Menü

Glen Hansard (IRL)

Jul ’16
12
19:30

03-12072016-glen-hansard-photo-credit-danny-clinchEs war eines der schönsten Konzerte im Kulturzelt  ever,  als Glen Hansard vor drei Jahren mit seiner Band auf der Bühne und im Parkett spielte und den ganzen Saal in ein Fest des Common Sense tauchte.
Er hat einen Oscar und findet das irische Sauwetter ganz toll und künstlerisch wertvoll. Vielleicht braucht er einen Widerpart zu seiner sonnigen Seele.  Allein seine Stimmgewalt, die von Liebe bis Folter alle dynamischen Register beherrscht,  ist ein Fest.
Glen Hansard ist nun wirklich nicht der Typ mit Bart und wirrer Frisur, vor dem man sich fürchten muss. Der Ire wirkt wie die Sanftheit in Person, selbst wenn er jeden Anflug von Emotion in seinen Songs in die Welt herauszubrüllen pflegt.  Auf seinem neuen Album „Didn’t He Ramble“ führt die musikalische Reise von klassischem Folk, groovigem Folk zu traditionellen irischen Melodien .
Glen Hansard ist ein Künstler mit Haut und Knochen. Sein Auftritt bei den Oscars 2008 ist geradezu legendär. Der frisch gebackene Gewinner in der Kategorie „beste Filmmusik“ – für „Falling Slowly“, den zentralen Song seiner Kompositionen für den zauberhaften irischen Underground-Film „Once“ – leierte keine endlose ‚Dankeschön’-Liste herunter, sondern rief stattdessen mit aller Macht aus: „Make art! Make art!“. Das passt zu ihm und erklärt so manches.
Das erste Album seiner Rockband The Frames erschien bereits 1991, im gleichen Jahr übernahm er die Rolle des Outspan Foster in Alan Parkers Musikdrama „The Commitments“.  Die Band stand mit Bob Dylan und Pearl Jam auf den internationalen Bühnen. Daneben begann Glen Hansard ein zweites Projekt: Gemeinsam mit der tschechischen Sängerin und Multi-Instrumentalistin Markéta Irglová gründete er das Folk-Duo The Swell Season. Auf das erste Album folgte das Angebot, die Musik für den irischen Indie-Film „Once“ zu komponieren. Die beiden schrieben nicht nur den Soundtrack zu dieser entzückenden Romanze, sondern übernahmen auch die Hauptrollen und wurden selbst im wahren Leben ein Paar. Ob Hansard singt oder sich gar die Seele aus dem Leib schreit – den Ton trifft er immer. Und es ist egal, ob er das alltägliche Melodrama besingt oder versucht, auch mal entspannte Vibes auszusenden: spannungsgeladen ist hier trotzdem alles. Warum sollte jemand mit dem Stimmvolumen und den Talenten, kurz jemand mit Hansards Stimme, Zeilen wie „Love is gonna find us again! Love is gonna find us, we gotta be ready then!“ cool interpretieren – Verse wie diese brauchen keine falsche Bescheidenheit, manchmal brauchen sie einfach genau das, was Hansard mit ihnen macht. Glen Hansard macht das, was er vom Leben fordert: Kunst! Kann das gutgehen? Es kann. Geradezu bestens.
Begleitet wird er von kongenialen Musikern – große Band!

Kommentieren ist momentan nicht möglich.