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Archiv für 22. Februar 2017

Die Höchste Eisenbahn (D)

Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Aug
9
19:30

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Endlich, die Höchste Eisenbahn macht in Kassel Station und hat viele neue Songs im Gepäck. „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ heißt ihr neues Album. Und das „geht zu Herzen wie sonst fast nichts in dieser Sprache“, meint auch die profunde ZEIT. Diese Band ist gesegnet mit gutem Händchen für Melodien, für kluge universelle Geschichten, und riesengroßen Refrains. Die Bandmitglieder Moritz Krämer, Francesco Wilking, Felix Weigt und Max Schröder basteln an ihrem quirligen Eisenbahnsound. Erst wird ins Blaue musiziert, der eine Akkord eine Schaukel, der andere eine Gewitterwolke. Aber dann kommen die Fragen: „ Wer legt die Leitungen durchs Meer? Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?“

Alles endet in Liedern, warm, leicht und weit. Natürlich fährt hier Popmusik Geschichte mit. Die Lässigkeit von Fleetwood Mac oder der Optimismus von den Talking Heads etwa. Die Höchste Eisenbahn steht für eine erwachsene Popmusik die lustig verspielt ist. Das ist alles aus einem Guss, man kann sich drauflegen und treiben lassen, bis der Fluss ins Meer geht. Wir hören in der Musik Brass-Synthesizer und Drumpads, aber auch Bongos und Motown-Streicher. Die Höchste Eisenbahn erfindet durch Kombinieren und durch Schichten Calypso, Rock und Elektro. Musik, die sich aufschwingt und die Trampelpfade verlässt: es gibt immer noch schönere Harmonien, noch mutigere Wendungen. In den Texten geht es um die wesentlichen Dinge, also um Sehnsucht, Weltschmerz und die Suche nach dem wahren Ich. Es gibt reichlich Funkmeldungen aus jener Phase des Lebens, über die sich hartnäckig das Gerücht hält, sie sei die produktivste und lustigste Zeit, die dem Menschen zur Verfügung steht. Die Höchste Eisenbahn sind clevere Dichter und Musiker, hier wird Pop zur Aufforderung, das Leben als Paradoxon zu leben.