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Soha (F)

D’ici et d’alleurs – Von hier und von woanders

Aug ’09
8
19:30

Himeropa, die “sanfte Stimme” aus der griechischen Mythologie, ist mit ihrem betörenden Gesang für die vorbeifahrenden Seefahrer eine Gefahr. Einzig Orpheus und Odysseus gelingt es mit einem Trick, ihrer Verführungskraft zu trotzen. Eines sei vorweg genommen: Es gibt keinen Trick, sich dem Bann von “D’ici et d’ailleurs” zu entziehen, sich der Schönheit zu verweigern, oder sich sonstwie aus der Umarmung von Soha zu lösen.

29-soha-2Wo sie ist, geht die Sonne auf. Soha erhellt nicht nur den französischen Pophimmel, auch hierzulande ist die Botschaft der musikalischen Neuentdeckung angekommen. Auf der Bühne springt die in Marseille geborene Tochter einer algerischen Großfamilie zwischen Stilen, Sprachen und Kulturen hin und her. Nicht umsonst heißt ihr durchaus wörtlich zu verstehendes Debütalbum „D’ici et d’ailleurs“ – „Von hier und von woanders“.

29-soha-3Soha nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die wahrhaft cosmopolitisch ist. Dabei verblüfft sie in ihrer multilingualen Musik Textzeilen wie „On ne saura jamais whatever people say como empieza l’amour“ . Das Überraschende daran: Der Slang wirkt authentisch und wird auf der ganzen Welt verstanden. Da bekommt das Wort „Crossover“ gleich eine ganz neue Bedeutung. Soha bringt groovenden westlichen Pop und karibisch inspirierte Musik zusammen, vermischt dabei Ragga, Reggae und Hip Hop zu einem explosiven Gebräu, schwebt nicht nur in der luftigen Coverversion von Serge Gainsbourgs „Les Petits Papiers“ in französischen Sphären. Soha vereint alle Einflüsse, die ihr Leben bislang geprägt haben, und entwirft gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Band eine gleichsam lässige, zauberhafte, kraftvolle und mitreißende Klanglandschaft.

29-soha-1In Frankreich ist die Sirene ein shootingstar, der das legendäre Olympia Konzerthaus in Paris gleich tagelang ausverkauft. Ab den ersten Takten wickelt Soha die Hörenden um den Finger. Betört von sagenhaft schönem Songwriting, folgen wir ihrem Ruf ins Irgendwo zwischen Jamaika, Frankreich, Amerika und Kuba. Dancehall, Pop und Jazz mischt sie mit französischem Charme, nordafrikanischen Wurzeln, kubanischer Leichtigkeit und einem originären Singer/ Songwriter-Selbstverständnis. indem sie Schichten musikalischer Farben übereinander legt Und besitzt auch die Frechheit, den Klang eines Metronoms als Rhythmus-Hook zu verwenden. Frech und äußerst äußerst gekonnt.

So macht man gute Musik! Nachhaltig überzeugende Lieder ohne Verfallsdatum und eine selbstbewusste Künstlerin.

Soha, voc.; Jean M’Ba N’gguema, git.; Mike Clinton, Bassgit.; Pascal Pallisco, accordeon; Julien Tekeyan, drums

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