Archiv für die Kategorie „Termine“

17 Hippies (D)

El Dorado - Das Konzert ist ausverkauft

Aug ’09
9
19:30

Siebzehn Hippies, Rechte: Andreas RiedelDie 17 Hippies sorgen alljährlich für einen furiosen Konzertabend im Kulturzelt! Wir grüßen den Rock’n'Roll, den Balkan, Mexiko, den Chanson, Pop und Cajun. Die Lebenseinstellung der 17 Hippies ist herrlich unverdorben und gnadenlos rock n’roll, die Berliner Band passt so gut in das Kulturzelt Kassel, dass wir sie schon getrost als „Artists in Resident“ bezeichnen können.

Ihre Entstehungsgeschichte liest sich wie eine Chronik des Berliner Musik-Lebens seit den 80er Jahren. Heute stehen sie zu dreizehnt auf der Bühne und produzieren diesen typischen »17 Hippies-Sound«: Kontrabass, Banjo, Ukulele und Gitarre sind die rhythmische Basis über die sich das Melodiegeflecht aus Geigen, Violoncello, Accordeon, Klarinette, Trompete und Posaune legt. Traditionelle Musik aus Osteuropa, Frankreich und Amerika wird mit eigener Berliner Prägung versehen. Der Sound der Hippies: witzig, spritzig, tanzbar.

Siebzehn Hippies, Rechte: Andreas RiedelVor dem Hintergrund anglo-amerikanischer Pop- und Rockmusik fing die Suche nach den eigenen Traditionen an. Im Laufe der Zeit sind dann mehr und mehr eigene Kompositionen und zahlreiche Songs mit Texten auf deutsch, englisch und französisch entstanden. Den Drive und die Fülle der weltmusikalischen Einflüsse haben die 17 Hippies dabei in ein neues Licht gestellt. „Wir sind gierig nach allem, was uns anschaut und berührt. Und da wir nie wissen, hinter welcher Ecke eine Überraschung lauert, bleibt uns nur, um möglichst viele Ecken zu biegen!“ Die Grundstimmung beschreibt die Band mit einem richtungsweisenden Zitat von Duke Ellington: „It don’t mean a thing if it ain’t got that swing.“

Ihr neues Album „El Dorado“ zeugt vom Willen, in der Weite das Große suchen zu wollen. Die 17 Hippies, die eigentlich nie 17 sondern 13 waren, sind Vollblutmusiker. Das Kollektiv gehört seit dem Soundtrack von „Halbe Treppe“ zu den Kultfiguren des deutschen Films. Sie komponierten die Musik für das Stück „Kasimir & Karoline“ von Ödön von Horvarth am Deutschen Theater Berlin, spielten jüngst eine CD mit Marc Ribot und Jakob Ilja ein.

Die E-Gitarrenklänge geben der Musik noch einmal eine formidable faszinierende Wende. 17 Hippies – dies ist auf einer DVD dokumentiert „The greatest show on earth“ – eine wunderbar reizvolle wie liebenswerte Dokumentation von Künstlern, die sich mit ihrer zutiefst intelligenten Musik viele Ehrungen und Lorbeeren erspielt haben.

Soha (F)

D’ici et d’alleurs – Von hier und von woanders

Aug ’09
8
19:30

Himeropa, die “sanfte Stimme” aus der griechischen Mythologie, ist mit ihrem betörenden Gesang für die vorbeifahrenden Seefahrer eine Gefahr. Einzig Orpheus und Odysseus gelingt es mit einem Trick, ihrer Verführungskraft zu trotzen. Eines sei vorweg genommen: Es gibt keinen Trick, sich dem Bann von “D’ici et d’ailleurs” zu entziehen, sich der Schönheit zu verweigern, oder sich sonstwie aus der Umarmung von Soha zu lösen.

29-soha-2Wo sie ist, geht die Sonne auf. Soha erhellt nicht nur den französischen Pophimmel, auch hierzulande ist die Botschaft der musikalischen Neuentdeckung angekommen. Auf der Bühne springt die in Marseille geborene Tochter einer algerischen Großfamilie zwischen Stilen, Sprachen und Kulturen hin und her. Nicht umsonst heißt ihr durchaus wörtlich zu verstehendes Debütalbum „D’ici et d’ailleurs“ – „Von hier und von woanders“.

29-soha-3Soha nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die wahrhaft cosmopolitisch ist. Dabei verblüfft sie in ihrer multilingualen Musik Textzeilen wie „On ne saura jamais whatever people say como empieza l’amour“ . Das Überraschende daran: Der Slang wirkt authentisch und wird auf der ganzen Welt verstanden. Da bekommt das Wort „Crossover“ gleich eine ganz neue Bedeutung. Soha bringt groovenden westlichen Pop und karibisch inspirierte Musik zusammen, vermischt dabei Ragga, Reggae und Hip Hop zu einem explosiven Gebräu, schwebt nicht nur in der luftigen Coverversion von Serge Gainsbourgs „Les Petits Papiers“ in französischen Sphären. Soha vereint alle Einflüsse, die ihr Leben bislang geprägt haben, und entwirft gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Band eine gleichsam lässige, zauberhafte, kraftvolle und mitreißende Klanglandschaft.

29-soha-1In Frankreich ist die Sirene ein shootingstar, der das legendäre Olympia Konzerthaus in Paris gleich tagelang ausverkauft. Ab den ersten Takten wickelt Soha die Hörenden um den Finger. Betört von sagenhaft schönem Songwriting, folgen wir ihrem Ruf ins Irgendwo zwischen Jamaika, Frankreich, Amerika und Kuba. Dancehall, Pop und Jazz mischt sie mit französischem Charme, nordafrikanischen Wurzeln, kubanischer Leichtigkeit und einem originären Singer/ Songwriter-Selbstverständnis. indem sie Schichten musikalischer Farben übereinander legt Und besitzt auch die Frechheit, den Klang eines Metronoms als Rhythmus-Hook zu verwenden. Frech und äußerst äußerst gekonnt.

So macht man gute Musik! Nachhaltig überzeugende Lieder ohne Verfallsdatum und eine selbstbewusste Künstlerin.

Soha, voc.; Jean M’Ba N’gguema, git.; Mike Clinton, Bassgit.; Pascal Pallisco, accordeon; Julien Tekeyan, drums

Nils Landgren Funk Unit (S)

Licence to Funk

Aug ’09
7
19:30

Von einfühlsamen Jazzballaden, krachenden Funkstücken bis hin zu schwedischer Volksmusik - Landgren ist ein Mann fast ohne musikalische Grenzen. Sein Markenzeichen ist die rote Posaune, sein Spitzname “Mister Red Horn”. Das Engagement für den Jazz führte ihn nicht nur zur Big Band von Thad Jones. Im Laufe seiner Karriere stand er auch mit Größen wie Herbie Hancock, Maceo Parker oder Joe Sample auf der Bühne.

Nils Landgren, Rechte: Steven HaberlandEr liebt Bach sowie die Weite und Unbegrenztheit des Meeres und sein Spiel offenbart etwas von dem besonderen Mythos Skandinaviens.
Nils Landgren hat den europäischen Jazz entscheidend geprägt: gemeinsam mit dem Pianisten Esbjörn Svensson und vor allem mit seiner Power Band Funk United. Und ab und an, mal als allerletzte Zugabe, mal zum Luftholen, sang Nils stets einige der schönsten Balladen, die der Jazz kennt. „Wie da einer, der schon alles weiß, die Geschichten, und nichts als die Geschichten erzählt, das fesselt zunächst, dann berührt es.“ (Süddeutsche Zeitung).

Nils Landgren, Rechte: Steven HaberlandEr ist ein Magier der Posaune, mit Funk Unit baut Landgren das Konzept des Funk`n Jazz konsequent und in organischer Verbindung von Funk, Soul und Jazz aus. Dass der schwedische Posaunist sich früher oder später auch an das ABBA-Erbe machen würde, war ebenso amüsant wie folgerichtig. Vor vielen Jahren wurde Mr. Redhorn selbst einmal von Benny Andersson ins Studio gebeten, um den ABBA-Song „Voulez-Vous“ mit seiner Posaune anzureichern.

„Funky ABBA“ war ein liebenswürdiger Geniestreich, der die ABBA-Hits durch den Groove von Funk Unit passiert, ihnen etwas Retro-Feeling beigibt und sie erfrischend mit Rap-Einlagen aktualisiert. Die Licence to Funk hat sich Landgren redlich erspielt.

Anne Clark (UK)

The Smallest Acts Of Kindness

Aug ’09
6
19:30

Egal welchen stilistischen Vorlieben die in London geborene Anne Clark gerade frönt, ob folkig balladesk oder synthetisch nach vorne rockend, ihre jüngste Veröffentlichung „The smallest acts of kindness“ stellt das Gleichgewicht auf allen Ebenen her: das zwischen elektronischen und akustischen Klängen.

27-anne-clark-2Dafür zeichnet vor allem ihr eigentümlicher Sprechgesang verantwortlich, der seinesgleichen in der Popwelt sucht und der blonden Engländerin eine über die Jahre treue und stetig wachsende Fangemeinde beschert. Die Pop-Poetin aus Londons Vorort Croydon spuckt sperrige Texte mit zackig betonten Konsonanten ins Mikro, drapiert mit einem Mix aus eingängigen Melodien und widerspenstigen Softtechno-Beats. Anne Clark wird gern als das weibliche Gegenstück zu Künstlern wie Nick Cave, John Cale von Velvet Underground oder Tom Waits bezeichnet.

Vor allem aber ist sie eine einzigartige Künstlerin, die sich seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich in der internationalen Musikszene etabliert hat. Was das Geheimnis von Anne Clark ist? Sie verbindet Romantik und Atmosphäre auf ihre unnachahmliche Art mit traumhaften wie tanzbaren Klängen. In den 80ern ist Anne Clark durch coole elektronische Sounds bekannt geworden, die sie sowohl mit intimen und persönlichen als auch allgemein gültigen Texten kombinierte. Nebenbei experimentierte die britische Künstlerin aber immer auch mit Akustik-Instrumenten wie Cello, Violine und Klavier.

27-anne-clark-3„The smallest acts of kindness“, das sind Songs, die Anne seit Jahren live spielt, zu deren Umsetzung im Studio sie bisher aber nie gekommen ist, ebenso wie neue Stücke. Vom atmosphärischen “As soon as I get home” bis zum aufwühlenden, von elektronischen Beats getriebenen “Prayer before birth” führt Anne Clark das ganze Spektrum ihrer gesamten Karriere auf, während sie immer neue Wege auslotet, die alte wie neue Fans begeistern werden. Konzerte mit Anne Clark sind intensiv und berührend, voller Song- und Klangperlen. Es schmerzt immer noch einiges auf der Welt, aber Anne Clark vermittelt 2009 angenehm mehr Hoffnung als Endzeitstimmung in ihrer Kunst. Begleitet wird dieses Multiwunder von einer exquisiten Band, die im Genre der Elektronik ebenso beheimatet ist, wie im Umgang mit akustischen Instrumenten.

Curtis Stigers (USA)

An evening with Curtis Stigers - Das Konzert ist ausverkauft

Aug ’09
5
19:30

Als Curtis Stigers 1991 sein titelloses Debütalbum veröffentlichte, eroberte er die Popwelt im Handstreich: Das Album landete auf Platz 1 der Heatseeker-Charts von Billboard, verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal und brachte dem Debütanten mehrere Platinum-Auszeichnungen in aller Welt ein.

26-curtis-stigers-1Mit “I Wonder Why”, “Never Saw A Miracle”, “Sleeping With The Lights On” und “You’re All That Matters To Me” enthielt es zudem gleich vier selbstverfaßte Hit-Singles, von denen es zwei in die Top 10 schafften. Einen weiteren Erfolg verzeichnete Stigers im darauffolgenden Jahr, als er für den Soundtrack des Kinofilms “The Bodyguard” (mit Whitney Houston und Kevin Costner in den Hauptrollen) eine wunderbare Interpretation von “(What’s So Funny ‘Bout) aufnahm. Dann allerdings besann er sich recht bald auf seine eigentlichen Wurzeln und sang wieder Jazz. Mit seiner leicht rauhen, soulgetränkten Stimme und einer wunderbar sonoren Phrasierung auf dem Tenorsaxophon zeichnet Curtis Stigers für eine unverwechselbare musikalische Persönlichkeit.

Auf seinem neuen Album “Real Emotional” demonstriert Stigers zum einen seine Talente als Songwriter, zum anderen aber auch sein Können als einzigartiger Interpret moderner Pop-Klassiker. Neben drei selbst verfaßten Stücken (zwei entstanden mit Pianist Larry Goldings als Coautor, einer mit Curtis’ jüngerem Bruder Jake) bietet das Repertoire von “Real Emotional” Songs aus der Feder von Bob Dylan, Emmylou Harris, Tom Waits, Mose Allison, Paul Simon, Randy Newman und Hoagy Carmichael.

26-curtis-stigers-2Was Curtis Stigers von vielen anderen Jazzsängern heutiger Tage unterscheidet, ist seine Fähigkeit, selber exzellente Songs zu schreiben. “Ich strebe nach einem komplexen und sich stets wandelnden eigenen Stil”, sagt Stigers. “Das macht es schwierig, mich in eine Kategorie einzuordnen. Ich singe wunderbare Liebeslieder, aber ich bin nicht wirklich ein Crooner. Ich schreibe eigene Songs, aber ich bin auch nicht nur ein Singer/Songwriter“.

Mit „Real Emotional“ wendet sich der Sänger wieder seiner ursprünglichen Liebe zu: dem Jazz.

Curtis Stigers, voc.; Matthew Fries, piano; Cliff Schmitt, bass; Keith Hall, drums.

Gangbe Brass Band (Benin)

Assiko

Aug ’09
1
19:30

Seit 1994 zählt die aus dem westafrikanischen Benin stammende GANGBÉ BRASS BAND (Gangbe = Metallklang) zu den erfolgreichsten Live-Acts der internationalen World-Musik-Szene und veröffentlichte bislang die drei hochgelobten Alben: ‘Gangbe’ (1998), ‘Togbe’ (2001) und ‘Whendo’ (2004). Allesamt vom Jazz kommend, arbeiten die acht Musiker seitdem an ihrem furiosen, bläserdominierten Mix aus traditionellen, westafrikanischen Melodien, Rhythmen und Jazz-Harmonien.

25-gangbe-brass-band-2Das Ergebnis ist ein virtuos umgesetzter Bigband-Sound, bei dem Tradition und Moderne eine gleichberechtigte Fusion eingehen und in dessen lyrischem Mittelpunkt meist Alltagsgeschichten, aber auch sozialpolitische Themen stehen.

Die Ursprünge dieses Sounds liegen in der christlichen Mission, die an der Verbreitung der Blechmusik beteiligt war. Die frisch Bekehrten wurden aufgefordert, ihre Dörfer zu verlassen und in den Missionsstationen zusammenzuwohnen. Dort waren die traditionellen Trommeln verboten, weil sie mit «heidnischen» Bräuchen in Verbindung gebracht wurden. Als Ersatz wurden Blaskapellen organisiert, deren Instrumente aus Europa eingeführt wurden.

Die Gangbe Brass Band steht in dieser Tradition. Allerdings hat die Formation aus Benin die ursprünglich europäische Marschmusik in einen locker swingenden afrikanischen Tanzstil verwandelt, der jeden militärischen Drill vermissen lässt und deshalb heute auch in Europa Zuspruch findet. So schliesst sich der Kreis!
Die acht Musiker aus Benin kreieren eine eigenwillige Mischung aus moderner Brass Band und traditioneller afrikanischer Musik. Mehrstimmige „call and response” Gesänge treffen auf mannigfache Percussionsgewitter und vielschichtig arrangierte, raffinierte Bläsersätze, die jeder funky New Orleans Brass Band gut zu Gesicht stünden.

25-gangbe-brass-band-1Scharf gewürzt wird dieser Mix mit einfallsreichen Jazzsoli und abwechslungsreichen, unvorhersehbaren originellen Arrangements. Die ansteckende natürliche Spielfreude verführt mühelos jedes Publikum, sich dem Rhytmus hinzugeben und den Tanzboden zu bevölkern.

Endlich erschien im Herbst 2008 ihr neues Album „Assiko“. Im Sommer 2009 ist die Band dann endlich auch in Kassel live zu erleben.

Olatoundji Magloire Ahouandjinou, trumpet; Wendo Martial Ahouandjinou, trumpet; Benoît Avihoué, perc.; Athanase Obed Dehoumon, buggle; Lucien Gbaguidi, sax.;Crespin Kpitiki, perc.; James Vodounnon, tuba; Eric Yovogan, trumpet

Klee (D)

support: Silvester (D)

Jul ’09
31
19:30

Die Band Silvester macht sich auf etwas anders zu machen. Weg von den ausgetretenen Pfaden, den vielbefahrenen Autobahnen des Deutschpop. Galionsfigur bei Sylvester ist die Hamburger Sängerin Naima die Musik und Text verantwortet. Pop und schräg, eindringlich, unpeinlich persönlich und auf der Tanzfläche zu
Hause. Sie erzählt, beschreibt und träumt sich durch die Texte.
Wunderbare Beats, und groovende Arrangements kommen von Gitarre, Bass und Schlagzeug.  Die Musik von Silvester pendelt zwischen Folk und Pop, zwischen Joni Mitchell und Madonna. Sie macht sich nichts aus Radioregeln obwohl wir Songs wie
„Jetzt fängt es endlich an“ dringend im Radio bräuchten.

Geht es um erstklassige Popmusik aus deutschen Landen, darf der Name Klee nicht fehlen. Die Kölner Band um Frontfrau Suzie Kerstgens steht für intelligentes Songwriting, ausgefeilte Instrumentierung und besitzt ausgewiesene Live-Qualitäten. Ihre Einflüsse bezieht die Band aus einem bunten Kaleidoskop des Pop und Rock. Klee sind die großen Romantiker des deutschen Pop.

24-klee-2Synthie-Sounds, druckvolles Schlagzeug und britisch angehauchte E-Gitarren gehen eine harmonische Liason ein. Oft temporeich und druckvoll inszeniert, schweben verträumte Melodien wärmend durch den Raum In einem ihrer größten Hits hat die Kölner Band „Gold“ besungen, jetzt greifen sie danach. Wie Goldschürfer so lange gesiebt, bis nur noch glänzende Nuggets übrigblieben: reine Popsongs mit großen, wahren Gefühlen, noch größeren Melodien und unwiderstehlichen Refrains. Klee haben auf „Berge versetzen“, ihrer letzten Veröffentlichung, die perfekte Symbiose gefunden aus Elementen britischer Gitarrenpopkunst und europäischer Elektronikkultur, aus edlem Schliff feiner Songjuwelen und kluger Auslotung komplexer Gefühlswelten „Zwischen Glauben und Vertrauen“ entwirft ein kleines, halb fiktives Panorama vom Leben in der Stadt, ein Song, für dessen Text ursprünglich gemeinsame Erinnerungen aus Barcelona Pate standen, die sich hier zu den Bausteinen eines metropolistischen Utopias zusammenfügen.

Diese Popdelikatesse mit verhaltenem New-Order-Basslauf erzählt, wie das Leben mit Freunden in der Stadt das urbane Lebensgefühl prägt, wie die Mischung aus Bildern und Gerüchen, Dingen und Gedanken die eigene Geschichte formt. Ein feinnerviges Sensorium bilden auch die filigranen Balladen: „Weine nicht“, sie ist das sensible Psychogramm einer offenbar zum Scheitern verurteilten Beziehung, in der die Worte des Trosts ruhelos durch die Zeilen geistern.

24-klee-1„Weil es Liebe ist“ ist eine melodisch wie poetisch betörende Liebeserklärung, abgerundet mit orchestralem Glanz zu einer Miniatursymphonie. Auch der Titelsong „Berge versetzen“ hat diesen erhaben klassischen Glanz. Klee sind keine zurückhaltende Studioband - im Gegenteil. Von jeher nehmen Live-Auftritte einen großen Raum im Schaffen des Quintetts ein.

Suzie Kerstgens, voc.; Sten Servaes, keys, voc.: Tom Deiniger, git.; Pele Götzer, bass,; Daniel Kingen, drums

Sophie Hunger (CH)

Monday’s Ghost

Jul ’09
30
19:30

Romantik ohne Pathos, Melancholie ohne Wehleidigkeit. Mit ihrer charismatischen Stimme lebt Sophie Hunger ihre Musik zwischen Folk und Soul mit jeder Faser ihres Körpers - darum kommt sie auch ganz ohne Effekthascherei aus.

Sophie Hunger, Rechte: Benoit Peverelli Das Licht der Kunstfigur Sophie Hunger, eine Folksängerin ohne Folk-Botschaft, hatte bislang nur auf der Bühne gebrannt. Mittlerweile ist ihr erstes, wie man so sagt: professionelles Album in der Schweiz bei einem kleinen Label erschienen. Der Branchenriese Universal zieht nun in Frankreich und in Deutschland nach. “Monday’s Ghost” landete gleich in der ersten Woche auf dem ersten Platz der helvetischen Hitparade, Es geht um Zauber und um Täuschung, um Verführung. Etwa wenn sie manchmal die Vokale verformt und sie in ein Nuscheln gleiten lässt, dessen stilisierte Prononcierung so sehr ihre Bewunderung für Radiohead verrät.

Oder ihr Faible für Bob Dylan, dessen Werk sie erst vor zwei Jahren über einen lokalen Imitator kennen gelernt hat. Die Songs von “Monday’s Ghost” erzählen keine Geschichten im herkömmlichen Sinne, sondern reflektieren Impressionen, die jeder Hörer mit eigenen Erlebnissen und Eindrücken in Bezug setzen kann. So drehen sich beispielsweise die Songs “Shape”, “Drain Pipes” und “Teenage Spirit” allesamt um die Idee von Form und widerspenstigem Inhalt. Vielseitiger geht’s kaum. In “Round And Round” gibt sich Sophie Hunger, als wäre sie in einer Jazz-Lounge zu Hause. Dann aber, in “The Tourist”, hämmert das Piano, als hätte Tori Amos den Punkrock entdeckt.

“Boat Is Full” rockt von einer Indie-Ecke in die nächste, während “Birth-Day” mit losfetzender Harmonika an Bob Dylans “Like A Rolling Stone” erinnert, ohne peinlich zu sein. “Protest Song” dockt nur insofern an die Folk-Tradition an, weil der Text elegant von der Täuschung handelt, einen Protest Song zu schreiben: “I had nothing, then I had you”, sagt die Sängerin zu ihrem Lied des Widerstands, das sie damit als willkürlichen Sinnfüller entlarvt.

Sophie Hunger ist keine neue Norah Jones und will es auch gar nicht sein. Eine musikalisch-geistige Verwandtschaft besteht da schon sehr viel eher zur Kanadierin Leslie Feist, deren phänomenalen Erfolg bei Kritik und Publikum man auch nur schwer erklären kann. Sophie Hunger hat ihre eigene Identität gefunden und trifft mit ihrer Musik, wie bejubelte Konzerte in England und Frankreich schon zeigten, den Nerv ihrer Hörer. Ihre zauberhafte Stimme verführt den Hörer. Man kann gar nicht anders, als der Musikerin von der ersten bis zur letzten Minute gebannt zu lauschen.

Gefühlvoll und ausdrucksstark intoniert sie ihre ausgefeilten Melodien. Passend zur stilistischen Vielfalt der Songschreiberin, fällt auch das Begleitinstrumentarium äußerst vielseitig aus. Angerockte Stücke wie “The Boat Is Full” und “The Tourist” warten mit allerlei E-Gitarren und energischem Schlagzeug auf. In ruhigen Momenten dominieren Akustikgitarre, Klavier und Posaune das Klangbild.

Roberto Fonseca Group (Cuba)

Akokan

Jul ’09
29
19:30

Der Buena Vista Social Club lässt grüßen. Denn als der große Ruben Gonzalez 2003 starb, rückte der junge Roberto Fonseca, der das Orchester der kubanischen Granden länger schon begleitet hatte, als vollwertiges Mitglied nach und avancierte in der Folgezeit zu einem musikalischen Highlight des in wechselnden Besetzungen weltweit tourenden Ensembles, zuletzt als Arrangeur und Pianist der Band(s) von Ibrahim Ferrer und Omara Portuondo.

Roberto Fonseca, Rechte: Tomas MiñaRoberto Fonseca, 1975 in Havanna geboren, gilt als der bedeutendste Pianist seiner Generation. 1990, als er gerade fünfzehn war, trat er beim International Jazz Plaza Festival auf und begeisterte die Fachpresse. 1996 wurde er Mitglied der Band des Sängers Augusto Enriquez und 1997 gründete er mit Javier Zalba die Gruppe Temperamento. Von 1999 bis 2001 nahm er eigene Kompositionen auf und kooperierte bei Platteneinspielungen mit internationalen Künstlern.

So spielte er unter anderem den Soundtrack des Filmes „Black“ des Franzosen B. Maraval ein. Seit Beginn seiner internationalen Karriere erstaunt der Musiker Publikum wie Kritiker mit seiner einzigartigen Kombination aus Virtuosität, Charisma und Authenzität. Er begleitet die alten Heroen wie Omara Portuondo, Guajiro Mirabal oder Cachaito Lopez und hat einen kaum zu überschätzenden Anteil an der Entwicklung der aktuellen kubanischen Musik.

Darüber hinaus musizierte Fonseca mit den amerikanischen Jazzstars Herbie Hancock, Wayne Shorter, Michael Brecker und Brian Blade. Unerschöpflich scheint das Reservoire und die schöpferische Energie dieses Menschen. Er flirtet mit Jazz, Jungle, drum’n’bass, Klassik und Soul und hat dabei doch die kubanische Musik wie kaum ein anderer studiert. Er liebt das perkussive Element und verleugnet an keiner Stelle die afro-kubanischen Wurzeln seines Spiels.
Roberto Fonseca, Rechte: Tomas MiñaEs ist nicht allein das musikalische Können, das das Spiel von Roberto Fonseca auszeichnet, es ist auch das Studium der an Zitaten reichen kubanischen Musik, ihrer vielfältigen Einflüsse und das Wissen um all jene Erkundungen, die geradewegs in die Zukunft führen.

Im Frühjahr 2007 erschien endlich Roberto Fonseca´s Debut-Album für den internationalen Markt mit dem Titel „ZAMAZU“ und wurde bislang über 30.000 mal verkauft. Im April 2009 erscheint Fonsecas neues Album „Akokan“, eingespielt mit vielen Gaststars in den legendären Egrem Studios in Havana.

Helge Lien Trio (NW)/ Jef Neve Trio (B)

Young European Jazz

Jul ’09
25
19:30

Eine kleine Nation mit einer großen Jazztradition ist das Land der Fjorde und Trolle

Jef Neve, Rechte: Alex VanheeWie man “The Art Of The Trio” perfekt beherrscht, das kannte man bislang nur von Brad Mehldau, Bill Evans und E.S.T. Mit dem norwegischen Helge Lien Trio macht sich nun eine neue Formation auf den Weg, dem Piano-Trio neue, spannende Klangbilder hinzuzufügen. Das perfekt aufeinander eingespielte Trio hat mit ‘Hello Troll’ ein Album vorgelegt, das lyrisch-impressionistische Stimmungsbilder zeichnet, deren Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann. Helge Lien, der neben seinem eigenen Trioprojekt auch mit anderen norwegischen Acts, wie zuletzt mit Silje Nergaard, unterwegs ist, hat mit seinen Bandkollegen Frode Berg (Bass) und Knut Aalefjær (Drums & Percussion) eine ganz eigene, unverwechselbare Art des Triospiels entwickelt. Mit traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel entwickeln die Musiker einen kammermusikalisch anmutenden Jazz, der sich durch harmonisch komplexe Klangfarben auszeichnet. Anknüpfend an Bill Evans’ lyrischer Kraft und dem beschwingt melancholischen Spiel eines Esbjörn Svensson, erzeugt Lien auf ‘Hello Troll’ Stimmungsbilder, die er im ständigen Dialog mit Berg & Aalefjær mit leichter Hand vorträgt. Getragen von großer Disziplin und absoluter Relevanz sind die Eröffnungstakte des Openers “Gamut Warning”, das durch Liens dynamische Phrasierungskunst und das traumwandlerische Zusammenspiel des Trios aufhorchen lässt.

Und auch die weiteren Stücke, wie das dramatische “Axis Of Free Will”, das hochromantische „Radio”, die fragilen Songs “Diverted Dance” und “It Is What It Is, But It Is” oder das vertrackte, aufwühlende Stück “Hallo Troll” demonstrieren eindrucksvoll, dass sich hier eine Formation präsentiert, die die Kunst des Trios perfekt beherrscht.

Jef Neve, Rechte: Jos L. KnaepenZweifellos zählt der Pianist Helge Lien zu den spannendsten jungen Talenten Skandinaviens. Nachdem das ehrwürdige Dagbladet aus Norwegen schon das Vorgänger-Werk ‘To The Little Radio’ als „Das beste norwegische Piano Trio Album seit langem” bezeichnete, kann man sich auch auf ähnliche Reaktionen zu ihrem neuen Longplayer gefasst machen. Der Erfindungsreichtum des Trios, sich mit klassisch-impressionistischen Mustern und rhythmisch-melodischem Jazz in den Herzen eines beständig wachsenden Zuhörerkreises zu spielen, scheint wahrhaft grenzenlos zu sein.

Nach den jungen skandinavischen Piano-Senkrechtstartern steht jetzt ein Pianist aus Belgien in den Startlöchern für eine internationale Jazz-Karriere: Jef Neve. Er bringt alles mit, was es für die Königsdisziplin des Trio-Jazz braucht: Er ist ein atemberaubender Pianist, sein Spiel verbindet melodiöse Themen mit kraftvollen, hypnotischen Rhythmen. Als Komponist überzeugt er mit ungewöhnlichen Themen, mal abstrakt und fordernd, mal sanft und poetisch - und er schaut über den Tellerrand des Jazz hinaus. Seit rund vier Jahren spielt Neve mit dem Bassisten Piet Verbist und dem Schlagzeuger Teun Verbruggen im Trio zusammen.“

“Soul in a picture“ heißt das die jüngste Veröffentlichung, und gehört zu dem Bemerkenswertesten , was die europäische Jazzszene derzeit zu bieten hat. Das Trio spielt seit gut vier Jahren zusammen und braucht sich vor Größen wie dem legendären und leider verstorbenen Esbjörn Svensson nicht zu verstecken. Eine starke Inspiration von Jef Neves Spiel ist auf seine klassische Ausbildung zurückzuführen. Bachs Motivverarbeitungen bieten Anleihen für die Melodieentwicklung und den Klang bei Neve, ebenso die überaus sensible und gelungene Dynamik der Arrangements. Äußerst detailliert achtet das Trio darauf, Melodien fließen zu lassen, sie während des Spiels zu gestalten ohne dabei auf minutenlange Improvisationseinschübe zu pochen. Trotzdem ist die Virtuosität der Musiker in jedem Takt hörbar. Sie spiegelt sich in der exzellenten, stets atmenden Entwicklung der Musik wieder.Das jüngste Album “Soul In a Picture” erschien 2008 bei Universal Music wetweit in 24 Ländern. Die Presse überschlug sich mit Lob:
-JazzMan magazine : « SPECTACULAR. His previous album had enchanted the critics and was crowned with a ‘Choc’ Jazzman. “Soul in a Picture” hits the nail right on the head and confirms all our expectations. »
-Times Online : « If Neve had been born somewhere jazzily iconic such as Chicago or New Orleans he would already have been fêted as the hottest new pianist on the block. »

Jef Neve ist ein Meister, egal was an abstrahierenden Vorgaben er seiner Truppe verordnet. Egal ob Tempowirrungen, aberwitzig perlende Läufe, abrupte Wechsel – immer ist er Herr des Geschehens. Ein Erfinder gar, ein Innovator, der seine klassische Klavierausbildung „cum laude“ abschloss. Dasselbe könnte unter diesem Konzertabend stehen.

Moriarty (USA/F)

Gee Whitz But This Is A Lonesome Town

Jul ’09
24
19:30

Das französisch-amerikanische Verhältnis gilt als belastet. Stichwort “Freedom Fries”. Amerikaner halten Franzosen gemeinhin für arrogante Schnösel, Franzosen im Gegenzug Amerikaner für kulturlose Trampel. Frankreich und die Staaten können aber doch miteinander. Sie können sogar Liebe machen und zusammen gehören.

Moriarty, Rechte: Lea CrespiSiehe Moriarty: In dem transatlantischen Quintett vereinigen sich Frankreich und die Staaten so selbstverständlich wie Wasser aus der Seine und dem Mississippi: Alte Welt trifft neue Welt, Country trifft Chanson, Swamp-Blues trifft Cabaret. Ein nächtlicher Folk-Mix, der keinem Jahrzehnt, keinem Jahrhundert, keinem Ort zuzuordnen ist. Banjo, Harmonica, Doublebass, ein Koffer als Trommel und die unvergleichliche Kanarien-Stimme von Rosemary Moriarty. Die Bühne ist voll gestellt mit allerlei Instrumenten und Gerätschaften, und die Musiker sind ganz spezielleTypen, pflegen alle einen eigenen Stil, ob Klamotte oder Frisur.

Moriarty, Rechte: Lea CrespiUnd wichtiger noch: auch als Instrumentalisten sind sie spezial und was sie da ,mit Gesang, Gitarre, Dobro, Kontrabass, Schlagzeug und Mundharmonika, auf die Bühne zaubern ist unique, einzigartig, so und in dieser Kombination noch nicht zu hören gewesen. Bedenkt man ihre Biografie, hört in den eher Blues und Country gefärbten Titeln die Weite Amerikas heraus, könnte man schnell auf die Idee kommen, sie zur bestmöglichsten Verkörperung von Wim Wenders „Paris, Texas“ zu erklären. Aber in Moriartys Musik steckt mehr als the best of both worlds. Und so wirklich frankophil ist sie gar nicht, eher global angelegt. Denn ihre Chanson-Variante könnte auch im Berlin der Dreißigerjahre zu Hause gewesen sein.

Moriarty, Rechte: Lea CrespiCabaret trifft auf Folk, und der hat auch östliche Farben. Die Show ist eine Inszenierung. Die Sängerin gibt eine Diva, aber die erzählt ganz bodenständige Geschichten, die auch an Tragik und Komik nicht vermissen lassen. Hauptsache, man wiederholt sich nicht. Es darf experimentiert werden. Der Einsatz spezieller kleiner Instrumente wie einem Glockenspiel oder Utensilien des täglichen Lebens wie Zinkbadewanne oder alter Reisekoffer erzeugen einen zuweilen skurrilen, aber immer bezaubernden Sound. Die Perkussion erinnert mitunter an Tom Waits. Und von ihm spielen sie ja auch einen Song, aber nicht nur das.

Auch eine ihrer Lieblingsbands der Achtziger muss dran glauben: Depeche Mode. „Enjoy The Silence” bekommt einen ganz eigenen Dreh.– große Kunst. Erklären tut dies ein wenig ihr Albumtitel “Drifting Letter Office” –„Das Amt für verloren gegangene Briefe“. Jeder der Songs ist ein Brief an eine Person, der nicht ankam. Diese einzelnen Geschichten kann man sich auf der.Homepage von Moriarty zusammenreimen, (www.myspace.com/moriartylands) – was auch schon mehr als eine Millionen Menschen getan haben. Natürlich als Rätsel, in einer Online-Schnitzeljagd.

Socalled (Can)

Ghettoblaster

Jul ’09
23
19:30

Socalled ist Musiker, Photograph, Magier und Maler. Geboren als Josh Dolgin in der kanadischen Stadt Chelsea, im französischen Teil Quebecs, lebt er heute im Montreal. Vor allen Dingen ist er im Moment aber wohl einer der innovativsten Musiker Amerikas.

19-socalledWildgewordenen Klezmerklarinetten treffen auf HipHop Beats, auf jiddisch wird gerappt, gelegentlich schaut der House vorbei - auf dieser Hochzeit feiern sich die intelligentesten Musikstile. Dazwischen herzbrechende Trauer. Alles in allem ein beglückendes Tohuwabohu. Mit seinen Samples aus Hip-Hop- und alten Klezmeraufnahmen macht der kanadische MC Socalled szeneweit Furore. Josh Dolgin, wie der vielseitige Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, geht bei seiner Arbeit recht undogmatisch vor:

Sampler und Beatmachine zählen ebenso zu seiner musikalischen Grundausstattung wie Accordeon und Klavier, dazu eine mehrköpfige Live-Band, die diese geballte Ladung Stilfusion erst so richtig rocken lässt. Socalled ist nichts für sanfte Gemüter, hier treffen Funk und Hip-Hop-Infusionen auf alte jiddische Synagogengesänge und Volksmelodien – und eine äußerst sympathische Prise Selbstironie. Mit seinem jüngsten Album «Ghettoblaster» feiert er sowohl in Nordamerika als auch in Europa große Erfolge. Als Kind liebte er Musicals und malte Cartoons für eine Zeitung in Ottawa.

Socalled, Rechte: Aaron SeligmanSpäter verliebte er sich in das Accordeon und spielte in den unterschiedlichsten Bands - Salsa, Gospel, Rock, Funk. Schließlich aber widmete er sich dem Hip-Hop, wenn auch auf seine ganz eigene Weise. Seine Aktivitäten sind vielfältig: So dirigiert er den Addath Israel Chor in Montreal bei allen großen jüdischen Festen und tritt auf mit angesagten Musik-Größen wie Killah Priest, Susan Hoffman-Watts, Frank London und Irving Fields. Zuletzt machte er Furore als Gast in David Krakauers „Klezmer Madness“ und auf youtube hat er es mit einem selbst gebastelten Clip auf mittlerweile fast 2 Millionen Klicks gebracht: http://www.youtube.com/watch?v=8tS4OWiozmw

Socalled steht für den zeitgemäßen Umgang mit traditionellen jiddischen Melodien und Rhythmen. Sein Markenzeichen sind auf Hebräisch gerappte Reime. Im Sommer kommt er endlich auf Tournee mit seiner eigenen Band und bringt die großartige Katie Moore als Sängerin mit.

Socalled, MPC-Sampler, piano, Accordeon, voc.; Katie Moore, voc.; Michael Winograd, klar.; Allen Watsky, git.; Fred Liebert, bass

Nils Petter Molvaer (NW)

Re-Vision

Jul ’09
22
19:30

18-npmolvaer-1Jazz aus Skandinavien, speziell aus Norwegen klang schon immer ein wenig anders. Nils Petter Molvaer, wohl einer der bekanntesten Modernisten aus dem hohen Norden, unterstreicht einmal mehr seinen Nimbus als Grenzgänger zwischen den Welten.

Seine Version von Jazz ist von allen Kategorien und Schubladen befreit. Der studierte Musiker Nils Petter Molvaer findet einen erfolgreichen Weg, Jazz und zeitgenössische Elektronik in allen Variationen, Dub und Weltmusik in eine nicht genormte und sich stets verändernde Form zu gießen.  Molvaers Trompetenspiel erinnert stark an Miles Davis,  seine Komposition in den unterkühlten, fast distanzierten Momenten an Terje Rypdal. Hier erklingen majestätische schöne Klangcollagen, da bedrohliche Kulissen, hier warme Soundteppiche,  da rhythmische Breakbeats. Mal bläst die Trompete sanft, um im nächsten Moment störrisch zu quäken. Nichts an Molvaer ist vorhersehbar.  Jazz- und Elektroszene sind von der Fusion aus dunklen Soundscapes, trancigen Elektrobeats und entrückten Trompetenmelodien gleichermaßen fasziniert.

18-npmolvaer-3Die amerikanische Zeitung L.A. Weekly kürt “Khmer”, das berühmteste Album des Trompeters zum Jazzalbum des Jahres. Zudem erhält es den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und das norwegische Äquivalent des Grammy. Molvaers Gewandtheit im Umgang mit den Konventionen des modernen Jazz führten zu Kooperationen mit Gary Peacock und Elvin Jones. Molvaer ist dennoch bekennender Traditionalist, der alle Sparten des Genres auslotet.

Fragile Coolness prägt den Ton; Molvaer selbst nennt es: „urbane zeitgenössische Musik aus der nördlichen Hemisphäre“. Jazzige Stücke treffen auf donnernde Beats, Industrial Rock und Ambient Dub Klänge verbinden sich mit folkloristisch getönten Melodieführungen.
Die visuellen Eindrücke seiner seltenen Live-Konzerte sind eindringlich und komplex – dafür hat Molvaer mit Guy Tord einen kongenialen Partner gefunden.

The Cat Empire (AUS)

Live on earth

Jul ’09
21
19:30

In ihrer Heimat gehören The Cat Empire bereits seit Jahren zu den erfolgreichsten Bands, und das, obwohl sie einen anspruchsvollen Sound zwischen Funk und Jazz, Pop und Rock präsentieren. Ihre bisherigen Studioalben „The Cat Empire“ und „Two Shoes“ blicken auf Verkäufe weit jenseits der Doppel-Platin-Grenze, fast jede ihrer Singles stieg auf Platz 1 der heimischen Charts.

17-the-cat-empire-2009-picSie tourten durch Australien mit James Brown und spielten zu Silvester ein Open Air-Konzert in Melbourne vor mehr als einer Viertelmillion Zuschauer. Auch jenseits ihrer Heimat macht die Band Furore. In New York spielten sie eine ausverkaufte Show im Central Park, sie waren zu Gast bei David Letterman und Jay Leno. Seit ihren vielbeachteten Auftritten bei Rock am Ring und Rock im Park weiß auch Deutschland um die Ausnahmequalität des Sextetts.

Grandiose Rhythmen, griffige Hooklines und ein außergewöhnlicher Mut zu stilistischen und konzeptionellen Experimenten zeichnen The Cat Empire aus. Anfangs noch ein Trio – bestehend aus Sänger, Percussionist und Songwriter Felix Riebl, Pianist Ollie McGill und Bassist Ryan Monro – wuchs die Formation zwischen 1999 und 2001 kontinuierlich. Zunächst stieß Trompeter und Sänger Harry Angus hinzu, nachdem er das Trio in einem Jazzclub live gesehen hatte. 2001 wurde das Line-Up durch den DJ Jamshid Khadiwala und den Drummer Will Hull-Brown komplettiert. Zuweilen nahmen sie – ganz in der Tradition der Jazzer der 50er und 60er – feste Langzeit-Engagements in Clubs an, wo sie über Wochen jeden Abend spielten, Gäste einluden und ihren eklektischen Stil weiter entwickelten. Und so verwundert es nicht, dass die erste Veröffentlichung von The Cat Empire ein Live-Album war.

17-the-cat-empire-2009Gut ein Jahr später erschien das erste Studioalbum „The Cat Empire“, das im Fahrwasser ihrer Live-Reputation zu einem Hit in Australien wurde und insgesamt sieben Nominierungen für den international bedeutsamen ARIA-Preis einheimsen konnte. Als ihr zweites Album „Two Shoes“, entstanden auf Kuba im Jahre 2005, in Australien erschien, erreichte es umgehend Doppel-Platin-Status. In Australien mittlerweile Superstars, widmeten sie sich in der Folge einem ganz anderen Projekt: Mit dem Konzeptalbum „Circles“ schrieben sie eine World Music-Platte als offiziellen Soundtrack der Commonwealth Games. Bei der weltweiten TV-Übertragung der Eröffnungsfeier spielten sie vor mehr als einer Milliarde Fernsehzuschauern. Gemeinsam mit der Produzenten-Legende John Porter (Roxy Music, The Smiths, BB King, Ryan Adams) spielten sie ihr drittes Album „So many nights“ ein, das von einer gereiften, facettenreicheren Seite erzählt.

„Live on earth“, die jüngste Veröffentlichung dieser wunderbaren Band überzeugt mit großem Party-Appeal, im Fokus stehen aber nun mehr denn je die großen, sofort mitreißenden Songs. The Cat Empire sind in diesem Sommer mit wenigen Auftritten auf den großen Bühnen Europas unterwegs – und nun endlich auch im Kulturzelt zu Gast.

Cubanismo! (Cuba)

Mardi Gras Mambo

Jul ’09
19
19:30

Man beachte die Ausrufezeichen! Cubanismo ist nicht einfach nur Cubanismo, es ist: ¡Cubanismo! Die Musiker von ¡Cubanismo! um Trompeter Jesús Alemañy gehören einer anderen, jüngeren Zeit als der Buena Vista Social Club an.

16-cubanismi-01Sie sind aufgewachsen in Castros Kuba, aber geschult an der Welt und ihren Musikstilen. Nichts hindert sie daran, den guten alten Son mit Mardi-Gras-Brass oder R’n’B zu verquicken, ihre korrekten Anzüge zu Mamboschritten zu verbiegen und Stunden am Stück zu spielen, bis dem Publikum die Tanzbeine abfallen. Ohne Zweifel, den Kumpanen des Social Club gebührt die große Ehre, die traditionelle kubanische Musik wieder in das Licht einer Weltöffentlichkeit gezogen zu haben. Sogar in den USA wurde ihnen offizieller Ruhm zuteil, was angesichts des immer noch andauernden Auftrittsembargos für kubanische Musiker fast ein Wunder ist. Doch neben Rubén Gonzáles oder Compay Segundo hat die reiche kubanische Musiktradition eben noch eine ganze Menge anderer Pflänzchen hervor gebracht.

Eines von ihnen ist Jesús Alemañy. Er gehört zu jener Generation jüngerer Musiker, die die Wiederbelebung des Son seit den 80er Jahren miterlebte und nun den Erfolg der Afro-Cuban All Stars und des Buena Vista Social Club mit viel frischem Wind weiterführen. Er war als blutjunger Spund sogar selbst an der Aufbauarbeit beteiligt und blies – als gerade mal 16jähriges Wunderkind – die Trompete in der Gruppe Sierra Maestra, die seit ihrer Gründung 1976 die Pflege des alten Repertoires einleitete.

16-cubanismo-jesus-alemanyIn den 90er-Jahren zog es Alemañy nach London, wo er mit anderen Exilkubanern zusammen kam und durch die Studios zog. Doch eines Tages überredete ihn der Produzent Joe Boyd, wieder nach Kuba zurückzukehren, um dort eine Band zusammenzustellen. Gesagt, getan: Alemañy kehrte nach Havanna zurück und nahm 1995 mit einem Personal, das vom 10jährigen Bongo-Trommler Julian Oviedo bis zum Pianoveteranen Alfredo Rodríguez reichte, eine klassische Descarga, eine karibische Jam Session auf. Das Ergebnis der Mixtur war ein zwar noch traditioneller, aber extrem eigener perkussiver Stil, den die Truppe auf ihrer zweiten Platte 1997 noch verstärkte. „Malembe“ war fast schon ein sehr flottes Jazz-Album, mit maschinengewehrartigen Trompetensoli und einem Rhythmus, dem sich nur der grämlichste Misanthrop zu entziehen vermag.
Seit diesen beiden Veröffentlichungen tourt ¡Cubanismo! um die Welt und erneuert dabei immer wieder das Gesicht der kubanischen Musik. Mal im Mix mit R’n’B, mal mit kleinen Rap-Attitüden, dann wieder ganz klassisch und entspannt. Bei Jesús Alemañy und ¡Cubanismo! weiß man nie ganz genau, wo es denn nun hingeht und das ist auch gut so, denn gute karibische Musik steckt immer drin.

Jesus Alemany, tromp.;, Rolo Martinez; voc.; Jose Hernandez: voc.; Sergio Mendez, voc.;Jorge Boulet, piano;, Yan Hernandez, tres; , Roberto Riveron, bass; Carlos Alvarez, posaune; Eduardo Rodriguez, tromp.; Cecilio Valido, sax., flute; Alfred Thompson, sax.; Luis Valiente; pauke; Eduardo Lavoy, bongos; Mariano Enriquez, congas

Mayra Andrade (CV)

Navega

Jul ’09
18
19:30

Mayra Andrade’s Konzert im vergangenen Jahr zählt zu unseren schönsten Erlebnissen. Dies wollen wir gern wiederholen!

Mayra Andrade, Rechte: www.f-cat.deDie junge Sängerin Mayra Andrade ist die Entdeckung der Kapverdischen Inseln und neben der famosen Cesaria Evora eine zweite große Stimme der Inseln. Auf Kuba geboren, kam sie schon in jungen Jahren um die Welt und wuchs unter anderem  im Senegal, in Angola, auf den Kapverden und in Deutschland auf. Als sie 2002 nach Frankreich kam, stellte Mayra sich im Vorprogramm der kapverdischen Legende Cesaria Evora einen großen Publikum vor. 2005 lud Charles Aznavour sie ein, für dessen neues Album mit ihm gemeinsam ein Duett zu singen. Auf ihrem Debüt-Album “Navega” zeigt sie, dass sie auch musikalisch wahrlich eine Weltenbummlerin ist. „Navega“ wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik geehrt.

15-mayra-andrade-1-quelleMayra Andrade bewegt sich stilistisch zwischen Latin und Jazz; verbindet brasilianische Einflüsse “Tunuka” mit Flamenco “Lapidu na bo”, bevor sie wieder in Songs wie “Dispidida” und “Navega” die Schönheit der kapverdischen Musik und ihre melancholische Stimmung einfängt. Ganz zart wird die Gitarre gezupft, weich fällt die Stimme ein: “Kant du ma demokrasia/Ma stba sukundidu”; “Man hat mir gesagt, die Demokratie sei wie ein versteckter Schatz”, erzählt sie auf Kriolu. Aber der Rhythmus brodelt schon. Bald wird aus dem vorsichtigen Tasten ein kraftvoller Rausch, ein exotisches Gedicht, eine weite Reise.

Das Ziel: die Kapverden, Heimat im Herzen und Amalgam unterschiedlichster Kulturen. Mayra Andrades Stimme verfügt über eine ausdrucksstarke, exotische Eleganz und nun darf das internationale Publikum die Früchte ihrer cosmopolitischen Lehrjahre ernten: schmeichelnde Liebeserklärungen an die Kapverden, die die Traditionen der afrikanischen Inseln mit brasilianischer Leichtigkeit und verführischem Flamenco mischen. Die Band schlägt einen frischen Ton an, eine urbane Variante der melancholischen Melodien der Kapverden. Paradiesisch.

Esperanza Spalding Quartet (USA)

Esperanza

Jul ’09
17
19:30

Sie ist 23 Jahre alt, sieht blendend aus, singt, komponiert und spielt virtuos Kontrabass: Die Amerikanerin Esperanza Spalding verkörpert genau das, was die in die Jahre gekommene Jazzwelt dringend braucht. Die Amerikanerin Esperanza Spalding gilt als eine DER Neuentdeckungen der US-Jazzszene: Umwerfend natürlich, begnadete Sängerin, virtuose Kontrabassistin und als Komponistin bahnbrechend.

Esperanza Spalding, Rechte: Johann SautyWer selbst ein bisschen Bass spielt und Gelegenheit hatte, stämmigen Stars wie Ray Brown und Buster Williams die Pranke zu schütteln, wundert sich über die grazile Dame: Ihre Arme sind dünner als der Hals ihres Instruments, ihre Hände gleichen denen eines schmächtigen Teenagers. Und mit ihnen holt sie Töne aus dem Kontrabass heraus, wie wir sie zum Beispiel auf ihrer CD “Esperanza” hören?

Das amüsiert Esperanza. Zum Bassspielen brauche man nicht unbedingt übergroße Hände und Arme wie ein Bodybuilder. Auf die Spielweise käme es an, sagt sie, und da hätten ihr Lehrer aus Klassik und Jazz Techniken beigebracht, mittels denen man auch mit kleinen Greiforganen mächtige Klänge erzeugen kann. Nach ihrem internationalen Debütalbum “Esperanza” soll die Jazzwelt das Wunderkind nun live erleben: Die virtuose Instrumentalistin, die begabte Sängerin, Komponistin und Texterin, die jüngste Dozentin am berühmten Bostoner Berklee College, die auch noch den verheißungsvollen Vornamen “Hoffnung” trägt.

Esperanza Spalding, Rechte: Johann SautyWenn man Esperanza zuhört, singt einem aus dem Ensembleklang der ausgesprochen warme Sound eines beeindruckend geschmeidig gespielten Kontrabasses entgegen, dazu ertönt eine mühelos kreuz und quer durch die höhere Mathematik der Jazz-Melodik steigende, sehr schöne Frauenstimme. Es gab viel Hype um Esperanza Spalding. Doch der Rummel hat der unter dem Motto “Lady Plays The Bass” angekündigten Künstlerin nicht den Kopf verdreht. Sie beschreibt sich selbst zuerst als Bassistin; aber es mache ihr Spaß, wie eine Sängerin/Songwriterin Stücke zu schreiben und selbst darzubieten. Ihre Mutter schickte sie zum Geigenunterricht, als sie fünf Jahre alt ist. Schon als Kind wird die Hochbegabte Mitglied der Chamber Music Society im heimatlichen Portland (Oregon), mit 15 wählt man sie zur Konzertmeisterin; dann wechselt sie von der Violine zum Kontrabass und von klassischer Musik zum Jazz. Beim Studium am Berklee College, das ein Stipendium möglich macht, lernt Esperanza Idole wie Pat Metheny kennen.

Erst jetzt verwirft die vielseitig Interessierte den Plan, vielleicht doch lieber Politikwissenschaft zu studieren und konzentriert sich voll auf die Musik.
Welche Musik? Esperanza Spalding ist im Pop-Zeitalter aufgewachsen; außer Jazz mag sie auch Funk, Rock und Latino-Folklore.

Sie träume eher von einem Platz als Bassistin in einer super Jazzband, etwa bei Leuten wie Herbie Hancock oder Joe Lovano, mit denen sie schon aufgetreten ist. Ob sie poppige Songs bringt oder scattet - Esperanza Spalding ist auch mit ihrer Stimme eine Ausnahmekünstlerin, von der wir in Zukunft noch viel hören wollen.

Tine Kindermann (USA)

Schamlos Schön

Jul ’09
16
19:30

Tine Kindermann, Rechte: Lloyd Wolf ©2008“Schamlos schön“ – das ist eine wirklich schöne Produktion mit Liedern aus fünf Jahrhunderten. Deutschen Liedern, die die Jahrhunderte überdauert haben und zum Kanon der deutschen Musikliteratur zählen. Aufgenommen wurde „Schamlos Schön“ mit einer Band, die sich wie ein Who is Who der New Yorker Downtown Musikszene liest: Marc Ribot und Greg Cohen an Gitarre und Baß (Tom Waits Band), Glenn Patscha (Ollabelle) am Keyboard, Spinett und Harmonium, Lorin Sklamberg von den Klezmatics oder Frank London (ebenfalls Klezmatics), der die CD produzierte. Im Mittelpunkt der Produktion steht Tine Kindermann, in New York lebende Künstlerin und Musikerin, die über außergewöhnliche Talente verfügt. Die Frage darf erlaubt sein: Warum deutsche Volkslieder in New York, und warum gerade diese Lieder ?
Tine Kindermann, Rechte: Frank Oudeman„Im Rahmen einer Ausstellung meiner Dioramen und Guckkästen, die auf die Grimmschen Märchen zurückgehen, wurde der Liederzyklus erstmals 2001 in New York vorgestellt. Beim Wiederlesen und Recherchieren der Märchen begegnete ich auch den Liedern meiner Kindheit wieder, wobei mich die Auseinandersetzung mit Abschied, Tod, Verlust und Verlassen am tiefsten berührten. Es sind fast alles eher morbide Lieder, weil ich es schon als Kind immer am schönsten fand, wenn am Ende alle tot waren - die “zwei Königskinder”, der “Wirtin Töchterlein” und das “Schwesterlein”. Und ich kam auf den Titel “Schamlos Schön”, weil ich das Schöne an den Liedern rauskitzeln wollte und sie nicht ironisch-distanziert interpretieren wollte.” (Tine Kindermann)
Tine Kindermann, Rechte: Peter Gannushkin„Es geht ein dunkle Wolk herein”, “Ich hab die Nacht geträumet”, “Es ist ein Schnitter heißt der Tod” – diese wunderschönen alten Lieder haben die Jahrhunderte überdauert, sie geben Gefühlen und Erfahrungen Raum, die Zeiten und Kulturen transzendieren. Und es sind einfach unglaublich gute Lieder.

Tine Kindermann, Rechte: Josh KesslerDer Reiz dieser neuen Aufnahme liegt im Zusammenklang von Tine Kindermanns klarer Stimme und der bewußt schlicht gehaltenen Interpretation sowie der sensiblen Instrumentierung und Begleitung durch einige der besten zeitgenössischen New Yorker Musiker. Das Ziel war, jenseits von Männerchören und Volkskapellen die alten, klassischen Lieder einer neuen Generation nahe zu bringen, ohne ihnen gewaltsam eine neue musikalische Identität aufzuzwingen. Frank Londons behutsame Arrangements und Tine Kindermanns schnörkellose, berührende Interpretation erzählen so die alten Geschichten auf eine neue Weise: schlicht - und ergreifend. Schamlos schön eben!

Tine Kindermann, Singende Säge, voc.; Frank London, Harmonium, keyboard; Lorin Sklamberg, Accordeon, keyboard, git. voc.; Brandon Seabrook, git.; Pablo Aslan, bass

Mother’s Finest (USA)

Live in Europe 2009 - Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’09
15
19:30

11-mothers-finest2009 sind sie endlich wieder auf Tour : Die legendäre Rock & Funkband “Mother´s Finest ” .  Ihr explosives Gemisch aus Jazz, R&B, Rock, Funk und Heavy Metal kam schon lange vor der “Black Rock Coalition” und Bands wie den “Red Hot Chilli Peppers”! Mit ihrer spektakulären Hardfunk-Nummer “Baby Love” landeten sie ihren Welthit. Der typische “Screaming Guitarsound”, Joyce` kraftvolle Ausstrahlung, ihre soulige Gospelstimme, Glenns Metal-Härte, Mos Gitarre und der Funkybass von Wyzard sind das feurige Basement dieser Roots- Funk & Roll-Band No. 1.Der Schlüssel zum Erfolg dieser Band sind nicht die Plattenproduktionen, sondern ihre Liveshows: “Wir spielten sieben harte Tage in der Woche und erinnern uns noch gut an die Zeiten, in denen zu unseren Konzerten fünf Fans antraten. Doch wir spielten weiter und weiter bis der Club sich endlich füllte, denn wir lieben diese Art von Aufregung ! ”

11-mothers-finest-swDie Geschichte der Band hat Ähnlichkeit mit einem Puzzle. Anfangs gab es nur ein Duo, das in der ganzen Welt auftrat und sich „Sly & The Family Stone“ zum Vorbild genommen hatte. Joyce Kennedy, heute humorvoll „Gruppenmutter“ genannt, verdiente sich mit 16 einen ersten Hit in ihrer Geburtstadt Chicago. Durch diesen Erfolg angespornt, überredete die Sängerin Jugendfreund Glenn Murdock, seine eigene Gruppe aufzugeben und mit ihr ein Team zu bilden. Sie waren von dem Konzept begeistert, das seinerzeit Sly&The Family Stone populär gemacht hatte: Rock und Soul als fulminante Einheit. Joyce und Glenn begannen, eine Band zusammenzustellen, die beides gleichermaßen spielen und mischen konnte und außerdem in der Lage war, eigene Stücke zu entwickeln. Lead-Gitarrist Gary Moore kam aus Dayton, Ohio. Bassist Jerry Seay aus Miami, Barry Borden, Schlagzeuger, aus Chattanooga, Tennessee. Eine Weile spielte die Gruppe in Florida ihre eigenen Stücke vor hingerissenem Publikum. 1976 veröffentlichten sie ihr erstes Album. Mit den Top 20 Hits “Love Changes” und “Baby Love” wurden sie eine der erfolgreichsten amerikanischen Soul-Bands. Sie spielten zusammen mit allen Größen des “Who is Who of Rock”, einschließlich “The Who”, “Aerosmith” und “Heart”.

“Wir sind eine innovative Band, manchmal ein bisschen zu heavy für die Zeit, aber niemand hält uns auf. Wir sind zurück mit unserer ganzen Vitalität und Energie und bereit für die Zukunft!”

Mothers Finest 2009 - treibend, kraftvoll und voller Groove !

Joyce & Glen, voc.; Wyzard, bass; Mo Moses, git.; John Hayes, git.; Joseph Williams, drums

Tina Dico (DK)

Almost Alone Again

Jul ’09
11
19:30

10-tina-dico-1„Ich habe diese Energie in mir, nie stehen bleiben zu wollen. Mich treibt nicht der Wunsch nach Perfektion voran. Als Songwriterin suche ich zwar nach dem perfekten Song, der die Idee, ein Gefühl oder einen Moment am intensivsten festhält. Doch es ist immer die Leidenschaft zur Musik, die alles in meinem Leben bewegt.”

Dieses Motto beschreibt Tinas Musikverständnis, vor allem ihre Passion als Songwriterin. Die 28-jährige Wahl-Londonerin, die am 1977 im dänischen Arhus zur Welt kam, ist in ihrem Heimatland längst keine Unbekannte mehr. Sie verdrängte in den dortigen Charts U2 und Coldplay von der Pole-Position. Außerdem heimste sie diverse Musikpreise als beste Songwriterin (beim Dänischen Grammy) sowie beste Komponistin (Danish Music Critics Award) ein. Mit “Count To Ten”, das in Deutschland 2008 auf dem Island-Label veröffentlicht wurde, veröffentlichte Tina Dico ihr viertes Album. In Dänemark erobert die Sängerin damit aus dem Stand die Spitze der dänischen Plattencharts. Kurz darauf darf sich Tina Dico über den erreichten Platinstatus freuen. Bei den Danish Music Awards 2008 erhält sie außerdem vier Nominierungen in den Kategorien Best Album, Best Pop Album, Best Female Singer, Best Songwriter.

10-tina-dico-2Mit “Count To Ten” ist Tina Dico der internationale Durchbruch gelungen. Es sind die feinen kleinen Sounds, die es so richtig interessant machen, Tina und ihrer Band zuzuhören. Wenn man die dänische Künstlerin Tina Dico in einem Satz beschreiben müsste, würde man wohl das Sprichwort „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ wählen. Denn sie liebt die Herausforderung, ist sich aber auch durchaus der damit verbundenen Risiken bewusst. Diesem Naturell entsprechend, machte die Sängerin den Schritt in eine Selbstständigkeit, die eine schnell erkennbare Wegrichtung eingeschlagen hat – steil nach Oben. Kreative Unruhe der Ausnahmekönnerin zeichnet nicht nur ihre Alben aus. Auch auf der Bühne begeistert Tina Dico mit der ihr eigenen charismatischen Performance, bei der sich introvertierte Momente mit expressiver Energie abwechseln. Sie verzaubert ihre Zuhörer, und sorgt für berührende Momente.

Ulita Knaus (D) / Oddjob (S)

Young European Jazz

Jul ’09
10
19:30

Ein perfektes feature für eine längst unverwechselbare Stimme im wild wuchernden deutschen Sirenenwald, eine mit allen Wassern des Vocaljazz gewachsene Künstlerin, die ihre Unberechenbarkeit zunehmend als Vorteil begreift. Ein Werk voller Seele und innerem Einverständnis legt Ulita Knaus vor. Die warmen Klangfarben dieser Musik sorgen neben der bezaubernden Stimme von Ulita Knaus für echtes Gänsehautfeeling beim Hören der Preziosen. Ulita Knaus hat sich und ihren Sound gefunden und bietet einen intimen Hörgenuss. Mit ihrem neuen Album „It‘s The City“ betritt Ulita Knaus neue Pfade.

09-ulita-knausSoul, heißt die aktuelle Wegmarke. „World Wide“ der erbarmungslose Ohrwurm, der grandiose Hit auf diesem Album. Es könnte das Ulita-Knaus-Album werden, das tatsächlich um die Welt gehen wird. Man kommt nicht umhin, vor soviel lyrischer Qualität und der hohen Musikalität der schönen Künstlerin voller stiller Begeisterung den Hut zu ziehen.

Ulita Knaus, voc.; Mischa Schumann, piano; Gerold Donker, bass; Heinz Lichius,drums

So klingt der neue Jazz! Ganz großartig: Die schwedische Band Oddjob und ihr fulminantes künstlerisches Schaffen. Eine Band, aus Schweden wieder einmal. Eine Band! Ein gemeinsamer Sound, eine gemeinsame Haltung.So fließen Eingebungen aus den diversen Sonnensystemen des Popkosmos zusammen, verstehen sich wie von selbst oder raufen einander die Haare und entwickeln eine Energie, die immer wieder Funken sprühen lässt. Es geht nicht um Technik und hohle Virtuosität, sondern nahezu bedingungslos um einen eigenen Klang, um Sounds und um die Wirkung von Melodien. Der Sound der schwedischen Gruppe Oddjob ist eine echte Fusion-Jazz-Offenbarung. Hier gibt es federnde Soulfunk-Grooves, kantig rollende Rock-Klänge, Melodien mit Pop-Qualitäten und melancholische Ambient-Balladen - so klingt der Jazz des 21. Jahrhunderts! Sie klingen so wuchtig wie eine Bigband. Dabei besteht Oddjob nur aus fünf Musikern. Aber dieses Quintett schafft es spielend, riesige Klangmassive aufzutürmen. So entsteht ein bunter Klangkosmos von fünf eingespielten Individualisten, denen man den Spaß an ihrer Ensemblearbeit anhört.

Goran Kajfeš,trumpet; Per “Ruskträsk” Johansson, sax; Daniel Karlsson, piano; Peter Forss, bass; Janne Robertson,drums

Cassandra Steen (D)

Darum leben wir

Jul ’09
9
19:30

Wer Moses Pelham, Xavier Naidoo oder Glashaus kennt, der wird auch mit diesem klangvollen Namen vertraut sein: Cassandra Steen. Als Sängerin der Band Glashaus bescherte sich uns so schöne Hits wie “Wenn das Liebe ist” oder “Haltet die Welt an”, zuletzt wirkte sie als Gast-Star beim “MTV Unplugged”-Konzert mit und sang dort mit Xavier Naidoo im Duett. Jetzt hebt die 28-Jährige ihre Karriere mit ihrer neuen Veröffentlichung “Darum leben wir” auf die nächste Stufe.

08-cassandra-steen-1Cassandra Steen hat eine klassische Gesangsausbildung mit Bravour absolviert und geht doch ganz andere Wege. Sie lernt die Jungs von Freundeskreis kennen. Diese sind von Cassandra Steen begeistert und so wirkte sie schließlich im Alter von 17 Jahren auf deren Album “Quadratur des Kreises” mit. In dem Song “Telefonterror” versucht Cassandra Steen vergeblich, den Rapper zu einem Date mit ihr zu überreden, bekommt jedoch einen Korb. Ganz anders in der Realität, denn durch den Song „Telefonterror“ und „Wenn der Vorhang fällt“ auf dem Album von Freundeskreis wird Cassandra Steen im ganzen Lande bekannt. Cassandra Steen tourte daraufhin mit Freundeskreis und den Fantastischen Vier auf den großen Festivals. Es folgte das Angebot von Moses Pelham. Kurz darauf wird das Projekt “Glashaus” mit Cassandra als Frontstimme geboren. Dem Musikprojekt Glashaus hauchte Cassandra mit ihrer unverwechselbaren Stimme Leben ein. Die erste Single “Wenn das Liebe ist” erobert die Charts.

08-cassandra-steen-2Die Texte stammen aus der Feder von Moses Pelham. Im Jahr 2003 veröffentlichte Cassandra dann ihr erstes Soloalbum mit dem Titel “Seele mit Herz“. Sechs Jahre lang mussten die Fans auf ein neues Soloalbum der Stuttgarterin warten – jetzt ist es endlich da! „Darum leben wir“ beweist, dass hiesiger Soul mindestens ebenso innovativ, frisch und ungewöhnlich klingen kann wie amerikanischer. Auf ihrem neuen Album präsentiert sich Cassandra Steen als eine, in Anbetracht des feierlich expressiven Titels, eher nachdenkliche und melancholische Künstlerin. Doch statt in den Moll-Tönen der Seele zu schwelgen, wählt die Stuttgarterin einen produktiveren Weg. Cassandras Musik, steht die andere, für die ungebrochene Hoffnung auf bessere Zeiten, für das aktive Suchen und Streben nach einer liebenswerten Welt. Für alle Seelenverwandten liefert “Darum leben wir” den Soundtrack. Als Bonus veredelt Cassandra Steen ihre Musik mit Tiefgang und viel Poesie, smoothen Beats und glamorösen Melodien.

Cassandra liefert uns nicht nur die richtige Musik sondern auch die entsprechenden Lieder. Das Resultat ist Mood-Music im besten Sinne des Begriffs: Musik fürs Gemüt.

Jazzanova live! (D)

Of all the things / feat. Paul Randolph

Jul ’09
8
19:30

Bei Jazzanova gibt es immer einen großen Erklärungsbedarf: “Die ganze Zeit muss man den Leuten erklären, was da jetzt eigentlich der Sinn dahinter ist”, sagt Alexander Barck, einer der DJs von Jazzanova, mit einem ironischen Grinsen. “Manchmal ist das komisch für uns, weil wir uns selbst gar nicht diese Gedanken machen.

Jazzanova, Rechte: Ben WolfWir lieben Musik, hören sehr viel Musik - alt, neu - und machen gern Musik. Und das ist es. Ein spielerisches Umgehen damit”.”Klingt plausibel, ist aber stark untertrieben. Denn das sechsköpfige Clubkollektiv gehört weltweit zu den gefeierten Innovatoren im Dancefloor, im NuJazz, Broken Beat, im modernen Folk und Soul. Rund um den Globus beten DJs und Vinylfreaks Jazzanova an. Ihre Remixe für Masters At Work, Fat Freddys Drop, 4hero oder Ursula Rucker sind Kleinode. Aber auch für so verschiedene Künstler wie Lenny Kravitz, Common, Azymuth oder Calexico haben die sechs Berliner gerne das Kunststück gezeigt, unterschiedlichstes Ausgangsmaterial mit Respekt zu behandeln und dabei allem eine unverkennbare Jazzanova Sound-Signatur zu geben. Ihr Mentor, der englische Top A&R, Radiomacher und Labelgründer von Talkin Loud, Gilles Peterson, hatte es sofort erkannt und kontaktierte die Jungs direkt nach ihrer ersten Veröffentlichung, um einen Remix für die japanische United Future Organisation zu bekommen. Ausgezeichnete Laune wird die neueste Veröffentlichung des Berliner DJ- und Produzenten-Kollektivs Jazzanova verbreiten! Jazzanova gehören zur Speerspitze der internationalen Club-Szene. Ob Dancefloor, Acid Jazz, House, Latin oder Drum’n Bass - die Jungs vom Sonar Kollektiv wissen mit den Grooves umzugehen, auf den Plattentellern und im Studio.

2002 veröffentlichten sie ihren ersten Longplayer “In Between”, geradewegs zum Kritikerliebling avancierte. Einen gewaltigen Schritt nach vorn unternehmen Jazzanova mit ihrem neuen Album, das mit klassischen Soul-Anleihen groovt! Jazzanova hatten bei ihren Produktionen schon immer ein Ohr für ältere Klänge und setzten sich vor allem dadurch auch klar vom Dancefloor-Einerlei ab. Mal scheint ihre Musik auf dem soliden Klang verschollener Motown-Sessions der späten 60er Jahre zu gründen, dann wieder auf den cooleren Klängen des europäischen Jazz der 70er! Und dann spürt man in dieser Musik auch noch die Vibes des 21. Jahrhunderts, Musik, die nicht von Samples, Loops und Reproduktion lebt, sondern von Songs. Songs, die aus eigener Feder entstanden und mit unzähligen Musikern eingespielt wurden. Ein großartiges Feuerwerk musikalischer Ideen, gegossen in wunderbar mitreißende Soulsongs und Hip Hop-Tunes erwartet die Zuschauer im Konzert – natürlich auch mit ganz analogen Instrumenten.

Paul Randolph, voc., bass; Clara Hill,voc; Sebastian Studnitzky, keys; Kalle Kalima, git.;
Paul Kleber,bass; Tommy Baldu, drums, perc.; Sebastian Borkowski, woodwinds; David Ben Porat,trombone , voc.; Axel Reinemer, decks/perc.

Maria Schneider (USA) & NDR Bigband

Jul ’09
5
19:30

Sie ist eine der wichtigsten Protagonistinnen des zeitgenössischen Jazz – Maria Schneider komponiert für großformatige Ensembles. Dabei räumt sie im Gespräch ein, dass sie selbst Big-and-Musik gar nicht möge und privat auch nicht höre. Doch der scheinbare Widerspruch löst sich bei näherer Betrachtung schnell auf. Wenn Maria Schneider für große Bands schreibt, dann sucht sie Lösungen für die Frage: Wie wird aus einer Big Band ein Orchester?

Maria Schneider, Rechte: Dena und Jimmy KatzErste Überlegungen in diese Richtung stellte sie einst als Assistentin im Gil Evans Orchestra an, bevor sie ihr eigenes Maria Schneider Orchestra – mit „Monday Night“-Engagement im New Yorker Jazzclub „Visiones“ – gründete. Hier löste sie sich vom alten Big-Band-Satz, mischte Holz- und Blechbläser und schuf so einen Ensembleklang, den sie als „dreidimensionale Skulptur aus Klang“ beschreibt. Schon das Debüt des Maria Schneider Orchestra „Evanescence“ erntete zwei Grammy-Nominierungen (wie auch die folgenden Alben); Jazzjournalisten, sonst eher vorsichtig mit Superlativen, rangen schon bald nach Worten, in der New York Times stand zu lesen: „Maria Schneiders orchestraler Jazz handelt von Gefühlen. Wie Wayne Shorter schafft sie es irgendwie, Leidenschaft in Tönen auszudrücken.“ Doch der Erfolg der außergewöhnlichen Komponistin, die in den USA und ganz Europa gefragt ist, findet keine Entsprechung in einem Plattenvertrag. So erhielt Schneider 2005 einen weiteren Grammy für „Concert in the Garden“: ein Album, das nur über das Internet von der Komponistin selbst zu beziehen ist.

Maria Schneider, Rechte: Dena und Jimmy KatzEine Einladung der selbstbewussten Maria Schneider zur Arbeit mit der NDR Bigband war schon lange überfällig. Als „Orchester der Solisten“ hat sich die NDR Bigband international einen Ruf als experimentierfreudiges Großensemble jenseits der althergebrachten Konventionen erspielt. Die regelmäßige Zusammenarbeit mit den wichtigsten Jazzkomponisten und Arrangeuren der Welt ist die klingende Visitenkarte der NDR Bigband. Hier findet die dirigierende Komponistin beste Voraussetzungen für ihre Musik, deren fein abgestimmte Klangfarben und weit gespannte Gedanken wie ein Echo der Ruhe und offenen Natur ihrer Heimat Minnesota erscheinen.

Gustav Peter Wöhler & Band (D)

Get back - Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’09
4
19:30

Er ist sexy wie Danny DeVito und seine Profession ist die Schauspielerei, seine Liebe die Musik. Gustav Peter Wöhler ist renommierter Schauspieler der sich in den vergangenen Jahren zum vielbeachteten Darsteller in den unterschiedlichsten Genres entwickelt hat.

Gustav Peter Wöhler (c)jimrakete presseOb auf der Theaterbühne als Conférencier in »Cabaret« oder Bühnenpartner von Monika Bleibtreu in »Sechs Tanzstunden in sechs Wochen«, ob im Kino in Otto Waalkes’ »Sieben Zwergen« oder Neele Leana Vollmars ambitioniertem Debüt »Urlaub vom Leben«: Publikum
und Kritik schätzen Gustav Peter Wöhler als Darsteller, der seinen Figuren mit Zuneigung und schnörkellosem Spiel Format verleiht. Wirkliche Passion entwickelt Gustav Peter Wöhler als Sänger. Voller Leidenschaft singt er seit seiner Jugend, trat mit Schulbands ebenso auf wie bei Theaterproduktionen – es folgte Mitte der Neunziger Jahre die Gründung einer eigenen Band. Was sich seither entwickelt hat, ist gleichermaßen eine Geschichte
von Freundschaft und höchster Musikalität: Mit den drei phantastischen Musikern Hardy Kayser (Gitarre), Olaf Casimir (Bass) und Kai Fischer (Piano) interpretiert Wöhler in ebenso erstaunlicher wie virtuoser Weise seine ganz persönlichen Lieblingslieder. Die Rock ’n’ Roll- und Popsongs gewinnen in den individuellen, jazzigen Arrangements eine völlig neue
Qualität, die weit über Coverversionen hinausgeht.

Mittlerweile hat die Gustav Peter Wöhler Band mehr als einhundert Konzerte gegeben und nebenbei über 10.000 CDs verkauft – und sich dabei bewahrt, was sie von so vielen anderen Kollegen unterscheidet: Die vier Jungs verstehen ihre Musik als Projekt aus Leidenschaft, als Spaß unter vier Freunden. Diese Ehrlichkeit und diese Freude ist es, was das Publikum spürt und begeistert. Wöhler fegt in einem Moment einem Derwisch gleich über die Bühne – und rührt im anderen mit melancholischen Wendungen ans Herz. In ihren Arrangements zeigt die Gustav Peter Wöhler Band Evergreens in schillernd neuen Farben; mal fragil, mal wild und bombastisch. Und: Das neue Programm wird intimer, tiefgründiger als seine Vorgänger. Mit Titeln von Cindy Lauper oder Joni Mitchell, Charles Aznavour oder Rod Stewart beziehen die vier Musiker Stellung und gewähren mutig Einblicke in Erinnerungen und Geschichten, die sie in ihrer Biographie mit den Songs verbinden. Unzweifelhaft verfügt Gustav Peter Wöhler über eine erstaunliche Ausdruckskraft und ein formidables Level an seelenvoller Authenzität. In schnörkelloser Musik sind diese Lieder fürwahr »true colors«.

Cristina Branco (Portugal)

Kronos

Jul ’09
3
19:30

Cristina BrancoGut 30 Jahre nach Portugals Nelkenrevolution geht Cristina Branco den Weg einer musikalischen Zeitenbummlerin. Cristina Branco wuchs fern der Fadolokale in Lissabon auf; nichts ließ erahnen, dass ihre Leidenschaft für den Fado brennen würde. Wie bei vielen jungen Portugiesinnen und Portugiesen, die nach 1974 geboren wurden, galt ihr Interesse der Folklore, dem Jazz und Blues oder dem Bossa Nova, aber nicht dem Fado. Er war die Musikrichtung einer anderen Generation. Das änderte sich allerdings schlagartig, als ihr Großvater ihr zum 18. Geburtstag das Album Rara e Inedita von Amália Rodrigues schenkte. Plötzlich entdeckte Branco alle Emotionen und Facetten dieser Musikrichtung des portugiesischen Lebensgefühls saudade. Cristina Branco bricht nicht einfach mit der Tradition des klassichen Fado, sie verfügt über das außerordentliche Talent, die Traditionen zu respektieren und gleichwohl frisch zu interpretieren; Die Vocalistin bewahrt die Essenz dieser sehnsuchtvollen Musik und erweckt den Fado durch ihre authentischen Interpretationen wieder zu neuem Leben – außerordentlich charismatisch sind ihre Interpretationen der Fado-Klassiker. Cristina Branco, die Neo Fadiista aus dem Ribatejo nördlich von Lissabon. singt nicht, sie beseelt. In ihr sehen viele die Erbin der großen Amalia Rodrigues, die wie keine andere den Fado prägte. Mit “Corpo Illuminado” kam der erste internationale Erfolg. Was macht die Faszination dieser jungen faszinierenden Persönlichkeit aus? Zwar hat Cristina Branco die Insignien des Fado-Genres, wie das berühmte schwarze Tuch und die melancholische Grundhaltung übernommen, ihr Vortrag jedoch steht für sanfte, nicht plakative Erneuerung. Cristina Branco steht für eine fast mädchenhafte, innerliche Variante des neuen Fado, verfügt über eine äußerst warme, nicht zu aufdringlichem Pathos neigende Stimme. Der Schwermut des Genres setzt sie freudige Transparenz mit spielerischen Sprüngen zwischen den Emotionen entgegen: Da findet auch mal ein lichtdurchflutetes brasilianisches Lied Eingang ins Repertoire, oder ein angolanischer Lundu-Rhythmus.

Cristina Branco, Rechte: Augusto BrazioIm März 2009 wurde „Kronos“ veröffentlicht, ein Tribut an 12 sehr unterschiedliche portugisische Koryphäen von Carlos Bica bis Jorge Palma. Eine musikalische Reflektion über das hier und jetzt, dass sich aus der Tradition speist und gleichzeitig in die Zukunft des Fado weist. Ohne Zweifel – dieser charismatischen Sängerin ist eine große Zukunft gewiss, in Portugal und auf den Bühnen dieser Welt.
Cristina Branco, voc.; Ricardo Dias, piano; Bernardo Couto, portuguese guit.; Alexandre Silva, guit.; Fernando Maia, bass guitar

Canned Heat (USA)

The original woodstock reunite - Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’09
2
19:30

03-canned-heat-original-wooFür einige ausgewählte Konzerte in Europa in diesem Sommer kommen drei original Mitglieder der Rock-Legende Canned Heat wieder zusammen: Adolfo “Fito” de la Parra, Larry “The Mole” Taylor und Harvey “The Snake” Mandel Sie standen bereits zusammen beim legendären Woodstock-Festival auf der Bühne. Begleitet werden sie vom Stamm der US-Band: Greg Kage, Barry Levenson und Dale Spalding. Mit „Let’s work together“ oder „On the Road again“ wurden Canned Heat berühmt – das ist rund 40 Jahre her, aber den Biss von damals hat die Band von der US-Westküste bis heute behalten. Canned Heat spielte schon beim Woodstock-Festival 1969 mit. Ihr Song „Goin’ up the country“ eröffnet gar den legendären dreistündigen Film über dieses berühmteste aller Festivals. Weitere Hit-Klassiker der Band sind „Let’s work together“ und „On the Road again“ – auch heute noch regelmäßig im Rundfunk oder im TV gespielt. Frischer und peppiger können Blues und Boogie nicht sein, als in der legendären Woodstock-Formation. Canned Heat ist jetzt wieder unterwegs und die Band ist vitaler denn je. Allenthalben wird das homogene Zusammenspiel der Formation gelobt. Canned Heat liefert von der ersten Minute an dichten Blues’n'Boogie, der keinen Zuhörer stillstehen lassen wird. Ein Klassiker eben, der sich indessen nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht, sondern auf der Bühne Frisches anbietet. Treibende Rhythmen, die markante Harmonika als eines der tragenden Instrumente – Canned Heat macht noch immer herrlich treibende Musik, die direkt ins Blut geht.

Fito de la Parra, drums/voc.; Larry Taylor, bass/git.; Harvey Mandel, git.; Barry Levenson, git.; Greg Kage, bass/drums/voc.; Dale Spalding, vocals/git./harmonica

Vienna Vegetable Orchester (A)

Gemüse mit Geschmack

Jul ’09
1
19:30

VIENNA VEGETABLE ORCHESTRA befindet sich mit seinem Video auf YouTube unter den international sechs Nominees in der Kategorie “Music” . Sellerie forever ! Beim heutigen Wellness Boom war es nur eine Frage der Zeit, bis auch das erste Gemüse Orchester aufspielt. Dieses spielt ausschliesslich auf Instrumenten, welche vorgängig frisch eingekauft und entsprechend bearbeitet wurden, so dass man mit dem Grünfutter Musik machen kann
Mit Gemüse spielt man nicht? Von wegen!

Vegetable Orchestra, Rechte: Anna Stoecher

Das Instrumentarium des Gemüseorchesters besteht ausschließlich aus Gemüse; Das ergibt dann so exotische Instrumente wie das Gurkophon, Möhrenflöten oder Porreeviolinen. Verrückt, oder? Es gibt keine musikalischen Grenzen für das Gemüse-Orchester. Viele musikalischen Stilrichtungen verschmelzen hier erstaunlich virtuos - zeitgenössische Musik, Beat-orientierte House-Tracks, experimentelle Elektronik, Free Jazz, Noise, Dub, Clicks’n'Cuts - den musikalischen Rahmen des Ensembles erweitert konsequent die Gemüseauswahl. Es entsteht ein eigenständiger Klangstil, der mit dem herkömmlicher Musikinstrumente nicht zu vergleichen ist. Marinierte Klangvorstellungen und konservierte Hörgewohnheiten kann man getrost über Bord werfen, denn diese Musik ist eine lustvollere Betrachtungsweise von Gemüse. Heraus kommt eine zeitgenössiche und überaus vielschichtige Musik, subversiv elektronisch unterwandert. Die Vorbereitung der Proben und Konzerte sind aufwendig - muss doch jedes mal das gesamte Instrumentarium neu eingekauft und fabriziert werden. In Kooperation mit der Tontechnikerin des Ensembles wird ständig daran gebastelt, alle technischen Möglichkeiten auszuloten und zu verbessern. Die Verstärkung und Verfremdung der oft sehr sensiblen und leisen Töne der vegetabilen Klangkörper ist ein Meisterstück für sich.

radifloete_0099Schon vor dem Konzert beginnt der Koch des Ensembles das restliche Gemüse zu einer köstlichen Suppe zu verarbeiten, die dann die Musiker und das Publikum gemeinsam verspeisen.
Der Auftritt des Vienna Vegetable Orchesters bietet eine spannende Mischung aus performance und Konzert - ein multisensorisches Klangerlebnis, das die Menschen von Hongkong bis London verblüfft.

melanzen-recco_0094Jürgen Berlalovich, Nikolaus Gansterer, Susanna Gartmayer, Barbara Kaiser, Matthias Meinharter, Jörg Piringer, Ernst Reiermaier, Richard Repey, Ingrid Schlögl, Marie Steinauer, Ulrich Troyer, Tamara Wilhelm
Sound, Christina Bauer, Lutz Nerger; video, Volker Piringer

James Carter Quintet (USA)

Present Tense

Jun ’09
28
19:30

01-james-carter-1Der 39jährige James Carter ist nun schon seit rund 15 Jahren eine der treibenden Kräfte der Jazzszene. Sein Spiel ist tief in der afroamerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts verwurzelt. Mit unerschöpflichem Ideenreichtum, fast schon beängstigender Energie und atemberaubender Technik bewaffnet, gelingt es ihm die gesamte Tradition des Saxophons im Jazz zu verkörpern und sie durch seinen in die Zukunft gerichteten Blick zugleich ins 21. Jahrhundert zu verlängern. Deswegen kürte ihn das britische Magazin Hif-Fi UK nicht zu Unrecht schon zum “modernen Saxophon-Gott”. “Present Tense” enthält zehn Stücke, von denen drei von James Carter selbst geschrieben wurden. Eines dieser Stücke hatte eine ganz besondere Entstehungsgeschichte. “Die Idee zu dem Stück ‘Sussa Nita’ lieferte mir ein Traum”, erzählt Carter. “Und in meinem Traum war es Billie Holiday, die mir die ersten paar Phrasen vorsang. Das war im November 2005 und es war einer dieser sepiagetönten Träume. Ich befand mich in einem angesagten Nachtclub, als Billie Holiday zu mir kam und mir die ersten paar Phrasen vortrug. Ich wachte auf und notierte alles sofort! Dann ließ ich die Noten eine Zeitlang liegen und holte sie erst wieder hervor, als ich mich an dieses Projekt machte. Ich komponierte das Stück fertig und benannte es nach einer der Phrasen, die Billie Holiday mir ins Ohr gesungen hatte ‘Sussa Nita’.”

01-james-carter-2“Bossa J.C.” schrieb Carter, weil er auf dem Album unbedingt etwas völlig Neues ausprobieren wollte. “Ich kann es gar nicht erwarten, das Stück erstmals live zu spielen”, freut sich der Saxophonist. “Es gibt ein absteigendes Riff mit neun Changes, und als Solist kann bei jedem dieser Changes verweilen und über den jeweiligen Akkord grooven. ‘Bro. Dolphy’ hatte ich eigentlich für eines meiner früheren Alben komponiert, aber dann doch nicht verwendet. Darüber bin ich nun sehr froh, weil wir der Nummer hier eine sehr intime Note gegeben haben, die es vorher nicht hatte.” Die restlichen sieben Titel stammen aus dem umfangreichen Fundus des Jazz. “Ich habe allergrößten Respekt vor der Jazztradition, aber ich möchte sie ‘remixen’ und mit der Zukunft der Musik Einklang bringen”, meint Carter. Ein Beispiel für diese progressive Herangehensweise liefert seine Version von “Song Of Delilah”. “Jazzfans werden wissen, daß Clifford Brown diese Nummer gespielt hat, mit Sonny Rollins am Tenorsax. James Carter hat sie ordentlich umgekrempelt und ihr einen gewissen HipHop-Touch verpaßt. Der 1969 in Detroit geborene James Carter war Schüler von Marcus Belgrave und begann seine professionelle Laufbahn als 17jähriger in der Band von Wynton Marsalis. Die nächste Sprosse auf der Karriereleiter führte ihn dann, als er 1988 nach New York zog, ausgerechnet zu Marsalis’ Antipoden Lester Bowie. Schon mit seinem Debütalbum “JC On The Set”, sorgte der Saxophonist in der Szene für Furore. Noch mehr allerdings ein Jahr später mit dem Nachfolger “Jurrasic Classics”. In den folgenden Jahren spielte er noch acht Alben ein und 2005 gemeinsam mit Pianist Cyrus Chestnut, Bassist Reginald Veal und Drummer Ali Jackson “Gold Sounds”, eine ebenso ungewöhnliche wie gelungene Hommage an die amerikanische Indie-Rock-Band Pavement. Hören konnte man den umtriebigen und scheuklappenlosen Saxophonisten aber auch auf Alben von Lester Bowie, Wynton Marsalis, Madeleine Peyroux, Herbie Hancock, Kathleen Battle, Marcus Miller, Christian McBride und Regina Carter.

Noa feat. Mira Awad (Israel)

Genes & Jeans - Beide Konzerte sind ausverkauft

Jun ’09
26
19:30
Jun ’09
27
19:30

00-noa-2In ihrer Heimat Israel kennt man die Sängerin unter ihrem Geburtsnamen Achinoam Nini (der hebräische Name bedeutet “Schwester des Friedens”), im Rest der Welt nennt man sie schlicht Noa. Zur Welt kam die Tochter jemenitischer Einwanderer 1967 in Tel-Aviv, aufgewachsen ist sie ab ihrem zweiten Lebensjahr aber in New York. Erst mit 17 Jahren kehrte sie - alleine - in ihr Geburtsland zurück. Dort studierte Noa an der Rimon School of Jazz and Contemporary Music in Ramat Hasharon. Heute spielt sie Percussion, Gitarre und Piano. Noa singt, benutzt ihren Körper als Percussionsinstrument und dies virtuos und filigran. Mit beinahe kammermusikalisch angelegtem, sehr luftig instrumentiertem Pop, der fast aller nahöstlicher Arabesken und Tribal-Sounds früherer Jahre entbehrt, verbindet Noa jeminitische Folklore, hebräische Chansons und englische Poesie zu einer musikalischen Sprache ohne Land, Pass und Grenzen.

00-noaDas neue Album “Genes & Jeans” ist für Noa gleichbedeutend mit einer musikalischen Reise zu ihren Wurzeln. Die Songs reflektieren ihr jemenitisches Erbe und ihre israelische Erziehung, ebenso wieder wie ihre Suche nach Frieden. «Ich habe über alte hebräische und jemenitische Liedtexte nachgedacht, die voll sind von Liebe und Sehnsucht, unerfüllten Träumen, Schmerz, Staub und Wind. Ich habe neue englische Texte und Songs geschrieben und damit die alten Lieder wie mit einem langen Wintermantel umhüllt», beschreibt Noa ihr Vorgehen. Bei der Produktion hat auch diesmal Noas Entdecker und Bühnenpartner Gil Dor maßgeblich mitgeholfen. Seit annähernd 20 Jahren haben sie sich gemeinsam interkulturellem Musikschaffen verschrieben, ohne dabei irgendwelchen Etho Klischees verfallen zu sein. Noa geht - begleitet von Gil Dor - ihren künstlerischen Weg unbeirrt weiter. Zugeständnisse an den Mainstream um des Erfolges willen macht die Vocalistin nicht. Mit «Genes & Jeans» ist es ihr gelungen, eine Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen. Die mit vielen Ehrungen ausgezeichnete Musikerin ist eine engagierte Stimme der Friedensbewegung, sie tritt regelmäßig mit palästinensischen Musikern wie Rim Bana und Amal Murkus auf. Bei der Eröffnung des Kulturzeltes 2009 wird Noa von der arabischen Sängerin Mira Award begleitet.