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Sonntag, 22. Juli: Holly Cole (Can)

Holly ColeDie kanadische Sängerin Holly Cole ist seit 1990 eine der verlässlichsten Größen auf der Jazzbühne und immer wieder für Überraschungen gut. Das beweist die begnadete Interpretin nun auch mit ihrem jüngsten, selbstbetitelten Programm. Gemeinsam mit Produzent, Arrangeur und Bassist Greg Cohen hat sie diesmal ein vielköpfiges Ensemble aus kreativ improvisierenden Musikern zusammengestellt.

PDF-DownloadPDF: Konzertkritik der HNA

Ein Trommelwirbel leitet das Konzert ein, ehe verwegen ein Saxophon ertönt und Holly das bluesige, in den 30er Jahren geschriebene “The House Is Haunted By The Echo Of Your Last Goodbye” vorträgt. Grandios ist ihre Interpretation von Antonio Carlos Jobims “Water Of March”. Mit rauer Stimme und sanfter Piano-, Gitarren- und Bassbegleitung ringt sie diesem Song seine Essenz ab. Lüstern-lässig trägt die Combo den “Alley Cat Song” vor, mit dem der Pianist Bent Fabric 1962 Weltruhm erlangte. Cole Porters “It’s Alright With Me” beginnt verhalten, ehe Cole mitsamt Ensemble zum atemlosen Einsatz anstimmt. Mit “Larger Than Life” steuert Holly Cole eine Eigenkomposition bei, eine ungeheuer lässige, vom Piano geführte Nummer. Dem schließt sich das wunderbare “Be Careful, I’ts My Heart” von Irving Berlin an, Stimme und Piano genügen, um eine einnehmende Intensität zu erzeugen. “You’re My Thrill” verdeutlicht das stimmliche Potenzial Coles, das laszive Timbre erinnert an das einer Eartha Kitt. Hollys Stimme, Gitarre, und Klarinette versprühen eine verspielt-heitere Stimmung. Das geht auch leise mit dem melancholischen “Reaching For The Moon”, dem vor allem das Klarinetten- und Akkordeonspiel einen dunklen, aber auch zuversichtlichen Klang verleiht.
Holly Coles Interpretationen changieren mühelos zwischen traditioneller Aneignung der Originale und einer innovativen Herangehensweise. Die große Stärke ihrer Band liegt in der Instrumentierung und den subtilen Arrangements, die trotz Facettenreichtum sehr verhalten gesetzt sind. Letztendlich spielen alle Instrumente dem Gesang Coles zu, umgarnen sie und schwingen sich hier und da zu einem unaufdringlichen Solo auf.
Und die Stimme Holly Coles ist sowieso eine sichere Bank. Ob brüchig, heiser, lasziv oder verspielt, immer gelingt ihr der perfekte Ausdruck, Emotionen klanglich zu veranschaulichen.
Holly Cole (voc.); Aaron Davis (piano); John Johnson (clar, flute, sax.); Perry White (sax.); Marc Rogers (bass); Daniel Barnes (drums); n.n. (trombone).

Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding AG

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