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Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi (D)

Expedition ins O

Aug ’14
2
19:30

th_kaptnpengunddietentakelvondelphi_telefon_credit_simadehganiIm April 2012 brachten die Berliner Brüder Shaban und Käptn Peng (Schauspieler Robert Gwisdek)ihr Album „Die Zähmung der Hydra“ heraus. Direkt in die Plattenregale, nahezu ohne Promo, Schnickschnack und Marketingkampagne. Der Musikexpress vergab eilig noch fünf Sterne: „Rappen übers Rappen steht beim Käptn nicht im Bordbuch, stattdessen Erkundungen der eigenen Psyche und lyrische Forschungsreisen in die deutsche Semantik. Es ist nicht zu fassen: Intelligenter deutscher Rap ist möglich.“ Das sprach sich rum, die Fangemeinde kam via Internet, die live Konzerte ausverkauft, so geht das heute. Inzwischen schließen sich die Brüder mit drei Freunden zu einem Kollektiv zusammen: den Tentakel von Delphi. Diese sehr besondere Liveband hat ihren vollkommen eigenen Klang gefunden, der sowohl aus den unterschiedlichsten musikalischen Stilen, als auch aus der ungewöhnlichen Instrumentierung hervor geht: Aus Haushaltsartikeln wie Bürsten, Töpfen, Gabeln, einem Koffer, einer Stahlsäge, drei Fahrradklingeln und vielem mehr baut sich die filigrane

th_kaptnpengunddietentakelvondelphi_credit_martindostPercussion zusammen - für den nötigen Bass im Beat hingegen sorgt Shaban, der auf einem Plastikkübel aus dem Baumarkt und mehreren Snares trommelt. Der Bassist spielt auf einem 2.000 Jahre alten Kontrabass aus Mammutbaumholz, der mit Saiten aus Meerschweinchen-Darm bespannt ist. Peng schickt seine Stimme gerne über durch Gitarrenverstärker und der Gitarrist steckt sich für manche Lieder Feuerzeuge zwischen die Saiten, damit der Ton nicht „so schön“ klingt. Nachdem sie in dieser Konstellation 2012 Clubs und Festivals zum Beben brachten, zogen sie sich in ein altes Hörspielstudio zurück, um dort aufzunehmen und kehrten dann für Post-Produktion und das Mischen in Shabans Studio heim, wo schon die Hydra entstand.
th_kaptnpengtentakelvondelphi_credit_maxim_abrossimowSo stampften sie innerhalb von einem dreiviertel Jahr in kompletter Eigenregie das erste “Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi”-Album aus dem Boden. Der Kompass hat seine reine Hiphop-Nordung abgelegt, er pendelt in die unterschiedlichsten Richtungen aus: von südländischem Western-Disco-Country über Indie-Dubstep-Punk bis hin zu zerbrechlichen Balladen und akustischen Hiphop-Brettern vom Planten Omega. „Hip Hop ist ein Araberhengst, der meist von Kamelreitern geritten wird“, so Käpn Peng. Er jedenfalls ist die intelligente Antithese zur deutschen Rapszene.

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