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Archiv für März 2016

Glen Hansard (IRL)

Jul ’16
12
19:30

03-12072016-glen-hansard-photo-credit-danny-clinchEs war eines der schönsten Konzerte im Kulturzelt  ever,  als Glen Hansard vor drei Jahren mit seiner Band auf der Bühne und im Parkett spielte und den ganzen Saal in ein Fest des Common Sense tauchte.
Er hat einen Oscar und findet das irische Sauwetter ganz toll und künstlerisch wertvoll. Vielleicht braucht er einen Widerpart zu seiner sonnigen Seele.  Allein seine Stimmgewalt, die von Liebe bis Folter alle dynamischen Register beherrscht,  ist ein Fest.
Glen Hansard ist nun wirklich nicht der Typ mit Bart und wirrer Frisur, vor dem man sich fürchten muss. Der Ire wirkt wie die Sanftheit in Person, selbst wenn er jeden Anflug von Emotion in seinen Songs in die Welt herauszubrüllen pflegt.  Auf seinem neuen Album „Didn’t He Ramble“ führt die musikalische Reise von klassischem Folk, groovigem Folk zu traditionellen irischen Melodien .
Glen Hansard ist ein Künstler mit Haut und Knochen. Sein Auftritt bei den Oscars 2008 ist geradezu legendär. Der frisch gebackene Gewinner in der Kategorie „beste Filmmusik“ – für „Falling Slowly“, den zentralen Song seiner Kompositionen für den zauberhaften irischen Underground-Film „Once“ – leierte keine endlose ‚Dankeschön’-Liste herunter, sondern rief stattdessen mit aller Macht aus: „Make art! Make art!“. Das passt zu ihm und erklärt so manches.
Das erste Album seiner Rockband The Frames erschien bereits 1991, im gleichen Jahr übernahm er die Rolle des Outspan Foster in Alan Parkers Musikdrama „The Commitments“.  Die Band stand mit Bob Dylan und Pearl Jam auf den internationalen Bühnen. Daneben begann Glen Hansard ein zweites Projekt: Gemeinsam mit der tschechischen Sängerin und Multi-Instrumentalistin Markéta Irglová gründete er das Folk-Duo The Swell Season. Auf das erste Album folgte das Angebot, die Musik für den irischen Indie-Film „Once“ zu komponieren. Die beiden schrieben nicht nur den Soundtrack zu dieser entzückenden Romanze, sondern übernahmen auch die Hauptrollen und wurden selbst im wahren Leben ein Paar. Ob Hansard singt oder sich gar die Seele aus dem Leib schreit – den Ton trifft er immer. Und es ist egal, ob er das alltägliche Melodrama besingt oder versucht, auch mal entspannte Vibes auszusenden: spannungsgeladen ist hier trotzdem alles. Warum sollte jemand mit dem Stimmvolumen und den Talenten, kurz jemand mit Hansards Stimme, Zeilen wie „Love is gonna find us again! Love is gonna find us, we gotta be ready then!“ cool interpretieren – Verse wie diese brauchen keine falsche Bescheidenheit, manchmal brauchen sie einfach genau das, was Hansard mit ihnen macht. Glen Hansard macht das, was er vom Leben fordert: Kunst! Kann das gutgehen? Es kann. Geradezu bestens.
Begleitet wird er von kongenialen Musikern – große Band!

Jesper Munk (D)

Claim

Jul ’16
22
19:30

11-22072016-jesper-munk-photo-credit-credit-puria-safary„Woher hat der junge Mann diesen Blues?“, „Was hat er mit seinen Stimmbändern angestellt?“ staunten  die Leute, als Jesper Munk sein Debütalbum „For In My Way It Lies“ veröffentlichte. Der Münchner wurde über Nacht ein gefragter Künstler, der auf Festivals und auf Tourneen der Sportfreunde Stiller, Bosse und  Eric Burdon eingeladen wurde. Alle waren gespannt auf das sonst so schwierige zweite Album. Dafür fand Jesper Munk Wegbegleiter wie Jon Spencer (Blues Explosion), Mocki (Feist) und Blumentopfs Sepalot, die mit dem Musiker das Nachfolgewerk „Claim“ produzierten. Munk ist dem Blues natürlich treu geblieben, wagt sich aber auch in Gefilde zwischen Rock, Glam und Folk. Die Zeit verging im Flug für Jesper Munk: Gerade noch Straßenmusiker, ein vom Radio entdeckter, gefeierter Blues-Wunderknabe mit Delta-Stimme, legte der junge Deutsch-Däne eine überraschende Blitzkarriere hin.

11-22072016-jesper-munk-photo-credit-luis-einhauserJesper Munk hat praktisch im Alleingang Blues und seine Spielarten für eine neue Generation auch in Deutschland wieder populär gemacht. Nicht verwunderlich, dass in der Musikpresse wie dem Rolling Stone Vergleiche mit Jack White, The Black Keys und Gary Clark Jr. gezogen wurden. Doch das war erst der Anfang: Mit seinem neuen Album CLAIM verlässt Jesper die beschrittenen Pfade und führt sich und die Zuhörer mithilfe versierter aber völlig unterschiedlicher Produzenten auf musikalisches Neuland und in ein Wechselbad der Emotionen. Wer glaubt, der harte Bluespunkrock-Opener „Courage For Love“, gibt die Richtung vor, irrt gewaltig. „Morning Coffee“ umschmeichelt als Soulballade im Geiste Al Greens oder der Commodores . Mit dem von Sepalot , wie für einen imaginären „James Bond“-Soundtrack produzierten „ Shakespeare & Heartbreak“  kommen Beats und Bläser hinzu. Dann wieder übernehmen ruhigere, auch ernstere Töne, dunkle Bässe und Tasten den Klang, sehr persönlich gibt der Sänger hier Einblick in Seelenleben und Gefühlswelten. Auch wenn Jesper Munks Bühnen immer größer werden – er versucht, sie alle zum Wohnzimmer zu machen. „Sobald es intim wird, wird es auch roh und ehrlich“.

Glasperlenspiel (D)

Tag X Tour 2016

Jul ’16
21
19:30

10-21072016-glasperlenspiel-3-photo-credit-universal-music-ben-wolf.jpg„Ich will, dass er perfekt ist; dass er echt ist“, so besangen Glasperlenspiel mit ihrer Hit-Single „Echt“ vor vier Jahren diesen einen besonderen Moment, der in ihre große Karriere mündete. Goldene Schallplatten, Platin für den Hit des letzten Winters „Geiles Leben“,,gefeierte Konzerte, zahlreiche Auszeichnungen – Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg haben sich mit ihrem einnehmenden Elektropop in den Erfolg gespielt. „Tag X“, das neue Album von Glasperlenspiel , ist eine mitreißende Kombination aus musikalischem Anspruch und Authentizität. Das Album hat die Charts gestürmt. In ihrer Vielfalt kommen sie paradoxerweise dem Kern näher. Noch perfekter. Noch echter.

10-21072016-glasperlenspiel-1-photo-credit-universal-music-ben-wolfDie Band setzt sich in ein strahlendes Licht, dass auch neue Schatten wirft. Beat- und Stimmungswechsel, Rock-Parts, die elektronisch zerfließen, vorgetragene Zweifel, die durch verbalisierte Zuversicht und musikalische Leichtigkeit regelrecht  fortgeweht werden. Glasperlenspiel sind keine abgehobene Band, die ihren Erfolg in Abgrenzung ausdrückt; sie sind langjährige Freunde, die einem nach wie vor einen Platz im Leben einräumen. Mit „Tag X“ laden sie uns alle ein, Teil ihres Lebens zu sein. Echt.

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi (D)

Jul ’16
31
19:30

17-31072016-kaptnpengtentakelvondelph-photo-credit-maximabrossimowEigentlich wollten Käptn Peng diesen Sommer im  Studio verbringen, aber ihr habt sie euch so wieder gewünscht….. Und ganz sicher wird heute schon einiges aus ihrerneuen Veröffentlichung zu hören sein.
Im April 2012 brachten die Berliner Brüder Shaban und Käptn Peng (Schauspieler Robert Gwisdek) ihr Album „Die Zähmung der Hydra“  heraus. Direkt in die Plattenregale, nahezu ohne Promo, Schnickschnack und Marketingkampagne. Der Musikexpress vergab eilig noch fünf Sterne: „Rappen übers Rappen steht beim Käptn nicht im Bordbuch, stattdessen Erkundungen der eigenen Psyche und lyrische Forschungsreisen in die deutsche Semantik. Es ist nicht zu fassen: Intelligenter deutscher Rap ist möglich.“ Das sprach sich rum, die Fangemeinde kam via Internet, die live Konzerte ausverkauft, so geht das heute. Inzwischen schließen sich die Brüder mit drei  Freunden zu einem Kollektiv zusammen: den Tentakel von  Delphi. Diese sehr besondere Liveband hat ihren vollkommen eigenen Klang gefunden, der sowohl aus den unterschiedlichsten musikalischen Stilen, als auch aus der ungewöhnlichen Instrumentierung hervor geht.

Aus Haushaltsartikeln wie Bürsten, Töpfen, Gabeln, einem Koffer, einer Stahlsäge, drei Fahrradklingeln und vielem mehr baut sich die filigrane Percussion zusammen - für den nötigen Bass im Beat hingegen sorgt  Shaban, der auf einem Plastikkübel aus dem Baumarkt und mehreren Snares trommelt. Der Bassist spielt auf einem 2.000 Jahre alten Kontrabass aus Mammutbaumholz, der mit Saiten aus Meerschweinchen-Darm bespannt  ist. Peng schickt seine Stimme gerne über durch Gitarrenverstärker und der Gitarrist steckt sich für manche  Lieder Feuerzeuge zwischen die Saiten, damit der Ton nicht „so schön“ klingt. Nachdem sie in dieser Konstellation 2012 Clubs und Festivals zum Beben brachten, zogen sie sich in ein altes Hörspielstudio zurück, um dort aufzunehmen und kehrten dann für Post-Produktion und das Mischen in Shabans Studio heim, wo schon die Hydra entstand. So stampften sie innerhalb von einem dreiviertel Jahr in kompletter Eigenregie das erste “Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi”-Album aus dem Boden. Der Kompass hat seine reine Hiphop-Nordung abgelegt, er pendelt in die unterschiedlichsten Richtungen aus: von südländischem Western-Disco-Country über Indie-Dubstep-Punk bis hin zu zerbrechlichen Balladen und akustischen Hiphop-Brettern vom Planten Omega. „Hip Hop ist ein Araberhengst, der meist von Kamelreitern geritten wird“, so Käpn Peng. Er jedenfalls ist die intelligente Antithese zur deutschen Rapszene.

Candy Dulfer (NL)

Funk it up!

Jul ’16
30
19:30

16-30072016-candy-dulffer-03Mit 13 Jahren wirkte sie an ihrer ersten CD Veröffentlichung mit und mit 18 Jahren nahm sie ihr erstes eigenes Album auf. Candys Discographie weist inzwischen über 60 Titel auf. Ihren Weg begleiten Charlie Parker, Aretha Franklin und Prince, die Richtung gab die Saxophonistin immer selbst vor. «When I need sax, I call Candy», wird Prince bekanntermaßen gerne zitiert. Wie recht hat er: Wer die holländische Saxofonistin und Sängerin  Candy Dulfer meint, spricht von Funkexplosionen, Soul oder R&B, druckvoll gespielt von einer kompakten Band. Ende der Achtziger Jahre an der Seite von Dave Stewart (Eurythmics) mit dem Hit «Lily Was Here» geradezu kometenhaft aufgestiegen, schaffte sie mit dem Album «Saxuality»  den internationalen Durchbruch endgültig.

16-30072016-candy-dulffer-04Seither ist und war die überaus sympathische Holländerin weltweit als Botschafterin des Funk unterwegs, nicht nur an der Seite von Prince, Pink Floyd, UB 40, sondern auch von Van Morrison oder auch Beyoncé spielt sie sich in die erste Liga. Mit ihrer Band „Funky Stuff“  spielt Candy Dulfer auf den Bühnen dieser Welt eine zündende Melange aus punktgenauem Sax-Spiel mit smoothen Funkzugaben. Funk it up Candy!

John McLaughlin (GB)

John McLaughlin & The 4th Dimension

Jul ’16
29
19:30

Die Gitarrenlegende John McLaughlin  mit seinem All Star Projekt!
15-29072016-john-mclaughlin-1-photo-credit-ina-mclaughlinDie Band «The 4th Dimension» ist das Ergebnis von John McLaughlins jahrelanger Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern aus unterschiedlichen Kulturen und musikalischen Traditionen. Die Musik dieser Gruppe integriert auf einzigartige Weise all diese kulturellen Einflüsse und bewahrt sich gleichzeitig die Spontanität des Jazz. Gary Husband, der mit so unterschiedlichen Kollegen wie Allan Holdsworth, Jack Bruce, Jeff Beck, Mike Stern, Christian McBride, Billy Cobham, Yaron Herman, Gary Moore oder Level 42 zusammenspielte, ist der geborene Multinstrumentalist und wechselt mit erstaunlicher Leichtigkeit vom Keyboard zum Schlagzeug. Ranjit Barot ist mit der klassischen indischen Musik groß geworden, ist als Schlagzeuger wie als Komponist jedoch zum Mittler zwischen den musikalischen Welten des Westens und des Ostens geworden. Ètienne M’Bappé zählt zu den weltbesten Bassisten. Er trat auf mit Ray Charles, Salif Keita, Manu Dibango, Steps Ahead. Etienne spielte mit der Pariser Fusion Band Ultramarine, bevor er seine eigene Band ‘Su La Take’ gründete. Das jüngste Album der Band „To the One“ ist eine Verbeugung John McLaughlins vor dem großen Jazzsaxophonisten John Coltrane und dessen musikalischem Poem „A Love Supreme“.

15-29072016-john-mclaughlin-1-photo-credit-andrea-palmucciMcLaughlins rastloser, erforschender Geist offenbart sich dabei mit entwaffnender Spontanität. Das brillante Können und das gefühlvolle Gitarrenspiel sind auf ihrem Höhepunkt und meiden jede künstliche Imitation, jeden sentimentalen Tribut. „To the One“ ist ein kraftvolles, feuriges und doch offenherziges Werk, das sich der künstlerischen und spirituellen Herausforderung von Coltrane’s Meisterstück stellt und gleichzeitig das bahnbrechende musikalische Vokabular nutzt, das sich McLaughlin seit Beginn seiner legendären Karriere erarbeitet hat.

John McLaughlin, guitar; Gary Husband, keyboards; Etienne Mbappe, bass; Ranjit Barot, drums

Keb‘ Mo‘ (USA)

An Evening With Keb' Mo'

Jul ’16
15
19:30

06-15072016kebmoc1-2016-photo-credit-kind-of-blue-music.jpgSeine Songs wurden schon von Legenden wie B.B. King und Natalie Cole interpretiert, in seinem Genre ist Keb’ Mo’ längst selbst legendär. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat er sich einen Ruf als moderner Meister der amerikanischen Roots-Musik erspielt. Er arbeitete mit Künstlern wie Bonnie Raitt, Jackson Brown, Cassandra Wilson, Buddy Guy, Amy Grant, Solomon Burke und Little Milton zusammen, mehrfach fanden seine Songs Einzug in Film und Fernsehserien, etwa in „Martin Scorsese Presents The Blues: Feel Like Going Home“ oder der Konzert-Doku „Lightning In A Bottle“. Drei seiner Alben wurden bislang mit Grammys der Kategorie „Best Contemporary Blues Album“ ausgezeichnet. Sie alle zeigen Kevin Moore alias Keb’ Mo’ als souveränen Alleskönner in verschiedenen Stilen, stets tief verwurzelt in Blues, Jazz und R’n‘B.
Seine klare Stimme und sein unprätentiöses Gitarrenspiel sind es, die seinen Stil bestimmen. Seine kantigen, teils rauen und gleichzeitig reinen Kompositionen stecken voller Poesie. Keb’ Mo’ ist kein „purer Blues-Typ“. Er bezeichnet seine Musik als „African-American Folk Soul“. Bei so viel Erfolg ist es mit dem eigenen Blues dann nicht weit her. „Früher haben die Leute im Blues über Dinge gesungen, die sich in ihrem Leben ereignet haben. Da geht es immer darum, dass dich die Frau verlassen hat, dass du keinen Job hast oder dir einfach Unrecht geschehen ist. Manchmal frage ich mich, was für einen Grund ich heute eigentlich noch habe, Blues zu singen? Und so singe ich eben über diesen Widerspruch.“  Keb` Mo` zeigt sich als souveräner Könner, tief verwurzelt  in Soul, Jazz und R&B.

Joris (D)

Hoffnungslos Hoffnungsvoll 2016

Jul ’16
27
19:30
Jul ’16
28
19:30

14-27072016-joris-photo-credit-hanzh-changJoris` Musik kombiniert englischen Sound mit deutschen Texten. Mit seiner Single „Herz über Kopf“ landete er einen Riesenhit.  Ausverkaufte Konzerte in großen Hallen, Goldene Schallplatte – der Ansturm auf die Konzerte von Joris ist immer so groß, dass wir ihn gleich für zwei Tage gebucht haben. Smarte und gleichzeitig anspruchsvolle Melodien, gesungen von einer ausdrucksstarken und unverkennbaren Stimme, die direkt ins Herz rührt. »Ich seh mich als Geschichtenerzähler und die Musik als Vermittler für meine Geschichten, die ich selbst erlebt habe oder die mich inspirieren.«
Seine Füße am Boden, der Kopf in den Wolken – Joris vereint die größten Kontraste in einer Person: »Ich bin ein Gefühlsmensch und dann wieder total verkopft.« Er vermisst im Winter die Wärme und im Sommer den Schnee. Die Ursprünge liegen wahrscheinlich bei seinen Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Vater arbeitet als Kinderarzt rund um die Uhr und hat wenig mit Musik zu tun. Von ihm hat Joris den Ehrgeiz und die Liebe zur Arbeit. »Ich bin da mittlerweile sehr wie er, und stürze mich auch 24/7 in die Arbeit. « Die Mutter bringt das musikalische Element mit, sie spielt Querflöte und singt im Chor. Von ihr hat Joris auch eine große Portion Einfühlungsvermögen und ein gutes Gespür für Emotionen mit auf den Weg bekommen. »Habe noch so viel zu sagen, indes finde ich kein Wort ich will doch nur noch nach Hause und es trägt mich weit fort«
14-27072016-joris-photo-credit-klaus-sahm Seit über einem Jahr war Joris in Berlin im Studio und arbeitet mit den Produzenten Ingo Politz, Mic Schröder und seiner Band an seinem Sound. Für alle besonders: Man hat entgegen der heutigen digitalen Welt komplett auf analogen Sound gesetzt und einen sehr erdigen und roughen Ton erschaffen, in dessen Gewand sich Joris Stimme besonders wohl fühlt.
»Äußerlich 15, innerlich 35« – Joris’ eigentliches Alter liegt da irgendwo in der Mitte. Es ist schon außergewöhnlich, wie viel der Mann drauf hat: Er singt, spielt Gitarre, Klavier, Schlagzeug, schreibt Texte, komponiert und produziert sogar selbst mit. Joris weiß einfach ganz genau, was er will und live ist er besonders grandios.

Sunset Sons (GB/AUS)

Very Rarely Say Die

Jul ’16
24
19:30

13-24072016-sunset-sons-otr-portrait-credit-steve-frenchDas vergangene Jahr hatte es in sich für Sunset Sons:  Umjubelte Auftritte bei Festivals wie Glastonbury, Isle of Wight, Hurricane, Southside und dem Reeperbahnfestival. Nicht schlecht für eine Band, die erst in diesem Jahr ihr internationales Debüt Album veröffentlicht: „Very Rarely Say Die“ entstand unter anderem in den legendären Blackbird Studios in Nashville produziert von Jacqire King (Kings of Leon) und James Lewis (Arctic Monkeys).
Der Bandname ist Programm: Sonnenuntergangssöhne – das klingt nach Strand und Meer und goldener Natur. Und tatsächlich findet das Quartett über eine gradlinige Naturverbundenheit zusammen: Die Alternative Rock Band verbindet neben der Musik auch das Surfen. Die vier haben sich 2013 im südfranzösischen  Surfer-Eldorado  Soorts-Hossegor kennengelernt. Drei Briten und ein Australier treffen sich in einer Bar – dieser Witz entpuppte sich im Falle von Sunset Sons  als Beginn einer Freundschaft und gemeinsamen Leidenschaft. Der englische Sänger Rory Williams personifiziert den sonnengegerbten, langhaarigen Surfertyp perfekt. Mit einer Stimme, die stark an Caleb Followill von den Kings of Leon erinnert, intonieren Sunset Sons Hymnen, die perfekte Sommerlaune zaubern.

13-24072016-sunset-sons_blackbird_steve_f_approved-credit-steve-frenchTraumhafte Leichtigkeit: Tagsüber reiten die Musiker durch die Gischt des Atlantik, abends ziehen sie durch die Clubs und spielen – sehr erfolgreich. Anfang 2014 erobert „Le Surfing“, in England erschienen,  die Rockcharts in Großbritanien. Der Hype ist riesengroß und die großen Plattenfirmen reißen sich um die Jungs. Was die Band live kann, haben sie vergangenen Sommer  auf den großen Festivals bewiesen.  Die tighte Band macht ihre Zuhörer innerhalb von Minuten zu eingeschworenen Fans und wir prophezeien ihnen schon jetzt eine glorreiche Zukunft.
Rory Williams, voc., piano; Robin Windram, guit. ; Jed Laidlaw, drums; Pete Harper, bass.

Nneka (Nigeria)

Jul ’16
23
19:30

12-23072016nneka-8193d-photo-credit-patrice-bart-williamsWäre sie keine Musikerin, Nneka hätte eine excellente Journalistin abgegeben, oder auch eine Philosophin. Tatsächlich stecken diese Bestandteile in ihrer Musik. “In Afrika brennt ein Feuer”, sagt die aus Nigeria stammende Sängerin Nneka. Ihr Anliegen: mit  Musik auf Missstände in ihrer Heimat und auf der ganzen Welt aufmerksam zu machen. Aufsehen erregt ihre eigenwillige Mischung aus HipHop, Dub und Soul allemal. Wer die zierliche Sängerin zum ersten Mal sieht, traut ihr die musikalische Energie, die sie auf ihren Platten beweist, zunächst gar nicht zu. Einzig ihr selbstbewusstes, nonchalantes Auftreten und ihr stets skeptischer Blick lassen erahnen, was für eine eigenwillige Künstlerin sich hinter den ernsten, dunklen Augen verbirgt. Die Kritiker staunen, als Nneka 2005 mit ihrem Debüt auf der Bildfläche erscheint. Das unbeschriebene Blatt aus Nigeria sei Lauryn Hills legitime Nachfolgerin, jubelt etwa die englische Sunday Times: Tatsächlich schlägt Nneka in eine ähnliche Kerbe wie die ehemalige Sängerin der Fugees. Die wunderbar ausbalancierte Mischung aus HipHop-Beats, Reggae-Grooves, Bläsersätzen und afrikanischem Pop entzieht sich der Kategorisierung. Auf vielen Konzertbühnen war sie zu Gast, in Frankreich, Deutschland, Holland und England – unter anderem zusammen mit Lenny Kravitz, Nas & Damian Marley, The Roots, Gnarls Barkley -  Mit „My Fairy Tales“ ist Nneka  ihr bisher reifstes Album gelungen, die Lieder überzeugen mit  positiver Vehemenz.

12-23072016-nneka-8220d-photo-credit-patrice-bart-williams1980 in Warri geboren, einer nigerianischen Großstadt im Niger-Delta, die ihren relativen Wohlstand der seit den späten 70ern betriebenen Erdölförderung verdankt. Singen war für sie eine willkommene Abwechslung vom mitunter allzu unbeständigen nigerianischen Alltag. In den 90ern entdeckte sie wie so viele andere HipHop – insbesondere Mos Def, Talib Kweli und The Fugees.  Nnekas Persönlichkeit ist eigenwillig:  Einerseits ist sie Teil einer neuen musikalischen Revolution in Afrika, auf der anderen Seite hat sie sich ihre eigene musikalische Nische geschaffen, in der sie sich ungestört entwickelt. Nneka verbindet Soul, Groove, Herz und Stil. Wo das alles hinführen soll?  Nneka lächelt: „I just go with the flow!

Calexico (USA)

Jul ’16
20
19:30

09-20072016-calexico-4-photo-credit-ingo-petramerJoey Burns und John Convertino arbeiten an einer brüchig-skeletthaften Essenz amerikanischer Musik. Ihr Genre zerstört ihre Vorbilder gleichermaßen, wie sie sie vergöttert. Folk, Country, Jazz  und Rock als fragmentierte Widerparts einer stromlinienförmigen Musikproduktion.
„Ich bin der Überzeugung, dass sich alles annähert: die multikulturelle Gesellschaft, Technologien, Philosophien, usw..Musik spiegelt lediglich  das wider,, was da draußen vor sich geht. Aber ganz am Ende geht es doch nur darum, dass dein Herz am richtigen Platz sitzt und man genügend Spielraum für musikalische Raffinessen, Nuancen und dynamische Elemente lässt“. So Joey Burns, Mastermind von Calexico. Die Band aus Tucson/Arizona bezieht sich gleichermaßen auf US-amerikanische wie mexikanische Wurzeln. Der Latin Jazz aus New York, die Mariachi-Bands aus Mexico, Popmusik aus Kalifornien: alles Quellen, aus denen sich der Stil Calexicos speist. Joey Burns und sein kongenialer Partner John Convertino lassen fiktive Grenzen nicht gelten. Die klangliche Vielfalt zeigt sich schon im Instrumentarium, vom Schlagzeug bis Gitarre, über Mundharmonika, Mariachi-Trompeten bis hin zu Marimbas, Vibraphon und Harpsichord ist alles dabei. Düster dröhnt die Gitarre und die Drums schlagen einen bedrohlichen Rhythmus, dann schlägt die Stimmung um, eine Handorgel versprüht munteren Optimismus, es rasseln Rumba Kugeln, ein Vibraphon singt zu melancholischer Begleitung von Cello, Trompete, spanischer Gitarre und über allem strahlt Joey Burns sonore Stimme.

09-20072016-calexico-photo-credit-jairo-zavalaJoey Burns bezeichnet sich und seinen kongenialen Partner John Convertino als „Frankensteins of instruments“ , ein Verweis auf die klangliche Vielfalt. 2011 beglückten Calexico ihre Fans mit einer 12 LPs umfassenden „Selections From Road Atlas 1998 – 2011“; das facettenreiche musikalische Bild einer stilprägenden Band. Nun also „ The edge of the sun“: ein Meisterwerk, was Songwriting und die Performances angeht – denn live sind ist diese Band immer unschlagbar.

Sophie Hunger (CH)

Supermoon Tour

Jul ’16
16
19:30

07-16072016-sophie-hunger_7_credit_elementsAlles handgemacht, mit Soul und Folk, dazu ein Schuss Punk. Und natürlich Sophie Hungers intensive, zwischen kraftvoll, donnernd und zart wechselnde Stimme, die Zorn, Wehmut, aber ebenso Hoffnung und Lebensfreude zelebriert. Kammerpop. Sophie Hunger brilliert mit smartem Indie-Pop, der poetisch mäandert. Mit ihren oft melancholisch grundierten Songs und den vertrackten, verrätselten Texten in Englisch, Französisch, Deutsch und Schwyzerdütsch ist sie vor neun Jahren über Nacht zum Star geworden. Sie ist nicht nur sprachlich vielseitig, sondern auch musikalisch: Ihre Lieder changieren irgendwo zwischen Folk, Jazz, Rock und Chanson, sie selbst singt nicht nur, sondern spielt auch Gitarre und Klavier. Nach einer ersten, noch in ihrer Wohnung in Zürich aufgenommenen Platte, schossen ihre beiden ersten offiziellen Alben „Monday’s ghost“ und „1983“ an die Spitze der Schweizer Charts. Beim größten britischen Rock-Festival in Glastonbury hatte sie 2010 als erste Schweizer Künstlerin überhaupt einen Auftritt, neben Pop-Giganten wie U2 oder den Pet Shop Boys. In Deutschland, wo man zuletzt als Schweizer Pop-Export vor Jahren den grusligen „Eurodance“ von „DJ Bobo“ ertragen musste, ist Hunger zum Liebling der Feuilletons geworden.

07-16072016-sophie-hunger_4_credit_marikel-lahanaSie begeistert junge Hipster in den urbanen Zentren mit Musik, die sich simplen Kategorisierungen entzieht und dennoch keine Avantgardekunst für wenige Bescheidwisser ist. So ist „Supermoon“ eine Sammlung fiktiver, aber doch realitätsnaher Zeitkommentare. Nur, die Schlüsse sind offen, die Botschaften verloren. Was Sophie Hunger aus dem Meer der zeitgenössischen Songschreiberinnen hervorhebt, ist die Kombination von Integrität und Reife, die sie auf “Supermoon” abermals beweist. Deshalb greifen Vergleiche mit vielen anderen Repräsentantinnen dieses Genres auch ins Leere: Sophie Hunger ist keine neue Norah Jones und will es auch gar nicht sein. Eine musikalisch-geistige Verwandtschaft besteht da schon sehr viel eher zur Kanadierin Leslie Feist, deren phänomenalen Erfolg bei Kritik und Publikum man auch nur schwer erklären kann. Faszinierend auch ihre Band!

Josè James (USA)

Love In A Time Of Madness

Jul ’16
14
19:30

05-14072016-jose-james-1-photo-credit-jeanette-beckmanEr hat eine Jahrhundertstimme – einen ebenso weichen wie vollen Bariton, schimmernd wie Seide. Josè James Stimme kommt aus der großen Zeit der Jazzclubs in New York`s 42. Straße. Der Sänger widmete sich zuletzt den Liedern der späten Billie Holiday: „Yesterday I Had The Blues: The Music of Billie Holiday“ ist ein Tribut an diese große Sängerin. Seine große stilsichere Vielseitigkeit hat Josè  auf seinen bisher fünf Alben unter Beweis gestellt. Ob er Jazz Standards singt, Flying Lotus Beats seine Stimme leiht, R&B im Geiste von D’Angelos „Voodoo“ wiederbelebt: es gelingt nur wenigen Künstlern, so überzeugend die verschiedenen Genres auszuloten. Billie Holiday wird von Josè als „musikalische Mutter“ bezeichnet: „So sehr ich auch Nirvana, De La Soul und A Tribe Calles Quest liebte, so sprach mich Billie Holidays Musik doch auf eine tiefergehende Weise an. Ihre Aufnahmen waren Meisterwerke, die vom Glauben an die Musik und an die Kraft der Veränderung erzählten“. Entsprechend respekt- und liebevoll behandelt Jose James dann auch die Songs aus dem Euvre seines Idols. Und zwar in einer Weise, die einen von den ersten verhaltenen Takten bei „Good Morning Heartache“ bis zu den gesummten Tönen von „Stange Fruit“ vollkommen in Bann schlägt. Funky Backbeats sind zu hören, aber auch Jose`s reine Stimme ohne Instrumentalbegleitung. Fünfzig Jahre nach der Bürgerrechtsbewegung in den USA hat auch Josè James keine hohe Meinung von der US-amerikanischen Politik: „ Sie profitieren von der Teilung der Gesellschaft. Der institutionalisierte Rassismus nutzt der Wirtschaft. Der Gefängnis- und Waffenindustrie und dem einen Prozent der Gesellschaft, dass über 99 Prozent der Wirtschaftsressourcen verfügt.“ Er habe noch Hoffnung für die Menschheit, aber keine unrealistischen Erwartungen. Natürlich ist Billie Holidays Kampf gegen die Rassendiskriminierung bis heute nicht ausgefochten. Sie ist mit ihrer Geschichte und ihrem künstlerischen Schaffen ein Teil der schwarzen Geschichte der USA und damit auch ein Teil von Josè James.
Josè James, lead vocals; Takeshi Ohbayashi, keys; Solomon Dorsey, bass, vocals; Nate Smith, drums

Cat Power (USA)

Sun-Tour 2016

Jul ’16
13
19:30

04-13072016-cat-power-copyright-matador-recordsChan Marshall alias Cat Power ist kaleidoskopischer Popstar. Sie trägt das Bild der Poète maudit in das 21. Jahrhundert: Zart, rauchig, sanft und erotisch: so klingt ihr künstlerischer Ruf. Ihre Musik galt als Soundtrack zum Lebensgefühl des Neuen Jahrtausends. Die ultra-authentische Sängerin , deren Musik in den Läden von „American Apparel“ zu hören ist, vertont eine gutgelaunte Musik, in der auch die Einsicht liegt, dass jeder vernünftige Mensch verzweifeln muss – aber vielleicht erst morgen. In einem ihrer lustigsten Songs heisst es: „ What are we doing/ We’re sitting on a ruin.“ In ihrer Arbeit mit dem Produzenten Philippe Zdar entwickelte Cat Power musikalische Farben, die ihre existenziellen Themen kontrastieren; dem HipHop entlaufene Beats oder Latin-Grooves. So zart wie Feist, so verwundbar wie Nick Drake, so betörend wie Nina Simone – diese Vergleiche drängen sich auf.  Nach einer Schaffenspause kooperierte Chan mit J Mascis und Coldplay, das alles mit einer Stimme, die sich von den angesagten Retrosound-Diseusen abhebt, die nie so schön klingt um dieses warme Bad der Popmusik zu reproduzieren. Die aber immer hinreichend schön und beseelt klingt um in kaum decodierbare Traumsequenzen zu fallen. Nach einer künstlerischen Schaffenspause mit Auf und Ab auch in der privaten Biographie baut Cat Power ihren Ruf als erstklassige Singer- Songwriterin abermals aus. Chan Marshall ist ein leiser Star, sie ist manche Umwege gegangen und ihre Fans bekommen ein beinahe verschwörerisches Leuchten in die Augen, wenn sie von ihr reden;  von ihrer Stimme und ihren Songs. Musik, die in großer Unsicherheit wiegt. Aber: Sie wiegt uns.

Scofield / Mehldau / Guiliana (USA)

Jul ’16
9
19:30

02-09072016-96-dpi_bradmehldau-copyright-imnDie Grenzen zwischen Akustik- und Elektrojazz  hatJohn Scofield oft überschritten. Nach 25 Alben und zahlreichen Konzerten ist sein Ruf als Meister des Tones, der Komposition und virtuoser Technik fest in der Musikgeschichte verankert.

Bereits im Jahre 2000 lud Scofield den Ausnahme-Pianisten Brad Mehldau zur Zusammenarbeit bei dem Album „Works for Me“ ein. Die Kooperationen und das Interesse an der jeweiligen künstlerischen Entwicklung bestanden seither fort. Erst in diesem Jahr aber finden sie gemeinsam auf die live Bühne. Beide sind Meister ihres Genres und haben mit ihrem künstlerischen Schaffen stilprägend  ihre jeweilige Generation beeinflusst. Im Sommer 2016 bewaffnet sich Scofield mit einem modifizierten Arsenal an Gitarren und Pedals  und Mehldau mit Rhodes/ Synthies und Piano. Komplettiert wird die aufregende Kollaboration von  dem jungen Drummer und Programmierer Mark Guiliana (der im Übrigen auch auf David Bowies düsterem Epitaph „Blackstar“ trommelte).
Das ist ein Hochgenuss. Scofield, dieser Olympier der Gitarre scheint die rhythmischen Wege seiner Mitspieler vorauszuahnen, das gegenseitige Vertrauen ist enorm. Ein Abend für musikalische Feinschmecker auch jenseits des Jazzkontextes bahnt sich da an. Für diese, besondere `live cooperation` haben die drei eigene Kompositionen entworfen.

Nils Landgren Funk Unit (SE)

Teamwork

Jul ’16
8
19:30

Wer könnte das Kulturzelt 2016 besser eröffnen als unser langjähriger Wegbegleiter Nils Landgren. Wie kaum ein anderer Musiker war und ist Nils inspirierend für unseren Blick auf Musik

01-08072016-nils-landgren-photo-credit-sebastian-schmidtWenn Schweden als schwermütig gelten, verkörpert er den Prototyp des Anti-Schweden. Zwar kann Nils Landgren auch die traurigen Volkslieder seiner Heimat mit zu Tränen rührender Innigkeit spielen - etwa im Duo mit dem verstorbenen Pianisten Esbjörn Svensson. Aber richtig zu Hause fühlt sich der vielseitige Musiker eher in seiner Funk Unit: einer groovenden Truppe, die junge Leute zu Tanz-Ekstasen animiert und die auch von ergrauten Jazz-Snobs ernst genommen wird. Denn zu modischen Rap- und Synthesizer-Sounds überraschen Landgrens Funk-Musikanten mit zeitlos mitreißenden Improvisationen. Die vitalsten Soli kommen aus der metallicrot lackierten Posaune des Chefs. Von einfühlsamen Jazzballaden, krachenden Funkstücken bis hin zu schwedischer Volksmusik - Landgren ist ein Mann fast ohne musikalische Grenzen. Sein Markenzeichen ist die rote Posaune, sein Spitzname “Mister Red Horn”.

Das Engagement für den Jazz führte ihn nicht nur zur Big Band von Thad Jones. Im Laufe seiner Karriere stand er mit Größen wie Herbie Hancock, Maceo Parker oder Joe Sample auf der Bühne. Er liebt Bach sowie die Weite und Unbegrenztheit des Meeres und sein Spiel offenbart etwas von dem besonderen Mythos Skandinaviens. Nils Landgren hat den europäischen Jazz entscheidend geprägt: Und ab und an, mal als allerletzte Zugabe, mal zum Luftholen, sang Nils stets einige der schönsten Balladen, die der Jazz kennt. „Wie da einer, der schon alles weiß, die Geschichten, und nichts als die Geschichten erzählt, das fesselt zunächst, dann berührt es.“ (Süddeutsche Zeitung).

Nils LandgrenEr ist ein Magier der Posaune, mit Funk Unit baut Landgren das Konzept des Funk`n Jazz konsequent und in organischer Verbindung von Funk, Soul und Jazz aus. Dass der schwedische Posaunist sich früher oder später auch an das ABBA-Erbe machen würde, war ebenso amüsant wie folgerichtig. „Funky ABBA“ ist ein liebenswürdiger Geniestreich, der die ABBA-Hits durch den Groove von Funk Unit passiert, ihnen etwas Retro-Feeling beigibt und sie erfrischend mit Rap-Einlagen aktualisiert. Die Licence to Funk hat sich Landgren redlich erspielt. Musik kennt keine Grenzen, Musik ist Freiheit – das ist Nils Landgren Funk Unit`s Credo.
Nils Landgren, trombone;  Magnum Coltrane Price, bass; Robert Ikiz, drums; Jonas Wall, saxophon & flute; Sebastian Studnitzky,  keys & trumpet; Andy Pfeiler, guitar