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Sonntag, 15. Juli: Naturally Seven (USA)

Music is the key – seit ihrem Hit mit Sarah Connor werden Naturally Seven in ganz Europa gefeiert. Ohne Sarah sind sie gar nicht blond, sondern machen allein mit ihren Stimmen mehr Alarm als eine ganze Big Band. Naturally Seven - die Band ohne Band!

PDF-DownloadPDF: Konzertkritik aus der HNA

Alle Instrumente werden mit dem Mund imitiert. Bass, Schlagzeug, Keyboards, alles hört sich so echt an, dass nur ein Unterschied zu instrumentierter Musik besteht: Naturally Seven klingen natürlicher. Dort, wo andere Musiker große Instrumentenkoffer durch die Welt schleppen, tragen sie lediglich bequeme Reisetaschen. Ihr gesamtes Instrumentarium sitzt in der goldenen Kehle. Als würde man Bobby McFerrin im Siebenerpack hören, zischt, popt und swingt es von der Bühne.

Naturally Seven verwenden ihre Stimmen und vermitteln dem Zuhörer das Gefühl, eine Band mit Instrumenten zu hören. Da grummelt eine Bass-Drum, eine Trompete quäkt und allerlei Percussionsgerät verleiht den Liedern die richtige Würze. Ihre Musik zeichnet sich durch komplexe und innovative R&B, Gospel und Funk-Grooves aus. 7-stimmige Harmonien, so komplex und präzise gesungen, dass selbst geschulte Ohren Probleme haben, die Akkorde zu identifizieren. Die Arrangements sind vielschichtig, die Grooves ansteckend, der Bass resonant und raumfüllend. Die Vocals so smooth und präzise.

Das Septett aus New York um die beiden Brüder Roger und Warren Thomas verfügt ohne Zweifel über gesangliche Talente, die jedes Instrument oder technische Hilfsmittel überflüssig machen. Mit einer klassischen A-cappella-Band hat Naturally Seven so gut wie nichts mehr gemein. Dies ist modernes Vokal-Entertainment. Naturally 7 sind sich ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten bewusst, ohne ihre Virtuosität dabei zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Bestes Beispiel hierfür, die wirklich charmante Cover-Version des 80er-Jahre-Pop-Klassikers “Broken Wings” von Mr. Mister, dem die sieben Vokal-Akrobaten auf beeindruckende Weise neues Leben einhauchen. Von vergleichbarer Güte sind auch “I Wanna Be Where U.R. (Rescue Me)” und “More Than Words”, eine wunderbar einfühlsam gesungene Neubearbeitung des Songs der US-Rockband Extreme. Wunderbar swingend kommt ihr „Love is in the air“ von Phil Collins daher.

Vor allem aber ist es eine mitreissende Soul-Musik, reich an herrlichen Harmonien, ansteckenden Grooves und tiefer Aufrichtigkeit.

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