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Josè James (USA)

Love In A Time Of Madness

Jul ’16
14
19:30

05-14072016-jose-james-1-photo-credit-jeanette-beckmanEr hat eine Jahrhundertstimme – einen ebenso weichen wie vollen Bariton, schimmernd wie Seide. Josè James Stimme kommt aus der großen Zeit der Jazzclubs in New York`s 42. Straße. Der Sänger widmete sich zuletzt den Liedern der späten Billie Holiday: „Yesterday I Had The Blues: The Music of Billie Holiday“ ist ein Tribut an diese große Sängerin. Seine große stilsichere Vielseitigkeit hat Josè  auf seinen bisher fünf Alben unter Beweis gestellt. Ob er Jazz Standards singt, Flying Lotus Beats seine Stimme leiht, R&B im Geiste von D’Angelos „Voodoo“ wiederbelebt: es gelingt nur wenigen Künstlern, so überzeugend die verschiedenen Genres auszuloten. Billie Holiday wird von Josè als „musikalische Mutter“ bezeichnet: „So sehr ich auch Nirvana, De La Soul und A Tribe Calles Quest liebte, so sprach mich Billie Holidays Musik doch auf eine tiefergehende Weise an. Ihre Aufnahmen waren Meisterwerke, die vom Glauben an die Musik und an die Kraft der Veränderung erzählten“. Entsprechend respekt- und liebevoll behandelt Jose James dann auch die Songs aus dem Euvre seines Idols. Und zwar in einer Weise, die einen von den ersten verhaltenen Takten bei „Good Morning Heartache“ bis zu den gesummten Tönen von „Stange Fruit“ vollkommen in Bann schlägt. Funky Backbeats sind zu hören, aber auch Jose`s reine Stimme ohne Instrumentalbegleitung. Fünfzig Jahre nach der Bürgerrechtsbewegung in den USA hat auch Josè James keine hohe Meinung von der US-amerikanischen Politik: „ Sie profitieren von der Teilung der Gesellschaft. Der institutionalisierte Rassismus nutzt der Wirtschaft. Der Gefängnis- und Waffenindustrie und dem einen Prozent der Gesellschaft, dass über 99 Prozent der Wirtschaftsressourcen verfügt.“ Er habe noch Hoffnung für die Menschheit, aber keine unrealistischen Erwartungen. Natürlich ist Billie Holidays Kampf gegen die Rassendiskriminierung bis heute nicht ausgefochten. Sie ist mit ihrer Geschichte und ihrem künstlerischen Schaffen ein Teil der schwarzen Geschichte der USA und damit auch ein Teil von Josè James.
Josè James, lead vocals; Takeshi Ohbayashi, keys; Solomon Dorsey, bass, vocals; Nate Smith, drums

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