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Archiv für 22. Februar 2017

Salif Keita (Mali)

Aug
13
19:30

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Diese Stimme - manchmal gleitet sie wie im weitausholenden Flug dahin, dann scheint sie sanft in der Ferne zu verklingen, um dann urplötzlich anzuheben zu einem Schrei, der durch Mark und Bein geht. Salif Keita, 1949 in Djoliba, einem kleinen Dorf westlich der Hauptstadt Malis Bamako geboren, durchlebte eine schwere Jugend. Als Albino (in Afrika ein Zeichen des Unheils), war er von Kind auf ein Außenseiter und nur aufgrund der sozialen Stellung seiner Eltern konnte er überhaupt eine Ausbildung als Lehrer beginnen. Aber der Berufsausübung stand eine Sehschwäche entgegen. So vollzog er 1967 einen radikalen Bruch mit den Familientraditionen und wurde Sänger. Als ein direkter Nachkomme von Sundiata Keita, dem Mandika Herrscher, der das Königreich Mali im 13. Jahrhundert begründete. Seitdem ist viel Wasser den Niger hinabgeflossen. Über viele Alben ist Salif Keita seiner Vision von Gerechtigkeit, Liebe und Verständnis treu geblieben und begründete unter anderem die internationale Hilfsorganisation “SOS Albinos”. Er ist aber vor allem ein musikalischer Pfadfinder, dessen Offenheit gegenüber Kulturen anderer afrikanischer Länder und anderer Kontinente beispielhaft ist.

Wenn uns heute Klänge aus Afrika längst nicht mehr fremd erscheinen, dann ist das auch das Verdienst von Salif Keita. „ Die goldene Stimme“ gilt heute als bedeutendster musikalischer Botschafter Westafrikas. Unter seine außerordentliche Stimme legt sich ein dichter Klangteppich aus fesselnden Rhythmen, Bass, Keyboard, Cello und afrikanischen Instrumenten wie Kora und Talking Drums. Es ist ein verschwenderischer Stilmix, der Traditionen gleichermaßen achtet wie er sie in die weiterentwickelt.