Menü

Mittwoch, 25. Juli: Bajofondo Tango Club (Arg)

Bajofondo Tango ClubDer Bajofondo Tango Club war für uns Veranstalter und alle Gäste, die das Vergnügen hatten, der Überraschungserfolg des Jahres 2006! Zutiefst intelligent zerlegen sie den Tango in seine ursprünglichen Melodien von Afrika bis Europa, um ihn dann auf grandiose Weise wieder zusammenzuführen!

PDF-DownloadPDF: Konzertkritik der HNA

Gustavo Santaolalla, der vielfache Grammie-Gewinner und Produzent des Bajofondo Tango Clubs, erhielt für seine innovative Musik jüngst den Oscar 2006 in der Kategorie „Best Soundtrack“ für die epische Filmmusik zum Blockbuster „Brokeback Mountain. Und in diesem Jahr wieder einen Oscar 2007 für die wunderbare Musik zu dem cineastischen Meisterwerk „Babel“.
Der Bajofondo Tango Club weiss, wo die Reise jenseits von klassischem Tango und Piazzolla-Adaptionen hingehen kann. Ihr dekonstruierter Tango mischt sich mit DJ-Sounds, Loops, Samples, Elektrobeats und Videoprojektionen einer der besten VJs Südamerikas. Bajofongo übersetzt das Ideom des strengen und schwermütigen Tangogefühls in die Sprache des Nu-Jazz. Luciano Supervielle, tragende Säule des Projektes schöpft dabei aus einem gigantischen Ideenreservoire. Geboren in Frankreich, hat er sich nach langen Jahren in Mexico schließlich in Uruguay niedergelassen. In Paris entstand eine wichtige Tango-Szene, als während der Militärjunta in Argentinien viele Musiker in die liberalen europäischen Metropolen emigrierten. Cosmopolitisch, romatisches mit minimalistischem Tango-Material kreuzend, dringen Supervielle und seine Kollegen zur Essenz des Tangos zurück: zur Subkultur, zu den Kaschemmen und den Bordells am Rio de Plata, in denen der Tango vor gut 100 Jahren entstand. Supervielle spürte den Ursprüngen des Tangos nach, entdeckte die Milonga und die Folkore-Rhythmen des Tango von Osteuropa bis zu den percussiven afrikanischen Elementen. Dieses Projekt löst sich von scheinbaren Widersprüchen: Computerbeats und Dubs, die Abstaktionsmöglichkeiten elektronischer Musik faszinieren hippe Avantgardisten und eingefleischte Tango-Fans gleichermaßen. Das Debüt-Album „Bajofondo Tango Club“ wurde gleich mit einem Grammy und einem Gardel-Award geehrt. Die Musiker des Clubs zählen in Lateinamerika durch viele Kooperationen wie z.B. mit den uruguayischem Superstar Jorge Drexler und der Band Plátano Macho zur ersten Riege der jungen Avantgarde.Gustavo Santaolalla ist der Produzent und spielt die Gitarre, Juan Campodónico agiert als DJ des Clubs; Luciano Supervielle zeichnet für viele Kompositionen und ist live für die keyboards und als DJ für das scratching verantwortlich, die Violine wird von Javier Casalla gespielt, das Bandoneon von Martin Ferres, am Kontrabass Gabriel Casacuberta und Veronica Loza steuert den Gesang bei. Mit ihren elektroakustischen Pretiziosen und virtuoser Musikalität katapultiert der Bajofondo Tango Club die Musik der Revolution geradewegs in das 21. Jahrhundert.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.