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Sonntag, 12. August: De Phazz (D)

De PhazzDas Projekt De Phazz schlägt neue Töne an, jetzt wird es twang.. Pit Baumgartner und seine Mitstreiter blättern in einem Vintage-Fotoband über das swingende London der späten 60er Jahre– das Designerhemd ist durchgeschwitzt, die Couch ein wenig staubig. „Un ange passe`“, die einst so geliebte Lounge-Fee verschwindet barfuß tänzelnd über den Asphalt…..Gitarren und Blues-Harps drängen sich unverschämt in den Vordergrund. Die vielen separaten Stile der Melange bleiben deutlich erkennbar: Dub, Jazz, Soul, Latin, Schlager, gepflegter Kitsch und Club-Grooves. “Wir bezeichnen diese verschiedenen Stile als Fenster, durch die wir schauen und Bekanntes und Neues entdecken”, meint der ehemalige Hörspiel-Cutter Baumgartner.

Beginn: 19.30 Uhr,
VVK: 18 Euro & 1,50 Euro Vorverkaufsgebühr, Abendkasse: 20 Euro

Doch in den Texten entfaltet sich das De-Phazz-typische Vexierspiel mit Ironie und zärtlichem Zynismus. Die Band, die den Jazz Lounge-fähig und den Pop ganz intelligent vor die Tür gesetzt hat, widmet sich nun Country, Black Music und Rock`n Roll. Dies trifft auf feinziselierte Produktionstechnik und so entsteht er – der perfekte ‚Twang’. Nun werden andere, strapazierfähigere Saiten aufgezogen! De Phazz sind Meister des ironischen Zitats. Dieses Mal muss vor allem der Rock’n Roll zeigen, wie weit er sich biegen lässt. Die scharfe Trennung zwischen Authenzität und Imitation ist ihre Sache nicht – es geht um das Flimmern und Flirren dazwischen. Die Ingredenzien aus Dancefloor, Funk und Latin werden gesampelt – und die Samples ordentlich durch den Kakao gezogen. Soul und Jazz mutieren bei der Heidelberger Community zu heißen elektronischen Chansons und tanzfreudigen Zulu-Grooves. Die gestopften Trompeten geraten in die Mühlen des Dub, es streichen Samba und ChaChaCha wie warme Tropenwinde durch die gedämpften Blue Notes. Mit unendlicher Kondition tanzt alles auf das Beat-Kommando von Produzent Pit Baumgartner und seiner Crew. Bei allem Sampler-Einsatz legen De-Phazz betont Wert auf ihre Live-Performance. Oder anders formuliert: sie werden immer mehr zur Live-Band - angesichts der Reihe exzellenter Musiker auch kein Problem. Auf “Days of Twang” schnallt sich Pit tatsächlich auch mal die Gitarre um und drängt den Anteil rechnergestützter Sounds weiter in den Hintergrund. Auf der Bühne gehen die Uhren anders, da zählt die Jazz-Attitüde - die Musiker emanzipieren sich vom Computer, da wird das De Phazz Koordinatensystem zum mitreißenden Live-Act. De Phazz steht für „destination future jazz“ und dies übersetzt man 2007 in erdige Rhythmen und kernigen Groove.
Pit Baumgartner (samples); Otto „sugarlip“ Engelhardt ,(Posaune und keys); Pat Appleton (voc,); Karl Frierson (voc.)

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