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Nils Petter Molvaer (NW)

Re-Vision

Jul ’09
22
19:30

18-npmolvaer-1Jazz aus Skandinavien, speziell aus Norwegen klang schon immer ein wenig anders. Nils Petter Molvaer, wohl einer der bekanntesten Modernisten aus dem hohen Norden, unterstreicht einmal mehr seinen Nimbus als Grenzgänger zwischen den Welten.

Seine Version von Jazz ist von allen Kategorien und Schubladen befreit. Der studierte Musiker Nils Petter Molvaer findet einen erfolgreichen Weg, Jazz und zeitgenössische Elektronik in allen Variationen, Dub und Weltmusik in eine nicht genormte und sich stets verändernde Form zu gießen.  Molvaers Trompetenspiel erinnert stark an Miles Davis,  seine Komposition in den unterkühlten, fast distanzierten Momenten an Terje Rypdal. Hier erklingen majestätische schöne Klangcollagen, da bedrohliche Kulissen, hier warme Soundteppiche,  da rhythmische Breakbeats. Mal bläst die Trompete sanft, um im nächsten Moment störrisch zu quäken. Nichts an Molvaer ist vorhersehbar.  Jazz- und Elektroszene sind von der Fusion aus dunklen Soundscapes, trancigen Elektrobeats und entrückten Trompetenmelodien gleichermaßen fasziniert.

18-npmolvaer-3Die amerikanische Zeitung L.A. Weekly kürt “Khmer”, das berühmteste Album des Trompeters zum Jazzalbum des Jahres. Zudem erhält es den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und das norwegische Äquivalent des Grammy. Molvaers Gewandtheit im Umgang mit den Konventionen des modernen Jazz führten zu Kooperationen mit Gary Peacock und Elvin Jones. Molvaer ist dennoch bekennender Traditionalist, der alle Sparten des Genres auslotet.

Fragile Coolness prägt den Ton; Molvaer selbst nennt es: „urbane zeitgenössische Musik aus der nördlichen Hemisphäre“. Jazzige Stücke treffen auf donnernde Beats, Industrial Rock und Ambient Dub Klänge verbinden sich mit folkloristisch getönten Melodieführungen.
Die visuellen Eindrücke seiner seltenen Live-Konzerte sind eindringlich und komplex – dafür hat Molvaer mit Guy Tord einen kongenialen Partner gefunden.

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