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Archiv für Februar 2018

Kat Frankie (D/AUS)

Bad Behaviour 2018

Aug
18
19:30

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Sie mag es „messy“, sagt die Australierin Kat Frankie: unaufgeräumt, überbordend und reich; und so verschwenderisch klingt auch ihre Musik. Dunkelbuntes Songwriting und heller Mainstream-Pop, für Kat Frankie nur zwei Seiten einer Medaille. Zu Beginn ihrer Karriere, die in Berlin begann, war die Musik vom melancholischen Tonfall des Songwriter-Pop geprägt, „aber ich wollte niemals nur das traurige Mädchen an der Gitarre sein“, so Kat Frankie. Das war sie auch nie, nicht zuletzt wegen ihrer zahlreichen Seitenprojekte. So spielte sie die Gitarre in der Band von Olli Schulz, komponierte mit Get Well Soon die Titelmelodie für die Talkshow „Schulz und Böhmermann“ und trat 2016 mit ihrem Duo Keøma beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an. Kat singt auch gern mit Tim Neuhaus und Clueso.

„Bad Behaviour“ heißt ihr neues und viertes Album; man kann darauf sämtliche Qualitäten ihrer Musik wiederfinden. Und merkt doch zugleich, wie Kat Frankie erneut einen Schritt weitergegangen ist: So furchtlos und virtuos hat sie die „dunklen“ und die „hellen“ Seiten ihrer Musik noch niemals ineinander verspiegelt; so viele Überraschungen gab es bei ihr noch nie zu hören: Huch, was ist denn das für ein Rhythmus? Wo kommt dieses irre Power Riff her? Und diesen strahlenden kalifornischen Hippie-Chor, der da im Hintergrund jubiliert – hat sie den wirklich ganz allein mit einer Loop Station eingesungen? „ It’s so much fun“ – großer Pop, großes Glück.

Manu Delago (AT)

Handmade

Aug
23
19:30

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Sein Instrument sieht aus wie ein Doppel-Wok: Das Hang hat den Tiroler zum Star gemacht. Der ebenso virtuose wie gefeierte Hang- und Percussion-Spieler, Produzent und Komponist Manu Delago stellt sein neues Album vor: Mit „Handmade“ dringt der für seinen einzigartigen musikalischen Ansatz gefeierte Musiker in neue Klangregionen vor, produziert wurde das Album von Matt Robertson ( Björk, The Prodigy). Er erkundet dabei die intensive Dynamik des Ensembles inclusive Vocallinien . Millionenfach angeklickt sein Hang-Solo „Mono Desire“ und unter den Top 30 auf Youtube. „Ich wollte Klanglandschaften kreieren, die elektronisch klingen, dabei allerdings komplett live eingespielt sind und sich dementsprechend auch organisch und menschlich anfühlen“, so der Kommentar von Delago. Zwischen treibenden Rhythmen und verspielten Texturen mäandert Manu Delago mit seinem Ensemble. Die Musik ist voller Überraschungen und schier überbordender Kreativität.

Die Bühne wird er mit seinen Langzeitkollaborateuren Isa Kurz (vocals, violin & keys), Alois Eberl (posaune & akkordeon) und Chris Norz (beats & timpani) teilen. Vier Musiker im ausgeklügelten Zusammenspiel versprechen ein audiovisuelles Erlebnis zwischen treibenden Rhythmen und sphärischer Klangschönheit. Die Virtuosität und Vielfältigkeit des multiinstrumentalen Ensembles verheißen für dieses Konzert einen freudigen Pflichttermin!

Im vergangenen Jahr eröffnete Manu Delago die Kasseler Musiktage, das Publikum hat noch heute leuchtende Augen beim Erinnern. Im Kulturzelt stellt er sein aktuelles Bandprojekt “Handmade” vor.

Von Wegen Lisbeth (D)

support: Panda Lux

Aug
7
19:30

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Von Wegen Lisbeth, die fünf Jungs aus Berlin, beschreiben ihre Musik als Indie-Pop. Größtenteils wohl, weil sich dahinter alles verbergen darf. Wie soll man deutschsprachige Musik denn auch nennen, zu der neben der klassischen Gitarre-Schlagzeug-Bass-Instrumentierung auch ein Regenbogenachttästler (buntes Metallophon, empfohlen ab drei Jahren), ein japanisches Omnichord (elektrische Harfe, Wert 2,50€) oder eine Steeldrum (vergleiche: chinesische Wokpfanne) gehört? Dazu die feinsinnigen Texte von Sänger Matze, stets irgendwas zwischen bitterer Ironie, Großstadtmelancholie und brutaler Punchline. Außerdem immer lakonisch pointiert – und natürlich immer über Mädchen …

Nachdem Von Wegen Lisbeth in ihrer Heimatstadt jeden Club bespielt hatten, wollten sie raus in die große, weite Welt. Ähnlich wie Frodo Beutlin, der plötzlich Besuch von Gandalf bekommt, fanden die Jungs es zwar im heimischen Berlin ganz gemütlich, ließen sich aber schließlich von AnnenMayKantereit dazu überreden, mit den Kölnern quer durch die Republik, Österreich und die Schweiz zu touren. Neben einigen unvergesslichen Konzerten, von denen die meisten jedoch dank Freigetränken letztendlich doch vergessen wurden, erspielte sich die Band eine beträchtliche Fangemeinde. So ging es nach zahlreichen Festivals schließlich im Herbst 2015 auf die erste eigene Tour. 2016 folgt das Albumdebüt „GRANDE“ und schließlich die fulminante „Hallo Dispo“ Tour. Dem Geheimtipp-Status ist die Band definitiv entwachsen, ihre Konzerte landauf, landab ausverkauft. Sie sind die Shootingstars der deutschen Indie-Szene.

Überraschung:
Panda Lux (CH) eröffnen das Konzert!
Wer sie schon einmal live gesehen hat, versteht, warum Radio SRF 3 Panda Lux zum Best Talent ernannt hat. Seit über zehn Jahren machen die Jungs aus der Schweiz
– in wechselnder Formation – zusammen Musik, nun ist das Debütalbum «Versailles» erschienen und das Quartett tourt landauf, landab damit die Festivalbühnen.
Nun hat die Band Tempo aufgenommen. Vor ein paar Tagen kam die brandneue EP „Zoo“ heraus, und die hat es in sich. Fünf Tracks, die nicht weniger sind als fünf Beweise dafür, dass es auch 2018 noch echte Gitarrenbands braucht. Fünf Liebeserklärungen an die Experimentierfreude, fünf Songs die zeigen, dass Gitarrenmusik sich auch in der orientalischen und elektronischen Musik bedienen darf.

17 Hippies (D)

HippieHausTanz 2018

Aug
25
19:30

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Ende des Jahres bringen die 17 Hippies ein neues Album heraus - und die Kasseler haben das Privileg, einen Vorgeschmack davon zu bekommen! Zugabe!

Denn … die 17 Hippies sind wie ein guter Wein, reif im Geschmack, erfahren und voll sommerlicher Frische, von der sich herrlich ein Schluck nehmen lässt – bis zum Rausch!
Über 20 Jahre lang ist die Berliner Band unterwegs. Kaum ein Land, in dem sie bisher nicht aufgetreten sind. Die letzten Jahre sind sie auffällig grooviger geworden und bringen ihre Diversität gezielt und gekonnt spielerisch auf den Punkt. Schlagkräftig, ideenreich und immer wieder überraschend kommen die 13 Musiker daher.

Die Kunst sich zu entwickeln - das sind die 17 Hippies. Sich nicht zurücklehnen, stetig weitersuchen, neugierig sein, alles hinterfragen . Es ist ein sehr eigener Geist, der diese luftige Musik umwebt. Die Anarchie zelebrierende musikalische Anfangszeit klingt weiterhin durch – die Dauerbrenner sind wahre Glanzstücke und stehen in stilsicherem Kontrast zu Songs und Chansons in Rock’n’Roll-Attitüde. Gekrönt von symphonisch improvisierten Einwürfen ergibt dies ein Abbild von modernstem Weltenklang.

Das neue Album der 17 Hippies erscheint zum Jahreswechsel 2018 / 2019. Die Erwartung an das Neueste vom Weltenklang-Rock’n’Roll aus Berlin ist hoch! Und wir sind sehr neugierig.

Nils Landgren All Stars (SE/USA)

Some other Time – A Tribute to Leonard Bernstein

Aug
24
19:30

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Nils Landgren inspiriert uns im Denken über Musik stets aufs Neue. Er kann die traurigen Volkslieder seiner Heimat mit zu Tränen rührender Innigkeit spielen, er kann mit seiner „Funk Unit“ den ganzen Saal zum grooven bringen, stand mit allen Größen des Jazz und Soul auf der Bühne – von einfühlsamen Jazz-Balladen, krachenden Funk-Stücken bis zu schwedischer Volksmusik – Landgren ist ein Mann fast ohne musikalische Grenzen. Er liebt Bach sowie die Weite und Unbegrenztheit des Meeres – sein Spiel offenbart etwas von dem besonderen Mythos Skandinaviens. Nun also sein Tribut für Leonard Bernstein, der in diesen Tagen 100 geworden wäre und bei dem man auch nicht entscheiden mag, ob die Hommage in der Klassik oder im Jazz zu verorten ist. Verstärkung hat sich Nils diesmal mit der großartigen US-Sängerin Janis Siegel (The Manhattan Transfer) geholt. „Es ist eine Hommage, die Leonard Bernstein Tränen in die Augen getrieben hätte“, schreibt die FAZ über das Projekt. Freudentränen natürlich. „Some other Time“ ist Nils Landgrens musikalischer Rückblick auf das Wirken eines der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Als Kontrast zur heiser flüsternden Stimme Landgrens ist Janis Siegel mit ihrem klaren Gesang der Besetzungsclou.

Nils Landgren ,tb, voc.; Janis Siegel, voc.; Jan Lundgren, piano; Lisa-Rebecca Wulf, bass; Rasmund Kihlberg, drums.

Mogli (D)

The Cryptic Europe Tour

Aug
22
19:30

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Moglis Musik ist vertonte Freiheit, ein musikalisches Roadmovie. Auf einem ausgedehnten Trip durch Amerika, mit Hund, Gitarre und Klavier in einem umgebauten Schulbus ist ihr zweites Album „Wanderer“ entstanden. Das erinnert zuweilen an Daughter und Ben Howard aber auch an Massive Attack und passt zur epischen Weite des Kontinents. Die hat die Sängerin mit dem Regisseur und Freund Felix Starck auch in dem Kinofilm „Expedition Happiness“ eingefangen. Eine wunderbare Dokumentation zu ihrer Reise von Alaska bis Mexiko. Nachdem ihre erste Tour im vergangenen Jahr restlos ausverkauft war, geht Mogli nun auf große Europatournee. „Wanderer“ stieg ohne Label in die Album Charts ein. Schon für ihr erstes Album „Bird“ gewinnt sie den VUT Indie Award als beste Newcomerin. Ihre folkigen Songs setzt sie manchmal nur leise mit dem Klavier in Szene, dann wieder gibt es mutige Drums, Percussion und Paukensounds zu hören. Selima Taibi aka Mogli ist ein Kreativ-Multi: im zarten Alter von elf Jahren fährt sie zum Vorsingen an die Oper und wird engagiert, mit dreizehn wird sie Mitglied eines Schauspielensembles. Sie ist ein Gesamtkunstwerk aus Bildern, Klängen und Talenten. „Zu meiner Existenz wird wohl immer Musik gehören“, sagt sie. Und dann gibt es ja immer auch die andern Künste, die Mogli kann. Neben der Musik und dem Freisein. Von Mogli wollen wir noch ganz viel hören!

Kinga Glyk & Band (PL)

Dream

Aug
17
19:30

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Diese junge Bassistin ist das Internet Phänomen schlechthin. Was Andere im Pop und Mainstream Bereich vorgemacht haben, ist im Jazz beispiellos. Und plötzlich ist sie da, eine Vollblut-Musikerin, hochtalentiert, deren Internet Klickzahlen durch die Decke schießen. Kinga Glyk ist mit ihren 20 Jahren nicht nur die einzige Frontfrau einer Jazzband in ihrer Heimat Polen, sondern die derzeit größte Jazz-Sensation auf allen sozialen Netzwerken europaweit. Ihren E-Bass spielt sie mit der Fingerfertigkeit einer Gitarristin Eric Claptons. Sie ist cool und dabei so hingebungsvoll. Ihre Karriere begann mit 12 Jahren, als Ihr Vater, selbst Schlagzeuger , ihr Talent entdeckte und sie zum Mitglied des Glyk Familientrios PIK machte. Heute – mit ihrem dritten Album „Dream“ und vielen Konzerten im Rücken – ist die junge Frau ein Star in ihrem Land und erobert nun die europäischen Club- und Festivalbühnen.

Auf dem Programm von „Dream“ stehen überwiegend eigene Kompositionen, darüber hinaus eine Duo-Version von Glyks Viral-Hit „Tears In Heaven“, außerdem „Teen Town“, eine Verbeugung vor dem Maestro der Bassgitarre Jaco Pastorius. Es geht viel um Groove, um Spaß, aber auch darum, über die Musik ein persönliches Verhältnis zu den Hörern aufzubauen: „Musik ist für mich mehr als nur ein Klang. Musik ist für mich eine große Reise. Ich mache das, was ich liebe, und es ist wunderbar!“

Kinga Glyk, bass; Irek Glyk, drums; Rafal Stepien, piano

Candy Dulfer (NL)

Funked up!

Aug
16
19:30

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Funk, Soul, HipHop: Candy Dulfer kann das alles erstklassigst und hypermodern. Ihre Auftritte sind erstaunliche Erlebnisse. Diese Frau hat hemmungslose Power, im Kopf und in den Beinen und einen unbändigen Spaß daran, mit Konventionen zu brechen.

Mit 13 Jahren wirkte sie an ihrer ersten CD Veröffentlichung mit und mit 18 Jahren nahm sie ihr erstes eigenes Album auf. Candys Discographie weist inzwischen über 60 Titel auf. Ihren Weg begleiten Charlie Parker, Aretha Franklin und Prince, die Richtung gab die Saxophonistin immer selbst vor. «When I need sax, I call Candy», wird Prince bekanntermaßen gerne zitiert. Wie recht hat er: Wer die holländische Saxofonistin und Sängerin Candy Dulfer meint, spricht von Funkexplosionen, Soul oder R&B, druckvoll gespielt von einer kompakten Band. Ende der Achtziger Jahre an der Seite von Dave Stewart (Eurythmics) mit dem Hit «Lily Was Here» geradezu kometenhaft aufgestiegen, schaffte sie mit dem Album «Saxuality» den internationalen Durchbruch endgültig. Seither ist und war die überaus sympathische Holländerin weltweit als Botschafterin des Funk unterwegs, nicht nur an der Seite von Prince, Pink Floyd, UB 40, sondern auch von Van Morrison, Alicia Keys oder auch Beyoncé spielt sie sich in die erste Liga. Mit ihrer Band „Funky Stuff“ spielt Candy Dulfer auf den Bühnen dieser Welt eine zündende Melange aus punktgenauem Sax-Spiel mit smoothen Funkzugaben. Funk it up Candy!

Curtis Harding (USA)

support: Jeangu Macrooy

Aug
15
19:30

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Was eine Stimme! Curtis Harding wird als einer der besten Soul-Sänger der zeitgenössischen Generation gefeiert. Aus jedem seiner Songs, die er mit seiner Band präsentiert, schreit geradezu die Informiertheit über sechzig Jahre amerikanische Soul-Musik und ihrer Spielarten heraus. Als Kind hat er im Gospelchor gesungen, dann spielte der 39-jährige Curtis Harding in Punk- und HipHop Bands.

Verfallen ist der Muliinstrumentalist aus Atlanta dem Soul der 60er und 70er Jahre, Marvin Gaye und Curtis Mayfield. Er schickt sich aber keineswegs an, diesen nachzubauen, er bringt ihn auf den neuesten Stand. Harding nimmt seine Mission sehr ernst und erfüllt sie mit Bravour. Schon mit seinem Debüt begeisterte Curtis Koryphäen wie Iggy Pop und Jack White. Mit „Face your Fear“ wollte der Musiker ein Album aufnehmen, das so klingt, als hätten alle seine musikalischen Helden daran mitgewirkt. Da wären Serge Gainsburg, Al Green, die Rolling Stones und Lee Moses zu nennen. Diese Einflüsse kombiniert Harding mit seiner eigenen vielfältigen Vergangenheit und heraus kommt seine Version von Soulmusik. Eine klare, knackige Musik ist hier entstanden, produziert von Danger Mouse und Sam Cohen. „Danger Mouse ist der Martial-Arts-Meister und wir sind die Grashüpfer“ sagt Curtis und wie vorteilhaft: der gemeinsame Musikgeschmack bringt facettenreich geschliffene Songs zutage; aus dem Vollen zu schöpfen kann ja manchmal auch von Vorteil sein.
Im Vorprogramm tritt Jeangu Macrooy auf, Songwriter und Sänger mit einer ungemein warmen, souligen Stimme. Mit seinem Debut-Album enterte er auf Anhieb die niederländischen Pop-Charts und wurde von der Presse gefeiert: “He’s only 23, but has a soul veteran-like depth in his voice.”

Kettcar (D)

Ich vs. Wir

Aug
12
19:30

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Nach einer Pause und Soloausflügen von Marcus Wiebusch sind Kettcar wieder da! Sie kommen mit Pauken und Trompeten, Fäusten und Megaphonen, dem Kettcar-typischen robusten Pop- und Rocksound und mit neuen in Songs gegossenen Ausrufezeichen. Musiker können sich ja auch die Zeit nicht aussuchen, in der sie leben, aber das, worüber sie singen. Mit „Ich vs. Wir“ ist Kettcar ein Album gelungen, das Stellung nimmt und scharfe Konturen zeichnet. Es geht um Menschen, die ihre Weltverzweiflung mit Second-Hand-Gefühlen zu lindern suchen: Am Flughafen, wo sich die Wartenden in die Arme fallen, lebendig beobachtet denkt man – bis der größere Bezug hergestellt wird; diese Menschen sind „keine Meute“, es sind „unsere Leute“. Wenn das nächste Mal jemand „Gutmensch“ sagt, wollen Kettcar „Den Revolver entsichern“. Die Band wendet sich „an die ganzen guten Geister, die Romantiker der Welt, der mitfühlenden Seelen und was uns noch zusammenhält“.

Kettcar wehren sich mit ihrer Musik gegen Ego-Zynismus und „Ich vs. Wir“ ist eines der engagiertesten deutschen Alben der letzten Zeit, es ist kraftvoll, hymnisch, selbstverständlich politisch. Die Band will die Verhältnisse mit radikaler Empfindsamkeit zum Tanzen bringen; ein Statement für gesellschaftliche Integrität und Empathie legen sie hier vor. Kettcar stellen sich den Themen unserer Zeit und machen ein dissidentes Album mit einer Botschaft, die aktueller nicht sein kann: Menschlichkeit ist nicht verhandelbar! Dem ist nicht genug zu danken! Markus Wiebusch, voc., git.; Eric Langer, git.; Reimer Bustorff , git.; Lars Wiebusch, keys.; Christian Hake, drums.

Deine Freunde (D)

Keine Märchen Beginn: 16.30 Uhr

Aug
11
16:30

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Deine Freunde leben in einem steinernen Turm hinter den sieben Bergen, essen von einem Tisch, der sich selber deckt und bedienen sich zum Dessert gerne an den Eigentums-Lebkuchenhäusern der Nachbarschaft. Alles Märchen? Nein! Keine Märchen – so heißt das vierte Album von Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Limscheck, der coolsten Kinderband der Welt. Deine Freunde stehen live für eine ausgeklügelte Bühnenshow, wummernde Bässe, knallharte Popmelodien und Texte auf Augenhöhe. Sie singen, sie rappen und rocken die Bühne. Wollten die Hamburger sich anfangs allein mit den Kindern verbünden, besteht ihr Publikum heute zur Hälfte aus amüsierwilligen Erwachsenen. Alles mit straightem Rap, Electrobrettern und Funk. Kindermusik muss nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger daherkommen und niedlich muss sie schon gar nicht sein, kein Kleinkind-Sprech, keine summenden Bienen und tapsenden Bären nerven hier. Natürlich geht es um die wichtigsten Fragen des Familienlebens: Was denkt eigentlich der Matsch vor der Tür? Und was zur Hölle ist eine Fontanelle? – Zeit für frischen Wind im Kassettenrecorder oder auf dem USB-Stick. Die drei Jungs haben den „allerbesten Job auf der Welt“: „Unsere Konzerte, die folgen einer Logik – wir legen großen Wert auf Bewegungspädagogik – springen hoch, hoch wie nie – lernt mit rappen, das ist die Logopädie.“


Gisbert zu Knyphausen (D)

Das Licht dieser Welt

Aug
10
19:30

Gisbert zu Knyphausen 2017

Sieben Jahre! Das muss man sich mal vorstellen, was das in Stunden, Nächten, Atemzügen ist. Auf jeden Fall eine Menge Zeit ohne neue Lieder von Gisbert zu Knyphausen. Vor sieben Jahren ist sein letztes Album erschienen, jetzt kommt das neue, es heißt „ Das Licht dieser Welt.“ Jetzt erstmal Freude, dass er wieder da ist, denn einen wie ihn gibt’s da draußen nicht, wo seit Jahren immer mehr Musiker auf Deutsch singen, aber eben nicht wie Gisbert. Bei Gisbert war das schon immer ganz wunderbar anders. Seine Poesie weitet den Blick, seine Melancholie neigt sich ins Licht, und bei all dem Schmerz und all der Sehnsucht ist da immer auch Hoffnung, dieses wunderbare Weiter.

Also: neues Album, zwölf neue Stücke, großes Hallo, altes Glück und ein paar Überraschungen. Es gibt zwei Songs mit englischen Texten und einen, der hat keinen. „Das Licht dieser Welt“ ist ein Lied, das man jedem neuen Menschen vorsingen möchte, eine Liebeserklärung an jede neue Existenz. „Kommen und Gehen“ handelt vom Sterben, Stadt Land Flucht, und in „Cigarettes & Citylights“ geht’s um die rasende Sehnsucht danach, irgendwo anzukommen. Andere hätten daraus eine Hymne auf die Heimat gemacht, aber Gisbert will niemanden verarschen, er lässt einen angenehm unangenehm berührt zurück mit der Zeile: „that you can crawl in and then call it your home. Your home.“ Toll! Wie überhaupt alles hier. Wie sich Licht und Schatten abwechseln, als würden die Wolken über den Himmel jagen. Auch musikalisch hat sich einiges geändert. Die Musik ist offener geworden, vielseitiger. Gisbert hat neue Musiker um sich geschart und das Korsett des Liedermachers vollends gesprengt, es sind weniger Gitarren zu hören, dafür Vibraphone, Posaunen, Trompeten, Synthesizer und ein Klavier.

FIVA x JRBB (D)

Keine Angst vor Legenden

Aug
9
19:30

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FIVA ist der Blumentopf unter den deutschen Rapperinnen. Und FIVA ist der Sonnenschein unter den dunkel artikulierten Rüpelrappern, die sich draußen mit ihren Gangs tummeln. Nina Sonnberg nimmt Poesie und macht Musik daraus. Dabei hat sie keine Angst vor Deepness, mit der steckt sie unter einer Decke. Sie rappt und freestylt sich durch die Konzerthallen und kann (fast)alles. Ob als Rapperin, Dichterin, Autorin, Poetry Slammerin, Moderatorin, zuletzt sahen wir sie gemeinsam mit Rocky Schamoni die VUT-Indie-Awards moderieren. Mit JRBB aka Jazzrausch Bigband rappt sie sich grandios durch Pop, Jazz, Soul und HipHop, dabei hat sie keine Angst vor Legenden. JRBB besteht aus einer Crew von 20 Musikern und DJ Radrum; ein klanggewaltiges Konzerterlebnis, das neue Maßstäbe für HipHop Livekonzerte setzt. FIVA ist keine baggyhosentragende Rapperin, die auf fiesen Beats reimt. Die deutsche Poetry-Slam-Siegerin und Grimme-Preisträgerin bringt ihre Botschaften lyrisch und voller Freude in die Welt. FIVA x JRBB, das ist ein inspirierendes und facettenreiches Konzerterlebnis; eine wundervolle Reise zu immer neuen Abenteuern.

Jake Bugg (GB)

Solo Acoustic Tour

Aug
8
19:30

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Mit 12 schnappte er sich die Gitarre und begann eigene Songs zu schreiben. Nach einer kurzweiligen Banderfahrung entschließt sich das Brit-Pop-Wunder zum Alleingang: „Ich wollte eigentlich schon immer mein eigenes Ding durchziehen“. Hellhörig wurde die Musikwelt nach Jake Buggs Auftritt auf dem Glastonbury Festival. Noel Gallagher und die Stones verpflichten den jungen Mann für ihre Tourneen. Sein selbstbetiteltes Debütalbum landet auf der Pole Position der englischen Charts. Nach drei weiteren Alben und unzähligen Konzerten auf der ganzen Welt zählt Jake Bugg zu den Aushängeschildern der britischen Popmusik. Bei seinem jüngsten Album „Hearts That Strain“ arbeitete Jake unter anderem mit Dan Auerbach, dem Sänger von „The Black Keys“ und Musikern des legendären American Sound Studios zusammen. Das Album entstand in Nashville; „ Es war eine verrückte Stimmung, aus England zu kommen und diese absoluten Legenden zu treffen und mit ihnen Songs aufzunehmen“. Es entstand ein Werk, das das Beste aus britischem Songwriting und US-amerikanischer Südstaaten Grandezza Bereithält. Nun kommt er, nur mit der Gitarre bewaffnet, in seinem „Solo Acoustic“ Projekt auf die Bühne und präsentiert uns seine Songs in jener Version, in der sie vermutlich entstanden sind. Jake Bugg findet immer seinen Weg, vierundzwanzig Jahre ist er jung, seine Musik atmet die große Historie der Singer/Songwriter Kunst. Verlaufen hat er sich nie.

Faber (CH)

Sei ein Faber im Wind

Aug
5
19:30

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Faber ist der heißeTyp aus der Schweiz. Spätestens auf dem Reeperbahnfestival 2015 waren alle wach als Faber mit Band die Bühne betrat und mit kratziger rauer Stimme den Saal füllte. Faber will kein Stück vom Kuchen – er nimmt gleich die ganze Konditorei. Beschrieben als „22 Jahre jung, kräftiger Sänger, hartnäckiger Gitarrenspieler und leidenschaftlicher Geschichtenerzähler.“ Diese Geschichten erzählt er auf Deutsch und deutlich, sie sind intelligent und kein bisschen moralisch, Fabers Helden sind coole Verlierer. Live ist die Band aber auch brachial, „Akustik Punk“ nennen sie das. „ Zürich brennt nicht mehr, Zürich kauft jetzt ein.“ Er singt Hymnen auf die käufliche Liebe, über 13jährige, die Alkopops trinken und vom Vater wissen: „Wer zur Schule geht, wird arbeitslos.“ Faber ist keiner, der über das Leben singen würde, ohne überhaupt gelebt zu haben. Das macht seine Musik so wertvoll.

Wir leben in verlogenen Zeiten. Und deshalb brauchen wir jetzt unbedingt ein Album, das mit folgenden Worten beginnt: „Es ist so schön, dass es mich gibt“. Also Musik, die sagt: Erzähl mir doch nichts! Infantile Poesiealben-Weisheiten, Kalenderblattphilosophie – alles Quatsch! „Bleib dir nicht treu“, „Sei niemals du Selbst“ und vor allem: „Halt dich an keiner Regel fest“. Ganz klar: Faber ist keiner für Leute, die bei Faber an Sekt denken und Max Frisch nie gelesen haben. Insofern stimmt es auf jeden Fall: Es ist wirklich schön, dass es ihn gibt. Von den ganzen Lorbeeren, die ihnen zugedacht wurden, flechten sich andere einen Kranz und gehen in die Ferien. Faber aber feilt weiter an der Musik. Time is now. Behaltet diesen Mann im Auge – es wird ganz groß.

Bukahara (D)

Phantasma

Aug
4
19:30

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Bukahara sind ein Juwel in der deutschen Poplandschaft. Eine Band. Vier Musiker. Drei Kontinente. Stimmen und Songs, die eine geradezu magische Anziehungskraft erzeugen. Das Konzept ist das gezielte Durchbrechen von musikalischen Grenzen, um den unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und Identitäten innerhalb der Band Gehör zu verleihen. Bukahara vereinen die Freude am Mischen von Stilen mit den instrumentalen Fähigkeiten ausgebildeter Musiker. So entsteht eine weltläufige, entspannte, aber dennoch raffiniert gespielte Popmusik, die in Deutschland selten zu hören ist. Mit dem Einsatz von Geige, Kontrabass, akustischer Gitarre, unterschiedlichster Perkussion und Posaune sorgen Bukahara für eine exzentrische Note in Folk, Weltmusik und Pop. Da erklingen zwischen Gypsy-Jazz, Balkan-Sound und Swing auch Songs, wie sie die frühen Mumford & Sons geschrieben haben könnten. Da bestimmt schon mal eine Geige die Harmonie, eine Posaune probiert sich als Tuba und dann, auf einmal, sitzt der singende Gitarrist hinterm Schlagzeug. Es ist der Impuls, der den Sound regiert – und der damit das Herz der Hedonisten unter den Musikfans höher schlagen lässt.

Bukahara widersetzen sich dem digitalenTrend und bleiben analogen Klängen treu –authentisch, verwegen und gewitzt scheinen sie im Handumdrehen mit Ihrem Publikum zu einem schwingenden Ganzen zu verschmelzen - “denn wenn wir spielen, dann wird getanzt”. Angeblich stammt der Bandname von einem betrunkenen bulgarischen Akkordeonspieler in Slovenien. Das haben Bukahara zumindest mal in einem Radio-Interview erzählt. Und dann muss es ja stimmen….

Moop Mama (D)

M.O.O.P.topia Tour 2018

Aug
3
19:30

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„Urban Brass“ nennen Moop Mama ihren Stil. Sieben Bläser, zwei Schlagwerker und ein MC werken hier. MC Keno rappt über Politik und verbeulte Zwischenmenschlichkeiten. Moop Mama ist physisches Entertainment, HipHop als Erfahrung. „Live sind wir ein Brett, wenn wir alle auf derselben Welle reiten, dann gibt es kein Halten“. Stimmt. Dabei sind die Texte aber von dauerhafter Schönheit. Es geht um die feinen Schattierungen des Daseins ebenso wie um die großen Widersprüchlichkeiten unserer Zeit. Ein poetisches Panoptikum zwischen Individuum und Gesellschaft. Ein denkbarer Ort – eine „M.O.O.P.topia eben. HipHop, Bläsersounds und Kenos Sprachgewalt; das bewegt die Hüften aber auch die Köpfe. Die Band hält das Gleichgewicht zwischen Party und Message, zwischen Underground und Mainstream derart geschickt, das macht ihnen so schnell keiner nach. Bekannt wurde die Band durch ihre unangemeldeten Guerilla Gigs auf öffentlichen Plätzen, inzwischen sind sie auf den großen Festivalbühnen mit ihrem live Spektakel zu Hause. Deichkind, Fettes Brot, Jan Delay, alles Fans. Und wir sowieso und ihr spätestens ab heute abend.

Nightmares On Wax (GB)

Shape The Future

Aug
2
19:30

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Eine der größten Ikonen, die das Kult-Label Warp Records in den letzten 25 Jahren hervorgebracht hat, meldet sich zurück: Electronica-Pionier Nightmares on Wax mit neuem Album „Shape The Future“. Noch immer steht der Name Nightmares On Wax für eine einzigartige Mischung aus Hip-Hop und Soul, aus Dub und Club-Sounds – und auf „Shape The Future“ klingt diese nun schon über Jahrzehnte hinweg perfektionierte Gratwanderung so flüssig und schlüssig wie nie zuvor. Sie breiten den Klangteppich einer farbenprächtigen Zukunft aus. Inspiriert von zahllosen DJ-Sets und Studio-Sessions in ganz unterschiedlichen Ecken der Welt, untermauert Nightmares On Wax mit diesem neuesten Sound-Update abermals eine Ausnahmestellung in der elektronischen Musiklandschaft. „Die Arbeit an ‘Shape The Future’ war in vielerlei Hinsicht eine Reise“, so Mastermind George Evelyn. „Eine Reise in mein Inneres und eine Reise um den gesamten Erdball. Man ist jeden Tag ein neuer Mensch, insofern könnte ich so oder so nie dasselbe Album noch einmal machen – der ganze Ausdruck verändert sich. Und ich habe dieses Mal viel mit anderen Musikern gearbeitet und mit viel Orchestrierung. Sehr viel satter klingt das Ergebnis daher. Ich entdecke mit jedem Album etwas Neues und zugleich spiegelt es den Ist-Zustand wider: Als Spiegel, der mir zeigt, wo ich über einen gewissen Zeitraum stehe im Leben. All das inspiriert mich, prägt meine Weltsicht, meine Sicht auf die Dinge…“ Eine wunderbare Balance aus Yin und Yang.

Fink (GB)

Resurgam

Aug
1
19:30

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Resurgram – „Ich werde wiederauferstehen“ - ist das sechste Album von Fink. Ein experimentierfreudiger Katalog wird hier fortgeschrieben, der mit dem Debüt „Fresh Producer“ begann und zuletzt in den schönen Gedankenspielen von „Hard Believer“ mündete. Finks live Qualitäten sind legendär, ob sie nun einen intimen Club spielen oder die Festivals rocken. Fink zählt neben Kollegen wie José Gonzalez oder Bright Eyes zur Speerspitze der Neo-Folk und Singer/Songwriter Bewegung. In den vergangenen Jahren hat Bandleader Fin Greenall gemeinsam mit Guy Whittaker (bass) und Tim Thornton (drums) unzählige Konzerte gespielt, unter anderem mit Zero 7 und Massive Attack.

Es ist etwas Eigenes an den Saiten der Gitarre und an Fins minimalistischen Arrangements, das seinem Gitarrenspiel eine besondere Kühle verleiht. Die markante Stimme, irgendwo zwischen rauh und zart, eisig und fragil, fügt sich in dieses klangliche Bild ein wie eine siebte Saite auf der Gitarre. Fink veröffentlicht auf Ninja Tunes, einem Label, das an sich schon als ebenso individuelle wie innovative Genrebezeichnung gilt. Aber dort Folk? Ja – Fink ist die perfekte Blaupause für die schlichte Eleganz dieser Musik. Fink klingt organisch und urban, erinnert zuweilen an Portishead, es strahlt aus der Dunkelheit, denn nach wohliger Melancholie gibt es immer einen überraschenden Twist, der für Licht sorgt.