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Helge Lien Trio (NW)/ Jef Neve Trio (B)

Young European Jazz

Jul ’09
25
19:30

Eine kleine Nation mit einer großen Jazztradition ist das Land der Fjorde und Trolle

Jef Neve, Rechte: Alex VanheeWie man “The Art Of The Trio” perfekt beherrscht, das kannte man bislang nur von Brad Mehldau, Bill Evans und E.S.T. Mit dem norwegischen Helge Lien Trio macht sich nun eine neue Formation auf den Weg, dem Piano-Trio neue, spannende Klangbilder hinzuzufügen. Das perfekt aufeinander eingespielte Trio hat mit ‘Hello Troll’ ein Album vorgelegt, das lyrisch-impressionistische Stimmungsbilder zeichnet, deren Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann. Helge Lien, der neben seinem eigenen Trioprojekt auch mit anderen norwegischen Acts, wie zuletzt mit Silje Nergaard, unterwegs ist, hat mit seinen Bandkollegen Frode Berg (Bass) und Knut Aalefjær (Drums & Percussion) eine ganz eigene, unverwechselbare Art des Triospiels entwickelt. Mit traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel entwickeln die Musiker einen kammermusikalisch anmutenden Jazz, der sich durch harmonisch komplexe Klangfarben auszeichnet. Anknüpfend an Bill Evans’ lyrischer Kraft und dem beschwingt melancholischen Spiel eines Esbjörn Svensson, erzeugt Lien auf ‘Hello Troll’ Stimmungsbilder, die er im ständigen Dialog mit Berg & Aalefjær mit leichter Hand vorträgt. Getragen von großer Disziplin und absoluter Relevanz sind die Eröffnungstakte des Openers “Gamut Warning”, das durch Liens dynamische Phrasierungskunst und das traumwandlerische Zusammenspiel des Trios aufhorchen lässt.

Und auch die weiteren Stücke, wie das dramatische “Axis Of Free Will”, das hochromantische „Radio”, die fragilen Songs “Diverted Dance” und “It Is What It Is, But It Is” oder das vertrackte, aufwühlende Stück “Hallo Troll” demonstrieren eindrucksvoll, dass sich hier eine Formation präsentiert, die die Kunst des Trios perfekt beherrscht.

Jef Neve, Rechte: Jos L. KnaepenZweifellos zählt der Pianist Helge Lien zu den spannendsten jungen Talenten Skandinaviens. Nachdem das ehrwürdige Dagbladet aus Norwegen schon das Vorgänger-Werk ‘To The Little Radio’ als „Das beste norwegische Piano Trio Album seit langem” bezeichnete, kann man sich auch auf ähnliche Reaktionen zu ihrem neuen Longplayer gefasst machen. Der Erfindungsreichtum des Trios, sich mit klassisch-impressionistischen Mustern und rhythmisch-melodischem Jazz in den Herzen eines beständig wachsenden Zuhörerkreises zu spielen, scheint wahrhaft grenzenlos zu sein.

Nach den jungen skandinavischen Piano-Senkrechtstartern steht jetzt ein Pianist aus Belgien in den Startlöchern für eine internationale Jazz-Karriere: Jef Neve. Er bringt alles mit, was es für die Königsdisziplin des Trio-Jazz braucht: Er ist ein atemberaubender Pianist, sein Spiel verbindet melodiöse Themen mit kraftvollen, hypnotischen Rhythmen. Als Komponist überzeugt er mit ungewöhnlichen Themen, mal abstrakt und fordernd, mal sanft und poetisch - und er schaut über den Tellerrand des Jazz hinaus. Seit rund vier Jahren spielt Neve mit dem Bassisten Piet Verbist und dem Schlagzeuger Teun Verbruggen im Trio zusammen.“

“Soul in a picture“ heißt das die jüngste Veröffentlichung, und gehört zu dem Bemerkenswertesten , was die europäische Jazzszene derzeit zu bieten hat. Das Trio spielt seit gut vier Jahren zusammen und braucht sich vor Größen wie dem legendären und leider verstorbenen Esbjörn Svensson nicht zu verstecken. Eine starke Inspiration von Jef Neves Spiel ist auf seine klassische Ausbildung zurückzuführen. Bachs Motivverarbeitungen bieten Anleihen für die Melodieentwicklung und den Klang bei Neve, ebenso die überaus sensible und gelungene Dynamik der Arrangements. Äußerst detailliert achtet das Trio darauf, Melodien fließen zu lassen, sie während des Spiels zu gestalten ohne dabei auf minutenlange Improvisationseinschübe zu pochen. Trotzdem ist die Virtuosität der Musiker in jedem Takt hörbar. Sie spiegelt sich in der exzellenten, stets atmenden Entwicklung der Musik wieder.Das jüngste Album “Soul In a Picture” erschien 2008 bei Universal Music wetweit in 24 Ländern. Die Presse überschlug sich mit Lob:
-JazzMan magazine : « SPECTACULAR. His previous album had enchanted the critics and was crowned with a ‘Choc’ Jazzman. “Soul in a Picture” hits the nail right on the head and confirms all our expectations. »
-Times Online : « If Neve had been born somewhere jazzily iconic such as Chicago or New Orleans he would already have been fêted as the hottest new pianist on the block. »

Jef Neve ist ein Meister, egal was an abstrahierenden Vorgaben er seiner Truppe verordnet. Egal ob Tempowirrungen, aberwitzig perlende Läufe, abrupte Wechsel – immer ist er Herr des Geschehens. Ein Erfinder gar, ein Innovator, der seine klassische Klavierausbildung „cum laude“ abschloss. Dasselbe könnte unter diesem Konzertabend stehen.

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