Archiv für März 2011

Canned Heat Woodstock Reunite 2011 (USA)

On the road again

Jul ’11
30
19:30

canned-heat-promo-copyright-canned-heatFür einige ausgewählte Konzerte in Europa in diesem Sommer kommen drei original Mitglieder der Rock-Legende Canned Heat wieder zusammen: Adolfo “Fito” de la Parra, Larry “The Mole” Taylor und Harvey “The Snake” Mandel Sie standen bereits zusammen beim legendären Woodstock-Festival auf der Bühne. Begleitet werden sie vom Stamm der US-Band: Greg Kage, Barry Levenson und Dale Spalding. Mit „Let’s work together“ oder „On the Road again“ wurden Canned Heat berühmt – das ist rund 40 Jahre her, aber den Biss von damals hat die Band von der US-Westküste bis heute behalten. Canned Heat spielte schon beim Woodstock-Festival 1969 mit. Ihr Song „Goin’ up the country“ eröffnet gar den legendären dreistündigen Film über dieses berühmteste aller Festivals. Weitere Hit-Klassiker der Band sind „Let’s work together“ und „On the Road again“ – auch heute noch regelmäßig im Rundfunk oder im TV gespielt. Frischer und peppiger können Blues und Boogie nicht sein, als in der legendären Woodstock-Formation. Canned Heat ist jetzt wieder unterwegs und die Band ist vitaler denn je. Allenthalben wird das homogene Zusammenspiel der Formation gelobt. Canned Heat liefert von der ersten Minute an dichten Blues’n'Boogie, der keinen Zuhörer stillstehen lassen wird. Ein Klassiker eben, der sich indessen nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht, sondern auf der Bühne Frisches anbietet. Treibende Rhythmen, die markante Harmonika als eines der tragenden Instrumente – Canned Heat macht noch immer herrlich treibende Musik, die direkt ins Blut geht.

Fito de la Parra: drums/vocal
Larry Taylor: bass/guitar
Harvey Mandel: guitar
Dale Spalding: vocals/guitar/harmonica

Maceo Parker (USA)

Come by and see

Jul ’11
29
19:30

th_maceo0003Unter dem Ruf: „Maceo, I want you to blow!“ wurde Maceo Parker in der Band von James Brown zum funkigsten Saxophonisten überhaupt. Unermüdlich bläst er mit seiner Crew der Welt 2% Jazz und 98% Funk um die Ohren. Er spielt auf den großen Festivals in den USA und Europa, er spielt mit Prince und George Clinton, aber der vom „Rolling Stone“ als „Best Jazz Artist“ geehrte Musiker lässt sich auch hin und wieder gern in das Kulturzelt bitten! Hier begann vor immerhin 23 Jahren seine europäische Karriere. Maceo steht nach vier Jahrzehnten Bühnenerfahrung mit dem Gewicht seiner bodenständigen coolness für handgemachte Perfektion und uplifting Soul. Über den für Mr. Parkers so typischen, fest in bester R’n’B Tradition verwurzeltem Funk-Groove spinnt er mit einer phantastischen gedanklichen Freiheit extrem reduzierte Essenzen des Bebob. Unter strikter Einhaltung des Konzeptes von „funkyness“ betätigen sich Wahwah-Gitarren, Hammond-Orgeln, gerappten Refrains, gebreakte Bläsereinsätze und Parkers saxophonale Wanderschaften. Der Ton aus seinem Saxophon kommt äußerst präzise und scharf.

th_maceo-teachingEr bläst mit so viel Attack an, dass man fast den Eindruck bekommt, es sei ein Perkussionsinstrument zu hören. Die Riffs sind dementsprechend rhythmusorientiert. So ergänzt sein Spiel, vor allem wenn er begleitet, die synkopierten Arrangements der Rhythmusgruppe. Das ist Maceo Parkers Art, in einer Funkband Saxophon zu spielen. Als Mitte der 80er Jahre HipHop ins Rampenlicht rückte und sich all die tanzorientierten Musikstile an den technischen Möglichkeiten des Sampelns erfreuten, rückten Maceos Grooveaktivitäten in das Zentrum des Interesses – weil es grundsätzlich um einen guten GROOVE ging. Doch der legendäre Saxophonist und seine Band sind live einfach am besten. Funk als kräftevereinigender Ruf nach dem freisetzen menschlicher Energien. Wie man eine Party zündet, da macht dieser Band so bald keiner was vor.

Christina Lux, Reentko & Stefan Emig / Anna Depenbusch (D)

Playground/ Die Mathematik der Anna Depenbusch

Jul ’11
28
19:30

th_luxreentko300Seit Anfang der Neunziger Jahre ist Christina Lux als Solokünstlerin unterwegs und berauscht und beseelt das Konzertpublikum, wie auch die Presse. Christina Lux lässt sich noch immer in keine Schublade packen und das ist gut so. Wäre doch zu schade, wenn die Vielfarbigkeit und die wunderbare Kraft und Beweglichkeit ihrer Stimme sich in irgendeinem „Popmainstream-Kleid“ verfangen würde. So bleibt sie 100% Lux mit soul-folkigen Klängen, spannenden Scat-Improvisationen, sowie zauberhaften, sanften Balladen mit berührenden Lyrics. Ihre Songs sind poetisch und gehen tief unter die Oberfläche. Ihre an Klangfarben reiche Multi-Oktaven-Stimme, die ebenso schmeichlerisch hauchen kann wie sie temperamentvoll scattet, korrespondiert mit temporeichem Funk und Soul , mit ruhigen Balladen und erdigem Blues.

th_lux-renntko-koffaLux und ihrem musikalischen Partner Reentko gemeinsam ist ein dynamischer, lebendiger Austausch: Lux‘Songs und Reentkos Klangwelten, seine brillante Gitarrenarbeit und die erdige Percussion ergänzen sich kongenial. Reentko ist ein wundervoller Musiker, der sich stets mit Haut und Haar eingibt, ohne auch nur einen Moment lang die Aufmerksamkeit für die Intentionen seiner Mitspieler oder des Publikums zu verlieren. Exclusiv für dieses Kulturzeltkonzert wird dieses schon geniale Duo zum kongenialen Trio: Stefan Emig, der aus vielen Formationen, wie Triosense, bekannte Schlagzeuger wird heute mit auf der Bühne stehen.

th_02_anna-depenbusch_fotmathias-bothorTragische Texte, federleichte Musik: Bei ihrem Debüt vor fünf Jahren galt Anna Depenbusch als Geheimtipp, jetzt tritt sie energisch in die Öffentlichkeit. Auf ihrem neuen Album präsentiert sie einen gewagten Mix aus Chanson, Jazz und Pop - Die 33-Jährige, die in Hamburg geboren ist und bereits als Kind in der Schul-Bigband spielte, studierte Musik und Theater, war Background-Sängerin von Orange Blue. Aber sie fuhr auch Gemüselaster auf dem Deich oder sang in einem Nachtclub auf der Reeperbahn.  Die Mathematik der Anna Depenbusch heisst das  Album einer Künstlerin, die alles selbst macht: Sie singt und spielt Klavier, sie schreibt ihre Texte selbst, sie komponiert, arrangiert und produziert ihre Stücke.

th_06_anna-depenbusch_fotmathias-bothorIst eben alles handgemacht, und das kann man auch hören: In “Astronaut” knarzen die Stühle des Orchesters, in “Madame Cliquot” wetzt ihr Gitarrist zwei Brotmesser. “Ich finde es toll, solche Details in den Aufnahmen zu lassen.”  Und es ist ein gewagtes Album, weil fast jedes Lied ein anderes Genre bedient: Chanson, Jazz, Disco, Polka, Klassik - irgendwie ist alles dabei. Eine mutige Entscheidung in Zeiten, in denen Popstars aus der Retorte geboren werden und vor allem in eine Schublade passen sollen. “Viele Produzenten, mit denen ich zusammengearbeitet habe, haben mich gewarnt”, erinnert sich Depenbusch. “Ein Album mit vielen verschiedenen Genres sei zu durcheinander, ich wisse nicht, was ich wolle.” Wusste sie aber doch - und produzierte sich kurzerhand selbst: Ihr Song “Monoton” erinnert mit Penny-Lane-Piccolotrompete und Vibrafon ein bisschen an die Beatles, Cello und Klavier in “Tanz mit mir” an ein Chanson von Edith Piaf, und “Madame Cliquot” vermittelt ein James-Bond-Casino-Feeling. Die Mathematik der Anna Depenbusch ist Musik zum Zuhören und zum Entdecken.

th_o_o_01_anna-depenbusch_foto_mathias-bothorEigenwillig, emotional und collagenhaft. So ist „Wir sind Hollywood“ ein kraftvoller, akustischer Popsong, bei dem es um den verstärkt auftretenden Reiz von Schein und Sein geht. Wogegen der wundervolle Liebesreigen „Tim liebt Tina“ einen verspielten Walzer mit bittersüßem Text über das Beziehungskarussell darstellt. Eine weitere Klangfarbe bildet der atmosphärische Bluestitel „Wenn du nach Hause kommst“. Dabei singt Anna mit verführerisch zurückhaltender Stimme über große Versprechungen sich zu ändern. In „Glücklich in Berlin“, ein Country-Song mit Banjo, Pedal-Steel Guitar und Western-Fiddle, beschäftigt sie sich mit der Frage, wo man sich wohl und zuhause fühlt. Vielfältigkeit gehört für die Sängerin sowohl zur Mathematik als auch zur Musik. Die Verschiedenheit der Dinge bewirkt eben manchmal, dass am Ende der Gleichung ein verblüffend stimmiges Ergebnis herauskommt.

Anna Depenbusch, voc., piano; Ulle Rode, guitar; Oliver Karstens, bass; Martin Engelbach, perc.; Anne de Wolff, violin

Abdullah Ibrahim & Ekaya (SA)

Sotho Blue

Jul ’11
27
19:30

th_ai_photo_jepgma25549244-0005Der Begriff Legende wird in unseren prosaischen Zeiten nur allzu inflationär gebraucht. Auf den südafrikanischen Jazzpianisten Abdullah Ibrahim trifft er jedoch in jeder Hinsicht zu. Abdullah Ibrahim verströmt eine Aura von unangreifbarer Ewigkeit. Als Adolphe Johannes Brand 1934 in Kapstadt geboren, arbeitete er ab 1949 unter dem Namen Dollar Brand als Berufsmusiker. Was das zu Zeiten der Apartheid in Südafrika bedeutete, muss hier nicht näher ausgeführt werden. Immerhin hielt er es bis Anfang der Sechziger in seiner Heimat aus, wo er Miriam Makeba begleitete und mit den Jazz Epistles die erste nennenswerte Jazzband Afrikas gründete. Doch die internationale Anerkennung trug ihm zuhause auch Misstrauen ein. 1962 setzte er sich nach Europa ab, und wurde 1965 von Duke Ellington entdeckt. Ellington holte Brand nach New York. An der Seite von Ornette Coleman und John Coltrane begab er sich auf ein spirituelles Gleis, das er bis heute nicht verlassen hat. Seine enge Verbindung zu Afrika ließ er niemals abreißen, aber auch in Europa und Asien suchte er unentwegt nach Allianzen. 1968 konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Abdullah Ibrahim an. In den siebziger und achtziger Jahren war er die Integrationsfigur für afrikanischen Jazz schlechthin. Die Abschaffung der Apartheid war auch für Abdullah Ibrahim ein Befreiungsschlag. 1994 spielte er auf der Amtseinführung Nelson Mandelas. Mit dem nachdenklichen Soloalbum „Senzo“ erweiterte er den Kontext seiner afrikanischen Roots und amerikanischen Erinnerungen zu einer globalen Erfahrung.

th_ai-ekaya_photosZu seinen Langzeitformationen gehört die Band Ekaya. Ekaya bedeutet Heimat. 1983 gegründet, nahm sich die Band der südafrikanischen Vokalmusik an und übertrug ihre hymnische Magie in den Kontext des instrumentalen Jazz. Ibrahim: „Ekaya hat sich zu einer Art Institution entwickelt. Ihr Zentrum ist ein universaler Code. Egal wie weit man geht, du bleibst zu Hause.“

Cleave Guyton (Altsax, Flöte), Keith Loftis (Tenorsax), Jason Marshall (Baritonsax), Andrae Murchinson (Posaune) klingen im Verein mit Drummer George Gray, Bassist Belden Bullock und Ibrahims unverkennbarer Pianohymnik wie ein vielstimmiger Chor..Der Slogan „Back to the Future“ hat für sie nichts Cooles oder Abgeklärtes, er gehört zur rituellen Grundausstattung ihrer Musik. So ist der Rekapitulation dieser teilweise 25 Jahre alten Songs überhaupt nichts von Revisionismus, Melancholie oder gar Selbstgefälligkeit eigen. Oder mit Ibrahims Worten: „Die neuen Ekaya statten uns mit der einzigartigen Möglichkeit aus, unsere Vergangenheit zu hinterfragen, um unsere Zukunft zu entwerfen.“ Ekaya 2010 ist sparsamer und minimalistischer als frühere Ausgaben der Band. Der Kampf ist vorüber, es gilt die Erinnerung zu wahren und etwas Neues daraus zu machen. Geblieben ist die überbordende Poesie der Songs.

Curtis Stigers (GB)

Lost in dreams

Jul ’11
24
19:30

curtis stigers credit andy lawlessSeit fast zwei Jahrzehnten beweist Curtis Stigers auf seinen Alben und Konzerten, dass die Trennlinien zwischen Jazz, Pop, Soul, Rock, Blues und sogar Country-Musik längst nicht so klar definiert sind, wie es den Anschein haben mag. Indem Stigers seine eigenen Kompositionen mit ein paar wohlbekannten Jazzstandards und Songs von Annie Lennox und Roger Waters mischt, erschafft er ein überraschendes Repertoire, das in seiner Gesamtheit sicherlich noch großartiger ist als die Summe seiner Einzelteile. Dafür wurde er im vergangenen Jahr mit dem Echo als bester Jazzsänger geehrt.

curtis stigers 3 credit andy lawlessAls Curtis Stigers 1991 sein titelloses Debütalbum veröffentlichte, eroberte er die Popwelt im Handstreich: Das Album landete auf Platz 1 der Heatseeker-Charts von Billboard, verkaufte sich über 1,5 Millionen Mal und brachte dem Debütanten mehrere Platinum-Auszeichnungen in aller Welt ein. Mit “I Wonder Why”, “Never Saw A Miracle”, “Sleeping With The Lights On” und “You’re All That Matters To Me” enthielt es zudem gleich vier selbstverfaßte Hit-Singles, von denen es zwei in die Top 10 schafften. Einen weiteren Erfolg verzeichnete Stigers im darauffolgenden Jahr, als er für den Soundtrack des Kinofilms “The Bodyguard” (mit Whitney Houston und Kevin Costner in den Hauptrollen) eine wunderbare Interpretation von “(What’s So Funny ‘Bout) aufnahm. Dann allerdings besann er sich recht bald auf seine eigentlichen Wurzeln und sang wieder Jazz. Mit seiner leicht rauen, soulgetränkten Stimme und einer wunderbar sonoren Phrasierung auf dem Tenorsaxophon zeichnet Curtis Stigers für eine unverwechselbare musikalische Persönlichkeit. Was Curtis Stigers von vielen anderen Jazzsängern heutiger Tage unterscheidet, ist seine Fähigkeit, selber exzellente Songs zu schreiben. “Ich strebe nach einem komplexen und sich stets wandelnden eigenen Stil”, sagt Stigers. “Das macht es schwierig, mich in eine Kategorie einzuordnen. Ich singe wunderbare Liebeslieder, aber ich bin nicht wirklich ein Crooner. Ich schreibe eigene Songs, aber ich bin auch nicht nur ein Singer/Songwriter“.

Curtis Stigers, voc, saxophon; Matthew Fries, piano; Keith Hall, bass; Cliff Schmitt, drums; Jon Sneider, trumpet

De Phazz (D)

LaLa 2.0

Jul ’11
23
19:30

Auf ihrer Myspace - Fanseite ist als Musikrichtung “Jazz / Andere” angegeben. Keine besonders genaue Definition, aber genau so ist es, und genau das macht den Sound der Band aus. De - Phazz aus Heidelberg verstehen es wie kaum eine andere Band, genreübergreifende Songs zu kreieren, die zwischen Jazz, Nu - Jazz, Trip Hop, Soul und Latin hin und her grooven und sich im Gehörgang festsetzen.Being Pit Baumgartner. Was geht im Kopf des Produzenten und “Head of De Phazz” vor sich? GaGa oder doch DaDa – das ist hier die Frage. Nun  zu den Fakten: Die Heroen von De Phazz sind nicht nur Begründer des Genres Loungemusic und weltweit in ihrem Stil kopiert, auch ihre Alben werden in Asien und den USA regalweise (raub)kopiert und verkauft. „LaLa 2.0“, das mittlerweile achte De Phazz Album, ist geprägt von den zahlreichen Vokalisten aus dem musikalischen Kreis der Band. Vorneweg Pat Appleton und Karl Frierson. Die ‚Godfathers of Lounge’ wie De Phazz auch gerne genannt werden, haben seit ihrer ersten Veröffentlichung ‚Detuned Gravity’ von 1997 eine beeindruckende Karriere hingelegt. Seither wurden sechs weitere Alben veröffentlicht - zwei davon fanden sich in den Top 20 der Albumcharts wieder, gefolgt von diversen Echo-Nominierungen. 2011 heisst es nun ‚LaLa 2.0′, ein lyrischer Spagat zwischen Tiefsinn und Leichtsinn, Lamento und Lachfalten,  untermalt mit elektro-organischen Klangkollagen wie Pit Baumgartner, Produzent und Mastermind von De Phazz sein jüngstes Werk beschreibt. Weil heute im MP3-Zeitalter alles austauschbar scheint, und Musik auf Dateiträger komprimiert wird, kann sich der Käufer der aktuellen CD sein eigenes “LaLa 2.0″-Cover aus sieben austauschbaren Coverkarten gestalten. Pit Baumgartner hat den Humor für sich gebucht. Seine neuen Kreationen sprühen vor Witz und einer wunderbaren Ironie. De Phazz klingen nach einer besseren Welt - zumindest einer entspannteren Zeit. Perlender Loungepop im weitesten Sinne, zu dem man die Tanzfläche leichtfüßig betritt. Das Revier von Pit Baumgartner und seinen Langzeit-Kollaborateuren ist hinlänglich abgesteckt. Vielleicht fasst man die gesamte Sound-Philosophie am besten so zusammen: spacige Synthieflächen, dazu weich und tief groovender Bass, Jazz-Vibe mit Bläser, Streichern, etwas Percussion und die starken, in Soul und Pop verankerten De Phazz-Stimmen - das ganze Paket intelligenter und gutgelaunter Musik.

Silje Nergaard (NW)

An intimate evening with Silje Nergaard

Jul ’11
22
19:30

nergaard portraitNorway – 12 points! Es muss an den langen Polarnächten liegen, dass die Norweger so romantisch wie musikalisch sind. Dieses Land hat mit Silje Nergaard eine Stimme hervorgebracht, die in ihrer klaren Ausdruckskraft und Persönlichkeit mittenhinein ins Genre der großen Vocalistinnen zielt. Ist es Jazz? Ist es Pop? Mit dieser Frage sieht sich die Grenzgängerin ständig konfrontiert, denn es vergeht kein Pressetermin, der dieses Thema nicht anreißt.

nergaard blacktop“Am liebsten würde ich mit der Frage ‘Imagination oder eindimensionales Denken?’ antworten. Es ist Unfug, mir diese Frage zu stellen, weil ich im Hinblick auf Stilistiken eine Gejagte bin, die sich nicht einfangen lässt”, soweit Silje Nergaard. Von ihrem langjährigen Begleittrio schwärmt sie: “Manchmal braucht ein Song nur Klarheit und Einfachheit – keine Komplikationen, keine Soli. Es geht um den Song und um ihren Beitrag dazu. Lieber wenige Noten, die etwas bedeuten, als viele, die nur zeigen, wie virtuos man mit seinem Instrument umgehen kann. Sie arbeiten mit mir daran, die Songs sehr einfach und schön zu machen. Ich glaube, Jazz braucht das.

nergaard bwEs muss nicht immer tricky sein.” Silje Nergaard schreibt ihre Songs meist selbst, nutzt bestehende Klischees und Strukturen, um dann etwas sehr eigenständiges zu erfinden. Silje ist eine Berühmtheit und besonders in Japan stürmt sie regelmäßig die Charts. Lasziv-bluesige Melodien – die Sängerin intoniert mit exaltierter Linie und swingt im besten Bar-Jazz Gewand.  Mit großer Reife gibt die norwegische Nationalheldin einem Popmaterial Jazzsensibilität. Über ihre Begleitmusiker heisst es, sie seien „as tight as Kylie’s pants“.

Silje Nergaard, voc; Håvar Bendiksen, guitar; Hallgrim Bratberg, guitar; Svein Jarle Graff, sound

Beady Belle (NW)

At welding bridge

Jul ’11
21
19:30

th_beady-belle3Norwegen hat Öl, Lachs und – Jazz. Tatsächlich ist Musik im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu einem wichtigen Exportgut geworden und Beady Belle nicht nur in Skandinavien eine Band, die das Publikum liebt.  Beady Belle ist etwas zum Gute-Laune-Kriegen, nach der Arbeit entspannen,  für sonnige Nachmittage auf der Wiese, kurz: Für schöne Momente. Dabei gehen die Lieder ins Ohr, man kann sie sowohl als Hintergrundmusik, als auch konzentriert auf dem Kopfhörer genießen. Mit einem Mix aus Elektronik und Akustik, aus Jazz und Funk, aus komplizierten Grooves und straighten Melodien spricht dieses Kollektiv sein Publikum an.

th_beady-belle-1Doch Ruhm und Ehre bringen nicht nur neue Freunde mit sich - als Gäste sind bei der Band manchmal Jamie Cullum und India.Arie mit von der Partie - auch die Schattenseiten reflektiert Beate Lech, der Kopf von Beady Belle  augenzwinkernd:, “Auf einmal muss ich mich schminken, bevor ich kurz mal in den Supermarkt an der Ecke gehe.” Mit ihrem neuen Album „At welding bridge” schla¬gen Beady Belle die musi¬ka¬lisch sanf¬teren und vor allem sou¬li¬gere Pfade ein, die auch kurio¬ser¬weise ab und an durch ein paar Country-Einflüsse gekreuzt wer¬den. Doch das Country-Music-Flair der neuen Stücke wird immer wieder geschickt durch andere Elemente gebrochen oder bereichert.

th_beady-belleMal sind es deftige Tex-Mex-Einlagen, dann eine Portion eleganter Soul oder Funk im Stil der 1970er Jahre, ein wenig afro-kubanische Perkussion oder atmosphärische Dub-Reggae-Passagen. Im einen Moment werden Erinnerungen an die frühen Aufnahmen von Steely Dan wach, dann meint man die dengelnde Baritongitarre von Marc Ribot zu vernehmen oder wähnt sich plötzlich in einem Spaghetti-Western-Soundtrack von Ennio Morricone. So steckt die Musik trotz der wunderbar eingängigen Songs voller Überraschungen. Und Beate S. Lech bewegt sich mit ihrer gereiften Stimme vollkommen souverän durch das bunte musikalische Szenario. Wer will nicht in der “mobile Bubble” mitfliegen!

Beate S. Lech, voc; | Marius Reksjø, bass; Erik Holm, drums; David Wallumrød, keys, piano; Tommy Kristiansen, guitar (t.b.a.)

Ravi Coltrane Quartet (USA)

Blending times

Jul ’11
20
19:30

th_ravi-cjohnabbottGeniale Gene? Müßig darüber zu spekulieren, ob Ravi Coltrane, 1965 geboren und nach dem indischen Sitar-Virtuosen Ravi Shankar benannt, das Talent von seinem 1967 gestorbenen Vater John Coltrane und der Mutter Alice geerbt hat oder nicht. Denn der Saxofonist hat sich seit geraumer Zeit aus dem übergroßen Schatten seines Vaters frei spielen können. Inzwischen trägt Ravi Coltrane,  Sohn der Jazz-Legende John, seine Bürde mit Würde: „Es ist ein Fluch und ein Segen zugleich“, stöhnt der smarte Mann aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn. „An der Jazzgeschichte bin ich nicht interessiert“, betont er gegenüber dem US-amerikanischen Downbeat Magazine. „Ich trage keinen Banner mit ,Keep Jazz Alive‘ vor mir her, weil diese Musik nicht tot ist.“

th_ravicoltrane2550iHört man den Jazz seines aktuellen Quartetts, so kann man seiner Aussage nur zustimmen. Frisch und lebendig, swingend und forsch improvisierend spielen sich die vier Musiker durch ein stimmungsvolles Repertoire aus Originals, gelegentlich mit Standards aus dem Great American Songbook durchsetzt. Nein, Vergleiche muss Ravi Coltrane keineswegs mehr fürchten – als Jazzmusiker ist er längst im Hier und Heute angekommen. Der modernisierte Hardbop aber atmet den Geist des legendären Vaters. Ravi Coltrane, lässt sich aber glücklicherweise nicht zum Plagiat verführen, sondern verarbeitet das Erbe zu einem eigenständigen Personalstil.

ravicoltrane2404Der Saxophonist bevorzugt gemäßigte Tempi. Seine Soli schwingen in langen sonoren und hymnischen Böge, in schnellen Läufen perlen die ornamentalen Verzierungen fast nebenbei aus dem Instrument. Virtuos münden diese Alleingänge hin und wieder sogar in sakrale Sounds und kinderliedhaft schlichte Melodiosität. Dann aber bricht die Jugend durch und Ravi Coltrane wechselt zu freien und pulsierenden Passagen, mit rasanten Stakkati. ‘Mit ’Blending Times’ hat Ravi Coltrane definitiv den tonnenschweren Malus des Sohnes abgelegt. Sein Spiel bündelt ein Kaleidoskop an authentischen Gefühlen und intelligenter Eigenständigkeit.

RAVI COLTRANE  QUARTET  mit Luis Perdomo, piano; Drew Gress,bass;  EJ Strickland, drums

Joan as Police Woman (USA)

The deep field

Jul ’11
17
19:30

th_japw-2011Joan As Police Woman ist das Soloprojekt von Joan Wasser. Bisher arbeitete sie schon mit ihren Bands wie The Dambuilders, Black Beetle und Those Bastard Souls zusammen. Sie war die Geigerin bei der Kultband Antony & THE Johnsons und als Studiomusikerin für The Scissor Sisters, Lou Reed, Nick Cave, Sheryl Crow, Sparklehorse und Dave Gahan hat sie der Musikwelt immer wieder ihre Klasse bewiesen.

th_promopic3Drei Alben hat die gelernte Violinistin bisher veröffentlicht; kunstvolle Songs, die Kritiker und Kollegen wie Rufus Wainwright in den Himmel lobten. Als Vorbilder nennt Joan Wasser Joni Mitchell und Nina Simone. The Guardian nannte sie die Dusty Springfield des Indie-Pop. Schon ihr erstes Album Real Life war großartig. Das flatternde Eternal Flame, das dahinwehende The Ride – jedes Lied für sich eine Selbstbehauptung im Mainstream. The Deep Field hat diese Detailverliebtheit, das Einprägsame jedes isolierten Stückes. Getragen von einer entspannt groovenden Bassline, Handclaps und lang stehenden Orgelakkorden singt sie auf ihre unnachahmlich betörende Art vom Glück, auf der Welt zu sein und davon, wie ihr Körper berührt werden will. Es geht darum, auf allen Ebenen in Verbindung zu treten. “Meine offenste Platte”, sagt die New Yorkerin selbst über ihre offiziell dritte. Die davor waren Kompilationen, jetzt kommt das Werk.

th_joan-promopic2Mit der tollen Single „The Magic“ ist Joan As Police Woman sogar ein Radiohit gelungen. Die positive Up-Tempo-Energie steht ihr gut, vor allem auch weil sie sie dosiert und plausibel einsetzt. Und wenn sie mit ihrer wunderbaren Altstimme singt: „I want you to fall in love with me“, fällt es sowieso schwer, nicht hingerissen zu sein von dieser großen Pop-Verführerin.Und nur eins kann besser sein: Joan As Police Woman im Konzert. Schon wehen die Legenden aus den Clubs herüber. Dann offenbart sich neben den eigentlichen Songwriter-Qualitäten und ein bemerkenswertes Gespür für Eingängigkeit abseits der plumpen Anbiederung – aber eben auch ohne Artsy-fartsy-Geklimper.

Joa Wasser, voc., guitar, piano, perc.; Timo Ellis, bass, keys, voc.; Tyler Wood, voc.; Parker Kindred, perc., voc.

Suzanne Vega (USA)

Love Songs/Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’11
16
19:30

th_suzanne-vega-b12-12Heute gastiert Suzanne Vega mit einem ihrer raren Konzerte im Kulturzelt Kassel. Begleitet wird sie dabei von ihrem Gitarristen Gerry Leonard. Suzanne Vega ist eine der bekanntesten Singer-Songwriterinnen überhaupt. Sie begann ihre Karriere in den frühen 1980er Jahren in den Clubs des New Yorker Greenwich Village. Von Anfang an schrieb sie eigene Songs, begleitete sich selbst auf der Gitarre und wurde als eine der Ikonen des zeitgenössischen Folk gefeiert.

th_suzanne-vega-09033_040_079-2aMit “Luka” und dem DNA-Remix ihres A-Cappella-Songs “Tom’s Diner” sind ihr zwei der größten Hits der 80er und frühen 90er gelungen. – Auf ihrem jüngst veröffentlichten Resümee: “Close-Up 1:Love Songs” präsentiert Suzanne Vega zwölf Neuinterpretationen ihrer größten Hits, die stark reduziert und sehr intim nur mit Gitarre begleitet eingespielt wurden. Darunter Klassiker wie “Gypsy”, “Tom s Diner”, “Language”, “Calypso” oder “Luka”. Die New Yorker Songwriterin öffnet dann auch gleich ein  zweites Mal ihr Songbook: Für den zweiten Teil ihrer auf vier Folgen angelegten Akustik-Retrospektive besucht Suzanne Vega die “People & Places”, die Menschen und Orte ihrer musikalischen Vergangenheit. Die Stadt ist New York City, die Menschen stecken hinter Klassikern wie “Luka”, “Tom’s Diner”, “Queen And The Soldier” sowie dem neu geschriebenen Song “The Man Who Played God”. Vega bereitete mit ihren philosophischen, ruhigen, und dennoch selbstgewissen Stücken den Weg für eine ganze Generation von Songwriterinnen wie Dar Williams und Shawn Colvin. Es sind die Ton-Text-Passagen, wie Wiederholungen, welche jedes dieser Lieder zu Ohrwürmern werden lässt. Es sind die Melodien, die Texte, die Geschichten, die sie erzählen. Es ist Vegas sanfte Stimme, der Einsatz akustischer Elemente, welcher auch ihre ursprüngliche Richtung, den Folk, prägte. Dabei verzichtet die Sängerin auf ein opulentes Bühnen-Set-Up.

th_suzanne-vega-09033_040_133Das Zurückgenommene und Intime ist ihre Stärke.  Emotionen, feine Nuancen machen Vegas Songs zu dem, was es ist – klare, vertonte Aussagen. Suzanne Vega’s Auftritte sind frei von großen Dramen, aber tief emotional und berührend. Ihre klare, einprägsame Stimme, kühl, wie von Sandpapier gebürstet. der durch feine Instrumentalisierung in der Duo-Präsentation stets größtmöglicher Raum geschaffen wird, scheint dabei nahezu alterslos zu sein.

Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding GmbH

Katzenjammer (NW) ausverkauft

Das Rock

Jul ’11
15
19:30

th_katzenjammer_promo_photo-by-mathias-fossumDer Auftritt von Katzenjammer im vergangenen Jahr war ein wunderbarer Erfolg – so gut, dass wir wiederholen! Dieses Jahr natürlich mit neuem Programm.

Katzenjammer – vier hübsche und vor allem talentierte Norwegerinnen, Multiinstrumentalistinnen und allesamt Sängerinnen. Musikalisch einordnen lassen sie sich jedoch gar nicht, zu vielseitig sind ihre Einflüsse und Anleihen: Katzenjammer klingen nach Montmarte in Paris, nach russischem Zirkus, Zigeuner-Jahrmärkten und düster-verrauchten Whiskey-Bars in Oslo. Dabei haben die Vier immer die entsprechenden folkloristischen Instrumente. Von Tuba, Harmonika, Banjo über Mandoline, Trompete, Akkordeon bis hin zum Balalaika-Bass mit dem frech grinsenden Katzengesicht. So lassen die Norwegerinnen musikalische Genres in ihren ganz eigenen Interpretationen entstehen.

th_katzenjammer_promoneu2a_photo-by-mathias-fossum

Ihr Debütalbum „Le Pop“ wird 2008 bereits in ihrer Heimat veröffentlicht. Ein furioser Auftritt bei den Spellemannsprisen, den norwegischen Grammys, im selben Jahr verschafft ihnen Konzerte in der ganzen Welt, v.a. in den USA, wo Katzenjammer die Besucher des South By Southwest Festivals begeistern. Schließlich erschien „Le Pop“ auch in Deutschland und die charismatischen Frauen erobern ihr Publikum hierzulande nun in Handstreich. Katzenjammer hören ist wie eine Fahrt in einem durchgedrehten Karussell: schnell, aufregend und man kriegt gar nicht genug davon. Die „Overture“ läutet es ein: „A Bar In Amsterdam“ zieht einen sogleich in den Strudel ‚Katzenjammer’. Das ist wilder Tanz und treibender Rhythmus, alles mit folkloristischen Instrumenten und dem geballten, kraftvollen Gesang der vier Norwegerinnen. Einen Moment dreht sich das Karussell ein wenig langsamer, um im nächsten noch einmal Vollgas zu geben. Das ist der Auftakt zu „Le Pop“, eine Mischung aus verspielten, lebhaften, dramatischen Songs, deren Einordnungsversuch zwangsläufig scheitern muss. Die Musik von Katzenjammer ist zu facettenreich, als dass man ihr einen Stempel aufdrücken könnte. Höchstens von Einflüssen kann man sprechen und diese sind zahlreich. Die Norwegerinnen bedienen sich beispielsweise an Seemannsliedern, am Blues und sogar an jüdischer Volksmusik. Dabei genügt es völlig, zu viert auf der Bühne zu stehen, denn Solveig, Anne Marit, Turid und Marianna spielen alle Instrumente selbst und das auch noch im Wechsel. Dabei glänzen die  Musikerinnen zu jeder Zeit mit ihren Stimmen. Diese sind keineswegs nur süß, sondern auch richtig kraftvoll, wie in „Hey Ho On The Devil’s Back“ und dem zusätzlichen Track „Ain’t No Thang“, einer gestandenen Bluesnummer. Katzenjammer können aber auch ruhige Töne anschlagen: „Wading In Deeper“ ist eine wunderschöne Klavierballade, ebenso schön, nur mit mehr Dramatik versehen, ist das von Seemann-Shanties inspirierte „Virginia Clemm“. Es darf gestaunt werden! Katzenjammer sind Marianne Sveed, Turid Jorgensen, Solveig Heiloi und Anne Marit Bergheim.

Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding GmbH

Trombone Shorty & Orleans Avenue (USA)

Backatown

Jul ’11
14
19:30

th_tromboneshorty_sw_by-kirk-edwardsAngst vor großen Namen kennt Trombone Shorty nicht. Aber bisher stand er mit ihnen (etwa Lenny Kravitz, U2, Eric Clapton, Green Day, Dr. John & Allen Toussaint)  zusammen auf der Bühne oder im Plattenstudio. Trombone Shorty nennen sie den Mann, der seit seinem 4. Lebensjahr mit der Posaune alle an die Wand bläst. Den “Prince des Jazz” nennen ihn die US-Kritiker. ‘Shorty ist ein Genie. Er spielt sich den A…. ab und ist ein wunderbarer Mensch.’ So urteilt Superstar Lenny Kravitz über Troy Andrews, der sich schon als Knirps den Spitznamen Trombone Shorty erspielte. Geboren wurde er in New Orleans im ‘musikalischsten Viertel der musikalischsten Stadt der USA’, lernte schon früh Marschtrommel und Trompete spielen und durfte als Sechsjähriger in der Jazzband seines Bruders mitwirken.

th_trombone_shorty_neu2Trombone Shorty ist nicht nur ein virtuoser Posaunist, sondern auch ein brillanter Trompeter, charismatischer Sänger und vielseitiger Songwriter, der sich von Schubladendenken nicht beeindrucken lässt. Zu seinen prominenten Bewunderern zählen Lenny Kravitz, der ihn mit auf seine Welttournee nahm, Bono und The Edge, die ihn bereits als Zwölfjährigen bei einem seiner Gigs in New Orleans sahen. ‘Shorty hat uns vollkommen umgehauen.’ (The Edge). Stilgrenzen sind ihm fremd. Gekonnt schwimmen Trombone Shorty mit seiner Band Orleans Avenue durch den Strom der Genres. Mit seiner Mischung aus Funk, Rock, Rhytm’N’Blues, Jazz und Hip Hop begeistert er seine Fans. „Supafunkrock“ nennt er seine Art, Musik zu machen. Eine ordentliche Portion davon, bekommt man in seinen live Konzerten zu hören. Schwerer Funk, anrüchiger Soul, vorlauter Rock und alles im Zeichen des New Orleans Jazz - so klingt das Repertoire des Quintetts. Und Trombone Shorty weiß auch, woher er kommt: Das Louis Armstrong-Cover passt perfekt zu seinem Stil, sowie die James-Brown-Anleihen in manchen Songs. Mit seinem Album ‘Backatown’ – es landete flugs auf Platz 1 der Contemporary Jazz Charts des Billboard Magazines und wurde Grammy nomminiert -  und seiner Band Orleans Avenue wird Trombone Shorty  mit seiner Mischung aus Funk, Rock, Rhythm’n'Blues, Jazz und HipHop,  zum ersten Mal auch deutsche Festivals auf den Kopf stellen.

Gabby Young & Other Animals (GB)

We’re all in this together

Jul ’11
8
19:30

Gabby Young, credit: Leonora Saunders FeathersGabby Young & Other Animals haben sich einer wunderbaren  Mischung aus HonkyTonk, Moulin-Rouge-Twist, Osteuropafolk, Power-Chanson, Swing-Jazz und Zirkusmusik verschrieben. Wenn man schon vergleichen will, also eine britische Version der norwegischen Katzenjammer-Compagnie. Sie sind zeitlos, irgendwie aus der Zeit gefallen und dabei verblüffend lebensfroh. Am ehesten trifft es wohl der Begriff “Circus Swing”, den Fans im United Kingdom eigens für ihre Landsleute prägten.  Zirzensisch geht es in der Tat zu. Die zierliche Frontfrau Gabby Young und ihre Begleiter an Klarinette, Trompete, Posaune, Kontrabass, Mandoline, Banjo etc. jonglieren artistisch mit Ragtime und Big-Band-Bombast, Mazurka und Operndramatik, Varieté und Vaudeville, Kirmeswalzer und Backen voller Balkan-Blasmusik. Was für ein buntes und zauberhaftes Treiben! Die Unvorhersehbarkeit hat Methode, und das Vereinen von scheinbar Unvereinbarem macht den jungen Musikern ganz offensichtlich einen großen Spaß. Mit diebischer Freude wechseln sie übergangslos zwischen Dixieland-Anklängen, morbiden Akustikfolk-Balladen Swingjazz in Schieflage und liebenswerten Pop-Ohrwürmern. Und wunderschön, weil so fremdartig. Schön fremd.

Gabby Young, credit: D.R. musicas.deDie Liedertexte aus Gabby Youngs Feder sind nicht minder ungewöhnlich. Mit ihrer mehrere Oktaven umspannenden Stimme, die vom Jazz-Crooning bis zu opernhaften Spitzentönen alles kann, singt die Engländerin von all den Widerständigkeiten des Lebens. Mit zwölf wurde Gabby Young als jüngstes Mitglied aller Zeiten an der National Youth Opera aufgenommen. Gabby war bereits auf dem besten Weg zur Opernsängerin, als ihr die Begeisterung für Jeff Buckley und die Meister der Jazzvergangenheit dazwischenkamen.  Ein Glück für uns! Und genau das richtige für die Kulturzelteröffnung 2011.
Mit freundlicher Unterstützung der Wintershall Holding GmbH.

William Fitzsimmons (USA)

Gold in the shadow

Jul ’11
9
19:30

fitzsimmons1 - photo credit Erin BrownMit dem Vollbart und den wachsamen, schönen Augen verkörpert William Fitzsimmons geradezu exemplarisch den Typus des melancholischen Songwriters. Er ist ein feingeistiger Liedermacher, der in seine melancholischen, Gitarren getragenen Kompositionen, diverses akustisches Instrumentarium und weiche elektronische Klangflächen integriert. Sein Gesang ist intim, es sind die zarten, ruhigen Töne, die der Singer-Songwriter William Fitzsimmons sich und seiner Gitarre entlockt. Wie Regentropfen oder Schneeflocken, die leise und sanft zur Erde fallen, so schweben seine Lieder allmählich dahin und schaffen eine fast besinnliche Intensität und Nähe. Oft wird er mit Musikern wie Sufjan Stevens, Iron & Wine und dem späten Elliott Smith verglichen, nicht nur wegen seiner eigenen Form des Songwritings und seiner Vorliebe für elementare Themen, sondern auch wegen seiner organischen und farbenfrohen Melodien und Arrangements. Für Freunde des fragilen Singer/Songwritertums ein absolutes Fest! William Fitzsimmons wuchs in einem Haus auf, in dem abends niemand das Licht einschaltete, und an dessen Wänden kein einziges Bild hing. Denn William wird in Pittsburgh, Pennsylvania als jüngster Sohn eines blinden Ehepaars geboren. In einem Haus, in dem visuelle Eindrücke hinter einer akustischen Welt verblassen, regieren Instrumente und Töne. Seine Eltern, beide Musiker, erziehen William zwischen Pianos, Gitarren und unzähligen Platten  zu einem Multinstrumentalisten. Musik ist die Sprache der Familie Fitzsimmons.

fitzsimmons2 - photo credit Erin BrownNach Studium und der Arbeit als Psychotherapeut gewinnt das Herzblut und William widmet sich seiner musikalischen Karriere. In der US-amerikanischen Indieszene ist der Sänger inzwischen eine Ikone . Songs von ihm werden in den TV-Sendungen „Grey’s Anatomie“, „Life of Ryan“ und „Army Wives“ gefeatured, die Musikpresse feiert ihn. Einfach ein charismatischer Typ mit Bart und wundervollen leisen Songs.  Herr Fitzsimmons ist aber kein trauriger Mann. Er könnte auch ohne einen einzigen Song und ohne Gitarre auf der Bühne stehen. Er hat Humor und davon reichlich!

Balkan Brass Battle (Rumänien/ Serbien)

Fanfare Ciocarlia versus Boban Markovic Orchestra

Jul ’11
10
19:30

Brücke (gross)

BALKAN BRASS BATTLE mit Fanfare Ciocarlia versus Boban i Marko Markovic Orkestar  live auf der Bühne!

Zum ersten Mal stehen die beiden berühmtesten Gypsy Brass Bands aus Rumänien und Serbien gemeinsam auf der Bühne. Jetzt wird ein für alle Mal geklärt, welche Band den heißesten Atem hat! Wer ist König des Balkan Brass und wer bläst wen von der Konzertbühne?

balkan brass battle

Das Duell hat im Laufe des vergangenen Jahrzehnts Gestalt angenommen. Nachdem sich Fanfare Ciocarlia vor knapp 13 Jahren aus dem Nordosten Rumäniens aufmachte, die Konzertbühnen der Welt zu erstürmen, eilte ihnen alsbald der Ruf als schnellste Blaskapelle der Welt voraus. Allerdings erreichte die Band auf ihren ausgedehnten Reisen auch die Kunde von einer anderen Gypsy-Blaskapelle. Diese hatte den Bürgerkrieg in Jugoslawien überstanden, die Soundtracks für Emir Kusturicas wunderbar überdrehte Filme geliefert und hielt sich selber für die unangefochtene Nummer 1 des Gypsy Brass: das Boban i Marko Markovic Orkestar, das ebenso als eines der besten Brass-Orchester gilt. Ohne die beiden Balkan Brass-Kapellen aus Serbien und Rumänien wären Acts wie Shantel, Gogol Bordello und letztlich auch LaBrassBanda nicht denkbar. Unverfälscht geben sie die überbordende Lebensfreude Südosteuropas wieder. Die Band wetteifern darum, wer die größte Virtuosität, die verwegenste Improvisation zur Freude aller zu Stande bringt.

Hubert von Goisern (A)

Tour 2011 Das Konzert ist ausverkauft

Jul ’11
12
19:30

th_hvgoisern1Er ist wieder da: Eineinhalb Jahre nach seinem letzten Konzert in Bad Ischl geht Hubert von Goisern wieder auf Tournee. Und diesmal wird die Bühne zum musikalischen Labor: Denn neben seinen bekannten Klassikern präsentiert der Pionier der alpinen Weltmusik live erstmals seine neuen Songs aus dem im Spätsommer erscheinenden zwölften Studioalbum. Dabei klingt Hubert von Goisern so konzentriert wie selten zuvor: Nach seiner opulent in Szene gesetzten Donautournee begleiten den leidenschaftlichen Multiinstrumentalisten und Sänger diesmal nur ein Schlagzeug, ein Bass und eine Gitarre. Nachdem er mit einem Konzertschiff die Donau bis zu ihrem Delta in der Ukraine bereist hat, bricht der virtuose Brückenbauer nun mit leichtem Gepäck zu neuen Ufern auf. Mit einem schwimmenden, klingenden, singenden Dorf, wie er es nannte, fuhr er im vergangenen Jahr die Donau rauf und runter, stromaufwärts und stromabwärts quer durch das neue Europa, von den Zentren bis an die Ränder, von Linz aus nach Rotterdam und bis zum Schwarzen Meer. Er folgte einer Vision: der Einheit in der Vielfalt. Musik ist die gemeinsame Sprache und die Botschaft. Und Hubert von Goisern ist ein Künstler, der sie in die Welt hinausträgt, der über alle Grenzen hinweg Verständigung und Austausch sucht.

th_hvgoisern2Die abenteuerliche Flussfahrt ist nun vorbei, die Konzertbarge ihrer ursprünglichen Bestimmung als Schottertransporter im Flußverkehr zurückgeführt – aber die Energie, die Spielfreude und die Freude an der Begegnung mit anderen Musikern und Menschen wird weitergetragen in das Jahr 2011. Reduziert bis auf den Kern seiner vieldeutigen Musik wendet sich Hubert von Goisern 2011 dem Wesentlichem zu: dem puren Konzentrat der Songs,mit denen der erdige Fantast aus dem Salzkammergut seit einem knappen Vierteljahrhundert die Welt beglückt. Der vom Fernweh inspirierte Heimatsucher kommt mit seinen Verbündeten Alex Pohn, Schlagzeug;  Helmut Schartlmüller,Bass; und Severin Trogbacher, Gitarre in das Kulturzelt Kassel. Soul, Jazz, Samba, afrikanische Melodien, dies alles inspiriert von Goisern in seinem legendären Alpenrock.

DIG – feat. Till Brönner (USA/D)

Deep Inner Groove

Jul ’11
13
19:30

Fünf Jazz-Heroen, über die Jahre Freunde geworden, erstmals gemeinsam auf der Bühne!
Die Musiker trafen sich immer wieder bei Jazzfestivals hinter und auf der Bühne, spielten so manche spontane Session und haben gemeinsam eine Spielfreude, die nun endlich darin gipfelt, dass das Quintett gemeinsam auf einigen Festivals in Europa auftritt.

Till Brönner-DIG

Das line up gehört sicher zum Feinsten, was ein Jazzkonzert heutzutage auf die Bühne bringen kann.
Chuck Loeb, Gitarist unter anderem bei Steps Ahead, Seit vier Jahrzehnten ist er international erfolgreich als Musiker, Komponist und Produzent. Chuck war in den 80ern musikalischer Leiter der Band von Stan Getz und hat mit Jim Hall und Pat Metheny gespielt sowie dem deutschen Schlagzeuger Wolfgang Haffner. Till Brönner, die deutsche Jazz Ikone an der Trompete und dem Englischhorn, die schon die Bühne mit Dave Brubeck, James Moody, Chaka Khan, Natalie Cole und vielen mehr teilte, Eric Marienthal am Saxophon, langjähriges Mitglied von Chick Coreas Electric Band, sechs Alben produzierte er mit Corea und sie gewannen zwei Grammys. Bandmitglied war Marienthal unter anderem bei Elton John und Stevie Wonder. Harvey „The Mase“ Mason, einer der einflussreichsten Schlagzeuger unserer Zeit gehört auch zu DIG. Er spielte unter anderem mit Herbie Hancock, den Brecker Brothers und Duke Ellington. Dazu kommt heute abend Pat Bianchi; kein anderer spielt die legendäre B3 Hammond Orgel so swingend und intensiv. Bianchi ist nicht nur im übertragenen, sondern auch im wahren Wortsinn ein Gigant. Dieser impulsive Italoamerikaner, der bereits als Teenager mit Jazzkoryphäen auftrat, kennt alle Kunst, mit denen man die Hammondliebhaber glücklich machen kann.

Ein Abend, der sich gewaschen hat – ohne X-Factor!