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Sophie Hunger (CH)

Supermoon Tour

Jul ’16
16
19:30

07-16072016-sophie-hunger_7_credit_elementsAlles handgemacht, mit Soul und Folk, dazu ein Schuss Punk. Und natürlich Sophie Hungers intensive, zwischen kraftvoll, donnernd und zart wechselnde Stimme, die Zorn, Wehmut, aber ebenso Hoffnung und Lebensfreude zelebriert. Kammerpop. Sophie Hunger brilliert mit smartem Indie-Pop, der poetisch mäandert. Mit ihren oft melancholisch grundierten Songs und den vertrackten, verrätselten Texten in Englisch, Französisch, Deutsch und Schwyzerdütsch ist sie vor neun Jahren über Nacht zum Star geworden. Sie ist nicht nur sprachlich vielseitig, sondern auch musikalisch: Ihre Lieder changieren irgendwo zwischen Folk, Jazz, Rock und Chanson, sie selbst singt nicht nur, sondern spielt auch Gitarre und Klavier. Nach einer ersten, noch in ihrer Wohnung in Zürich aufgenommenen Platte, schossen ihre beiden ersten offiziellen Alben „Monday’s ghost“ und „1983“ an die Spitze der Schweizer Charts. Beim größten britischen Rock-Festival in Glastonbury hatte sie 2010 als erste Schweizer Künstlerin überhaupt einen Auftritt, neben Pop-Giganten wie U2 oder den Pet Shop Boys. In Deutschland, wo man zuletzt als Schweizer Pop-Export vor Jahren den grusligen „Eurodance“ von „DJ Bobo“ ertragen musste, ist Hunger zum Liebling der Feuilletons geworden.

07-16072016-sophie-hunger_4_credit_marikel-lahanaSie begeistert junge Hipster in den urbanen Zentren mit Musik, die sich simplen Kategorisierungen entzieht und dennoch keine Avantgardekunst für wenige Bescheidwisser ist. So ist „Supermoon“ eine Sammlung fiktiver, aber doch realitätsnaher Zeitkommentare. Nur, die Schlüsse sind offen, die Botschaften verloren. Was Sophie Hunger aus dem Meer der zeitgenössischen Songschreiberinnen hervorhebt, ist die Kombination von Integrität und Reife, die sie auf “Supermoon” abermals beweist. Deshalb greifen Vergleiche mit vielen anderen Repräsentantinnen dieses Genres auch ins Leere: Sophie Hunger ist keine neue Norah Jones und will es auch gar nicht sein. Eine musikalisch-geistige Verwandtschaft besteht da schon sehr viel eher zur Kanadierin Leslie Feist, deren phänomenalen Erfolg bei Kritik und Publikum man auch nur schwer erklären kann. Faszinierend auch ihre Band!

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