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Archiv für März 2009

17 Hippies (D)

El Dorado - Das Konzert ist ausverkauft

Aug ’09
9
19:30

Siebzehn Hippies, Rechte: Andreas RiedelDie 17 Hippies sorgen alljährlich für einen furiosen Konzertabend im Kulturzelt! Wir grüßen den Rock’n'Roll, den Balkan, Mexiko, den Chanson, Pop und Cajun. Die Lebenseinstellung der 17 Hippies ist herrlich unverdorben und gnadenlos rock n’roll, die Berliner Band passt so gut in das Kulturzelt Kassel, dass wir sie schon getrost als „Artists in Resident“ bezeichnen können.

Ihre Entstehungsgeschichte liest sich wie eine Chronik des Berliner Musik-Lebens seit den 80er Jahren. Heute stehen sie zu dreizehnt auf der Bühne und produzieren diesen typischen »17 Hippies-Sound«: Kontrabass, Banjo, Ukulele und Gitarre sind die rhythmische Basis über die sich das Melodiegeflecht aus Geigen, Violoncello, Accordeon, Klarinette, Trompete und Posaune legt. Traditionelle Musik aus Osteuropa, Frankreich und Amerika wird mit eigener Berliner Prägung versehen. Der Sound der Hippies: witzig, spritzig, tanzbar.

Siebzehn Hippies, Rechte: Andreas RiedelVor dem Hintergrund anglo-amerikanischer Pop- und Rockmusik fing die Suche nach den eigenen Traditionen an. Im Laufe der Zeit sind dann mehr und mehr eigene Kompositionen und zahlreiche Songs mit Texten auf deutsch, englisch und französisch entstanden. Den Drive und die Fülle der weltmusikalischen Einflüsse haben die 17 Hippies dabei in ein neues Licht gestellt. „Wir sind gierig nach allem, was uns anschaut und berührt. Und da wir nie wissen, hinter welcher Ecke eine Überraschung lauert, bleibt uns nur, um möglichst viele Ecken zu biegen!“ Die Grundstimmung beschreibt die Band mit einem richtungsweisenden Zitat von Duke Ellington: „It don’t mean a thing if it ain’t got that swing.“

Ihr neues Album „El Dorado“ zeugt vom Willen, in der Weite das Große suchen zu wollen. Die 17 Hippies, die eigentlich nie 17 sondern 13 waren, sind Vollblutmusiker. Das Kollektiv gehört seit dem Soundtrack von „Halbe Treppe“ zu den Kultfiguren des deutschen Films. Sie komponierten die Musik für das Stück „Kasimir & Karoline“ von Ödön von Horvarth am Deutschen Theater Berlin, spielten jüngst eine CD mit Marc Ribot und Jakob Ilja ein.

Die E-Gitarrenklänge geben der Musik noch einmal eine formidable faszinierende Wende. 17 Hippies – dies ist auf einer DVD dokumentiert „The greatest show on earth“ – eine wunderbar reizvolle wie liebenswerte Dokumentation von Künstlern, die sich mit ihrer zutiefst intelligenten Musik viele Ehrungen und Lorbeeren erspielt haben.

Soha (F)

D’ici et d’alleurs – Von hier und von woanders

Aug ’09
8
19:30

Himeropa, die “sanfte Stimme” aus der griechischen Mythologie, ist mit ihrem betörenden Gesang für die vorbeifahrenden Seefahrer eine Gefahr. Einzig Orpheus und Odysseus gelingt es mit einem Trick, ihrer Verführungskraft zu trotzen. Eines sei vorweg genommen: Es gibt keinen Trick, sich dem Bann von “D’ici et d’ailleurs” zu entziehen, sich der Schönheit zu verweigern, oder sich sonstwie aus der Umarmung von Soha zu lösen.

29-soha-2Wo sie ist, geht die Sonne auf. Soha erhellt nicht nur den französischen Pophimmel, auch hierzulande ist die Botschaft der musikalischen Neuentdeckung angekommen. Auf der Bühne springt die in Marseille geborene Tochter einer algerischen Großfamilie zwischen Stilen, Sprachen und Kulturen hin und her. Nicht umsonst heißt ihr durchaus wörtlich zu verstehendes Debütalbum „D’ici et d’ailleurs“ – „Von hier und von woanders“.

29-soha-3Soha nimmt den Hörer mit auf eine Reise, die wahrhaft cosmopolitisch ist. Dabei verblüfft sie in ihrer multilingualen Musik Textzeilen wie „On ne saura jamais whatever people say como empieza l’amour“ . Das Überraschende daran: Der Slang wirkt authentisch und wird auf der ganzen Welt verstanden. Da bekommt das Wort „Crossover“ gleich eine ganz neue Bedeutung. Soha bringt groovenden westlichen Pop und karibisch inspirierte Musik zusammen, vermischt dabei Ragga, Reggae und Hip Hop zu einem explosiven Gebräu, schwebt nicht nur in der luftigen Coverversion von Serge Gainsbourgs „Les Petits Papiers“ in französischen Sphären. Soha vereint alle Einflüsse, die ihr Leben bislang geprägt haben, und entwirft gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Band eine gleichsam lässige, zauberhafte, kraftvolle und mitreißende Klanglandschaft.

29-soha-1In Frankreich ist die Sirene ein shootingstar, der das legendäre Olympia Konzerthaus in Paris gleich tagelang ausverkauft. Ab den ersten Takten wickelt Soha die Hörenden um den Finger. Betört von sagenhaft schönem Songwriting, folgen wir ihrem Ruf ins Irgendwo zwischen Jamaika, Frankreich, Amerika und Kuba. Dancehall, Pop und Jazz mischt sie mit französischem Charme, nordafrikanischen Wurzeln, kubanischer Leichtigkeit und einem originären Singer/ Songwriter-Selbstverständnis. indem sie Schichten musikalischer Farben übereinander legt Und besitzt auch die Frechheit, den Klang eines Metronoms als Rhythmus-Hook zu verwenden. Frech und äußerst äußerst gekonnt.

So macht man gute Musik! Nachhaltig überzeugende Lieder ohne Verfallsdatum und eine selbstbewusste Künstlerin.

Soha, voc.; Jean M’Ba N’gguema, git.; Mike Clinton, Bassgit.; Pascal Pallisco, accordeon; Julien Tekeyan, drums

Nils Landgren Funk Unit (S)

Licence to Funk

Aug ’09
7
19:30

Von einfühlsamen Jazzballaden, krachenden Funkstücken bis hin zu schwedischer Volksmusik - Landgren ist ein Mann fast ohne musikalische Grenzen. Sein Markenzeichen ist die rote Posaune, sein Spitzname “Mister Red Horn”. Das Engagement für den Jazz führte ihn nicht nur zur Big Band von Thad Jones. Im Laufe seiner Karriere stand er auch mit Größen wie Herbie Hancock, Maceo Parker oder Joe Sample auf der Bühne.

Nils Landgren, Rechte: Steven HaberlandEr liebt Bach sowie die Weite und Unbegrenztheit des Meeres und sein Spiel offenbart etwas von dem besonderen Mythos Skandinaviens.
Nils Landgren hat den europäischen Jazz entscheidend geprägt: gemeinsam mit dem Pianisten Esbjörn Svensson und vor allem mit seiner Power Band Funk United. Und ab und an, mal als allerletzte Zugabe, mal zum Luftholen, sang Nils stets einige der schönsten Balladen, die der Jazz kennt. „Wie da einer, der schon alles weiß, die Geschichten, und nichts als die Geschichten erzählt, das fesselt zunächst, dann berührt es.“ (Süddeutsche Zeitung).

Nils Landgren, Rechte: Steven HaberlandEr ist ein Magier der Posaune, mit Funk Unit baut Landgren das Konzept des Funk`n Jazz konsequent und in organischer Verbindung von Funk, Soul und Jazz aus. Dass der schwedische Posaunist sich früher oder später auch an das ABBA-Erbe machen würde, war ebenso amüsant wie folgerichtig. Vor vielen Jahren wurde Mr. Redhorn selbst einmal von Benny Andersson ins Studio gebeten, um den ABBA-Song „Voulez-Vous“ mit seiner Posaune anzureichern.

„Funky ABBA“ war ein liebenswürdiger Geniestreich, der die ABBA-Hits durch den Groove von Funk Unit passiert, ihnen etwas Retro-Feeling beigibt und sie erfrischend mit Rap-Einlagen aktualisiert. Die Licence to Funk hat sich Landgren redlich erspielt.

Anne Clark (UK)

The Smallest Acts Of Kindness

Aug ’09
6
19:30

Egal welchen stilistischen Vorlieben die in London geborene Anne Clark gerade frönt, ob folkig balladesk oder synthetisch nach vorne rockend, ihre jüngste Veröffentlichung „The smallest acts of kindness“ stellt das Gleichgewicht auf allen Ebenen her: das zwischen elektronischen und akustischen Klängen.

27-anne-clark-2Dafür zeichnet vor allem ihr eigentümlicher Sprechgesang verantwortlich, der seinesgleichen in der Popwelt sucht und der blonden Engländerin eine über die Jahre treue und stetig wachsende Fangemeinde beschert. Die Pop-Poetin aus Londons Vorort Croydon spuckt sperrige Texte mit zackig betonten Konsonanten ins Mikro, drapiert mit einem Mix aus eingängigen Melodien und widerspenstigen Softtechno-Beats. Anne Clark wird gern als das weibliche Gegenstück zu Künstlern wie Nick Cave, John Cale von Velvet Underground oder Tom Waits bezeichnet.

Vor allem aber ist sie eine einzigartige Künstlerin, die sich seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich in der internationalen Musikszene etabliert hat. Was das Geheimnis von Anne Clark ist? Sie verbindet Romantik und Atmosphäre auf ihre unnachahmliche Art mit traumhaften wie tanzbaren Klängen. In den 80ern ist Anne Clark durch coole elektronische Sounds bekannt geworden, die sie sowohl mit intimen und persönlichen als auch allgemein gültigen Texten kombinierte. Nebenbei experimentierte die britische Künstlerin aber immer auch mit Akustik-Instrumenten wie Cello, Violine und Klavier.

27-anne-clark-3„The smallest acts of kindness“, das sind Songs, die Anne seit Jahren live spielt, zu deren Umsetzung im Studio sie bisher aber nie gekommen ist, ebenso wie neue Stücke. Vom atmosphärischen “As soon as I get home” bis zum aufwühlenden, von elektronischen Beats getriebenen “Prayer before birth” führt Anne Clark das ganze Spektrum ihrer gesamten Karriere auf, während sie immer neue Wege auslotet, die alte wie neue Fans begeistern werden. Konzerte mit Anne Clark sind intensiv und berührend, voller Song- und Klangperlen. Es schmerzt immer noch einiges auf der Welt, aber Anne Clark vermittelt 2009 angenehm mehr Hoffnung als Endzeitstimmung in ihrer Kunst. Begleitet wird dieses Multiwunder von einer exquisiten Band, die im Genre der Elektronik ebenso beheimatet ist, wie im Umgang mit akustischen Instrumenten.

Curtis Stigers (USA)

An evening with Curtis Stigers - Das Konzert ist ausverkauft

Aug ’09
5
19:30

Als Curtis Stigers 1991 sein titelloses Debütalbum veröffentlichte, eroberte er die Popwelt im Handstreich: Das Album landete auf Platz 1 der Heatseeker-Charts von Billboard, verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal und brachte dem Debütanten mehrere Platinum-Auszeichnungen in aller Welt ein.

26-curtis-stigers-1Mit “I Wonder Why”, “Never Saw A Miracle”, “Sleeping With The Lights On” und “You’re All That Matters To Me” enthielt es zudem gleich vier selbstverfaßte Hit-Singles, von denen es zwei in die Top 10 schafften. Einen weiteren Erfolg verzeichnete Stigers im darauffolgenden Jahr, als er für den Soundtrack des Kinofilms “The Bodyguard” (mit Whitney Houston und Kevin Costner in den Hauptrollen) eine wunderbare Interpretation von “(What’s So Funny ‘Bout) aufnahm. Dann allerdings besann er sich recht bald auf seine eigentlichen Wurzeln und sang wieder Jazz. Mit seiner leicht rauhen, soulgetränkten Stimme und einer wunderbar sonoren Phrasierung auf dem Tenorsaxophon zeichnet Curtis Stigers für eine unverwechselbare musikalische Persönlichkeit.

Auf seinem neuen Album “Real Emotional” demonstriert Stigers zum einen seine Talente als Songwriter, zum anderen aber auch sein Können als einzigartiger Interpret moderner Pop-Klassiker. Neben drei selbst verfaßten Stücken (zwei entstanden mit Pianist Larry Goldings als Coautor, einer mit Curtis’ jüngerem Bruder Jake) bietet das Repertoire von “Real Emotional” Songs aus der Feder von Bob Dylan, Emmylou Harris, Tom Waits, Mose Allison, Paul Simon, Randy Newman und Hoagy Carmichael.

26-curtis-stigers-2Was Curtis Stigers von vielen anderen Jazzsängern heutiger Tage unterscheidet, ist seine Fähigkeit, selber exzellente Songs zu schreiben. “Ich strebe nach einem komplexen und sich stets wandelnden eigenen Stil”, sagt Stigers. “Das macht es schwierig, mich in eine Kategorie einzuordnen. Ich singe wunderbare Liebeslieder, aber ich bin nicht wirklich ein Crooner. Ich schreibe eigene Songs, aber ich bin auch nicht nur ein Singer/Songwriter“.

Mit „Real Emotional“ wendet sich der Sänger wieder seiner ursprünglichen Liebe zu: dem Jazz.

Curtis Stigers, voc.; Matthew Fries, piano; Cliff Schmitt, bass; Keith Hall, drums.

Gangbe Brass Band (Benin)

Assiko

Aug ’09
1
19:30

Seit 1994 zählt die aus dem westafrikanischen Benin stammende GANGBÉ BRASS BAND (Gangbe = Metallklang) zu den erfolgreichsten Live-Acts der internationalen World-Musik-Szene und veröffentlichte bislang die drei hochgelobten Alben: ‘Gangbe’ (1998), ‘Togbe’ (2001) und ‘Whendo’ (2004). Allesamt vom Jazz kommend, arbeiten die acht Musiker seitdem an ihrem furiosen, bläserdominierten Mix aus traditionellen, westafrikanischen Melodien, Rhythmen und Jazz-Harmonien.

25-gangbe-brass-band-2Das Ergebnis ist ein virtuos umgesetzter Bigband-Sound, bei dem Tradition und Moderne eine gleichberechtigte Fusion eingehen und in dessen lyrischem Mittelpunkt meist Alltagsgeschichten, aber auch sozialpolitische Themen stehen.

Die Ursprünge dieses Sounds liegen in der christlichen Mission, die an der Verbreitung der Blechmusik beteiligt war. Die frisch Bekehrten wurden aufgefordert, ihre Dörfer zu verlassen und in den Missionsstationen zusammenzuwohnen. Dort waren die traditionellen Trommeln verboten, weil sie mit «heidnischen» Bräuchen in Verbindung gebracht wurden. Als Ersatz wurden Blaskapellen organisiert, deren Instrumente aus Europa eingeführt wurden.

Die Gangbe Brass Band steht in dieser Tradition. Allerdings hat die Formation aus Benin die ursprünglich europäische Marschmusik in einen locker swingenden afrikanischen Tanzstil verwandelt, der jeden militärischen Drill vermissen lässt und deshalb heute auch in Europa Zuspruch findet. So schliesst sich der Kreis!
Die acht Musiker aus Benin kreieren eine eigenwillige Mischung aus moderner Brass Band und traditioneller afrikanischer Musik. Mehrstimmige „call and response” Gesänge treffen auf mannigfache Percussionsgewitter und vielschichtig arrangierte, raffinierte Bläsersätze, die jeder funky New Orleans Brass Band gut zu Gesicht stünden.

25-gangbe-brass-band-1Scharf gewürzt wird dieser Mix mit einfallsreichen Jazzsoli und abwechslungsreichen, unvorhersehbaren originellen Arrangements. Die ansteckende natürliche Spielfreude verführt mühelos jedes Publikum, sich dem Rhytmus hinzugeben und den Tanzboden zu bevölkern.

Endlich erschien im Herbst 2008 ihr neues Album „Assiko“. Im Sommer 2009 ist die Band dann endlich auch in Kassel live zu erleben.

Olatoundji Magloire Ahouandjinou, trumpet; Wendo Martial Ahouandjinou, trumpet; Benoît Avihoué, perc.; Athanase Obed Dehoumon, buggle; Lucien Gbaguidi, sax.;Crespin Kpitiki, perc.; James Vodounnon, tuba; Eric Yovogan, trumpet