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10. August: Eric Bibb / Little Willie Littlefield (USA)

Eric BibbKonzertkritik der HNA

Er besitze eine Stimme, für die es sich zu sterben lohne! So urteilt die TIMES. Das Lob gilt Eric Bibb, einem der meistverkannten Blues-Musiker überhaupt. Seine samtweiche Stimme betört jeden, der den Künstler einmal live gesehen hat. Er ist ein absoluter Meister darin, Spannung aufzubauen und sie einen ganzen Abend lang zu halten. Der Sänger und Gitarrist Eric Bibb, geboren 1951, Neffe des Modern Jazz Quartett Mitgründers John Lewis, kam schon in jungen Jahren mit bekannten Musikern der New Yorker Folk- und Blues-Szene in Kontakt, sein Vater war ein bekannter Sänger der NY-Folkszene. Von Eric Bibb heißt es im All Music Guide, dass er einer der vielversprechendsten Musiker der 90er Jahre sei.

Beginn: 19.30 Uhr,
VVK: 16 Euro & 1,50 Euro Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: 18 Euro

Heute, im neuen Jahrtausend, ist seine Diskografie stattlich und das Lob noch überschwänglicher geworden. Keiner versteht es wie er, Folk, Blues und Songwritertum auf so sensible, sehr eigenständige Art zusammenzubringen. Seine Songs und seine Präsenz rühren an etwas, das im Dröhnen des popmusikalischen Alltagsgeschäfts verloren gegangen ist: die spirituelle Dimension der Musik. Bei ihm finden Blues, Folk, R & B, Gospel und Jazz auf eine ganz persönliche Art zueinander. Bibb findet dabei immer wieder Zeilen und Metaphern, die auf die universelle Dimension der menschlichen Erfahrung verweisen, ganz wie es die Blues- und Folktradition verlangt. Der Gitarrist und Sänger wird begleitet von dem exquisiten Schlagwerker Larry Crockett.

Little Willie Littlefield gilt als „lebende Legende“, und Fats Domino kürte ihn zu seinem Lieblingspianisten. Der 1931 in Texas geborene Musiker hatte bereits mit sechzehn Jahren seinen ersten Hit: „Little Willie’s Boogie“ - und damit auch gleich seinen Spitznamen weg. Little Willie kombiniert eine unglaubliche Geschwindigkeit auf dem Piano mit einzigartigem Gefühl für Rhythmus und Melodie. Sein pianistisches Können ist immens, daneben glänzt er als Sänger und Komponist.

Little Willie spielt Blues, Boogie Woogie, Jazz, er stand mit Duke Ellington und Count Basie auf der Bühne. Evergreens wie „Ruby, Ruby“ und „Kansas City“ klingen immer noch im Ohr und stammen aus der Feder dieses charismatischen Menschen. Die letzten fünf Jahre hat er in seiner Wahlheimat Holland hauptsächlich mit Angeln verbracht. „Inzwischen bin ich mit jedem Hering in Holland per Du – es wurde langweilig. Ich fühle mich super – ich will wieder spielen“, erklärte Little Willie. Welch ein Glück für seine große Fangemeinde.

 

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