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7. Juli: Jocelyn B. Smith (USA/D)

Jocelyn B. Smithzur Pressekritik

Jocelyn B. Smith ist ein Phänomen. In der Sparte der klassischen Musik ist sie international mit Symphonieorchestern zu hören, bevorzugt in dem Werk des zeitgenössischen Komponisten Heiner Goebbels „Surrogate Cities“. Ihr sensibles Musikverständnis befähigt sie zu Interpretationen jenseits der Genres: In einer Hommage an Mikis Theodorakis „Margarita“ übersetzt sie dessen traditionelle Lieder in die englische Sprache. Für „Blue Nights & Nylons” beraumt sie ein fiktives Treffen von Weill und Gershwin ein. Dafür wurde Jocelyn mit dem Jazz Award und dem IFPI geehrt. Mit „Back to Soul” und “Phenomenal Women” lässt sie uns an den Ursprung ihrer musikalischen Seele zurückkehren: zum Soul.

Beginn: 19.30 Uhr,
VVK: 16 Euro & 1,50 Euro Vorverkaufsgebühr, Abendkasse:18 Euro

Die in New York geborene und nun in ihrer Wahlheimat Berlin lebende Sängerin findet die Schönheit der Welt im Reichtum ihrer Facetten: „Ich verstehe zwar die Bemühung, Dinge vereinfachen zu wollen, indem man sie in Kategorien ordnet, allerdings findet dabei immer ein Verlust statt.“

Mit „Expressionzz“, ihrem neuen Programm, führt sie Elemente aus Poetic-Jazz, Soul, Gospel, Funk und Klassik zusammen. Gespickt mit den Impressionen orientalischer Begegnungen lädt sie auf eine Reise ein, die einen wachen Geist und verblüffende stilistische Stilwendungen im Gepäck hat. Einmal mehr beweist diese Frau, dass sie einen musikalisch uneingeschränkt offenen Horizont hat.

„Expressionzz“ ist ein Live-Projekt. Man kann es in live-und-echt-und-Farbe erleben und nicht als Album kaufen. Die Texte hat Jocelyn B. Smith zum großen Teil selbst geschrieben, die Arrangements entstanden gemeinsam mit den langjährigen musikalischen Weggefährten Volker Schlott. Sie nennen ihre Reflektionen und Beobachtung all jener Dinge, die ihnen in diesem großen Kosmos begegnen, Mystic-Jazz. Gregorianische Hymnen des 5. Jahrhunderts und die Psalmen Davids finden hier Raum. Musik und ihre Traditionen speisen sich aus vielen Quellen, und kaum eine Sängerin kann diese so lyrisch und klar erkunden wie Jocelyn B. Smith.

Jocelyn B. Smith, vocal, piano; Henning Schmiedt, piano, keyboards; Volker Schlott, sax., flute; Eric St. Laurent, E & A guitar; H.D. Lorenz, bass, contrabass; Thomas Alkier,drums.

Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall AG

 
Charisma und religiöse Innigkeit
Die Wahlberlinerin Jocelyn B. Smith begeisterte einmal mehr die Besucher im ausverkauften Kulturzelt

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Ihre Vielseitigkeit hat Jocelyn B. Smith den Ruf eingebracht, ein Phänomen zu sein. Am Freitagabend gastierte die in New York geborene Künstlerin mit Berliner Wohnsitz im ausverkauften Kulturzelt mit ihrem aktuellen Programm “Expressionzz”. Mit außergewöhnlicher musikalischer Sensibilität und wunderschöner Stimme verschmilzt sie Elemente aus Poetic-Jazz, Soul, Funk und Gospel zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk. Dass es ihr derzeit besonders der Gospel angetan hat, konnten die Zuhörer miterleben.

“Be blessed”, rief ihr jemand zu. Die Künstlerin hielt inne, strahlte, als habe man sie gerade für einen Grammy vorgeschlagen, und gab den Segen zurück.

Es war ein Segen, diese grandiose Künstlerin mit ihrer wunderbaren und facettenreichen Stimme zu erleben. Gesangstechnisch bewegt sie sich auf allerhöchstem Niveau, führt ihre Stimme mit unglaublicher Präzision, gleitet mühelos aus den tiefen Bereichen in die Höhe und tauscht ihre Stimmfarben und Temperamente mit spielerischer Leichtigkeit. Das aber ist es nicht allein, was ihr den Glanz verleiht. Es ist auch ihr Charisma.

Jocelyn B. Smith besitzt diese Gnadengabe, sich mit ihrer Stimme in einer grandiosen Weise mitteilen zu können.

“I praise him in the morning and in the evening”, singt sie, betet mit glockenklarer Intonation einen Bibel-psalm, fordert die Besucher auf, sich zu erheben, und verabschiedet sich vom begeisterten Publikum mit einem lang gezogenen “Hallelujah!”

Aber nicht nur Gospelfreunde dürften begeistert gewesen sein. Auch die Art, wie sie mit langsamen Tanzbewegungen ihre Musik verkörpert, wie schnell sie die Distanz zwischen Bühne und Publikum überwindet, und wie hell es auf der Bühne wird, wenn sie singt, auch das beeindruckte nachhaltig.

Von Steve Kuberczyk-Stein / HNA

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