Archiv für April 2010

OqueStrada (Portugal)

TASCA BEAT

Jul
16
19:30

oquestrada1Eine Band, die in portugisisch, spanisch, creolisch, französisch und englisch singt kann man durchaus als international bezeichnen. Oquestrada, aus Lissabon, von der anderen Seite des Tejo, zelebrieren nicht den traurigen Fado, ihre Musik so sagen sie selbst ist : 100% unabhängig, 200% guter Humor und 300% genial. Das zeugt von gesundem Selbstbewußtsein.

Das Debütalbum „TascaBeat- O Sonho Portugês”, plazierte sich wochenlang in den Pop- Charts. Die CD wurde zu einer der drei besten Musikveröffentlichungen des Jahres gewählt und wurde mit Gold ausgezeichnet. OqueStrada spiegeln in ihrer Musik die Seele eines sich verändernden Portugals wider. Musik eines Landes, das mit proletarischem Glamour die Strassen und Vorstädte Lissabons besingt, Musik die nur ab und an mit dem klassischen portugiesischen Fado flirtet. Die Musik einer Hafenstadt, wo der erfüllte Traum des Wegfahrens und der Wiederkehr in vielen Sprachen lebt, ein Hafen in dem wir auf neu erfundene portugiesische Herzen treffen.

oquestrada2010Portugiesischer Folk-Pop trifft auf ganz unterschiedliche Musikstile wie Funaná und französischen Chanson. Das Ergebnis ist eine Musik, die das spezielle Lebensgefühl der Menschen in Portugal erzählt.. Sie Der Stil ist unkonventionell, die Energie grenzenlos. Live auf der Bühne ist OqueStrada ein Erlebnis, mit insgesamt 6 Musikern spielen sie ihren rohen, populären, tanzbaren Mix: Afrikanische Kuduro oder Funaná, Brazilianisch Musik oder Hip Hop, einfach jede Melange von Musik, die die Migranten nach Portugal gebracht haben. Der CD-Titel „Tasca Beat“ stellt eine Bar dar, ähnlich einer spanischen Tapas-Bar, in der man Essen und Trinken kann und wo man sich mit Freunden trifft. Ähnlich wie diese Bar, reich gefüllt mit den verschiedensten Gerichten und Menschen, ist diese Musik reich an Klängen und Rhythmen, die vom ersten bis zum letzten Stück gehört werden will.
Der Fado als Basis mit hunderten von anderen Stilen gepaart – unter anderem Hip Hop, Ska, Brasilianische Musik, Walzer, Morna, gespickt mit herrlichen Texten und Posen.

In Portugal hat OqueStrada längst Kultstatus erlangt und füllt dort die großen Konzertsäle. Nachdem OqueStrada auf einige renommierte Festivals in Spanien und Frankreich eingeladen waren und dort großen Erfolg feierte, macht die Band sich nun auf, die deutschen Landen zu erobern. Schon vorab zu besichtigen bei youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=ZGDYa0abSXk

Miranda, voc.; Lima Portuguese, Gitarre; Zeto, Gitarre & voc. ; Marina, Akkordeon; Pablo, Kontrabass; Sandra Manuel, Posaune

Tina Dico (DK)

Almost alone again

Jul
29
19:30

Tina DicoDas Konzert mit Tina Dico an einem verregneten Juliabend des letzten Jahres, war eines der schönsten und intensivsten  der letzten Kulturzeltjahre. „Wenn du auf der Bühne stehst und Musik machst, kannst du an nichts anderes denken. Du existierst einfach. Du lässt es durch dich hindurch fließen.” Und dies teilt sich ganz unmittelbar mit.

Tina Dico“Ich habe diese Energie in mir, nie stehen bleiben zu wollen. Mich treibt nicht der Wunsch nach Perfektion voran. Als Songwriterin suche ich zwar nach dem perfekten Song, der die Idee, ein Gefühl oder einen Moment am intensivsten festhält. Doch es ist immer die Leidenschaft zur Musik, die alles in meinem Leben bewegt.” Dieses Motto beschreibt Tinas Musikverständnis, vor allem ihre Passion als Songwriterin. Die 28-jährige Wahl-Londonerin, die 1977 im dänischen Arhus zur Welt kam, ist in ihrem Heimatland längst keine Unbekannte mehr.

Sie verdrängte in den dortigen Charts U2 und Coldplay von der Pole-Position. Außerdem heimste sie diverse Musikpreise als beste Songwriterin (beim Dänischen Grammy) sowie beste Komponistin (Danish Music Critics Award) ein. Mit “Count To Ten”, das in Deutschland  auf dem Island-Label veröffentlicht wurde, veröffentlichte Tina Dico ihr viertes Album. In Dänemark erobert die Sängerin damit aus dem Stand die Spitze der dänischen Plattencharts. Kurz darauf darf sich Tina Dico über den erreichten Platinstatus freuen. Bei den Danish Music Awards 2008 erhält sie außerdem vier Nominierungen in den Kategorien Best Album, Best Pop Album, Best Female Singer, Best Songwriter.

Mit “Count To Ten” ist Tina Dico der internationale Durchbruch gelungen. Es sind die feinen kleinen Sounds, die es so richtig interessant machen, Tina und ihrer Band zuzuhören. Wenn man die dänische Künstlerin Tina Dico in einem Satz beschreiben müsste, würde man wohl das Sprichwort „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ wählen. Denn sie liebt die Herausforderung, ist sich aber auch durchaus der damit verbundenen Risiken bewusst. Diesem Naturell entsprechend, machte die Sängerin den Schritt in eine Selbstständigkeit, die eine schnell erkennbare Wegrichtung eingeschlagen hat – steil nach Oben. Kreative Unruhe der Ausnahmekönnerin zeichnet nicht nur ihre Alben aus. Auch auf der Bühne begeistert Tina Dico mit der ihr eigenen charismatischen Performance, bei der sich introvertierte Momente mit expressiver Energie abwechseln. Sie verzaubert ihre Zuhörer, und sorgt für berührende Momente.

Incognito (GB)

Tales from the beach

Jul
30
19:30

Incognito (Quelle=www.bacana.fr)Incognito - der Name ist Programm. Zumal er bestätigt, dass trotz des Erfolgs keiner genau weiß, aus wem diese Band eigentlich besteht. Das dürfte ungewollt sein, doch die Mannschaft von Incognito ist über die Jahre seit der ersten Zusammenkunft schließlich auch eine wechselnde gewesen. Gleichbleibend ist allerdings der Master Mind: Jean-Paul “Bluey” Maunick, Gitarrist, Komponist und das “Studio-Ohr” des Jahrtausends - Schöpfer von Incognito. Und jenem ist in London, als der Dance Hype gegen Ende der 70er gen Höhepunkt zusteuert, der Traum nach eingängiger, clubtauglicher aber deswegen nicht weniger komplexer und improvisationslastiger Musik gelungen..

Die damalige überwältigende Existenz von groß besetzten Discofunk-Bands wie Earth Wind and Fire, Weather Report und Ubiquity unter der Leitung von Roy Ayers beeinflussten und inspirierten den Leader of the gang.. Bees & Things & Flowers, ist der jüngste Wurf des legendären Kollektivs; die Musik erinnert vom Stil an die Bill Withers-Alben der 70er Jahre. Brilliante Sängerinnen wie Maysa Leak, Joy Rose, Jocelyn Brown sorgen für wundervolle akustische Neuinterpretationen der Incognito Klassiker wie „Still a fried of mine“, „Always there“ oder das energetische „Everyday“. Incognito unplugged. Die sorgfältige Studioarbeit, die den Live-Tourneen vorausgeht ist Garant für mitreißénde und explosive Performances einer der besten Jazz-Funk Formationen seit Gründung der Band 1979.

„That’s the way of the world” ist eine Hommage an Earth, Wind and Fire, Seelenverwandte im Geiste. Das Credo von Incognito “Beyond colour, beyond creed, we are one nation under the groove” schlägt sich in der multikulturellen Besetzung der Band nieder. Die weltweite Fangemeinde eint dann auch vom HipHoper bis zum Musikkritiker: Die Einen frönen dem Dance-Aspekt, die Anderen begeistern Texte und die phantastische gedankliche Freiheit der Arrangements. Die musikalische Identität Incognitos ist eine globale und steht in diesem Jahr für kunstvoll verwobene Sounds aus Jazz, Soul und Funk. Eine Verneigung vor dem Motown-Sound der 70er Jahre ist ihr aktuelles Programm „Tales from the Beach“.

Sierra Maestra (Kuba)

Son & Rock`n Roll!

Jul
31
19:30

Sierra MaestraVor 30 Jahren retteten neun Studenten in Havanna den Son vor dem Aussterben. Sie gründeten die Band Sierra Maestra, benannt nach jener Bergkette im Osten Kubas, in deren Hügellandschaft der Son, die Wurzel weltweit populärer Musikstile wie Mambo, Cha-Cha oder Salsa entstand, und reanimierten die alte akustische Musik aus der Provinz.

Bläser, die dreisaitige GitSierra Maestraarre Tres, Bongos und Claves standen plötzlich wieder im Mittelpunkt einer unverwüstlichen Tanzmusik, die von schneidenden Trompetensoli, ausgefeilten Vokalsätzen und einer ebenso selbstverständlich wie vertrackt wirkenden Rhythmik lebt. Auftritte von Sierra Maestra sind immer ein Fest. Ein Fest, das dem Son gewidmet ist und rootslastige guajira, Afro-Cuban-Jazz mit knackigen Riffs, gefühlvolle Boleros und feurige son-montunos präsentiert. Die kubanische Musik, hier ist sie in all ihren Stimmungen präsent mit wunderbaren Harmoniegesängen, Solostimmen, die mit den Bläsern ins Duett treten und immer wieder den sich langsam zu wahren Gruppen-Feuerwerken aufbauenden son-montunos, die zu den weltweit gefeierten Höhepunkten eines jeden Sierra Maestra-Konzerts zählen.

„Wir lieben, was wir tun, und deshalb wird unser Feuer auch nie verlöschen“ lautet das gemeinsame Credo von Sierra Maestra. Kein Zweifel, diese Band hat einen wunderbaren Swing, den jede Nummer ihres Repertoires in sich trägt. Selten wurde das besondere Flair des Son, der Kollektivgeist der Musiker, ihre Stimmen, Soli und die bedeutungsvollen Texte, packender zelebriert als bei Sierra Maestra. Die Band spielte mit so unterschiedlichen Musikern wie Marc Ribot, Omara Portuondo und Ibrahim Ferrer zusammen. Die Celebrities der kubanischen Musikszene zelebrieren den Kollektivgeist und dennoch sorgt in der Besetzung jeder einzelne für Furore.

Und so wird es auch an diesem Konzertabend sein: Sierra Maestra bringen uns den Humor und die Spielfreude, die den Erfolg der kubanischen Musik ausmachen. Für diese Musiker ist das eine Herzensangelegenheit.

Blood, Sweat & Tears (USA)

Nuclear Blues

Jul
28
19:30

Blood, Sweat & Tears“Die Beatles haben den Rock in die Musik gebracht. BLOOD, SWEAT & TEARS haben die Musik in den Rock gebracht.” So urteilte der britische Musikjournalist Leonard Feather über die (Mit-)Erfinder des Jazz-Rock. Der Name der Band geht zurück auf ein Zitat aus der Antrittsrede von Winston Churchill als Premierminister am Anfang des 2. Weltkrieges.

Seit 1968 hinterlässt die Blood, Sweat & TearsUS-Institution ihre Spuren in der Musikgeschichte. Ihre einzigartige Mixtur aus Blues, Rock und Jazz ist auch ihr Markenzeichen: druckvolle Bläsersätze, pulsierender rhythmischer Groove, expressive Vocals sowie zahlreiche bis heute noch bekannte Top-Hits. Die Liste aller Musiker, die einmal zum Line-up von BLOOD, SWEAT & TEARS gehörten, liest sich wie ein Who is Who des Jazz, Blues und Rock: Al Kooper war in der Urformation Chef der Band, Randy Brecker blies die Trompete, Steve Katz werkt an der Gitarre. Zeitweise waren Jaco Pastorius, Mike Stern, Joe Henderson, Lew Soloff und unzählige andere bekannte Namen auf der Line up Liste von BS&T.

Hervorgegangen aus dem New Yorker Greenwich Village, waren BS&T in vielerlei Hinsicht Pioniere: Sie waren die erste Band, die hinter dem Eisernen Vorhang spielte, sie hatten als erste 3 Hitsingles auf einem Album, sie kreuzten als erste Jazz mit Rock. Sie waren außerdem einer der Headliner in Woodstock und gewannen 3 Grammies, darunter den prestigeträchtigsten für das Album des Jahres (mit “Blood, Sweat & Tears”, 1969).
In den über 4 Jahrzehnten seit der Gründung blieben BS&T immer aktiv, um die Fans mit Hits wie “Spinning Wheel”, “You’ve Made Me So Very Happy”, “And When I Die”, “Hi-de-ho”, “Go down gamblin’” und  “One” zu beglücken. Und jüngere Fans werden bei diesem geschichtsträchtigen Abend die eine oder andere Sample-Quelle aktueller Chart-Hits erforschen können.

Für eine einzigartige Mixtur aus Blues, Rock und Jazz steht Blood, Sweat & Tears. Markenzeichen: Druckvolle Bläsersätze, pulsierender rhythmischer Groove, expressive Vocals sowie zahlreiche bis heute noch bekannte Top-Hits. Dabei ist auch Gründungsmitglied Steve Katz mit seiner Gitarre. Mit ihren Bläserarrangements und Bearbeitungen von Themen klassischer Komponisten wie Erik Satie setzte die ausgezeichnete Band Ende der sechziger Jahren Maßstäbe für andere Gruppen des Jazz- und Brassrock. In ihrer Reunion-Tour knüpft die Formation an ihre alten Erfolge an und greift zurück auf ihre großen Hits.

Rob Paparozzi: vocals, harmonica, Steve Katz: guitar, vocals, Dave Gellis: guitar, Glenn McClelland: keys, Teddy Mulet, Steve Jankowski: trumpet, Jens Wendelboe: trombone, Tom Timko: sax, Gary Foote: bass, Andrea Valentini: drums

CèU (Brasilien)

Vagarosa

Jul
25
19:30

CèULange schaute man in Brasilien erstaunt auf die Elektro-Bossa-Welle ; die Synthese, die die Europäer da aus Tropenrhythmen und Technologie in den letzten Jahren gebastelt hatten. Einige Zeit dauerte es, bis mit Suba, mit Bossacucanova und schließlich auch mit Bebel Gilberto im Heimatland von Samba und Bossa Nova die Verzwirbelung von neuen Bits und alten Beats Fuß fasste. Doch nun ist auch auf der anderen Seite des Atlantiks kreative Blütezeit angesagt. Maria Do CéU Whitaker Poças, kurz CéU (sprich: SÄ-u, zu deutsch: Himmel!), nennt sich das neueste Stimmenwunder aus Sáo Paulo, das Samba-Grooves mit TripHop, Lounge, Dub, Jazz und Funk poliert. Wer die barcelonesische Nubla mochte, der wird von CéU hochbegeistert sein. Diese Musik ist – der Rückverweis auf ihren Namen liegt nah – einfach nur “himmlisch”. Geschickt umschifft Cèu die Klischees, lässt sich nicht auf sirenenhaftes Hauchen oder auf die überstrapazierte Drum’n’Bossa-Masche ein. Stattdessen gibt es eine feinziselierte Gratwanderung.

DiCèUe Grooves sind nie elektronisch überladen, sondern beziehen ihre Energie aus organischer Trommelarbeit oder aus dem samba-angelehnten Groove der akustischen Gitarre. Espritvolle Effekte und Scratches kommen von Synthesizer und Turntable, dazu bläst eine kleine Hornfraktion gedämpfte jazzig-soulige Linien, teils konterkariert von fernen Backgroundstimmen. Darüber fliegt ihre helle Stimme, sinnlich-sanft und katzenartig zuweilen, aber doch ausdrucksvoll und muskulös – mit leichten Anklängen an eine Maria Rita oder Marisa Monte, mal verführerisch und sinnlich, mal eher lolitahaft. Die melodische Substanz ist immer der chromatisch geschwungenen Melancholie der Samba-Melodien verpflichtet, hat auch die funkigen Errungenschaften von Samba Soul-Größen wie Jorge Ben verinnerlicht und kombiniert sie mit Reggae- und Dub-Versatzstücken. Das gipfelt in einer gänzlich unerwarteten Adaption von Marleys “Concrete Jungle”, die – vom Offbeat bereinigt – in neuer Schönheit daherstolziert. Zwischendurch beweist CéU ihre enge Verbundenheit zum Samba- Erbe, indem sie auch mal nur zur Mandoline ihre wehmütigen Verse schweifen, oder in einem fast psychedelischen Umfeld den ominösen Brummtopf Brasiliens, die Cuica klagen lässt.

CéUs fruchtiger Mix besitzt globalen Anspruch, ist trotzdem Samba-Poesie durch und durch – und ihre Stimme hat etwas von der kristallblauen Transparenz eines wolkenlosen Himmels. Cleverer und erotischer hat der Samba des 21.Jahrhunderts sich noch nirgends niedergeschlagen. Geehrt wurde die Sängerin und ihre Band bei den Latin Grammy Awards in der Kategorie “Best New Artists”, der Billboard hat sie in die Liste der Top 10 Newcomer aufgenommen. Die New York Post vergibt vier Sterne für das Album, und von Newsweek über die Libération bis zu O Globo sind die Kritiker allerorten becirct.

Dan Berglund’s Tonbruket (S) / Helge Lien Trio (NW)

Jazz forward!

Jul
24
19:30

Gleich zwei zukunftsweisende Jazzformationen an einem Abend:

Dan Berglund Tonbruket by Joerg Grosse Geldermann 2 2009Der schwedische Bassist Dan Berglund ist international bekannt durch seine Mitgliedschaft bei e.s.t., der womöglich einflussreichsten Jazzband der letzten Dekade. Esbjörn Svensson (piano) und Magnus Öström (drums) waren seine kongenialen Partner in dieser künstlerischen Einheit, die die Art wie Jazz heute verstanden wird entscheidend geprägt hat. Eines von Dan Berglunds Markenzeichen ist die unglaubliche Wärme, der runde und volle Ton den er seinem Instrument entlocken kann, daneben auch der Gebrauch unzähliger Effekte um den Double Bass Sound zu verfremden und damit in seinem Spektrum zu erweitern. Der tragische Tod von Esbjörn Svensson bereitete der vielversprechendsten Jazzformation ein zu frühes Ende. Eine Neusondierung war nötig. Berglunds neue Partner sind Johan Lindstroem an der Gitarre, Martin Hederos von der Pop-Band “The Soundtracks of our Live” am Piano und Andreas Werliin am Schlagzeug. Sämtliche Stücke für die neue Formation und das Debut-Album sind gemeinsam geschrieben, arrangiert und produziert. Bei Tonbruket finden sich verblüffend vielfältige und schillernde Anklänge: an nordische Folkmusik und amerikanische Countrymusik, an Ambient Music und Drum & Bass, oder gar an Artrock.

Bei „Gi Hop“ lässt sich Berglunds jDan Berglund Tonbruket by Joerg Grosse Geldermann 5 2009ugendliche Vorliebe für Hardrock-Bands wie Deep Purple oder Black Sabbath, mehr aber noch seine spätere Bewunderung von Pop-Revolutionären wie Radiohead oder Royksopp herauslesen. Meisterlich gelingt es dem Quartett, eine überzeugende Klammer für all diese Elemente zu finden: Vor allem die Dominanz von Saitenklängen aller Art - klassisch akustisch bis elektronisch verfremdet - verleiht dieser Band einen bereits unverwechselbaren eigenen Ton. Tonbruket ist mehr als nur ein Neubeginn für Dan Berglund, der hier erstmals direkt als Komponist bezwingender Songs und Melodien hervortritt. Die Musik erweist sich als spannendes, womöglich bereits wieder wegweisendes Projekt, das die Flamme von e.s.t. weiterreicht.

Helge LientrioWie man “The Art Of The Trio” perfekt beherrscht, das kannte man bislang nur von Brad Mehldau, Bill Evans und E.S.T. Mit dem norwegischen Helge Lien Trio macht sich nun eine neue Formation auf den Weg, dem Piano-Trio neue, spannende Klangbilder hinzuzufügen. Das perfekt aufeinander
eingespielte Trio hat mit ‘Hello Troll’ ein Album vorgelegt, das lyrisch-impressionistische Stimmungsbilder zeichnet, deren Anziehungskraft man sich nur schwer entziehen kann. Helge Lien, der neben seinem eigenen Trioprojekt auch mit anderen norwegischen Acts, wie zuletzt mit Silje Nergaard, unterwegs ist, hat mit seinen Bandkollegen Frode Berg (Bass) und Knut Aalefjær (Drums & Percussion) eine ganz eigene, unverwechselbare Art des Triospiels entwickelt. Mit traumwandlerisch sicherem Zusammenspiel entwickeln die Musiker einen kammermusikalisch anmutenden Jazz, der sich durch harmonisch komplexe Klangfarben auszeichnet. Anknüpfend an Bill Evans’ lyrischer Kraft und dem beschwingt melancholischen Spiel eines Esbjörn Svensson, erzeugt Lien auf ‘Hello Troll’ Stimmungsbilder, die er im ständigen Dialog mit Berg & Aalefjær mit leichter Hand vorträgt.

Helge LienGetragen von großer Disziplin und absoluter Relevanz sind die Eröffnungstakte des Openers “Gamut Warning”, das durch Liens dynamische Phrasierungskunst und das traumwandlerische Zusammenspiel des Trios aufhorchen lässt. Und auch die weiteren Stücke, wie das dramatische “Axis Of Free Will”, das hochromantische „Radio”, die fragilen Songs “Diverted Dance” und “It Is What It Is, But It Is” oder das vertrackte, aufwühlende Stück “Hallo Troll” demonstrieren eindrucksvoll, dass sich hier eine Formation präsentiert, die die Kunst des Trios perfekt beherrscht. Zweifellos zählt der Pianist Helge Lien zu den spannendsten jungen Talenten Skandinaviens. Nachdem das ehrwürdige Dagbladet aus Norwegen schon das Vorgänger-Werk ‘To The Little Radio’ als „Das beste norwegische Piano Trio Album seit langem” bezeichnete, kann man sich auch auf ähnliche Reaktionen zu ihrem neuen Longplayer gefasst machen. Der Erfindungsreichtum des Trios, sich mit klassisch-impressionistischen Mustern und rhythmisch-melodischem Jazz in den Herzen eines beständig wachsenden Zuhörerkreises zu spielen, scheint wahrhaft grenzenlos zu sein.

Fred Wesley & The New JBs (USA)

Hit me, Fred

Jul
23
19:30

Fred WesleyFunky Partyabend im Kulturzelt! Einer der Erfinder dieser energetisch aufgeladenen Fortschreibung von Jazz und Soul persönlich: Posaunist Fred Wesley rockt das Haus. Begleitet wird er von einer Superband des Genres, die den verheißungsvollen Namen „The New JBs“ trägt. JB, dahinter verbirgt sich natürlich James Brown, der „Godfather of Soul“, dem Wesley seinen unverwechselbaren Stil zu verdanken hat – und umgekehrt. Denn in den sechziger und siebziger Jahren trug Wesley – wie auch die beiden anderen Legenden der Brown-Band, Maceo Parker und Pee Wee Ellis – dazu bei, dass der charismatische Soul-Shouter von einem eng verzahnten und immens groovenden Gruppen-Sound getragen wurde.

Als musical director sorgte er für den ebeFred Wesleynso geschmeidigen, wie ruppigen Klang-Teppich, auf dem sich die Funkkoriphäe Brown verwirklichen konnte. Wie bedeutsam Wesley für dessen Musik tatsächlich war, ergründete sich eigentlich erst, als er schon weitergezogen war – zu George Clinton, in dessen Gruppen „Parliament“ und „Funkadelic“ sich manifestierte, was bei Brown noch in der Entstehung begriffen war:  Wesley, der zwischendrin auch Spaß daran fand, als Mitglied im „Count Basie Orchestra“ ganz tief in die Swing-Kiste zu greifen, wurde zum Vorbild für ungezählte junge Jazz- und Rock-Kollegen. Ray Charles, Randy Crawford, Van Morrison oder die Rapper von „De La Soul“ bedienten sich der Dienste des Posaune blasenden Kugelblitzes. Im Gepäck von Fred Wesley finden sich große Hits: von „Pass The Peas“ bis „House Party“. Ob mit ehemaligen Kollegen der James-Brown-Band wie Maceo Parker und Pee Wee Ellis oder mit weiteren Funk-Helden wie George Clinton und Bootsy Collins — Fred Wesley hält die Funk-Maschine am Laufen und das seit 1996 auch mit der eigenen Band. In seine Musik hat er alle Erfahrungen gepackt, ist dabei aber auch offen für ein breites Spektrum an Einflüssen heutiger Musikstile. Strikt eingehalten wird das Prinzip „funkyness“: Handgemachte Perfektion und bodenhafte Coolness gepaart mit einer phantastischen gedanklichen Freiheit für uplifting Soul.

The Hooters (USA)

Both Sides Live / Das Konzert ist ausverkauft

Jul
22
19:30

The HootersSeit dreißig Jahren verwöhnen die amerikanischen Folkrock-Barden ihr Publikum mit mitreißenden Melodien und gehaltvollen Texten. Angesprornt vom großen Erfolg geht die Band im Sommer 2010 auf Tournee.

Ihr 1. Album veröffentlichten sie 1983 und seither nimmt der Erfolg kein Ende. Das Album enthielt die Original-Versionen der  internationalen Hits wie „All You Zombies“ und „Fightin’ On The Same Side“. Ein Jahr später unterschrieben die Hooters ihren 1. Major-Platten-Vertrag bei Columbia Records und veröffentlichten 1985 ihr offizielles Debut “Nervous Night” mit den Klassikern “Day by Day“, “And We Danced”, “Where Do The Children Go” und natürlich “All You Zombies”.

Ein Meilenstein war die Teilnahme der HoThe Hootersoters am LIVE AID-Konzert im Juli 1985 in Philadelphia und brachte der Band schnell weltweite Anerkennung für das Album “Nervous Night” ein. Im gleichen Jahr wählte das Musikmagazin „Rolling Stone Magazine“ die Band als “Best New Band Of The Year”.1987 legten die Hooters nach und bescherten ihren Fans mehrere Hits. “Johnny B”, “Karla With A K” und “Satellite” veredelten allesamt das Album “One Way Home”. 1989 folgte das mit Gold und Platin ausgezeichnete Album “Zig Zag”, welches mit dem Song “500 Miles” die Aufmerksamkeit des Pink Floyd Gründers und Bassisten Roger Waters erregte. Dieser lud die Hooters zu seinem mittlerweile legendären Event “The Wall” ein, bei der 1990 Größen wie Joni Mitchell, Van Morrison, The Band, Bryan Adams und viele andere zusammen kamen. Auch als Songwriter haben die Bandleader Eric Bazilian und Rob Hyman Hits für namhafte Künstler geschrieben: für Cyndi Lauper’s Debut-Album „Time after Time“, das neben “She’s So Unusual” für mehrere Grammys u. a. in der Kategorie „Song of the Year“ nominiert wurde. Und auch für das Debut-Album „Relish“ von Joan Osborne – das Album als auch der Titel „One of us“ erhielten ebenfalls diverse Grammy- Nominierungen in den Kategorien “Song Of The Year”, “Record Of The Year” und “Best Female Pop Vocal Performance”.

Mittlerweile können Rob und Eric auf Arbeiten mit Künstlern und Bands wie z.B. Taj Mahal, Mick Jagger, Sophie B. Hawkins, Jon Bon Jovi, Willie Nelson, The Band, LeAnn Rimes, Amanda Marshall, Billie Myers, Carole King, Robbie Williams, Dar Williams, Jonatha Brooke, JC Chasez, Meatloaf und The Scorpions zurückblicken. Im Jahr 2000 coverte Ricky Martin den Hooters Song “Private Emotion” auf der englischen Version seines Grammy-nominierten Debut-Albums „Ricky Martin“.

Live ist die Band hinreißend charismatisch wie eh und je.

CocoRosie (USA)

Grey Oceans

Jul
21
19:30

Coco Rosie CD-CoverCocoRosie sind nicht etwa Coco und Rosie, sondern die bezaubernd anzustaunenden Schwestern Sierra und Bianca Casady. Ihre Jugend verbrachte die Eine in Paris, die Andere in New York. Geboren wird die Band CocoRosie als Bianca ihre “französische” Schwester in Paris besucht und dann doch ein wenig länger bleibt.  In einer kleinen Wohnung im 18. Bezirk spielte Sierra Gitarre und Flöte und Bianca die Percussions.

Nach acht emsigen Monaten hält das Geschwisterpaar ihr Debut “La Maison De Mon Rêve” (”Das Haus meiner Träume”) in den Händen, auf dem nicht nur beider Stimmen, sondern auch jede Menge Hintergrundgeräusche festgehalten wurden. In bonbonfarbiger musikalischer Verpackung gibt es Texte über Straßenkämpfe, Rassismus und Kinderprostitution. Herrlich schön kauzig, herrlich schön schräg!  Anfänglich nur von Insidern beobachtet, hat sich in New York eine erfrischende Avantgarde-Szene gegründet.

Die Darlinge heißen Devendra Banhart, Antony Hegarty (AntonyCoco Rosie credit CocoRosies Mom And The Johnsons) und CocoRosie, sämtlich miteinander verbandelt. Die  Songs von CocoRosie entstehen ganz flatterhaft in Brooklyn, Paris, einem Stall in der französischen Camargue und zwischen den vielen Auftritten. Große Technik brauchen die zwei nicht, eher schon die vielen lustigen Kinder- und Spielzeug-Instrumente, die Pferde wiehern und Katzen miauen lassen.

Ihre Musik ist eine Mischung aus elektronischen Samples, klassischem Gesang und verzerrtem, kindlichem Lied von Bianca, sie kombiniert traditionelle Songmuster und Instrumentierung mit elektronischer Musik und Oper. Dabei verwenden CocoRosie originelle „Instrumente“ wie etwa eine Popcornmaschine, Kinderspielzeug oder einen Föhn. Trotz der oft naiv und kindlich anmutenden Musik sind die Texte meist sehr feministisch und politisch motiviert.

CocoRosie haben ein außergewöhnliches  Gespür für Sprache und Symbolik. Die Songs des Duos sind akustisch-schräge Folk-Tabletten, was sie auf der Bühne zaubern, ist unique und der Einsatz ganz spezieller kleiner Instrumente erzeugt einen ebenso skurrilen wie bezaubernden Sound. Fragmentarischen Stücke, Kammermusik, frankophile Momente oder kleine Pop-Hymen bilden eine andere Soundwelt, in der Bianca singt wie ein weiblicher Marc Bolan. Live werden die beiden Ladies von ihrer tatkräftigen Band unterstützt.

Als echte Künstler haben CocoRosie natürlich ihre Finger in zahlreichen Projekten im Spiel. Ihr Label Voodoo-Eros veröffentlicht allerlei Bands und Sierra ist neuerdings eine Hälfte der Band Metallic Falcons, in der sie gemeinsam mit Matteah Baim - ganz ähnlich wie in ihrer Hauptarbeitstelle - zärtliche Melodien von sphärischen Klängen begleiten lässt.

James Carter (USA)

Present Tense

Jul
17
19:30

James CarterDer 39jährige James Carter ist nun schon seit rund 15 Jahren eine der treibenden Kräfte der Jazzszene. Sein Spiel ist tief in der afroamerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts verwurzelt. Mit unerschöpflichem Ideenreichtum, fast schon beängstigender Energie und atemberaubender Technik bewaffnet, gelingt es ihm die gesamte Tradition des Saxophons im Jazz zu verkörpern und sie durch seinen in die Zukunft gerichteten Blick zugleich ins 21. Jahrhundert zu verlängern. Deswegen kürte ihn das britische Magazin Hif-Fi UK nicht zu Unrecht schon zum “modernen Saxophon-Gott”.

So lässt er neben JJames Carterazzstandards auf seinen CDs auch eigene Kompositionen hören, in denen er durch die Verwendung von Growling, großen Intervallsprüngen und anderen untypischen Klangeffekten einen unverwechselbaren Sound erzeugt. “Present Tense” enthält zehn Stücke, von denen drei von James Carter selbst geschrieben wurden. Eines dieser Stücke hatte eine ganz besondere Entstehungsgeschichte. “Die Idee zu dem Stück ‘Sussa Nita’ lieferte mir ein Traum”, erzählt Carter. “Und in meinem Traum war es Billie Holiday, die mir die ersten paar Phrasen vorsang. Das war im November 2005 und es war einer dieser sepiagetönten Träume.

Ich befand mich in einem angesagten Nachtclub, als Billie Holiday zu mir kam und mir die ersten paar Phrasen vortrug. Ich wachte auf und notierte alles sofort! Dann ließ ich die Noten eine Zeitlang liegen und holte sie erst wieder hervor, als ich mich an dieses Projekt machte. Ich komponierte das Stück fertig und benannte es nach einer der Phrasen, die Billie Holiday mir ins Ohr gesungen hatte ‘Sussa Nita’.”

Unortodox geht Carter mit dem umfangreichen Fundus des Jazz um: “Ich habe allergrößten Respekt vor der Jazztradition, aber ich möchte sie ‘remixen’ und mit der Zukunft der Musik Einklang bringen”, meint Carter. Ein Beispiel für diese progressive Herangehensweise liefert seine Version von “Song Of Delilah”. “Jazzfans werden wissen, daß Clifford Brown diese Nummer gespielt hat, mit Sonny Rollins am Tenorsax. James Carter hat sie ordentlich umgekrempelt und ihr einen gewissen HipHop-Touch verpaßt. Der 1969 in Detroit geborene James Carter war Schüler von Marcus Belgrave und begann seine professionelle Laufbahn als 17jähriger in der Band von Wynton Marsalis. Die nächste Sprosse auf der Karriereleiter führte ihn dann, als er 1988 nach New York zog, ausgerechnet zu Marsalis’ Antipoden Lester Bowie. Schon mit seinem Debütalbum “JC On The Set”, sorgte der Saxophonist in der Szene für Furore. Noch mehr allerdings ein Jahr später mit dem Nachfolger “Jurrasic Classics”. In den folgenden Jahren spielte er noch acht Alben ein und 2005 gemeinsam mit Pianist Cyrus Chestnut, Bassist Reginald Veal und Drummer Ali Jackson “Gold Sounds”, eine ebenso ungewöhnliche wie gelungene Hommage an die amerikanische Indie-Rock-Band Pavement. Hören konnte man den umtriebigen und scheuklappenlosen Saxophonisten aber auch auf Alben von Lester Bowie, Wynton Marsalis, Madeleine Peyroux, Herbie Hancock, Kathleen Battle,  Marcus Miller, Christian McBride und Regina Carter.

James Carter, Saxophones; Corey Wilkes, Trumpet; Gerard Gibbs, Piano; Leonard King, Drums; Ralphe Armstrong, Bass

Marianne Faithfull (GB)

An intimate evening with Marianne Faithfull and Doug Pettibone

Jul
18
19:30

Marianne Faithfull (photo credit - Patrick Swirc)Marianne Faithfull ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit vielen biografischen Brüchen.

Sie begann ihre Karriere 1964 mit „As Tears Go By“, einer Komposition von Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones. Sie veröffentlichte eine Reihe erfolgreicher Singles, darunter „This Little Bird“, „Summer Night“ und „Sister Morphine“. Marianne Faithful war eine Ikone der 60er, das glamouröseste Beat-Starlet Englands.  Marianne Faithfull kannte sie alle, und alle kannten sie: Die größten Rock-Legenden und Künstler der wilden Sechzigerjahre. Mick Jagger, die Beatles, Bob Dylan, Allen Ginsberg, William Burroughs … Sie galt als das exzentrische und intellektuelle Groupie dieser legendären Zeit. Das Leben als Tanz auf dem Vulkan. Sie reizte bis zum Anschlag aus und ging durch alle Höhen und Tiefen, feierte selbst riesige musikalische Erfolge – und lebte als Junkie auf der Straße.

Entzug, Krebs und immer wieder ein NeuanfangMarianne Faithfull (photo credit - Patrick Swirc). Nach Drogensucht und der Trennung von Mick Jagger gelang ihr mit ihrem ersten Album Broken English nach etwa einem Jahrzehnt ein Comeback, das mit dem Versuch einher ging, sich von der Drogenabhängigkeit zu lösen und eine neue künstlerische Karriere nicht nur als Musikerin, sondern auch als Theaterschauspielerin aufzubauen. Ihre Stimme war sehr rau und dunkel geworden, passend zu den nachdenklichen melancholischen und oft dunklen Liedtexten. Marianne Faithful arbeitete mit Pulp und Metallica zusammen, sie spielte in London im „Black Rider“ von Robert Wilson und war eine beindruckende Ophelia in Tony Richardsons Hamlet-Verfilmung an der Seite von Anthony Hopkins.

Rauchig und zornig macht sich die Faithfull über die Kompositionen her – weg ist die Jungmädchenstimme von „As Tears Go By“. Auf ihrem letzten Album “Easy Come, Easy Go”, auf dem Faithful Songs von Billie Holiday, Dolly Parton und Morrissey interpretiert, stellt sich die Sängerin endgültig in den Rang ausdrucksstarker Chanteusen wie Nico oder Joni Mitchell. Mit dabei ist ein ganzer Stab an ehrwürdigen Musikern, darunter Jarvis Cocker und Rufus Wainwright . Heute ist Marianne Faithfull ein Mensch mit vielen Facetten. In ihrer Musik erzählt, träumt und zeigt sich von ihrer nachdenklichen Seite. Resultat einer Welt, in der das Jetzt gelebt und nicht alles geplant wurde. Ein Leben mit einer Intensität, die nachdenklich stimmt – und vor allem eines hinterlässt: Gänsehaut. Marianne Faithfull geht ihr neues Leben mit Optimismus an. Und der Hörer spürt es in jeder Zeile ihrer Musik.

Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding GmbH

2raumwohnung (D)

Rette mich später / Das Konzert ist ausverkauft

Jul
14
19:30

2raumwohnung - foto anca munteanu rimnic“2raumwohnung” sind die Paradevertreter des neuen Berlin-Pop. Elektronische Beats des Elektro-Sound-Tüftlers Tommy Eckart treffen auf akustische Gitarrenklänge und die warme Stimme Inga Humpes. Die beiden beweisen, das auch Popmusik aus Deutschland leicht und beschwingt klingen kann. 2raumwohnung öffnen endlich wieder ihre Pforten, um frische Luft und Sonnenstrahlen hineinzulassen. Im vergangenen Hochsommer, erschien das sehnlich erwartete Album „Lasso“, mit dem Inga Humpe und Tommi Eckart ein großer Wurf gelungen ist. Das Duo, bei dem die Grenzen zwischen dem Privaten und der Profession so angenehm aufgehoben scheinen wie die musikalischen Trennlinien zwischen Club Culture und Pop-Parkett, hat sich einmal mehr richtig ins Zeug gelegt.

2raumwohnung - foto anca munteanu rimnicVom ersten Augenblick – so stürmisch wie „Der letzte Abend auf der Welt“ begann noch keines ihrer Alben – nehmen uns 2raumwohnung mit ihren neuen Songs gefangen. „Lasso“ kommt mit enorm viel Hüftschwung daher und hält die Spannung bis zum Schluss. Für wilde Nächte im Club und entspannte Momente auf der Couch. Popmusik mit der rechten Balance zwischen Retro-Chic und futuristischem Glanz. Zündende Grooves, prächtige Melodien, Songtexte voller kleiner Volten und hübscher Metaphern, eine abenteuerliche Produktion mit Gespür fürs Detail. Die Popjournalistin Kerstin Grether schrieb einmal: „Es ist so eine Hitze, flirrende Freude und Bewegung in den Songs. Aber auch eine Direktheit, die nicht verschreckt, sondern ankommt beim Gegenüber.“ Nicht nur angekommen, sondern längst tief verankert sind Songs wie „Besser geht‘s nicht“, „Ich und Elaine“, „Freie Liebe“, „36 Grad“ und natürlich „Wir trafen uns in einem Garten“, das im kollektiven Bewusstsein der hiesigen Pop-Fans schon wie ein fest ans Herz gewachsener Klassiker anmutet.

2raumwohnung - foto anca munteanu rimnicMittlerweile kann das im Jahr 2000 aus der Taufe gehobene Duo nahezu auf eine ganze Dekade zurückblicken — ein Jahrzehnt voller Erfolge und Euphorie. Die Goldene Stimmgabel für das erfolgreichste deutsche Pop-Duo bestätigte dies ebenso wie die Auszeichnung mit der EinsLive-Krone fürs Lebenswerk, die Inga Humpe gemeinsam mit ihrer Schwester Annette erhielt. Inga Humpe schrieb bereits Ende der Siebziger mit den Neonbabies deutsche Popgeschichte und zeigte sich später für unterschiedlichste Bands und Projekte aufgeschlossen. Tommi Eckart feierte in den Neunzigern als musikalischer Kompagnon von Andreas Dorau erste große Erfolge, initiierte zahlreiche Dance-Projekte und schrieb etliche Soundtracks. 2raumwohnung mag durchaus das Resultat all dieser unterschiedlichen Erfahrungen sein, aber die persönliche Nähe und das blinde Verständnis verleiht dem Paar erst die besondere Note. Ihre bisherigen fünf Alben gleichen fröhlichen Fahrten mit dem Autoscooter, wo man bei jedem neuen Song, bei jeder neuen Runde mit einem neuen Genre kollidiert. Berührungsängste kennt dieses Duo wahrlich nicht. Von Songwriterjuwelen bis zum Discoinferno, von Liebesschwelgerei bis Electro-Tüftelei reicht die stilistische Palette von 2raumwohnung, die weder Kitsch noch Kunst scheuen, wenn es gilt mit sinnlich intonierten Popsongs den Alltag zu veredeln.

Music Maker (USA)

Blues Foundation Revue

Jul
9
19:30
Jul
10
19:30

music_maker_liljoeburtonWenn Tim Duffy mit den Music Maker`s nach Europa kommt, sind sie auch im Kulturzelt Kassel zu Gast. Und weil dieses Projekt so hervorragend ist, diesmal gleich an zwei Abenden.

music_maker_beverlywatkins2010Martin Scorcese und Wim Wenders haben uns wunderschöne Filme über den Blues als Lebensgefühl beschert, jetzt beweisen die Blues Survivors, dass der Blues, wie er in diesen Filmen zu hören und zu sehen ist, auch heute noch existiert.
Die Musikerinnen und Musiker, sind allesamt bewegende Geschichtenerzähler, die ihr Leben viele Jahre abseits des Glamours der Bühnen lebten. HipHop, Soul und Funk eroberten die Welt und so fand Tim Duffy die Legenden des alten Blues als Kellner, als Straßenmusikanten und Fischer in den kleinen Gassen des US-amerikanischen Südens. Diese großen Pioniere des Blues sangen und singen auf Festen, auf den Straßen, in den Clubs. Ihre großen Tage hatten sie auf den Festivals während der Blues-Revival Zeit in den frühen Sechzigern.

music-maker-eddietigner2010The Last & Lost Blues Survivors verdanken ihre Existenz einem Projekt, das sich mit großer Leidenschaft für die Erhaltung und Wiederbelebung amerikanischer Blues-Traditionen engagiert: die 1994 von Tim und Denise Duffy ins Leben gerufene Music Maker Relief Foundation. Tim Duffy und seine Musikarchäologen wurden nicht nur in den Archiven fündig, sie spürten auch bejahrte, musikalisch aber jung gebliebene Roots-Musiker auf, wie die wundervolle Sängerin Pat Cohen, die zusammen mit Eddie Tigner, Lil ‚ Joe, Dr. Burt und Albert White, und Ardie (Drums) die aktuelle Besetzung von The Last & Lost Blues Survivor bilden.  Dabei wird auch die erstaunliche Beverly Guitar Watkins sein. Mehr als 50 CDs hat Music Maker seit der Gründung im hauseigenen Studio produziert und mit den Erlösen viele fast vergessene Musiker wieder ins Rampenlicht geholt. Dabei geht der gesamte Profit an die Künstler. Die Leidenschaft, die Duffy in Sachen amerikanische Bluestraditionen an den Tag legt, geht weit über die akustischen Wurzeln hinaus.
music-maker-albertwhiteDie beeindruckenden Liveauftritte der Musiker, die erstmals 2005 auf dem Nancy Jazz Festival zu erleben waren, lösten bei Fans und Kritikern große Begeisterung aus.

The Last & Lost Blues Survivors sind allesamt bewegende Geschichtenerzähler, die den größten Teil ihres Lebens abseits von Ruhm und Erfolg als Straßenmusiker, Kellner, Verkäufer oder Landarbeiter fristen mussten. Ihre großen Tage hatten sie auf den Festivals während der Blues-Revival Zeit in den frühen Sechzigern. Heute, mit der Unterstützung des von Tim Duffy gegründeten Dixiefrog Labels und Kooperationen mit Musikern wie Taj Mahal, B.B. King und Rosanne Cash, die auch auf den CDs zu hören sind, erobern diese fast vergessenen Künstler das Publikum dies- und jenseits des Atlantics und verzaubern mit einer Lebensfreude und Authenzität, wo immer sie auftreten.

music maker posterDie Konzerte, und noch beeindruckender die Liveauftritte der Musiker zeugen von der enormen stilistischen Bandbreite des Blues – vom tiefen Süden mit dem Bluesharper Georges Higgs bis zu lupenreinem Texasblues. Die alten Aufnahmen und die neuen Auftritte belegen auch, dass es kaum einen populären amerikanischen Musikstil, vom Folk bis zum Jazz gibt, der seine Wurzeln nicht in der Bluesmusik hätte.
„Ein wundervolles Projekt… ein echter Beleg dafür, dass die Musik die ich immer mochte noch vital und wohlauf ist.“ (Eric Clapton).

Line Up Music Maker Foundation - Summer 2010

Ardie Dean - Drums

Nashid Abdul Bass - guitar

Soloists :

Albert White - Guitar & Vocals

Beverlyn Watkins - Vocals

Dr. Burt - Guitar & Vocals

Tommy Brown - Vocal

Eddie Tigner - Piano & Vocals

Pat Cohen - Vocals

Lil Joe - Trombone

Esperanza Spalding Quartet (USA)

Esperanza

Jul
8
19:30

Esperanza By Johann SautyBei der Friedensnobelpreisverleihung in Oslo an Barack Obama spielte sie und alle Welt konnte sich davon überzeugen: Sie ist 24 Jahre alt, sieht blendend aus, singt, komponiert und spielt virtuos Kontrabass: Die Amerikanerin Esperanza Spalding verkörpert genau das, was die in die Jahre gekommene Jazzwelt dringend braucht. Esperanza Spalding gilt als eine DER Entdeckungen der US-Jazzszene: Umwerfend natürlich, begnadete Sängerin, virtuose Kontrabassistin und als Komponistin bahnbrechend.

Wer selbst ein bisschen Bass spielt und Gelegenh

Esperanza By Johann Sauty

eit hatte, stämmigen Stars wie Ray Brown und Buster Williams die Pranke zu schütteln, wundert sich über die grazile Dame: Ihre Arme sind dünner als der Hals ihres Instruments, ihre Hände gleichen denen eines schmächtigen Teenagers. Und mit ihnen holt sie Töne aus dem Kontrabass heraus, wie wir sie zum Beispiel auf ihrer CD “Esperanza” hören? Das amüsiert Esperanza. Zum Bassspielen brauche man nicht unbedingt übergroße Hände und Arme wie ein Bodybuilder. Auf die Spielweise käme es an, sagt sie, und da hätten ihr Lehrer aus Klassik und Jazz Techniken beigebracht, mittels denen man auch mit kleinen Greiforganen mächtige Klänge erzeugen kann. Nach ihrem internationalen Debütalbum “Esperanza” soll die Jazzwelt das Wunderkind nun live erleben: Die virtuose Instrumentalistin, die begabte Sängerin, Komponistin und Texterin, die jüngste Dozentin am berühmten Bostoner Berklee College, die auch noch den verheißungsvollen Vornamen “Hoffnung” trägt. Wenn man Esperanza zuhört, singt einem aus dem Ensembleklang der ausgesprochen warme Sound eines beeindruckend geschmeidig gespielten Kontrabasses entgegen, dazu ertönt eine mühelos kreuz und quer durch die höhere Mathematik der Jazz-Melodik steigende, sehr schöne Frauenstimme. Es gab viel Hype um Esperanza Spalding. Doch der Rummel hat der unter dem Motto “Lady Plays The Bass” angekündigten Künstlerin nicht den Kopf verdreht. Sie beschreibt sich selbst zuerst als Bassistin; aber es mache ihr Spaß, wie eine Sängerin/Songwriterin Stücke zu schreiben und selbst darzubieten. Ihre  Mutter schickte sie zum Geigenunterricht, als sie fünf Jahre alt ist. Schon als Kind wird die Hochbegabte Mitglied der Chamber Music Society im heimatlichen Portland (Oregon), mit 15 wählt man sie zur Konzertmeisterin; dann wechselt sie von der Violine zum Kontrabass und von klassischer Musik zum Jazz. Beim Studium am Berklee College, das ein Stipendium möglich macht, lernt Esperanza Idole wie Pat Metheny kennen. Dieser bemerkte: “Ihre einmalige Qualität geht über ihre unglaublichen musikalischen Fähigkeiten hinaus. Sie hat diesen seltenen “X-Faktor”, sie ist in der Lage, ihre Visionen und ihre Energie transportieren zu können.” Erst jetzt verwirft die vielseitig Interessierte den Plan, vielleicht doch lieber Politikwissenschaft zu studieren und konzentriert sich voll auf die Musik.

Welche Musik? Esperanza Spalding ist im Pop-Zeitalter aufgewachsen; außer Jazz mag sie auch Funk, Rock und Latino-Folklore. Sie träume eher von einem Platz als Bassistin in einer super Jazzband, etwa bei Leuten wie Herbie Hancock oder Joe Lovano, mit denen sie schon aufgetreten ist. Ob sie poppige Songs bringt oder scattet - Esperanza Spalding ist auch mit ihrer Stimme eine Ausnahmekünstlerin, von der wir in Zukunft noch viel hören wollen.

Bitte beachten sie, dass am Eröffnungsabend die Hälfte der Eintrittskarten für die Freunde und Förderer des Kulturzeltes reserviert sind.
Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding GmbH

Selah Sue (B) / Hamel (NL)

Black Part Love/ Nobody’s Tune

Jul
15
19:30

Selah SueDen Namen Selah Sue wird man sich merken müssen. Denn obwohl sie gerade erst ihre Debüt-EP veröffentlicht hat, schickt sich die blutjunge Belgierin bereits an, mit ihrer einzigartigen Soul- Stimme und einer eingängigen Mischung aus Soul, Ska, Raggamuffin und R’n'B die Welt zu erobern.
Selah Sue, geboren 1989 im belgischen Leuwen, beginnt bereits mit fünfzehn, erste eigene Songs zu verfassen. Nur zwei Jahre darauf wagt sie sich als einzige Frau und jüngste Teilnehmerin bei einem rennomierten Open-Mic-Song-Contest auf auf die Bühne, der von keinem geringeren als Jonathan Vandenbroeck - besser bekannt als Milow - moderiert wird.

Selah SueDieser ist von ihrem Talent so begeistert, dass er sie vom Fleck weg als Opener für seine eigenen Auftritte engagiert. A soul voice in a thousand“ so urteilt Milow. Hinter der großen Westerngitarre wirkt die kleine blonde Seleah Sue auf Anhieb eher wie eine dieser zerbrechlichen Singer/Songwriterinnen. Umso mehr verblüfft sie das Publikum mit ihrer warmen und vollen Soul-Reggae-Röhre und einer Bühnenpräsenz, mit der sie selbst erfahrenen Entertainern die Show stiehlt. Mit ihren Auftritten im Vorprogramm von Milow und im Radiosender Studio Brussels erspielt sie sich einen rasch wachsenden Fankreis, und kurz darauf reist sie als Opener für Jamie Lidell nach Paris und London. Kurze Zeit später steht sie schon mit Sergent Garcia, James Morrison & Ray LaMontagne auf der Bühne.

Sie begeistert das Publikum beim Dour Festival (B), Lowlands Festival (NL), Nancy Jazz Pulsation und North Sea Jazz Festival (NL).

Neben ihren ureigenen Interpretationen des Liedguts von Erykah Badu oder Amy Winehouse spielt sie ihre eigenen Songs, die eine bemerkenswerte Seele offenbaren. Ein neues, sehr junges und sehr talentiertes aus Flandern stammendes Phänomen von dem wir noch viel hören wollen.


Hamel by kai z fengMika twitterte kürzlich “I love Hamel”. Die englische Presse wundert sich: “Wie kommt dieser Newcomer dazu, so jung derart perfekte Pop-Songs zu schreiben. Aus welchem Londoner Stadtteil kommt der gutaussehende Blondschopf? In welchen Hip-Clubs verkehrt er? Weit gefehlt. Hamel ist Holländer und hat sein halbes Leben in der “gottverlassensten Kleinstadt aller Zeiten” zugebracht. “Holland, wo es am flachsten ist. Morgens Nebel, abends nichts los.” Seine Flucht war die Musik. Die brachte ihn erst aufs Konservatorium und dann in die holländischen Charts. Dort hat er mit zwei Alben Platin erbeutet, in Japan kreischen inzwischen die Teenies, wenn er aus dem Flugzeug steigt.

Nach einem Literatur- und Journalismus-Studium, stürzte er sichHamel by kai z feng – inzwischen überzeugter Smashing-Pumpkins-Fan – mit Elan auf die Gitarre. Weil er außerdem Gesang und Songschreiben lernen wollte, ging er an das Musikkonservatorium - was für eine unglaubliche Chance, jeden Tag Musik zu machen, an sich arbeiten zu können. „Ich kam dahin mit einer leisen, luftigen Stimme. Dort entdeckte man den ’Crooner’ in mir. Ich lernte alles, von Jazz-Klassikern bis Bossa Nova. Die holten aus mir eine Stimme heraus, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie habe! Aber ich wollte definitiv kein neuer Sinatra werden und auch nicht auf Kreuzfahrtschiffen enden. Deshalb fing ich an, meinen eigenen Stil zu suchen“.

Hamel by kai z fengDen hat Hamel (gesprochen Chamel)  glorios gefunden: Schon Hamels erstes Album, komplett im Alleingang komponiert und getextet, erreichte in Holland Platin-Status. Das zweite stieg gleich auf Platz 5 in die Charts ein. Er gewann die beiden begehrtesten Newcomer-Preise “Essent Award“ und „Zilveren Harp“ und trat auf allen wichtigen Festivals und regelmäßig im TV auf. Hamel will Pop. Er greift sich seine Gitarre und die Songs beginnen zu fließen, einer luftiger und charismatischer als der andere.

…clarity, perfect timing and a beautiful own sound. Hamel is going to make it big… De Telegraaf