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Archiv für März 2017

Nils Wülker & Band (D)

Aug
12
19:30

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Jazz Trompeter und Komponist Nils Wülker kommt mit seiner fantastischen Band und spielt sich über die Genres unbekümmert hinweg. Der vielfach mit Awards bedachte, hat sich einen international erfolgreichen Namen als ebenso offener wie virtuoser Musiker und Bandleader gemacht. Sein Jazz überrascht: Nils`Jazz spielt mit groovigen Elementen aus Pop, Rock und Funk, pragmatisch, prägnant und unprätentiös. Das hat er auf seiner letzten Veröffentlichung “UP”, für die er Künstler wie Max Mutzke, Xavier Naidoo und Sasha gewann, eindrücklich belegt. Es verspricht also ein perfekter Sommerabend zu werden, wenn der Echo-Preisträger viel freiheitlichen Geist in seine Version des Jazz legt. Live findet er zuweilen einfach großen Gefallen daran, es richtig krachen zu lassen und seiner Band geht es genauso. Das ist dann roher und direkter als auf den Alben. Die FAZ schreibt: Wülker gehört zu der mittlerweile imposanten internationalen Phalanx selbstbewusster Trompeter, die hemdsärmelig-vital daherkommen, aber darunter eine große Sensibilität verbergen. Und ein untrügliches Gespür für Melodien besitzen. Es hat dem Jazz lange gefehlt. Gute Aussichten für die Zukunft“. Jazz ist der background des Trompeters und Flügelhornisten; Kraft und Leichtigkeit sein Genius.

Judith Holofernes (D)

Ich Bin Das Chaos

Aug
18
19:30

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Judith Holofernes meldet sich drei Jahre nachdem sie „Ein leichtes Schwert“ führte, zurück. Mit herrlich zerzauster Spielfreude kommt „Ich Bin Das Chaos“ daher. „In hellen Farben, die vor dunklem Hintergrund erst so richtig leuchten“, sagt Holofernes. Die ehemalige Frontfrau von „Wir sind Helden“ ist eine der erfolgreichsten Musikerinnen Deutschlands. Als „Wir sind Helden“ Aufwiedersehen sagten, verließen viele geknickte Häupter die Konzertsäle. Umso schöner, dass die musikalischen Aktivitäten nicht ganz auf Eis gelegt wurden und Judith Holofernes mit „Guten Tag, ich will meine Leben zurück“, die Bühnen enterte. Sie hält es offensichtlich keinen Tag aus, ohne Musik zu machen. Ihre Musik ist hell, zugewandt und offenherzig. Die meisten der neuen Songs entstanden in Kooperation mit dem Isländer Teitur auf den Faröer Inseln. Teitur war auch im Studio dabei und spielte „so viele Instrumente, wie in einen Kleinlaster passen.“ Wilde Einflüsse an Marvin Gaye, Nick Cave oder Cyndi Lauper meint man zu hören, groovige Texte und sperrige Gitarren. Alle Protagonisten bewohnen die gleiche Welt und hadern auf unterschiedliche Weise mit ihr. „Ich Bin Das Chaos“ ist eine euphorische und brodelnde Liebeserklärung an die Unberechenbarkeit des Lebens, Perfektion ist langweilig. Stehblues oder Pogo. Auf jedem Fall mit dem Chaos als dominantem und ruppigen Tanzpartner in Gestalt ihrer wunderbaren Band.

Teesy (D)

Wünschdirwas Tour

Aug
4
19:30

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Einmal mit Rap durch die Republik und zurück, da ist aber auch die große Leidenschaft für amerikanischen R´&B. Teesy, der Rap-Sänger , MC und Produzent hat keine Angst vor der großen Geste und ist aus den Schuhen des Credibility süchtigen Staßenrowdys lang herausgewachsen. Er stand mit Marteria, Megaloh, Max Herre und Cro auf der Bühne, Drake hat ihn geprägt. Für Teesy läuft es richtig gut: iTunes Auszeichnungen als „Newcomer des Jahres“ und „Bestes R´&B Album“ schon mit seinem Debüt „Glücksrezepte“ 2014. Er war der erste deutsche Künstler, der eine exklusive iTunes Session veröffentlichen durfte. Glücksgefühle dürfte Teesy eine ganze Menge verspüren, er gilt als Cro des deutschsprachigen R`&B, wenn nicht sogar als der deutsche Justin Timberlake. Auf alle Fälle eine Stimme der Generation „Maybe“. Ausverkaufte Konzerte landauf landab; für Teesy geht es in die nächste Runde auf dem Swinging-Karussell des Erfolges. Sein Hafen ist das Label Chimperator, schon mal ein Garant für erfolgreiche deutsche Rapper und R´&B Protagonisten mit klugen Texten und tanzbaren, famosen Beats.

17 Hippies (D)

Zugabe

Aug
19
19:30

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Weils so schön ist, so luftig und so heiter spielen die Hippies wieder den Abschluss des Kulturzelt Sommers: Zugabe! Der Bandname? Geschenkt! 12 Köpfe, 137 Ideen und 1 Kuckuck. „Anatomy“ ist das 14te Album der 17 Hippies. Prägend ist der bewusst analog gehaltene Sound. Der Klang der akustischen Instrumente zeigt sich in vielfältigen Facetten von intimen Melodien bis hin zu schmissigen Bläser- und Streichersätzen. Die Lieder erzählen von kleinen Sehnsüchten und glücklich verregneten Sonntagen im März. Der klanglich-dynamische Sound ist ein wahres Fest.

Berliner Klabautermusik at their best! Gleichzeitig touren sie mit 12 Musikern seit Jahren weltweit und sind inzwischen in über 20 Ländern aufgetreten. Alles begann mit der Idee, Musik auf so einen kleinen gemeinsamen Nenner zu bringen, dass möglichst viele Musiker mitspielen können. Dass aus dem anfänglich losen Gefüge eine so feste Größe werden sollte – Mitte der Neunziger Jahre hätte dies niemand vermutet. Techno war angesagt und Akustikinstrumenten haftete Vergangenheit einer analogen Welt an. Der Weg von damals zu heute lässt sich nicht googeln. Allein die Bandmitglieder tragen das Geheimrezept des kreativen Miteinander bei sich. Ganz auf die einzelnen Musiker und ihr akustisches Instrumentarium abgestimmt, hat sich die Musik der 17 Hippies im Gesamtbild zu einem unverwechselbaren Sound verdichtet. Sie ist wandelbar und zieht gerade dadurch immer wieder aufs Neue in ihren Bann. Ihre Fans wissen darum. Und darum, dass das Spiel der 17 Hippies von Anfang an weit mehr war als Spielerei. Und auch um den sehr eigenen Geist, der dies alles umweht.

GoGo Penguin (GB)

Man Made Object

Aug
16
19:30

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Das Schlagzeug klingt wie eine explodierende Drummachine, Songs entstehen per Smartphone-App: das Pianotrio GoGo Penguin ist die Band der Stunde. Sie wurden für den Mercury Prize nominiert und das ist für eine Jazzband ungefähr so wahrscheinlich wie ein erfolgreiches Elfmeterschießen der englischen Fussball-Nationalmannschaft.

Spätestens seit GoGo Penguin 2014 mit “v2.0“ ein denkwürdiges Album veröffentlichten, gilt das aus Manchester stammende Akustik-Jazz- und Electronica-Trio GoGo Penguin als der heißeste Act der jungen britischen Jazzszene. Pianist Chris Illingworth, Bassist Nick Blacka und Drummer Rob Turner begeistern mit rasanten Break-Beats, ungemein einprägsamen Piano-Melodien, kraftvollen Basslinien und hymnischen Riffs. Zu ihren Einflüssen zählen die drei jungen Briten u.a. Aphex Twin, Squarepusher, Massive Attack, Brian Eno und John Cage, aber auch moderne klassische Komponisten wie Schostakowitsch und Debussy.” Manchmal stößt man auf ein Album, das einen verwundert innehalten lässt”, hieß es auf Spotify über GoGo Penguins zweites Album “v2.0″. “Die brillanten Aufnahmen dieses bemerkenswerten Trios aus Manchester, bei denen der Jazz auf Electronica trifft, gehören in diese Kategorie.” Das hat offenbar auch Don Was aufhorchen lassen, der GoGo Penguin auf dem Hamburger Überjazz Festival besuchte und ihnen dort prompt einen Vertrag anbot. “Wir sind wirklich begeistert, bei Blue Note zu unterzeichnen, einem der kultigsten Label der ganzen Welt”, freut sich das Trio. Als „Acoustic Electronica“ gilt die Musik des Trios. Will heißen: GoGo Penguin spielt avancierte elektronische Tanzmusik auf akustischen Instrumenten. Auf ihrem neuen Album „Man Made Object“ lösen sich technoartige Hymnen in befreienden Klanggewittern auf. Kategoriesysteme sind hier weder akkurat noch nützlich.

Faber (CH) & Fil Bo Riva (IT/D)

Sei ein Faber im Wind

Aug
17
19:30

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Faber ist der nächste heiße Newcomer aus der Schweiz. Spätestens auf dem Reeperbahnfestival 2015 waren alle wach, als Faber mit Band die Bühne betrat und mit kratziger rauer Stimme den Saal füllte. Faber will kein Stück vom Kuchen – er nimmt gleich die ganze Konditorei. Die Texte leben vom raschen Wechsel zwischen Heiterkeit und Melancholie, zwischen Ironie und frohem Tanz. Mit Sophie Hunger war Julian Pollina aka Faber auf Tournee: „Das waren jeweils über tausend Menschen und er hatte sie sofort in ihren Bann gezogen. Er muss nichts mehr werden. Er kann jetzt einfach nur machen,“ das war Sophie Hungers Rat. Das macht er nun, beschrieben als „22 Jahre jung, kräftiger Sänger, hartnäckiger Gitarrenspieler und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler.“ Diese Geschichten erzählt er auf Deutsch und deutlich, sie sind intelligent und kein bisschen moralisch, Fabers Helden sind coole Verlierer.

Live ist die Band aber auch brachial, „Akustik Punk“ nennen sie das. „ Zürich brennt nicht mehr, Zürich kauft jetzt ein.“ Er singt Hymnen auf die käufliche Liebe, über 13jährige, die Alkopops trinken und vom Vater wissen: „Wer zur Schule geht, wird arbeitslos.“ Von den ganzen Lorbeeren, die ihnen bisher zugedacht wurden, flechten sich andere einen Kranz und gehen in die Ferien. Faber aber feilt weiter an der Musik. Time is now. Behaltet diesen Mann im Auge – es wird ganz groß. Dabei heute abend: Fil Bo Riva. Drei Worte, drei Städte. Rom, Dublin und Berlin. Der junge Italiener wuchs in Rom auf und verbrachte seine Jugend in Irland. Sein erster Song war eine Hommage an Pete Doherty. Nun lebt er in Berlin; seine Musik verortet sich in Folk und Soul. Fil Bo Riva ist der Liebling der jungen urbanen Szene, in den letzten Jahren stand er unter anderem mit AnnenMayKantereit und Matt Corby auf der Bühne von Festivals wie Dockville, Reeperbahnfestival und Maifeld Derby.

Salif Keita (Mali) fällt aus!

Aug
13
19:30

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Leider müssen wir das Konzert von Salif Keita absagen. Der Sänger hat gesundheitliche Probleme. Eintrittskarten können an den Vorverkaufstellen zurückgegeben werden, an denen sie gekauft wurden.

Diese Stimme - manchmal gleitet sie wie im weitausholenden Flug dahin, dann scheint sie sanft in der Ferne zu verklingen, um dann urplötzlich anzuheben zu einem Schrei, der durch Mark und Bein geht. Salif Keita, 1949 in Djoliba, einem kleinen Dorf westlich der Hauptstadt Malis Bamako geboren, durchlebte eine schwere Jugend. Als Albino (in Afrika ein Zeichen des Unheils), war er von Kind auf ein Außenseiter und nur aufgrund der sozialen Stellung seiner Eltern konnte er überhaupt eine Ausbildung als Lehrer beginnen. Aber der Berufsausübung stand eine Sehschwäche entgegen. So vollzog er 1967 einen radikalen Bruch mit den Familientraditionen und wurde Sänger. Als ein direkter Nachkomme von Sundiata Keita, dem Mandika Herrscher, der das Königreich Mali im 13. Jahrhundert begründete. Seitdem ist viel Wasser den Niger hinabgeflossen. Über viele Alben ist Salif Keita seiner Vision von Gerechtigkeit, Liebe und Verständnis treu geblieben und begründete unter anderem die internationale Hilfsorganisation “SOS Albinos”. Er ist aber vor allem ein musikalischer Pfadfinder, dessen Offenheit gegenüber Kulturen anderer afrikanischer Länder und anderer Kontinente beispielhaft ist.

Wenn uns heute Klänge aus Afrika längst nicht mehr fremd erscheinen, dann ist das auch das Verdienst von Salif Keita. „ Die goldene Stimme“ gilt heute als bedeutendster musikalischer Botschafter Westafrikas. Unter seine außerordentliche Stimme legt sich ein dichter Klangteppich aus fesselnden Rhythmen, Bass, Keyboard, Cello und afrikanischen Instrumenten wie Kora und Talking Drums. Es ist ein verschwenderischer Stilmix, der Traditionen gleichermaßen achtet wie er sie in die weiterentwickelt.

Roachford (GB)

Encore

Aug
11
19:30

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Der britische Soulsänger indischer Abstammung, der schon mit „Cuddly Toy“, „Only to be with you“ und Mousse T große Chartserfolge feierte, hat sich in seiner Karriere stets als exzellenter Songwriter erwiesen. Er vertraut zu Recht auf die Kraft seiner Kompositionen: Musik, die ihre Wurzeln tief in dem Humus des Soul, des Rhythm`n`Blues und auch des Rock verankert. Roachford ist ein wahrer Soul-Gentlemen, ein makelloser Interpret, der die vergangenen drei Dekaden des Soul made in Britain eindrücklich geprägt hat. Sein jüngstes Album „Encore“ hat die Playlisten gestürmt. Auf Encore interpretiert Roachford Songs seiner musikalischen Vorbilder wie Stevie Wonder und Bill Withers. Dabei sind aber auch Lieder, die man auf den ersten Blick nicht ganz dem Soul zuordnet. „Under the Bridge“ von den Red Hot Chili Peppers und „This Year`s Love“ von David Gray. Spätestens hier wird klar, zu welcher musikalischen Spannweite sich Roachfords Können aufschwingt.

Seine genreübergreifenden Remixe beleben seit Jahr und Tag die internationale Clubszene. Roachford meint, er sei schon tanzend auf die Welt gekommen und könne auch eine Soul-Version von Beethovens fünfter Sinfonie arrangieren; es ist eben seine besondere Gabe. Denn wer seine Sinne offen hält, den bewahrt die kulturelle Vielfalt Londons vor musikalischer Eingleisigkeit. Roachford greift nach den Herzen seines Publikums und das wirft es ihm allzu gern entgegen. Der Song, in den Roachford keinen Soul legen kann, ist noch nicht geschrieben. Den elegant gewebten Teppich für den Gesang legt seine enorm groovende Band.

Roberto Fonseca (Kuba)

ABUC

Aug
10
19:30

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Wie der “Buena Vista Social Club”, dessen Mitglied er jahrelang war, ist auch Tastengenie Roberto Fonseca einer der musikalischen Exportschlager Kubas. Der in Havanna geborene Musiker hat als Solist längst eine internationale Album- und Konzertkarriere vorzuweisen. Unerschöpflich scheint das Reservoir und die schöpferische Energie dieses Menschen. Er flirtet mit Jazz, Jungle, drum’n’bass, Klassik und Soul und hat dabei doch die kubanische Musik wie kaum ein anderer studiert. Er liebt das perkussive Element und verleugnet an keiner Stelle die afro-kubanischen Wurzeln seines Spiels. Es ist nicht allein das musikalische Können, das das Spiel von Roberto Fonseca auszeichnet, es ist auch das Studium der an Zitaten reichen kubanischen Musik, ihrer vielfältigen Einflüsse und das Wissen um all jene Erkundungen, die geradewegs in die Zukunft führen.

Sein Debütalbum auf dem Impulse-Label heißt „ABUC“, das ist das Ananym (rückwärts geschriebene Wort) von CUBA! Und genauso wie er die Buchstaben seines Heimatlandes zusammenwürfelt, erschafft Fonseca hier auch ein buntes, mitreißendes, musikalisch aufwändiges Portrait Kubas. Zusammengehalten von seiner überbordenden Musikalität mischt der Grammy-nominierte Musiker die traditionellen Rhythmen Salsa, Mambo, Cha-Cha-Cha, Danzon und Bolero mit einer kräftigen Dosis Jazz, Bigband und einer Prise Hip-hop. Eine Kopfreise nach Kuba!

Roberto Fonseca, piano, keys, voc.; Ramses „Dynamite“ Rodriguez, drums; Adel Gonzales, perc.; Yandy Martinez, electric-, acoustic Bass; Javier Zalva, baritonesax, flute; Jimmy Jenks, tenorsax; Abrahan Aristilde, voc..

Die Höchste Eisenbahn (D)

Wer bringt mich jetzt zu den Anderen

Aug
9
19:30

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Endlich, die Höchste Eisenbahn macht in Kassel Station und hat viele neue Songs im Gepäck. „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ heißt ihr neues Album. Und das „geht zu Herzen wie sonst fast nichts in dieser Sprache“, meint auch die profunde ZEIT. Diese Band ist gesegnet mit gutem Händchen für Melodien, für kluge universelle Geschichten, und riesengroßen Refrains. Die Bandmitglieder Moritz Krämer, Francesco Wilking, Felix Weigt und Max Schröder basteln an ihrem quirligen Eisenbahnsound. Erst wird ins Blaue musiziert, der eine Akkord eine Schaukel, der andere eine Gewitterwolke. Aber dann kommen die Fragen: „ Wer legt die Leitungen durchs Meer? Wer bringt mich jetzt zu den Anderen?“

Alles endet in Liedern, warm, leicht und weit. Natürlich fährt hier Popmusik Geschichte mit. Die Lässigkeit von Fleetwood Mac oder der Optimismus von den Talking Heads etwa. Die Höchste Eisenbahn steht für eine erwachsene Popmusik die lustig verspielt ist. Das ist alles aus einem Guss, man kann sich drauflegen und treiben lassen, bis der Fluss ins Meer geht. Wir hören in der Musik Brass-Synthesizer und Drumpads, aber auch Bongos und Motown-Streicher. Die Höchste Eisenbahn erfindet durch Kombinieren und durch Schichten Calypso, Rock und Elektro. Musik, die sich aufschwingt und die Trampelpfade verlässt: es gibt immer noch schönere Harmonien, noch mutigere Wendungen. In den Texten geht es um die wesentlichen Dinge, also um Sehnsucht, Weltschmerz und die Suche nach dem wahren Ich. Es gibt reichlich Funkmeldungen aus jener Phase des Lebens, über die sich hartnäckig das Gerücht hält, sie sei die produktivste und lustigste Zeit, die dem Menschen zur Verfügung steht. Die Höchste Eisenbahn sind clevere Dichter und Musiker, hier wird Pop zur Aufforderung, das Leben als Paradoxon zu leben.

Maxim (D)

Das Bisschen was wir sind

Aug
5
19:30

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Vom Reggae zum Songwriter des Urban Pop – Maxim erobert die Charts und die großen Clubs. Seine Karriere begann mit Reggae Größe Nosliw; nach jeder Menge karibischer Beats kam die Metamorphose, das Album „Staub“ erschien in Kooperation mit Judith Holofernes. Inzwischen ist sein fünftes Album veröffentlicht: „Das Bisschen was wir sind“. Für die Single „Meine Soldaten“ erhielt der Sänger Gold und knackte längst die Millionengrenze bei youtube. Er singt und raunt mit seiner rauen, weichen Stimme Kleinode in die Welt.

Doch das livething ist das real thing….. Wenn Maxim die Bühne betritt, dann tut er es mit einer solchen ungeschützten Persönlichkeit, die fast atemberaubend ist. Er spricht, denkt und singt in fesselnden, klugen Bildern. „Ich schreibe keine Lieder mehr über Killefitz. Ich schreibe über Dinge, die mich wirklich berühren“. Da gibt es die leisen melancholischen Momente, denen Maxim seine Idee von kraftvollem, urbanem Pop entgegen setzt. Er produziert mit dem Produktionsteam von Max Herre „Kahedi“. Üppig und mutig ist die Musik. „Was wäre ich denn für ein Künstler, wenn der Zeitgeist meine Musik nicht prägen würde?“ fragt Maxim. Klassisches Songwriting steht hier neben loop- und samplebasiertem Experimentieren . Maxims bildreiche Sprache schwebt über treibenden Beats aus Piano- und Elektroklängen.

Maxim tritt mit breiter Brust auf: Willkommen im Club!

The Notwist (D)

Superheros, Ghostvillains + Stuff

Aug
3
19:30

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Erinnern wir uns: Kurs auf Uma. Abenteurer am Schienenstrang. Mit vollen Segeln… im Abendprogramm unserer Kindheit vermochten bereits die Titel der Kapitel einen Fahrtwind zu entfachen, in dessen Lauf wir uns auf ewig legen wollten. Seite an Seite mit Albatrossen, Möwen und anderen Seglern. Über einem Dreimaster kreisend, die Mannschaft an der Takelage im Blick. Dazu der Klang von Schalt- und Wendekreisrotoren, von Marimba und Kajüten Holz, von Musik im Fernglas. Und wäre das Schiff auch nur ein Robbenfänger namens „Ghost“ gewesen, in einer verfilmten Erzählung von Jack London, in der wir uns von lauter Schurken umgeben wähnten – für die Dauer eines Abends wäre die Flucht gelungen. Seit nunmehr drei Dekaden sind die Brüder Markus und Micha Acher in zahlreichen Inkarnationen und Interaktionen mit der Weilheimer und anderen Szenen wie auf Schnellbooten unterwegs – The Notwist bleibt das konstante Mutterschiff. Das vorliegende Album ist nun das Dokument der Live Umsetzung mit Andi Haberl, Max Punktezahl, Karl Ivar Refseth und Cico Beck, und das Dokument eines Abends: Aufgenommen im ehemaligen Lichtspielhaus UT Connewitz Leipzig, ist „Superheroes, Ghostvillains & Stuff“ ein hautnahes Konzerterlebnis in Triple Vinyl – und gleichzeitig das definitive The Notwist Album.

Zunächst als Wimmelbild, erleben wir diese Musik in seiner Gesamtheit als eine Möbiusschleife, die kein Oben und kein Unten kennt, kein Innen und kein Außen, weil ihr Außen das Innen und ihr Innen das Außen zugleich ist. Es ist eine Musik der Verschränkung und Versöhnung. Der auf Breitwand expandierte Pop und der experimentell krautige Jazz, der Geist der Aufklärung und die Verspieltheit des Barock, Minimal Music und die Avantgarde der Moderne, Dubverfahren und Hip Hop Techniken bis hin zu House Music – sie alle versöhnen sich hier in einer elegisch romantischen Verschränkung. Am Ende sind die Geister der Songs entfesselt, und die Band hat sich freigespielt.

Lambchop (USA)

The Hustle

Aug
2
19:30

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Lambchop mit ihrem Mastermind Kurt Wagner sind ein Phänomen. Alle Alben, so unterschiedlich und konzeptionell sie auch sind, werden vom Publikum und den Feuilletons gleichermaßen gefeiert. Einzige Konstante in der Musik ist Kurt Wagners rauchige tiefe Stimme. Und nun hat Kurt Wagner wieder ein Meisterwerk geschaffen: „Flotus“ setzt den entspannten Sound aus Nashville wagemutige Elektronik entgegen. Wagner hat seine Stimme gesampelt, reprocessed, dazu Prozessoren, Filter und Sequenzer genutzt. Die Band hat die Beats dazu gebastelt. Entstanden ist ein erstaunlicher, neuer Lambchop Sound, der natürlich immer noch nach Lambchop klingt. Allein die Songs: es beginnt mit einem 12 Minuten Lied und endet im epischen 18 Minuten Werk, so fein, so subtil und so voller generöser Zurückhaltung, es ist umwerfend. Der Song „The Hustle“ gehört sicher zum Schönsten und Besten, was Kurt Wagner in den letzten Jahrzehnten veröffentlicht hat. Die Alternative-Country Band schmirgelt an der amerikanischen Musiktradition und „Flotus“ ist eines der schönsten Alben des letzten Jahres. Warum? „Weil die Musik sich einem so schmeichelnd schön über die nervösen Gehirnwindungen legt. Weil sie einen schärft für die Kämpfe, die da kommen mögen. Weil sie einem alle Schubladen und Türen und Fenster im Denken aufreist.“ Süddeutsche Zeitung. Ein Lob der Deradikalisierung, ein Aufruf zur Entgrenzung von einer der besten Bands der USA.