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Cubanismo! (Cuba)

Mardi Gras Mambo

Jul ’09
19
19:30

Man beachte die Ausrufezeichen! Cubanismo ist nicht einfach nur Cubanismo, es ist: ¡Cubanismo! Die Musiker von ¡Cubanismo! um Trompeter Jesús Alemañy gehören einer anderen, jüngeren Zeit als der Buena Vista Social Club an.

16-cubanismi-01Sie sind aufgewachsen in Castros Kuba, aber geschult an der Welt und ihren Musikstilen. Nichts hindert sie daran, den guten alten Son mit Mardi-Gras-Brass oder R’n’B zu verquicken, ihre korrekten Anzüge zu Mamboschritten zu verbiegen und Stunden am Stück zu spielen, bis dem Publikum die Tanzbeine abfallen. Ohne Zweifel, den Kumpanen des Social Club gebührt die große Ehre, die traditionelle kubanische Musik wieder in das Licht einer Weltöffentlichkeit gezogen zu haben. Sogar in den USA wurde ihnen offizieller Ruhm zuteil, was angesichts des immer noch andauernden Auftrittsembargos für kubanische Musiker fast ein Wunder ist. Doch neben Rubén Gonzáles oder Compay Segundo hat die reiche kubanische Musiktradition eben noch eine ganze Menge anderer Pflänzchen hervor gebracht.

Eines von ihnen ist Jesús Alemañy. Er gehört zu jener Generation jüngerer Musiker, die die Wiederbelebung des Son seit den 80er Jahren miterlebte und nun den Erfolg der Afro-Cuban All Stars und des Buena Vista Social Club mit viel frischem Wind weiterführen. Er war als blutjunger Spund sogar selbst an der Aufbauarbeit beteiligt und blies – als gerade mal 16jähriges Wunderkind – die Trompete in der Gruppe Sierra Maestra, die seit ihrer Gründung 1976 die Pflege des alten Repertoires einleitete.

16-cubanismo-jesus-alemanyIn den 90er-Jahren zog es Alemañy nach London, wo er mit anderen Exilkubanern zusammen kam und durch die Studios zog. Doch eines Tages überredete ihn der Produzent Joe Boyd, wieder nach Kuba zurückzukehren, um dort eine Band zusammenzustellen. Gesagt, getan: Alemañy kehrte nach Havanna zurück und nahm 1995 mit einem Personal, das vom 10jährigen Bongo-Trommler Julian Oviedo bis zum Pianoveteranen Alfredo Rodríguez reichte, eine klassische Descarga, eine karibische Jam Session auf. Das Ergebnis der Mixtur war ein zwar noch traditioneller, aber extrem eigener perkussiver Stil, den die Truppe auf ihrer zweiten Platte 1997 noch verstärkte. „Malembe“ war fast schon ein sehr flottes Jazz-Album, mit maschinengewehrartigen Trompetensoli und einem Rhythmus, dem sich nur der grämlichste Misanthrop zu entziehen vermag.
Seit diesen beiden Veröffentlichungen tourt ¡Cubanismo! um die Welt und erneuert dabei immer wieder das Gesicht der kubanischen Musik. Mal im Mix mit R’n’B, mal mit kleinen Rap-Attitüden, dann wieder ganz klassisch und entspannt. Bei Jesús Alemañy und ¡Cubanismo! weiß man nie ganz genau, wo es denn nun hingeht und das ist auch gut so, denn gute karibische Musik steckt immer drin.

Jesus Alemany, tromp.;, Rolo Martinez; voc.; Jose Hernandez: voc.; Sergio Mendez, voc.;Jorge Boulet, piano;, Yan Hernandez, tres; , Roberto Riveron, bass; Carlos Alvarez, posaune; Eduardo Rodriguez, tromp.; Cecilio Valido, sax., flute; Alfred Thompson, sax.; Luis Valiente; pauke; Eduardo Lavoy, bongos; Mariano Enriquez, congas

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