlichter CDs, Konzerten mit großen Kollegen, von Lenny Kravitz bis U2 und Jeff Beck, und Dauerpräsenz auf sämtlichen Südstaatenfestivals. Auf der Bühne verbindet er den locker-coolen HipHop-Charme mit größter Meisterschaft an seinem Instrument, der Posaune, und rührt samt den Kollegen seiner Band Orleans Avenue einen ziemlich heißen musikalischen Eintopf an: Meters-Rhythmen, Rock-Riffs, viel Funk, ein wenig Soul-Pop und natürlich HipHop machen aus Trombone Shorty & Orleans Avenue seit Jahren eine der angesagtesten Bands in den USA.
th_tromboneshortyorleansavenue_1Und er zeigt: New Orleans ist bis heute das überaus kräftige Herz der amerikanischen Musikkultur. Selbst in der Katastrophe, nur wenige Wochen nach dem verheerenden Orkan Katrina im Jahr 2005, während die Bush-Administration noch zauderte, reiste der damals gerade 19-Jährige mit einer Armada von Kollegen nach Austin/Texas, um das Benefiz-Album „Sing Me Back Home“ aufzunehmen. Musikalische Tradition ist eine echte Macht.

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