Archiv für die Kategorie „Termine“

Tina Dico (DK)

Almost Alone Again

Jul ’09
11
19:30

10-tina-dico-1„Ich habe diese Energie in mir, nie stehen bleiben zu wollen. Mich treibt nicht der Wunsch nach Perfektion voran. Als Songwriterin suche ich zwar nach dem perfekten Song, der die Idee, ein Gefühl oder einen Moment am intensivsten festhält. Doch es ist immer die Leidenschaft zur Musik, die alles in meinem Leben bewegt.”

Dieses Motto beschreibt Tinas Musikverständnis, vor allem ihre Passion als Songwriterin. Die 28-jährige Wahl-Londonerin, die am 1977 im dänischen Arhus zur Welt kam, ist in ihrem Heimatland längst keine Unbekannte mehr. Sie verdrängte in den dortigen Charts U2 und Coldplay von der Pole-Position. Außerdem heimste sie diverse Musikpreise als beste Songwriterin (beim Dänischen Grammy) sowie beste Komponistin (Danish Music Critics Award) ein. Mit “Count To Ten”, das in Deutschland 2008 auf dem Island-Label veröffentlicht wurde, veröffentlichte Tina Dico ihr viertes Album. In Dänemark erobert die Sängerin damit aus dem Stand die Spitze der dänischen Plattencharts. Kurz darauf darf sich Tina Dico über den erreichten Platinstatus freuen. Bei den Danish Music Awards 2008 erhält sie außerdem vier Nominierungen in den Kategorien Best Album, Best Pop Album, Best Female Singer, Best Songwriter.

10-tina-dico-2Mit “Count To Ten” ist Tina Dico der internationale Durchbruch gelungen. Es sind die feinen kleinen Sounds, die es so richtig interessant machen, Tina und ihrer Band zuzuhören. Wenn man die dänische Künstlerin Tina Dico in einem Satz beschreiben müsste, würde man wohl das Sprichwort „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ wählen. Denn sie liebt die Herausforderung, ist sich aber auch durchaus der damit verbundenen Risiken bewusst. Diesem Naturell entsprechend, machte die Sängerin den Schritt in eine Selbstständigkeit, die eine schnell erkennbare Wegrichtung eingeschlagen hat – steil nach Oben. Kreative Unruhe der Ausnahmekönnerin zeichnet nicht nur ihre Alben aus. Auch auf der Bühne begeistert Tina Dico mit der ihr eigenen charismatischen Performance, bei der sich introvertierte Momente mit expressiver Energie abwechseln. Sie verzaubert ihre Zuhörer, und sorgt für berührende Momente.

Ulita Knaus (D) / Oddjob (S)

Young European Jazz

Jul ’09
10
19:30

Ein perfektes feature für eine längst unverwechselbare Stimme im wild wuchernden deutschen Sirenenwald, eine mit allen Wassern des Vocaljazz gewachsene Künstlerin, die ihre Unberechenbarkeit zunehmend als Vorteil begreift. Ein Werk voller Seele und innerem Einverständnis legt Ulita Knaus vor. Die warmen Klangfarben dieser Musik sorgen neben der bezaubernden Stimme von Ulita Knaus für echtes Gänsehautfeeling beim Hören der Preziosen. Ulita Knaus hat sich und ihren Sound gefunden und bietet einen intimen Hörgenuss. Mit ihrem neuen Album „It‘s The City“ betritt Ulita Knaus neue Pfade.

09-ulita-knausSoul, heißt die aktuelle Wegmarke. „World Wide“ der erbarmungslose Ohrwurm, der grandiose Hit auf diesem Album. Es könnte das Ulita-Knaus-Album werden, das tatsächlich um die Welt gehen wird. Man kommt nicht umhin, vor soviel lyrischer Qualität und der hohen Musikalität der schönen Künstlerin voller stiller Begeisterung den Hut zu ziehen.

Ulita Knaus, voc.; Mischa Schumann, piano; Gerold Donker, bass; Heinz Lichius,drums

So klingt der neue Jazz! Ganz großartig: Die schwedische Band Oddjob und ihr fulminantes künstlerisches Schaffen. Eine Band, aus Schweden wieder einmal. Eine Band! Ein gemeinsamer Sound, eine gemeinsame Haltung.So fließen Eingebungen aus den diversen Sonnensystemen des Popkosmos zusammen, verstehen sich wie von selbst oder raufen einander die Haare und entwickeln eine Energie, die immer wieder Funken sprühen lässt. Es geht nicht um Technik und hohle Virtuosität, sondern nahezu bedingungslos um einen eigenen Klang, um Sounds und um die Wirkung von Melodien. Der Sound der schwedischen Gruppe Oddjob ist eine echte Fusion-Jazz-Offenbarung. Hier gibt es federnde Soulfunk-Grooves, kantig rollende Rock-Klänge, Melodien mit Pop-Qualitäten und melancholische Ambient-Balladen - so klingt der Jazz des 21. Jahrhunderts! Sie klingen so wuchtig wie eine Bigband. Dabei besteht Oddjob nur aus fünf Musikern. Aber dieses Quintett schafft es spielend, riesige Klangmassive aufzutürmen. So entsteht ein bunter Klangkosmos von fünf eingespielten Individualisten, denen man den Spaß an ihrer Ensemblearbeit anhört.

Goran Kajfeš,trumpet; Per “Ruskträsk” Johansson, sax; Daniel Karlsson, piano; Peter Forss, bass; Janne Robertson,drums

Cassandra Steen (D)

Darum leben wir

Jul ’09
9
19:30

Wer Moses Pelham, Xavier Naidoo oder Glashaus kennt, der wird auch mit diesem klangvollen Namen vertraut sein: Cassandra Steen. Als Sängerin der Band Glashaus bescherte sich uns so schöne Hits wie “Wenn das Liebe ist” oder “Haltet die Welt an”, zuletzt wirkte sie als Gast-Star beim “MTV Unplugged”-Konzert mit und sang dort mit Xavier Naidoo im Duett. Jetzt hebt die 28-Jährige ihre Karriere mit ihrer neuen Veröffentlichung “Darum leben wir” auf die nächste Stufe.

08-cassandra-steen-1Cassandra Steen hat eine klassische Gesangsausbildung mit Bravour absolviert und geht doch ganz andere Wege. Sie lernt die Jungs von Freundeskreis kennen. Diese sind von Cassandra Steen begeistert und so wirkte sie schließlich im Alter von 17 Jahren auf deren Album “Quadratur des Kreises” mit. In dem Song “Telefonterror” versucht Cassandra Steen vergeblich, den Rapper zu einem Date mit ihr zu überreden, bekommt jedoch einen Korb. Ganz anders in der Realität, denn durch den Song „Telefonterror“ und „Wenn der Vorhang fällt“ auf dem Album von Freundeskreis wird Cassandra Steen im ganzen Lande bekannt. Cassandra Steen tourte daraufhin mit Freundeskreis und den Fantastischen Vier auf den großen Festivals. Es folgte das Angebot von Moses Pelham. Kurz darauf wird das Projekt “Glashaus” mit Cassandra als Frontstimme geboren. Dem Musikprojekt Glashaus hauchte Cassandra mit ihrer unverwechselbaren Stimme Leben ein. Die erste Single “Wenn das Liebe ist” erobert die Charts.

08-cassandra-steen-2Die Texte stammen aus der Feder von Moses Pelham. Im Jahr 2003 veröffentlichte Cassandra dann ihr erstes Soloalbum mit dem Titel “Seele mit Herz“. Sechs Jahre lang mussten die Fans auf ein neues Soloalbum der Stuttgarterin warten – jetzt ist es endlich da! „Darum leben wir“ beweist, dass hiesiger Soul mindestens ebenso innovativ, frisch und ungewöhnlich klingen kann wie amerikanischer. Auf ihrem neuen Album präsentiert sich Cassandra Steen als eine, in Anbetracht des feierlich expressiven Titels, eher nachdenkliche und melancholische Künstlerin. Doch statt in den Moll-Tönen der Seele zu schwelgen, wählt die Stuttgarterin einen produktiveren Weg. Cassandras Musik, steht die andere, für die ungebrochene Hoffnung auf bessere Zeiten, für das aktive Suchen und Streben nach einer liebenswerten Welt. Für alle Seelenverwandten liefert “Darum leben wir” den Soundtrack. Als Bonus veredelt Cassandra Steen ihre Musik mit Tiefgang und viel Poesie, smoothen Beats und glamorösen Melodien.

Cassandra liefert uns nicht nur die richtige Musik sondern auch die entsprechenden Lieder. Das Resultat ist Mood-Music im besten Sinne des Begriffs: Musik fürs Gemüt.

Jazzanova live! (D)

Of all the things / feat. Paul Randolph

Jul ’09
8
19:30

Bei Jazzanova gibt es immer einen großen Erklärungsbedarf: “Die ganze Zeit muss man den Leuten erklären, was da jetzt eigentlich der Sinn dahinter ist”, sagt Alexander Barck, einer der DJs von Jazzanova, mit einem ironischen Grinsen. “Manchmal ist das komisch für uns, weil wir uns selbst gar nicht diese Gedanken machen.

Jazzanova, Rechte: Ben WolfWir lieben Musik, hören sehr viel Musik - alt, neu - und machen gern Musik. Und das ist es. Ein spielerisches Umgehen damit”.”Klingt plausibel, ist aber stark untertrieben. Denn das sechsköpfige Clubkollektiv gehört weltweit zu den gefeierten Innovatoren im Dancefloor, im NuJazz, Broken Beat, im modernen Folk und Soul. Rund um den Globus beten DJs und Vinylfreaks Jazzanova an. Ihre Remixe für Masters At Work, Fat Freddys Drop, 4hero oder Ursula Rucker sind Kleinode. Aber auch für so verschiedene Künstler wie Lenny Kravitz, Common, Azymuth oder Calexico haben die sechs Berliner gerne das Kunststück gezeigt, unterschiedlichstes Ausgangsmaterial mit Respekt zu behandeln und dabei allem eine unverkennbare Jazzanova Sound-Signatur zu geben. Ihr Mentor, der englische Top A&R, Radiomacher und Labelgründer von Talkin Loud, Gilles Peterson, hatte es sofort erkannt und kontaktierte die Jungs direkt nach ihrer ersten Veröffentlichung, um einen Remix für die japanische United Future Organisation zu bekommen. Ausgezeichnete Laune wird die neueste Veröffentlichung des Berliner DJ- und Produzenten-Kollektivs Jazzanova verbreiten! Jazzanova gehören zur Speerspitze der internationalen Club-Szene. Ob Dancefloor, Acid Jazz, House, Latin oder Drum’n Bass - die Jungs vom Sonar Kollektiv wissen mit den Grooves umzugehen, auf den Plattentellern und im Studio.

2002 veröffentlichten sie ihren ersten Longplayer “In Between”, geradewegs zum Kritikerliebling avancierte. Einen gewaltigen Schritt nach vorn unternehmen Jazzanova mit ihrem neuen Album, das mit klassischen Soul-Anleihen groovt! Jazzanova hatten bei ihren Produktionen schon immer ein Ohr für ältere Klänge und setzten sich vor allem dadurch auch klar vom Dancefloor-Einerlei ab. Mal scheint ihre Musik auf dem soliden Klang verschollener Motown-Sessions der späten 60er Jahre zu gründen, dann wieder auf den cooleren Klängen des europäischen Jazz der 70er! Und dann spürt man in dieser Musik auch noch die Vibes des 21. Jahrhunderts, Musik, die nicht von Samples, Loops und Reproduktion lebt, sondern von Songs. Songs, die aus eigener Feder entstanden und mit unzähligen Musikern eingespielt wurden. Ein großartiges Feuerwerk musikalischer Ideen, gegossen in wunderbar mitreißende Soulsongs und Hip Hop-Tunes erwartet die Zuschauer im Konzert – natürlich auch mit ganz analogen Instrumenten.

Paul Randolph, voc., bass; Clara Hill,voc; Sebastian Studnitzky, keys; Kalle Kalima, git.;
Paul Kleber,bass; Tommy Baldu, drums, perc.; Sebastian Borkowski, woodwinds; David Ben Porat,trombone , voc.; Axel Reinemer, decks/perc.

Maria Schneider (USA) & NDR Bigband

Jul ’09
5
19:30

Sie ist eine der wichtigsten Protagonistinnen des zeitgenössischen Jazz – Maria Schneider komponiert für großformatige Ensembles. Dabei räumt sie im Gespräch ein, dass sie selbst Big-and-Musik gar nicht möge und privat auch nicht höre. Doch der scheinbare Widerspruch löst sich bei näherer Betrachtung schnell auf. Wenn Maria Schneider für große Bands schreibt, dann sucht sie Lösungen für die Frage: Wie wird aus einer Big Band ein Orchester?

Maria Schneider, Rechte: Dena und Jimmy KatzErste Überlegungen in diese Richtung stellte sie einst als Assistentin im Gil Evans Orchestra an, bevor sie ihr eigenes Maria Schneider Orchestra – mit „Monday Night“-Engagement im New Yorker Jazzclub „Visiones“ – gründete. Hier löste sie sich vom alten Big-Band-Satz, mischte Holz- und Blechbläser und schuf so einen Ensembleklang, den sie als „dreidimensionale Skulptur aus Klang“ beschreibt. Schon das Debüt des Maria Schneider Orchestra „Evanescence“ erntete zwei Grammy-Nominierungen (wie auch die folgenden Alben); Jazzjournalisten, sonst eher vorsichtig mit Superlativen, rangen schon bald nach Worten, in der New York Times stand zu lesen: „Maria Schneiders orchestraler Jazz handelt von Gefühlen. Wie Wayne Shorter schafft sie es irgendwie, Leidenschaft in Tönen auszudrücken.“ Doch der Erfolg der außergewöhnlichen Komponistin, die in den USA und ganz Europa gefragt ist, findet keine Entsprechung in einem Plattenvertrag. So erhielt Schneider 2005 einen weiteren Grammy für „Concert in the Garden“: ein Album, das nur über das Internet von der Komponistin selbst zu beziehen ist.

Maria Schneider, Rechte: Dena und Jimmy KatzEine Einladung der selbstbewussten Maria Schneider zur Arbeit mit der NDR Bigband war schon lange überfällig. Als „Orchester der Solisten“ hat sich die NDR Bigband international einen Ruf als experimentierfreudiges Großensemble jenseits der althergebrachten Konventionen erspielt. Die regelmäßige Zusammenarbeit mit den wichtigsten Jazzkomponisten und Arrangeuren der Welt ist die klingende Visitenkarte der NDR Bigband. Hier findet die dirigierende Komponistin beste Voraussetzungen für ihre Musik, deren fein abgestimmte Klangfarben und weit gespannte Gedanken wie ein Echo der Ruhe und offenen Natur ihrer Heimat Minnesota erscheinen.

Gustav Peter Wöhler & Band (D)

Get back - Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’09
4
19:30

Er ist sexy wie Danny DeVito und seine Profession ist die Schauspielerei, seine Liebe die Musik. Gustav Peter Wöhler ist renommierter Schauspieler der sich in den vergangenen Jahren zum vielbeachteten Darsteller in den unterschiedlichsten Genres entwickelt hat.

Gustav Peter Wöhler (c)jimrakete presseOb auf der Theaterbühne als Conférencier in »Cabaret« oder Bühnenpartner von Monika Bleibtreu in »Sechs Tanzstunden in sechs Wochen«, ob im Kino in Otto Waalkes’ »Sieben Zwergen« oder Neele Leana Vollmars ambitioniertem Debüt »Urlaub vom Leben«: Publikum
und Kritik schätzen Gustav Peter Wöhler als Darsteller, der seinen Figuren mit Zuneigung und schnörkellosem Spiel Format verleiht. Wirkliche Passion entwickelt Gustav Peter Wöhler als Sänger. Voller Leidenschaft singt er seit seiner Jugend, trat mit Schulbands ebenso auf wie bei Theaterproduktionen – es folgte Mitte der Neunziger Jahre die Gründung einer eigenen Band. Was sich seither entwickelt hat, ist gleichermaßen eine Geschichte
von Freundschaft und höchster Musikalität: Mit den drei phantastischen Musikern Hardy Kayser (Gitarre), Olaf Casimir (Bass) und Kai Fischer (Piano) interpretiert Wöhler in ebenso erstaunlicher wie virtuoser Weise seine ganz persönlichen Lieblingslieder. Die Rock ’n’ Roll- und Popsongs gewinnen in den individuellen, jazzigen Arrangements eine völlig neue
Qualität, die weit über Coverversionen hinausgeht.

Mittlerweile hat die Gustav Peter Wöhler Band mehr als einhundert Konzerte gegeben und nebenbei über 10.000 CDs verkauft – und sich dabei bewahrt, was sie von so vielen anderen Kollegen unterscheidet: Die vier Jungs verstehen ihre Musik als Projekt aus Leidenschaft, als Spaß unter vier Freunden. Diese Ehrlichkeit und diese Freude ist es, was das Publikum spürt und begeistert. Wöhler fegt in einem Moment einem Derwisch gleich über die Bühne – und rührt im anderen mit melancholischen Wendungen ans Herz. In ihren Arrangements zeigt die Gustav Peter Wöhler Band Evergreens in schillernd neuen Farben; mal fragil, mal wild und bombastisch. Und: Das neue Programm wird intimer, tiefgründiger als seine Vorgänger. Mit Titeln von Cindy Lauper oder Joni Mitchell, Charles Aznavour oder Rod Stewart beziehen die vier Musiker Stellung und gewähren mutig Einblicke in Erinnerungen und Geschichten, die sie in ihrer Biographie mit den Songs verbinden. Unzweifelhaft verfügt Gustav Peter Wöhler über eine erstaunliche Ausdruckskraft und ein formidables Level an seelenvoller Authenzität. In schnörkelloser Musik sind diese Lieder fürwahr »true colors«.

Cristina Branco (Portugal)

Kronos

Jul ’09
3
19:30

Cristina BrancoGut 30 Jahre nach Portugals Nelkenrevolution geht Cristina Branco den Weg einer musikalischen Zeitenbummlerin. Cristina Branco wuchs fern der Fadolokale in Lissabon auf; nichts ließ erahnen, dass ihre Leidenschaft für den Fado brennen würde. Wie bei vielen jungen Portugiesinnen und Portugiesen, die nach 1974 geboren wurden, galt ihr Interesse der Folklore, dem Jazz und Blues oder dem Bossa Nova, aber nicht dem Fado. Er war die Musikrichtung einer anderen Generation. Das änderte sich allerdings schlagartig, als ihr Großvater ihr zum 18. Geburtstag das Album Rara e Inedita von Amália Rodrigues schenkte. Plötzlich entdeckte Branco alle Emotionen und Facetten dieser Musikrichtung des portugiesischen Lebensgefühls saudade. Cristina Branco bricht nicht einfach mit der Tradition des klassichen Fado, sie verfügt über das außerordentliche Talent, die Traditionen zu respektieren und gleichwohl frisch zu interpretieren; Die Vocalistin bewahrt die Essenz dieser sehnsuchtvollen Musik und erweckt den Fado durch ihre authentischen Interpretationen wieder zu neuem Leben – außerordentlich charismatisch sind ihre Interpretationen der Fado-Klassiker. Cristina Branco, die Neo Fadiista aus dem Ribatejo nördlich von Lissabon. singt nicht, sie beseelt. In ihr sehen viele die Erbin der großen Amalia Rodrigues, die wie keine andere den Fado prägte. Mit “Corpo Illuminado” kam der erste internationale Erfolg. Was macht die Faszination dieser jungen faszinierenden Persönlichkeit aus? Zwar hat Cristina Branco die Insignien des Fado-Genres, wie das berühmte schwarze Tuch und die melancholische Grundhaltung übernommen, ihr Vortrag jedoch steht für sanfte, nicht plakative Erneuerung. Cristina Branco steht für eine fast mädchenhafte, innerliche Variante des neuen Fado, verfügt über eine äußerst warme, nicht zu aufdringlichem Pathos neigende Stimme. Der Schwermut des Genres setzt sie freudige Transparenz mit spielerischen Sprüngen zwischen den Emotionen entgegen: Da findet auch mal ein lichtdurchflutetes brasilianisches Lied Eingang ins Repertoire, oder ein angolanischer Lundu-Rhythmus.

Cristina Branco, Rechte: Augusto BrazioIm März 2009 wurde „Kronos“ veröffentlicht, ein Tribut an 12 sehr unterschiedliche portugisische Koryphäen von Carlos Bica bis Jorge Palma. Eine musikalische Reflektion über das hier und jetzt, dass sich aus der Tradition speist und gleichzeitig in die Zukunft des Fado weist. Ohne Zweifel – dieser charismatischen Sängerin ist eine große Zukunft gewiss, in Portugal und auf den Bühnen dieser Welt.
Cristina Branco, voc.; Ricardo Dias, piano; Bernardo Couto, portuguese guit.; Alexandre Silva, guit.; Fernando Maia, bass guitar

Canned Heat (USA)

The original woodstock reunite - Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’09
2
19:30

03-canned-heat-original-wooFür einige ausgewählte Konzerte in Europa in diesem Sommer kommen drei original Mitglieder der Rock-Legende Canned Heat wieder zusammen: Adolfo “Fito” de la Parra, Larry “The Mole” Taylor und Harvey “The Snake” Mandel Sie standen bereits zusammen beim legendären Woodstock-Festival auf der Bühne. Begleitet werden sie vom Stamm der US-Band: Greg Kage, Barry Levenson und Dale Spalding. Mit „Let’s work together“ oder „On the Road again“ wurden Canned Heat berühmt – das ist rund 40 Jahre her, aber den Biss von damals hat die Band von der US-Westküste bis heute behalten. Canned Heat spielte schon beim Woodstock-Festival 1969 mit. Ihr Song „Goin’ up the country“ eröffnet gar den legendären dreistündigen Film über dieses berühmteste aller Festivals. Weitere Hit-Klassiker der Band sind „Let’s work together“ und „On the Road again“ – auch heute noch regelmäßig im Rundfunk oder im TV gespielt. Frischer und peppiger können Blues und Boogie nicht sein, als in der legendären Woodstock-Formation. Canned Heat ist jetzt wieder unterwegs und die Band ist vitaler denn je. Allenthalben wird das homogene Zusammenspiel der Formation gelobt. Canned Heat liefert von der ersten Minute an dichten Blues’n'Boogie, der keinen Zuhörer stillstehen lassen wird. Ein Klassiker eben, der sich indessen nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht, sondern auf der Bühne Frisches anbietet. Treibende Rhythmen, die markante Harmonika als eines der tragenden Instrumente – Canned Heat macht noch immer herrlich treibende Musik, die direkt ins Blut geht.

Fito de la Parra, drums/voc.; Larry Taylor, bass/git.; Harvey Mandel, git.; Barry Levenson, git.; Greg Kage, bass/drums/voc.; Dale Spalding, vocals/git./harmonica

Vienna Vegetable Orchester (A)

Gemüse mit Geschmack

Jul ’09
1
19:30

VIENNA VEGETABLE ORCHESTRA befindet sich mit seinem Video auf YouTube unter den international sechs Nominees in der Kategorie “Music” . Sellerie forever ! Beim heutigen Wellness Boom war es nur eine Frage der Zeit, bis auch das erste Gemüse Orchester aufspielt. Dieses spielt ausschliesslich auf Instrumenten, welche vorgängig frisch eingekauft und entsprechend bearbeitet wurden, so dass man mit dem Grünfutter Musik machen kann
Mit Gemüse spielt man nicht? Von wegen!

Vegetable Orchestra, Rechte: Anna Stoecher

Das Instrumentarium des Gemüseorchesters besteht ausschließlich aus Gemüse; Das ergibt dann so exotische Instrumente wie das Gurkophon, Möhrenflöten oder Porreeviolinen. Verrückt, oder? Es gibt keine musikalischen Grenzen für das Gemüse-Orchester. Viele musikalischen Stilrichtungen verschmelzen hier erstaunlich virtuos - zeitgenössische Musik, Beat-orientierte House-Tracks, experimentelle Elektronik, Free Jazz, Noise, Dub, Clicks’n'Cuts - den musikalischen Rahmen des Ensembles erweitert konsequent die Gemüseauswahl. Es entsteht ein eigenständiger Klangstil, der mit dem herkömmlicher Musikinstrumente nicht zu vergleichen ist. Marinierte Klangvorstellungen und konservierte Hörgewohnheiten kann man getrost über Bord werfen, denn diese Musik ist eine lustvollere Betrachtungsweise von Gemüse. Heraus kommt eine zeitgenössiche und überaus vielschichtige Musik, subversiv elektronisch unterwandert. Die Vorbereitung der Proben und Konzerte sind aufwendig - muss doch jedes mal das gesamte Instrumentarium neu eingekauft und fabriziert werden. In Kooperation mit der Tontechnikerin des Ensembles wird ständig daran gebastelt, alle technischen Möglichkeiten auszuloten und zu verbessern. Die Verstärkung und Verfremdung der oft sehr sensiblen und leisen Töne der vegetabilen Klangkörper ist ein Meisterstück für sich.

radifloete_0099Schon vor dem Konzert beginnt der Koch des Ensembles das restliche Gemüse zu einer köstlichen Suppe zu verarbeiten, die dann die Musiker und das Publikum gemeinsam verspeisen.
Der Auftritt des Vienna Vegetable Orchesters bietet eine spannende Mischung aus performance und Konzert - ein multisensorisches Klangerlebnis, das die Menschen von Hongkong bis London verblüfft.

melanzen-recco_0094Jürgen Berlalovich, Nikolaus Gansterer, Susanna Gartmayer, Barbara Kaiser, Matthias Meinharter, Jörg Piringer, Ernst Reiermaier, Richard Repey, Ingrid Schlögl, Marie Steinauer, Ulrich Troyer, Tamara Wilhelm
Sound, Christina Bauer, Lutz Nerger; video, Volker Piringer

James Carter Quintet (USA)

Present Tense

Jun ’09
28
19:30

01-james-carter-1Der 39jährige James Carter ist nun schon seit rund 15 Jahren eine der treibenden Kräfte der Jazzszene. Sein Spiel ist tief in der afroamerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts verwurzelt. Mit unerschöpflichem Ideenreichtum, fast schon beängstigender Energie und atemberaubender Technik bewaffnet, gelingt es ihm die gesamte Tradition des Saxophons im Jazz zu verkörpern und sie durch seinen in die Zukunft gerichteten Blick zugleich ins 21. Jahrhundert zu verlängern. Deswegen kürte ihn das britische Magazin Hif-Fi UK nicht zu Unrecht schon zum “modernen Saxophon-Gott”. “Present Tense” enthält zehn Stücke, von denen drei von James Carter selbst geschrieben wurden. Eines dieser Stücke hatte eine ganz besondere Entstehungsgeschichte. “Die Idee zu dem Stück ‘Sussa Nita’ lieferte mir ein Traum”, erzählt Carter. “Und in meinem Traum war es Billie Holiday, die mir die ersten paar Phrasen vorsang. Das war im November 2005 und es war einer dieser sepiagetönten Träume. Ich befand mich in einem angesagten Nachtclub, als Billie Holiday zu mir kam und mir die ersten paar Phrasen vortrug. Ich wachte auf und notierte alles sofort! Dann ließ ich die Noten eine Zeitlang liegen und holte sie erst wieder hervor, als ich mich an dieses Projekt machte. Ich komponierte das Stück fertig und benannte es nach einer der Phrasen, die Billie Holiday mir ins Ohr gesungen hatte ‘Sussa Nita’.”

01-james-carter-2“Bossa J.C.” schrieb Carter, weil er auf dem Album unbedingt etwas völlig Neues ausprobieren wollte. “Ich kann es gar nicht erwarten, das Stück erstmals live zu spielen”, freut sich der Saxophonist. “Es gibt ein absteigendes Riff mit neun Changes, und als Solist kann bei jedem dieser Changes verweilen und über den jeweiligen Akkord grooven. ‘Bro. Dolphy’ hatte ich eigentlich für eines meiner früheren Alben komponiert, aber dann doch nicht verwendet. Darüber bin ich nun sehr froh, weil wir der Nummer hier eine sehr intime Note gegeben haben, die es vorher nicht hatte.” Die restlichen sieben Titel stammen aus dem umfangreichen Fundus des Jazz. “Ich habe allergrößten Respekt vor der Jazztradition, aber ich möchte sie ‘remixen’ und mit der Zukunft der Musik Einklang bringen”, meint Carter. Ein Beispiel für diese progressive Herangehensweise liefert seine Version von “Song Of Delilah”. “Jazzfans werden wissen, daß Clifford Brown diese Nummer gespielt hat, mit Sonny Rollins am Tenorsax. James Carter hat sie ordentlich umgekrempelt und ihr einen gewissen HipHop-Touch verpaßt. Der 1969 in Detroit geborene James Carter war Schüler von Marcus Belgrave und begann seine professionelle Laufbahn als 17jähriger in der Band von Wynton Marsalis. Die nächste Sprosse auf der Karriereleiter führte ihn dann, als er 1988 nach New York zog, ausgerechnet zu Marsalis’ Antipoden Lester Bowie. Schon mit seinem Debütalbum “JC On The Set”, sorgte der Saxophonist in der Szene für Furore. Noch mehr allerdings ein Jahr später mit dem Nachfolger “Jurrasic Classics”. In den folgenden Jahren spielte er noch acht Alben ein und 2005 gemeinsam mit Pianist Cyrus Chestnut, Bassist Reginald Veal und Drummer Ali Jackson “Gold Sounds”, eine ebenso ungewöhnliche wie gelungene Hommage an die amerikanische Indie-Rock-Band Pavement. Hören konnte man den umtriebigen und scheuklappenlosen Saxophonisten aber auch auf Alben von Lester Bowie, Wynton Marsalis, Madeleine Peyroux, Herbie Hancock, Kathleen Battle, Marcus Miller, Christian McBride und Regina Carter.

Noa feat. Mira Awad (Israel)

Genes & Jeans - Beide Konzerte sind ausverkauft

Jun ’09
26
19:30
Jun ’09
27
19:30

00-noa-2In ihrer Heimat Israel kennt man die Sängerin unter ihrem Geburtsnamen Achinoam Nini (der hebräische Name bedeutet “Schwester des Friedens”), im Rest der Welt nennt man sie schlicht Noa. Zur Welt kam die Tochter jemenitischer Einwanderer 1967 in Tel-Aviv, aufgewachsen ist sie ab ihrem zweiten Lebensjahr aber in New York. Erst mit 17 Jahren kehrte sie - alleine - in ihr Geburtsland zurück. Dort studierte Noa an der Rimon School of Jazz and Contemporary Music in Ramat Hasharon. Heute spielt sie Percussion, Gitarre und Piano. Noa singt, benutzt ihren Körper als Percussionsinstrument und dies virtuos und filigran. Mit beinahe kammermusikalisch angelegtem, sehr luftig instrumentiertem Pop, der fast aller nahöstlicher Arabesken und Tribal-Sounds früherer Jahre entbehrt, verbindet Noa jeminitische Folklore, hebräische Chansons und englische Poesie zu einer musikalischen Sprache ohne Land, Pass und Grenzen.

00-noaDas neue Album “Genes & Jeans” ist für Noa gleichbedeutend mit einer musikalischen Reise zu ihren Wurzeln. Die Songs reflektieren ihr jemenitisches Erbe und ihre israelische Erziehung, ebenso wieder wie ihre Suche nach Frieden. «Ich habe über alte hebräische und jemenitische Liedtexte nachgedacht, die voll sind von Liebe und Sehnsucht, unerfüllten Träumen, Schmerz, Staub und Wind. Ich habe neue englische Texte und Songs geschrieben und damit die alten Lieder wie mit einem langen Wintermantel umhüllt», beschreibt Noa ihr Vorgehen. Bei der Produktion hat auch diesmal Noas Entdecker und Bühnenpartner Gil Dor maßgeblich mitgeholfen. Seit annähernd 20 Jahren haben sie sich gemeinsam interkulturellem Musikschaffen verschrieben, ohne dabei irgendwelchen Etho Klischees verfallen zu sein. Noa geht - begleitet von Gil Dor - ihren künstlerischen Weg unbeirrt weiter. Zugeständnisse an den Mainstream um des Erfolges willen macht die Vocalistin nicht. Mit «Genes & Jeans» ist es ihr gelungen, eine Brücke zwischen Orient und Okzident zu schlagen. Die mit vielen Ehrungen ausgezeichnete Musikerin ist eine engagierte Stimme der Friedensbewegung, sie tritt regelmäßig mit palästinensischen Musikern wie Rim Bana und Amal Murkus auf. Bei der Eröffnung des Kulturzeltes 2009 wird Noa von der arabischen Sängerin Mira Award begleitet.